Enkirch
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 59′ N, 7° 8′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Bernkastel-Wittlich | |
| Verbandsgemeinde: | Traben-Trarbach | |
| Höhe: | 105 m ü. NHN | |
| Fläche: | 25,43 km² | |
| Einwohner: | 1389 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 55 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56850 | |
| Vorwahl: | 06541 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WIL, BKS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 2 31 029 | |
| LOCODE: | DE EKQ | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Am Markt 3 56841 Traben-Trarbach | |
| Website: | www.enkirch.de | |
| Ortsbürgermeister: | Roland Bender (CDU) | |
| Lage der Ortsgemeinde Enkirch im Landkreis Bernkastel-Wittlich | ||
Enkirch ist eine Ortsgemeinde an der Mosel, unterhalb von Traben-Trarbach. Sie gehört der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach an, im Landkreis Bernkastel-Wittlich, in Rheinland-Pfalz.[2]

Geographie
Enkirch liegt etwa 9 km nordöstlich von Bernkastel-Kues und 19 km südlich von Cochem auf der rechten Moselseite bei Moselkilometer 102.[3] Ein weit verzweigter Bachlauf (Ahringsbach und Großbach) aus dem Hunsrück mündet dort. Bei Moselkilometer 103 befindet sich die Staustufe Enkirch.
Geschichte
Namensgebung und früheste Besiedlung
Der Name des Ortes entwickelte sich von Anchiriacum („eine Kirche“) – Ankaracha – Anckircha – Enkricha zu Enkirch.
Schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 733 war das Gebiet von Enkirch besiedelt. Dies belegen zahlreiche Fundstücke, die in den Enkircher Heimatstuben ausgestellt sind. Die ersten Siedlungsspuren werden dem 3. Jahrtausend vor Christus zugeordnet, einer Zeit, die von Fachleuten als Jungsteinzeit oder Neolithikum bezeichnet wird. Damals wurden die Menschen, die bisher als Jäger und Sammler umherzogen, allmählich sesshaft. Auch aus späteren Jahrhunderten sind inzwischen zahlreiche Fundstücke zusammengekommen, die ebenfalls in den Heimatstuben zu sehen sind.
8. bis 15. Jahrhundert
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte, als Adela, die Tochter des merowingischen Adeligen Hugobert und Irmina von Oeren, das von ihr gestiftete Kloster Pfalzel in ihrem Testament bedachte. In dieser Urkunde vom „1. April im 12. Jahre der Herrschaft des Königs Theodericus“ (732/733) heißt es: „Ebenso gebe ich an das schon erwähnte Kloster meine Anteile an den Häusern von Anchiriacum, Ursiacum und Caimitas (Kaimt), die über der Mosel gelegen sind.“
Im Buch zur 1250-Jahr-Feier des Ortes schreibt der Enkircher Heimatforscher und Ehrenbürger Hans Immich-Spier, dass die Originalurkunde als verloren gilt. Als Anfang des 11. Jahrhunderts die Geschichte des Klosters Oeren aufgezeichnet wurde, „kam es zu einem Lesefehler, wodurch aus „Adela, filia Hugoberti“ eine filia Dagoberti gemacht und somit auch Adelas Mutter Irmina „von Oeren“ zu ihrer Schwester. Somit wurden beide zu Töchtern Dagoberts II., der 679 ermordet wurde. Alle späteren Urkunden verwenden diese Version.“ Der luxemburgische Landeskundler Prof. Wampach konnte danach anhand der einleitenden Datierung des Testamentes (s. o.) nachweisen, dass diese Version falsch ist. „Frühere Bearbeiter der Urkunde glaubten, es handele sich um Theuderich III. (673–691), deswegen die frühere Datierung von 690“, schreibt Immich-Spier weiter.

Enkirch, Marktflecken, unterhalb Trarbach, auf dem rechten Moselufer gelegen, zählte knapp 2000 Einwohner (208 Haushaltungen im Jahr 1741), deren Nahrung einzig auf einem sehr ausgebreiteten Weinbaue beruht. In guten Jahren können auf der fruchtbaren Markung 1500 Fuder Wein gewonnen werden, und es gehört dieses Gewächs zu den edelsten der Mosel. Insbesondere erzeugt der Stephansberg ungemein liebliche, frühzeitig lagerreife Weine, die jedoch, der Natur der sogenannten Heckenweine verwandt, minder schwer und nachhaltig sind, als das Erzeugniß der dem Flusse, zugekehrten Berge. Dieser Reichtum an Rebensaft kann indessen den Mangel an Trinkwasser nicht vollständig ersetzen; des einzigen Brunnens Ausbeute wird täglich einmal unter die Einwohner ausgeteilt.
Adela, die Tochter Dagoberts, gab dem von ihr gestifteten Kloster zu Pfalzel durch Testament vom 1. April 690 u. a. ihren Anteil an der Villa Enchiariaci. Am 10. Februar 908 schenkte König Ludwig IV. die bisher von Rothard besessenen Lehen, insbesondere Kirche und Manse zu Ankaracha, an Erzbischof Ratbod von Trier.
Im Jahr 1052 erwarb Erzbischof Eberhard durch einen Leihe-Vertrag (Prekarie) von dem Grafen Walram von Arlon auch dessen Güter in Enkirch. Im Jahr 1056 vergab die Königin Richenza auch ihr Eigentum in Enkirch an das Kloster Brauweiler. Die Stiftungsurkunde des Klosters Ravengiersburg, 1074, nennt unter den verschiedenen Gaben des Grafen Berthold einen Hof in Enkirch. Vielleicht schon vom 11. Jahrhundert an gehörte das Dorf Enkirch zur Grafschaft Sponheim. Die Burg Starkenburg wurde in der Nähe von Enkirch im 12. Jahrhundert gebaut und war Residenz der Hinteren Grafschaft (Sponheim-Starkenburg). Im Jahr 1248 erhielt Enkirch den Freiheitsbrief und bekam somit Stadt- und Marktrecht nebst eigener Gerichtsbarkeit. Der Flecken war einer der Hauptorte der Grafschaft, von einer Stadtmauer mit sieben Toren umgeben. Die oben erwähnte Kirche diente auch als Wehrkirche. In den Jahren 1275 und 1277 wurde Gerardus Decanus christianitatis in Enckerich genannt. Die Kirche unterstand dem Landkapitel (Archidiakonat) von Karden. Im Jahr 1342 kaufte die Gräfin Loretta von Sponheim von Tillmann von Wahlen deren Gut in Enkirch (Heidengut), genannt nach einem Heidentempel, von dem noch heute Säulenschäfte aus odenwalder Syenit und eine leichte Vertiefung des Bodens die Stätte andeuten. In einer Fehde des Grafen Johann III. von Sponheim-Starkenburg mit Erzbischof Boemund II. von Trier nahmen die Erzbischöflichen Enkirch ein, verwüsteten und plünderten es. 1360 und 1402 verpfändete Graf Johann IV. Enkirch an den Pfalzgrafen Ludwig III.[4]
16. bis 19. Jahrhundert
Im Jahr 1557 führten – wie in Trarbach – die Gemeinsherren der Hinteren Grafschaft Sponheim auch in Enkirch die Reformation ein. Im Jahr 1567 trat Henricus Gallus als lutherischer Prediger in Erscheinung, sein wahrscheinlicher unmittelbarer Vorgänger war Johann Marburg. Einige Jahre später, 1574, stand die ein paar Kilometer von dem Marktflecken unter dem Stephansberg gelegene Klause unter einem weltlichen Verwalter; sie wurde auch die Propstei oder Enkerichhausen genannt. In einer Situationsbeschreibung heißt es wörtlich: „In Betrachtung der Clausen zu Trarbach Renten und Einkommen dermassen schlecht und gering beschaffen, also, daß eine hinreichende Anzahl unvermöglicher Leut zu underhalten unmöglich […], aus christlicher Lieb und angeborner fürstlicher Miltigkeit, daß die Renten und Gefälle der Clausen zu Trarbach, das Spital zu Enkirch und die Propstei außerhalb Enkirch dahin zu wenden und anzulegen, damit ein nothdürftiges Hospital denen allein, so durch Unvermöglichkeit ires Leibs, Alters, oder sonst ihrer Gelegenheit nach sich nicht ernehren können zum Besten unterhalten werde. Diesem Hospitale wurde die Enkirchner Klause eingeräumt, auch den Pfründnern eine besondere Ordnung vorgeschrieben.“
Nachdem die Hintere Grafschaft Sponheim durch Beschluss der Reunionskammer zu Metz mit Frankreich vereinigt worden war, kamen mit den französischen Truppen einige Franziskaner in das Land. Sie erhielten von den französischen Behörden die von den Pfründnern verlassene Klause samt der verfallenen Kirche zugewiesen. So entstanden einige einfache Wohnhäuser; die Ordensbrüder bekamen 1685 von König Ludwig XIV. die Fundationsurkunde, in der ihnen zugleich die neugestifteten katholischen Pfarreien in Enkirch, Trarbach und Traben anvertraut wurden, gegen eine Jahres-Pacht von etwa 690 Livres. Die Franziskaner blieben, als Ludwig XIV. 1697 seine Besitztümer zurückgeben musste, denn die berühmte Klausel IV des Friedensvertrags von Rijswijk hatte ihre Existenz gesichert. Besondere Probleme entstanden, als im Jahr 1761 ein Kloster-Neubau errichtet wurde. Infolge der Französischen Revolution wurden die Stiftungsgelder „à 690 Livres“ eingezogen und unter den Bewohnern breitete sich bittere Armut aus. Nur zehn Personen blieben in den Klosterbauten (ein „Guardian, Vicarius, Concionator, drei Patres und vier Laienbrüder“). Die Klosterkirche diente der kleinen katholischen Gemeinde (50 Köpfe) als Pfarrkirche. Die evangelischen Kirchen- und Schuldiener erhielten ihre Besoldung von den Landesherren. Aus diesem Zeitraum (15. bis 18. Jahrhundert) sind einige historische Fachwerkhäuser erhalten, was dem Ort den Beinamen „Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaues“ einbrachte.[4][5]
Seit dem 20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert lebte unter anderem der Künstler Josef Candels in Enkirch. Seit 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz und der 1949 neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland.
Religion
Am 9. Mai 2011 waren von 1574 Einwohnern[2] 986 evangelisch (63 %) und 337 katholisch (21 %).[6]
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Enkirch besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
- Sitzverteilung im Gemeinderat seit 2004
| Wahl | SPD | CDU | FDP | FWG | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 7 | 9 | – | – | 16 Sitze[7] |
| 2019 | 7 | 9 | – | – | 16 Sitze[8] |
| 2014 | 7 | 9 | – | – | 16 Sitze |
| 2009 | 7 | 6 | 1 | 2 | 16 Sitze |
| 2004 | 7 | 6 | 1 | 2 | 16 Sitze |
Bürgermeister
Roland Bender wurde 2009 Ortsbürgermeister von Enkirch.[9] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 76,77 %[10] und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 76,8 % für jeweils weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[11]
Wappen
| Blasonierung: „In Schwarz ein gestürzter Anker mit silber-rot geschachten Flunken (Ankerschaufeln).“ | |
| Wappenbegründung: Der Anker im Wappen ist wahrscheinlich ein redendes Element (Enkirch, von Ankerich?) und erscheint bereits auf dem ältesten bekannten Siegel von 1248. Das Siegel zeigt auch die zwei kleinen Schilde mit dem Wappen der Grafen von Sponheim. Als die Hintere Grafschaft Sponheim ein gemeinsamer Besitz der Baden und einer pfälzischen Nebenlinie (Pfalz-Simmern, danach Pfalz-Zweibrücken bzw. Pfalz-Birkenfeld) wurde, zeigten die zwei Schilde den Löwen der Pfalz und den Schrägbalken von Baden, das sponheimische Wappen wurde als dritter Schild auf der Unterseite des Ankers angebracht. Im späten 19. Jahrhundert wurde das alte Wappen wiederhergestellt. |
Bauwerke (Auswahl)
Touristisch hervorzuheben sind die evangelische und die katholische Kirche und alte Fachwerkhäuser in engen Gassen, die das Flair des Mittelalters wieder aufleben lassen. Im Bereich des Kirchangers befinden sich zudem noch Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung.
Enkirch verfügt neben seinen historischen Fachwerkhäusern auch über zahlreiche klassizistische Gebäude, die in der Zeit zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Ende des Ersten Weltkriegs entstanden sind, darunter die imposante alte Dorfschule, die zusammen mit dem Tersteegen-Haus im örtlichen Vereinsleben u. a. den Musikverein beheimatet und nicht mehr als Schule verwendet wird. Hierzu befindet sich im Ortskern eine moderne Grundschule.
Seit Mai 2014 fördert die Bürgerstiftung Fachwerkdorf Enkirch bürgerschaftliches Engagement mit dem Ziel, den historischen Ortskern von Enkirch und seine Baudenkmäler in ihrer jetzigen oder ursprünglichen, historischen Gestaltung zu erhalten und zu sanieren.
Verkehr
Enkirch liegt an der Bundesstraße 53 und den Landesstraßen 192 und 193.
Die Fähre Enkirch – Kövenig, eine kleine Motorfähre, pendelt zwischen Enkirch und dem gegenüberliegenden liegenden Kövenig. Das derzeitige Fährschiff, die Enkirch, bringt Wanderer und Fahrradfahrer über den Fluss. Motorfahrzeuge müssen zur Überquerung der Mosel die nächste Brücke in Reil oder in Traben-Trarbach benutzen.
Siehe auch
Literatur
- Hans Immich-Spier: Anchiriacum – Enkirch 733–1983, herausgegeben von der Gemeinde Enkirch, Enkirch 1983.
- Hans Immich-Spier: Enkircher Annalen: Blitzlichter aus der Geschichte Enkirchs, Heimat- und Verkehrsverein Enkirch, Enkirch 1988, ISBN 3-925533-07-9.
Weblinks
- Website der Gemeinde Enkirch
- Zur Ortsgemeinde Enkirch gibt es Einträge in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier.
- Kurzporträt mit Filmbeitrag über Enkirch bei SWR Fernsehen
- Enkirch auf www.moseltouren.de
- Linkkatalog zum Thema Enkirch bei curlie.org (ehemals DMOZ)
- Literatur über Enkirch in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
- ↑ a b Johann Christian von Stramberg: Enkirch. In: Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge von genannten Schriftstellern, I. Sektion 34. Teil, Leipzig, J. F. Gleditsch 1840; („public domain“) .
- ↑ Fachwerkhäuser in Enkirch, Atlas zur Zeitschrift für Bauwesen, 1909.
- ↑ Bevölkerung am 9. Mai 2011 nach öffentlich-rechtlicher Religionszugehörigkeit, Alter und Verwaltungsbezirken. (PDF) In: Gemeindeergebnisse Bevölkerung. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, S. 255, abgerufen am 7. April 2019.
- ↑ Enkirch, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Enkirch. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 4. Januar 2025.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
- ↑ Roland Bender neuer Ortschef in Enkirch. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 8. Juni 2009, abgerufen am 12. Dezember 2020 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Traben-Trarbach, Verbandsgemeinde, sechste Ergebniszeile. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
- ↑ Enkirch, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Enkirch. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 4. Januar 2025.
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Enkirch – Personen- und Fahrradfähre nach Kröv-Kövenig


