Edeka Minden-Hannover

Edeka Minden-Hannover Stiftung & Co. KG

Logo
RechtsformStiftung & Co. KG
SitzMinden, Deutschland
Leitung
  • Mark Rosenkranz (Vorstandssprecher)
  • Stephan Wohler
  • Ulf-U. Plath
  • Eileen Klingsiek
  • Marc Kuhlmann (Aufsichtsratsvorsitzender)[1]
Mitarbeiterzahl75.879 (inkl. des selbstständigen Einzelhandels)
Umsatz12,24 Mrd. EUR
BrancheLebensmittelgroßhandel, Lebensmitteleinzelhandel, Immobilien
Websiteverbund.edeka/minden-hannover/
Stand: 23. Dezember 2025
Edeka HessenringEdeka SüdbayernEdeka SüdwestEdeka Nordbayern-Sachsen-ThüringenEdeka Rhein-RuhrEdeka Minden-HannoverEdeka Nord
Übersicht der Regionalgesellschaften des Edeka-Verbunds, die Regionalgesellschaft Minden-Hannover ist farblich hervorgehoben
(Mit Mauszeiger darübergehen, um Regionen anzuzeigen)

Edeka Minden-Hannover (Eigenschreibweise EDEKA Minden-Hannover) ist eine Regionalgesellschaft innerhalb des genossenschaftlich organisierten Edeka-Verbunds. Besitzer sind somit die Edeka-Kaufleute. Als Großhändler ist die Edeka Minden-Hannover für den optimal koordinierten Einkauf, die Vermarktung der Produkte, eine effiziente Logistik und die Entwicklung neuer Standorte zuständig. Zudem übernimmt sie rückwärtigen Prozesse, wie die Personalentwicklung sowie das Personal- und Rechnungswesen. Neben der Betreuung der selbstständigen Edeka-Einzelhändler betreibt die Edeka Minden-Hannover auch Verbrauchermärkte in Eigenregie. Darüber hinaus gehören Produktionsbetriebe (Schäfer’s, Bauerngut und Hagenah) sowie weitere Unternehmen zur Gesellschaft. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der ostwestfälischen Stadt Minden. Ende 2024 arbeiteten rund 75.879 Mitarbeiter im Unternehmensverbund (inkl. des selbstständigen Einzelhandels).[2] Der Umsatz lag bei 12,24 Mrd. Euro.[2] Das Gebiet der Gesellschaft erstreckt sich auf Ostwestfalen, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt über Berlin bis nach Brandenburg, also von der niederländischen bis zur polnischen Grenze Deutschlands.

Geschichte

Anfänge (1888–1938)

Seit Ende des 19. Jahrhunderts findet die Genossenschaftsidee im Lebensmitteleinzelhandel immer mehr Anhänger. So folgen der ersten, 1888 von Kolonialwarenhändlern und Drogisten in Frankfurt an der Oder ins Leben gerufenen Einkaufsgenossenschaft (Vorläufer von EDEKA) rasch weitere. Am 24. November 1920 wurde dann von 34 Kolonialwarenhändlern aus Minden und Umgebung die Weserkauf-Einkaufsgenossenschaft als Vorgänger der Edeka Minden gegründet. Am 30. Oktober 1927 beschließt die Generalversammlung der Weserkauf den Beitritt zum Edeka Verband und zur Edeka Zentrale. Fortan firmiert sie als Edeka Minden. Am 29. März 1932 wurden erstmals eigene Lagerräume in Minden angemietet. Nur zwei Jahre später erlebte die Edeka Minden eG einen Rückschlag: 1934 hat sie nur noch zehn Mitglieder; der Edeka-Verband entzieht ihr die Erlaubnis zur Firmierung unter dem Namen Edeka. Die Genossenschaft wird vorübergehend Mitglied bei der EDEKA Hameln. 1938 zählte die Genossenschaft wieder 40 Mitglieder.[3][4][5]

Kriegsjahre und Neuanfang (1939–1968)

Durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs kam es auch zu Einschnitten in der Genossenschaft. Mitarbeiter wurden eingezogen, um in der Wehrmacht zu kämpfen, Frauen ersetzten diese Stellen. Durch die Bombardierungen und Plünderungen in den letzten Kriegsjahren und -tagen kam es auch bei der Edeka Minden zu Kriegsschäden. Im gesamten Bundesgebiet wurden ab 1956 die ersten Edeka-Märkte auf Selbstbedienung umgestellt. Es fanden erstmalig auch Tiefkühl-Produkte den Einzug in die Geschäfte.[3]

Aus der bundesweit ersten Fusion zweier Edeka-Genossenschaften, der Genossenschaften Minden und Osnabrück, entstand 1961 die Edeka Minden-Osnabrück. Bereits 1962 folgte der nächste Zusammenschluss: die Edeka Diepholz verschmolz auf die Edeka Bremen.[6] Zwei Jahre später erzielte die Edeka Minden-Osnabrück erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Mark und war damit die umsatzstärkste Edeka-Genossenschaft im Bundesgebiet. Seit 1964 befindet sich der Sitz in der Wittelsbacherallee in Minden. Im gleichen Jahr war bereits jeder zweite Markt im Absatzgebiet der Edeka Minden-Osnabrück ein SB-Markt.[6] Es folgten die Fusion der Edeka Bremen mit der Edeka Delmenhorst (1964) und die der Edeka Alfeld mit der Edeka Hildesheim (1965).[7] Bereits 1967 vergrößerte die Edeka Bremen durch die Fusion mit der Edeka Vegesack erneut das Absatzgebiet. Ein Jahr später folgte die Edeka Nordenham.[7] Mit der Einführung der Handelsmarke Westfalengut wurden ab 1968 Fleisch und Frischwurst verkauft. Dazu war bereits 1967 die erste eigene Fleischerei für alle Edeka Minden-Märkte eröffnet worden. 1968 eröffnete in Herford als erste Großfläche das City-Einkaufszentrum, der Vorläufer des Markttyps Edeka Center.[3]

Fusionen, Expansionen und die Wiedervereinigung (1969–2002)

Am 1. Januar 1972 schlossen sich die Edeka Minden-Osnabrück. die Edeka Hannover und die Edeka Hildesheim-Ahlefeld zu einer früheren Edeka Minden-Hannover zusammen. Ein Jahr später eröffnete der erste Discounter der Vertriebslinie NP, was zu Beginn für „Niedrig Preis“ stand.[6] Eine weitere Übernahme erfolgte mit der Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH im Jahr 1974.[8] Mit der Fusion mit der Edeka Hameln-Holzminden wurde 1976 das Vertriebsgebiet erneut vergrößert.[3] Zu weiteren Zusammenschlüssen kam es 1978. Die in Aurich ansässige Edeka Ems-Jade fusionierte mit der Edeka Oldenburg zur Edeka Aurich-Oldenburg, die die Regionalgesellschaft Edeka Handelsgesellschaft Nordwest gründeten.[9] Im gleichen Jahr verschmolz die Edeka Wolfenbüttel-Helmstedt auf die Edeka Braunschweig.[7] Ein Jahr später fusionierten Edeka Braunschweig, Edeka Duderstadt, Edeka Goslar und Edeka Göttingen zur Edeka Harz. Im Jahr 1988 erfolgte die Fusion der Edeka Minden-Hannover mit der nun Edeka Harz-Heide genannten Genossenschaft, die vollständig in der Edeka Minden-Hannover aufging.[10] Ein Jahr später fanden Wurst- und Fleischwaren der Bauerngut genannten Fleischereisparte unter dem Namen Gutfleisch Einzug ins Sortiment.[3]

Nach der Wiedervereinigung wurde die Edeka Minden-Hannover auch in Ostdeutschland aktiv. Mit der Belieferung der Edeka Staßfurt und Konsum-Verkaufsstellen wurde der neue Markt erschlossen. In Halberstadt wurde zu diesem Zweck ein Logistiklager eröffnet, 1991 eröffnete der erste selbstständige Kaufmann aus der DDR einen Edeka-Markt in Ortrand.[3] Im gleichen Jahr firmierte die Genossenschaft Edeka Berlin auf Edeka Berlin-Brandenburg um.[7] Mit der Übernahme der Supermarktkette Reichelt im Jahr 1995 war die Edeka Minden-Hannover erstmals in Berlin vertreten. Dabei kam es kurzzeitig zur Edeka-eigenen Konkurrenz durch die Edeka Berlin-Brandenburg, die dort mit eigenen Märkten vertreten und zudem ab 2000 mit der Lieferung des Filialisten Meyer Beck betraut war. Zeitgleich wechselten acht Meyer Beck-Filialen in das Portfolio der Edeka Berlin-Brandenburg und wurden auf Edeka umgeflaggt.[11] Bereits ab dem 1. Januar 1996 hielt die Edeka Minden-Hannover 15 % an der Edeka Berlin-Brandenburg. Ebenfalls zum 1. Januar 1996 fusionierten die Regionalgesellschaften Edeka Bremen und Edeka Nordwest in Oldenburg zur Edeka Nordwest mit Sitz in Bremen, wobei die Genossenschaften Edeka Aurich-Oldenburg und Edeka Bremen innerhalb der Regionalgesellschaft eigenständig blieben.

Ab dem 1. Januar 1997 expandierte die Edeka Minden-Hannover über die Landesgrenzen hinweg nach Polen und eröffnete dort Edeka-Discount und Edeka-Delikatesy-Märkte.[12] 1998 erfolgte der Einstieg in die Karl Preuß GmbH, die ihre Märkte als Wez (seit 2019 als Edeka Wez) betreibt.[4] Mit der Übernahme der Wilhelm Klages GmbH & Co. mit Sitz in Lehrte übernahm die Edeka Minden-Hannover im gleichen Jahr zudem die Supermarktkette V-Markt mit 78 Standorten.[11] Es folgten die Übernahmen von 34 allfrisch/Preisgut-Filialen der AVA AG (1999), 60 Kaiser’s-Filialen von Tengelmann (2000) sowie 32 depot-Filialen der Co op Minden-Stadthagen und aller aktiv discount-Standorte des Unternehmers Siegfried Schausberger (beide 2001).[5] Im Jahr 2002 erfolgte bei Reichelt der Squeeze-out der verbliebenen Aktionäre und die Otto Reichelt AG wurde nach elf Jahren wieder in eine GmbH umgewandelt.[3] In Polen betrieb man im April 2002 42 Filialen.[13]

Die heutige Edeka Minden-Hannover (seit 2003)

Verwaltungsgebäude des Edeka Logistikzentrums in Wiefelstede.

Im Januar 2003 wurden im Rahmen der Edeka-Strukturreform die Regionalgesellschaften Edeka Minden-Hannover, Edeka Nordwest mit Hauptsitz in Wiefelstede und Edeka Berlin-Brandenburg mit Hauptsitz in Spreeau zu einer neuen Regionalgesellschaft, der Edeka Minden-Hannover, zusammengeschlossen.[14] Im gleichen Jahr zog sich die Edeka Minden-Hannover aus Polen zurück. 2005 verschmolzen die Genossenschaften Edeka Berlin-Brandenburg, die beiden in der ehemaligen Regionalgesellschaft Edeka Nordwest organisierten Genossenschaften Edeka Aurich-Oldenburg und Edeka Bremen sowie die Edeka Minden-Hannover auf die Edeka Minden eG.[15] Die Reichelt-Tochter Otto Thürmann GmbH wurde ebenfalls 2005 innerhalb der Edeka Minden-Hannover auf die Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH verschmolzen. Im gleichen Jahr wurde die Vertriebslinie V-Markt aufgegeben und auf andere Edeka-Markttypen umgeflaggt. Mit der deutschlandweiten Übernahme der Spar Handelsgesellschaft durch die Edeka übernahm auch die Edeka Minden-Hannover in ihrem Absatzgebiet 2006 die Belieferung der Spar-Märkte. Es folgten die Aufnahme der rund 300 Spar-Einzelhändler und die Umflaggung der Märkte auf Edeka-Vertriebslinien. Mit den 51 im eigenen Absatzgebiet befindlichen Marktkauf-Häusern der ehemaligen AVA AG folgte 2007 die nächste Integration. Dabei liegt mit dem Standort in Osnabrück-Nahne, der 1971 eröffnete, das älteste Marktkauf-Haus im Gebiet der Edeka Minden-Hannover.[3][16] Ab 2012 wurden die Vertriebsformate Edeka aktiv markt und Edeka neukauf zusammengeführt, die Märkte sukzessive auf Edeka umgeflaggt.[17] Im Herbst 2013 starteten die Bauarbeiten zum neuen Regionallager in Lauenau, das 2014 fertiggestellt wurde.[28] 2017 wurden im Zuge der deutschlandweiten Übernahme der Kaiser’s Tengelmann-Märkte 61 Kaiser’s-Standorte in Berlin und Brandenburg auf Edeka umgeflaggt. Im selben Jahr wurden auch die Edeka-Reichelt-Märkte zu Edeka umbenannt. 2018 erfolgte die Übernahme des Hamburger Traditionsunternehmen Hagenah.[3] Im Jahr 2020 startete der Bau der neuen Verwaltungszentrale der Edeka Minden-Hannover am Mittellandkanal in Minden.[18] Dieser Campus genannte Neubau hat eine Größe von 50.000 m² auf einem Grundstück von 123.000 m². Am 2. Oktober 2024 erfolgte der offizielle Startschuss für den Einzug in den Neubau. Bis Ende des Jahres zogen rund 2.000 Mitarbeitende der größten Edeka-Regionalgesellschaft sukzessive aus zwölf verschiedenen Bürostandorten in und um Minden in die neue Unternehmenszentrale.[19]

Fusionen

Fusionszeitleiste der Edeka-Genossen- bzw. Regionalgesellschaften auf die Edeka Minden-Hannover 1961 bis 2005
196019611962196319641965196619671968197019711972197519761977197819791985198619871988199019911995199620022003
Edeka Berlin[A1 1]Edeka Berlin-BrandenburgEdeka Minden-Hannover
Edeka Ems-Jade[A1 1]Edeka Aurich-Oldenburg/Edeka NordwestEdeka Nordwest
Edeka Oldenburg[A1 1]
Edeka Bremen[A1 1]Edeka BremenEdeka BremenEdeka BremenEdeka Bremen
Edeka Diepholz[A1 1]
Edeka Delmenhorst[A1 1]
Edeka Vegesack
Edeka Nordenham
Edeka Celle-Peine[A1 1]Edeka Celle-SoltauEdeka HarzEdeka Harz-HeideEdeka Minden-Hannover
Edeka Soltau
Edeka Braunschweig[A1 1]Edeka BraunschweigEdeka Harz
Edeka Wolfenbüttel-Helmstedt
Edeka Duderstadt[A1 1]
Edeka Goslar[A1 1]
Edeka GöttingenEdeka Göttingen
Edeka Northeim[A1 1]
Edeka Hannover[A1 1]Edeka Minden-HannoverEdeka Minden-Hannover
Edeka Alfeld[A1 1]Edeka Hildesheim-Alfeld
Edeka Hildesheim[A1 1]
Edeka MindenEdeka Minden-Osnabrück
Edeka Osnabrück[A1 1]
Edeka Hameln-Holzminden[A1 1]
  1. a b c d e f g h i j k l m n o p Gründungsjahr unbekannt

Organisationsform

Geführt wird der EDEKA Minden-Hannover Konzern durch die EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG. Deren Aufgabe ist die strategische Ausrichtung des Konzerns sowie die Überwachung der Einhaltung der vorgegebenen Zielsetzungen in den Tochtergesellschaften. Darüber hinaus sichert und steuert sie die Finanzierung des Konzerns. An diesem Konzern hält die EDEKA Minden-Hannover Holding GmbH 100 % der Kommanditanteile der EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die EDEKA Minden-Hannover Holding Stiftung. Die Gesellschafter der EDEKA Minden-Hannover Holding GmbH sind die EDEKA Minden eG und die EDEKA Zentralhandelsgesellschaft mbH mit je 50 % (= 50,0 Mio. Euro) Anteil am Stammkapital. Die EDEKA Minden eG ist seit 2010 durch Erweiterung der Konsolidierungstatbestände gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) oberste Konzernmutter.[2]

Das operative Geschäft des Teilkonzerns ist in fünf Geschäftsbereiche mit diversen Tochtergesellschaften aufgeteilt. Der Geschäftsbereich Einzelhandel einschließlich Vertrieb Backwaren ist im Lebensmitteleinzelhandel mit eigenen Vertriebskonzepten und zahlreichen Marken in seinem Segment selbstständig am Markt tätig.[2]

Dienstleistungen

Wie bei vielen anderen Großhandelsbetrieben bietet die Edeka Minden-Hannover für seine Einzelhandelskunden auch Serviceleistungen an. Der Geschäftsbereich Dienstleistungen erbringt Leistungen für den Konzern sowie für Mitglieder und Kunden. Der Geschäftsbereich Immobilien umfasst im Wesentlichen die Standortsicherung durch den Erwerb und die Errichtung von Immobilien, das Facility Management sowie die An- und Vermietung von Immobilien für den Einzelhandel.[2]

Einzelhandel

Im Geschäftsgebiet liegen nach Unternehmensangaben aus dem Berichtsjahr 2024 1.466 Märkte mit einer Verkaufsfläche von 2.059.117 Mio. m2. Rund 79 % dieser Märkte werden durch die 637 selbstständigen Einzelhändler betrieben. Die übrigen werden von der Edeka Minden-Hannover als sogenannte Regiemärkte betrieben.[32]

Darüber hinaus werden über die Tochtergesellschaft Budni Minden-Hannover GmbH auch drei Budni-Drogeriemärkte geführt.[20]

Produktions- und sonstige Dienstleistungsbetriebe

Zum Unternehmensverbund gehören auch die Produktionsbetriebe Brot- und Backwarenproduktion Schäfer’s GmbH, Bauerngut Fleisch- und Wurstwaren GmbH sowie Hagenah Frische GmbH.

Die Tochtergesellschaft Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten steht für Backkultur seit mehr als 125 Jahren. Der Grundstein wurde am 1. Oktober 1898 in Kleinenbremen, Porta Westfalica, gelegt. Mitte der 1970er Jahre verkaufte Werner Schäfer den damals in dritter Generation geführten Familienbetrieb an die Edeka Minden-Hannover. Inzwischen arbeiten 1.100 Mitarbeiter in der Produktion des Traditionsbetriebs, weitere 1.300 im Verkauf. Verwaltungsstandort ist Minden. Produktions- bzw. Logistikstandorte gibt es in Lehrte, Osterweddingen und Berlin. Viele der mehr als 760 Schäfer’s-Verkaufsfilialen sind in Super- und Verbrauchermärkten sowie SB-Warenhäuser der Edeka Minden-Hannover zu finden. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete Schäfer’s unkonsolidierte Umsätze in Höhe von insgesamt 195 Mio. Euro.[8][2]

Bauerngut, die Produktionstochter für Fleisch- und Wurstwaren der Edeka Minden-Hannover, ist einer der größten Betriebe für die Fleischverarbeitung Deutschlands: mit 1.340 Mitarbeitern an den Produktionsstandorten Bückeburg und Könnern sowie den Logistikstandorte in Freienbrink und Wiefelstede. In Bückeburg entsteht ein neues Logistikzentrum, Richtfest war im Juni 2025. Angeboten werden die Bauerngut-Produkte in den Märkten sowohl in Selbstbedienung als auch an den Bedientheken. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Bauerngut unkonsolidierte Warenumsätze in Höhe von 792 Mio. Euro.[21][2]

Ebenso in den Märkten zu finden sind Bedientheken für Fisch der Hagenah Frische GmbH, die seit 2018 zur Edeka Minden-Hannover gehört. Die Ursprünge des Traditionsunternehmens reichen zurück auf das Jahr 1892. 120 Mitarbeitende arbeiten am Produktionsstandort in Hamburg. In den Märkten tritt Hagenah als „Die Fischwerker“ in Erscheinung. Außerdem werden Kunden im Gastro- und Großverbraucherbereich beliefert. 2024 erzielte Hagenah einen unkonsolidierten Umsatz von 40 Mio. Euro.[2][22][23]

Strukturzahlen nach Bundesländern

Die Zahlen entstammen dem Geschäftsbericht für das Berichtsjahr 2022[24]:

BundeslandAnzahl MärkteAnzahl MitarbeiterAnzahl selbständige Kaufleute
Berlin022411.3491210
Brandenburg015906.0000800
Bremen003301.513012
Niedersachsen067434.313289
Nordrhein-Westfalen009709.547025
Sachsen-Anhalt030412.7220940
Gesamt1.49675.793622

Markttypen

Edeka

Die Märkte mit der Bezeichnung EDEKA bieten ein Vollsortiment zwischen 12.000 und 25.000 Artikeln. Mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von rund 1.100 m2 sind sie die im Geschäftsgebiet am häufigsten vertretenen Märkte.[25]

Edeka Center

Als Edeka Center flaggen Märkte mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von 3.500 m² und bis zu 60.000 Artikel. Neben Lebensmitteln führen die Standorte auch eine begrenzte von haushaltsnahen Non-Food-Artikeln.[26]

Nah und gut / nah & gut
nah & gut in Uplengen-Hollen

Auf Verkaufsflächen unter 1.000 m2 sichern die nah & gut-Märkte die Nahversorgung und halten Produkte für den täglichen Bedarf bereit. Dieses Kleinflächenkonzept umfasst ein Sortiment von rund 10.000 Artikeln. Die meisten nah & gut-Märkte werden von selbstständigen Kaufleuten betrieben.[27]

Marktkauf
Der bundesweit erste Marktkauf in Osnabrück-Nahne (Eröffnet im Jahr 1971) im Januar 2018

Die SB-Warenhäuser der Edeka Minden-Hannover flaggen als Marktkauf: von der Fläche und der Anzahl der Artikel (> 80.000) her das größte Vertriebsformat. Der Schwerpunkt des Sortiments liegt auf Lebensmitteln. Ergänzt wird es durch eine Vielzahl von Nonfood-Artikel.[28]

NP.

Unter der Vertriebslinie NP führt die Edeka Minden-Hannover seit 1973 einen eigenen Discounter. Das Sortiment umfasst 5.000–10.000 Artikel; die Verkaufsfläche 600–1.000 m2. Anders als beim bundesweiten Edeka-Discounter Netto Marken-Discount ist hier die Edeka-Handelsmarke Gut & Günstig erhältlich. Bis 2026 werden die bestehenden NP-Märkte auf Edeka oder nah & gut umgestellt, die Vertriebslinie damit aufgelöst. Ziel ist es, Märkte mit unter 1.000 m2 Verkaufsfläche zu attraktiven Nahversorgern auszubauen. Für diese Umstellung wurde ein entsprechendes Kleinflächenkonzept ausgearbeitet.[29]

Weitere

Eigenständige Kaufleute führen darüber hinaus Märkte, die nicht als Edeka-Markt flaggen. Ein Beispiel waren die Wez-Märkte des Kaufmanns Karl Preuß, die seit 2019 jedoch als Edeka WEZ flaggen.

Logos

Ehemalige Markttypen

Aktiv Discount
Das Hansa-Carré mit aktiv Discount-Filiale in Bremen, im November 2011

Seit 1975 gab es in Bremen und Umland Discountmärkte unter dem Namen Aktiv Discount (Eigenschreibweise: aktiv DISCOUNT, zuletzt aktiv Discount). Die ursprünglich von Siegfried Schausberger in Grasberg gegründete Kette wurde im April 2001 an die Edeka Minden-Hannover verkauft. Im Jahr 2005 betrieb man 14 Märkte in der Region, mit einer Gesamtverkaufsfläche von gut 29.000 m². Der Umsatz belief sich im gleichen Zeitraum auf 130 Mio. Euro.[46] 2008 war Aktiv Discount mit 16 Märkten vertreten, der Umsatz belief sich (bei einer Gesamtverkaufsfläche von 36.400 m²) auf 178 Mio. Euro.[47] Zwei Jahre später waren zwei weitere Filialen hinzugekommen, es konnte ein Umsatz von 205 Mio. Euro verbucht werden.[27] Zunächst blieb der Markenauftritt bestehen, ab 2011 wurden die Märkte sukzessive auf Edeka Aktiv Discount umgestellt, ehe ab Dezember 2013 die Umflaggung auf andere Vertriebslinien erfolgte. Im Zuge dessen wurden die Märkte an private Kaufleute abgegeben.[30]

Reichelt
Ein Edeka Reichelt in Berlin, 2015

Über die Tochtergesellschaft Otto Reichelt GmbH betrieb die Edeka Minden-Hannover vor allem in Berlin und im angrenzenden Umland Märkte unter dem Namen Edeka Reichelt, die bis Sommer 2005 als Reichelt flaggten. Bereits seit 1995 hielt die Edeka Minden-Hannover 60 % der Anteile an der damals noch als AG geführten Gesellschaft, 2002 folgte der Squeeze-Out der verbliebenen Aktionäre und die Aktiengesellschaft wurde nach elf Jahren wieder in eine GmbH umgewandelt. Ende Dezember 2016 wurde bekannt, dass der Name Reichelt für die Filialen aufgegeben werden soll und geplant war, die Märkte bis Anfang Februar 2017 in Edeka-Standorte umzuflaggen.[31][32] Zum 29. Januar 2017 erfolgte die Umbenennung, alle Reichelt-Märkte präsentieren sich seither als Edeka-Märkte.

V-Markt

Über die Tochtergesellschaft V-Markt Wilhelm Klages GmbH & Co. KG betrieb die Edeka Minden-Hannover um die 80 Super- und Verbrauchermärkte unter dem Namen V-Markt (Eigenschreibweise: V MARKT), die hauptsächlich in Niedersachsen angesiedelt waren. Grundstein des Unternehmens war die Eröffnung eines Kolonialwarengeschäfts in Lehrte im Jahr 1894 durch Wilhelm Klages. Die Märkte waren dabei zum 1. Januar 1998 von der Wilhelm Klages GmbH & Co., mit Hauptsitz in Lehrte komplett übernommen worden.[11][33] Bereits seit 1989 war die Edeka Minden-Hannover zunächst mit 12,5 %, später mit 25 % an der Wilhelm Klages GmbH & Co. beteiligt.[34] Im Juli 2005 wurde bekannt, dass die Edeka Minden-Hannover die V-Märkte auf andere Vertriebslinien umflaggen wird. Von den zuletzt 74 betriebenen Filialen, die zusammen einen Umsatz von 370 Mio. Euro erwirtschafteten, sollten zehn Filialen an die Edeka Rhein-Ruhr abgegeben werden.[35] Ende 2005 wurden im Absatzgebiet noch 48 Märkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 66.000 m² und einem Umsatzvolumen von 255 Mio. Euro betrieben. Laut Angaben der Edeka Minden-Hannover wurden zu diesem Zeitpunkt 18 Filialen bereits umgeflaggt. Die Umflaggungen sollten bis 2007 abgeschlossen sein. Rechtlich verschmolz die V-Markt Wilhelm Klages GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2005 auf die Edeka Minden-Hannover Holding GmbH.[36]

Logos

Einzelnachweise

  1. Impressum, abgerufen am 23. Dezember 2025
  2. a b c d e f g h Edeka Minden-Hannover Unternehmensbericht 2024 https://verbund.edeka/minden-hannover/presse/publikationen/
  3. a b c d e f g h i 100 Jahre Edeka Minden eG. In: verbund.edeka. Edeka Minden-Hannover, 2020, abgerufen am 1. Januar 2023.
  4. a b Digitaler Unternehmensbericht 2019 - Die Anfangsjahre. In: 100jahre.edeka-minden.de. Edeka Minden-Hannover, 24. September 2021, archiviert vom Original am 24. September 2021; abgerufen am 1. Januar 2023.
  5. a b Digitaler Unternehmensbericht 2019 – Die Wirtschaftskrise und Wiederaufbau. In: 100jahre.edeka-minden.de. Edeka Minden-Hannover, 27. August 2021, archiviert vom Original am 27. August 2021; abgerufen am 1. Januar 2023.
  6. a b Digitaler Unternehmensbericht 2019 – Ee geht aufwärts! In: 100jahre.edeka-minden.de. Edeka Minden-Hannover, 24. September 2021, archiviert vom Original am 24. September 2021; abgerufen am 1. Januar 2023.
  7. a b c d Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka-Großhandel, Bremen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 335)
  8. a b Schäfer's Vertrieb. In: verbund.edeka. Edeka Minden-Hannover, abgerufen am 1. Januar 2023.
  9. Rüdiger zu Klampen: Handel: Gerdes schreibt Edeka-Geschichte. In: nwzonline.de. Nordwest-Zeitung, 15. Dezember 2007, abgerufen am 7. November 2025.
  10. Yumpu.com: Chronik MIOS 50 Jahre.indd – Edeka. Abgerufen am 1. Januar 2023.
  11. a b c geschichte1970heute. 8. Dezember 2003, archiviert vom Original am 8. Dezember 2003; abgerufen am 3. Februar 2022.
  12. Vertriebskonzept. In: Edeka. Archiviert vom Original am 11. Oktober 2002; abgerufen am 23. Dezember 2025.
  13. Unternehmen EDEKA Polska Sp. z o.o. In: Edeka. Archiviert vom Original am 11. Oktober 2002; abgerufen am 23. Dezember 2025.
  14. 75 Jahre Edeka Minden-Hannover (Ein Beitrag zur Geschichte des Handels und der Markenartikel). Gebundene Ausgabe, 1995, S. 82.
  15. EDEKA: Genossenschaften fusionieren. 17. Januar 2005, abgerufen am 23. Dezember 2025 (deutsch).
  16. Digitaler Unternehmensbericht 2019 - NACHHALTIGES WACHSTUM. Archiviert vom Original am 24. September 2021; abgerufen am 23. Dezember 2025.
  17. Vision Mission Wir lieben Lebensmittel – Edeka. In: Yumpu.com. Edeka Minden-Hannover, 25. April 2012, abgerufen am 4. Januar 2023.
  18. Thomas Traue: 75 Millionen Euro für Büro-Komplex: Edeka baut neue Zentrale in Minden | Minden: Aktuelle News & Nachrichten. 7. Januar 2019, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  19. Edeka-Campus eröffnet. 2024, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  20. BUDNI als Arbeitgeber. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  21. Startseite. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (deutsch).
  22. Hagenah Frische GmbH. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  23. Startseite. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (deutsch).
  24. Edeka Unternehmensbericht 2022, Seite 6/7. In: verbund.edeka. Edeka Minden-Hannover, abgerufen am 11. Mai 2023.
  25. EDEKA. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  26. EDEKA Center. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  27. nah & gut. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  28. Marktkauf. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  29. NP – Ihr Discountmarkt aus der Nachbarschaft. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  30. Klaus Göckeritz: Aus Aktiv-Discount wird Edeka. 10. Dezember 2013, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  31. Aus Reichelt wird Edeka | Ihr Supermarkt: E Reichelt Lebensmittelmärkte in Berlin & Brandenburg. Archiviert vom Original am 3. Januar 2017; abgerufen am 23. Dezember 2025.
  32. Auch Supermarktkette Reichelt verschwindet. In: MOZ.de. 2. Januar 2017 (moz.de [abgerufen am 23. Dezember 2025]).
  33. simon: tochterunternehmen_vmarkt. Archiviert vom Original am 18. November 2002; abgerufen am 23. Dezember 2025.
  34. Klages: Verkauf an Edeka. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  35. Edeka Minden-Hannover gibt V-Märkte ab. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  36. Yumpu.com: EDEKA Minden-Hannover Unternehmensleitbild - EDEKA Gruppe. Abgerufen am 23. Dezember 2025.

Koordinaten: 52° 17′ 44,2″ N, 8° 52′ 45,2″ O

Auf dieser Seite verwendete Medien

...nah und gut-Logo EDEKA Minden-Hannover.png
Logo der Vertriebslinie ...nah und gut der EDEKA Minden-Hannover
Hansa-Carre 01.jpg
Autor/Urheber: Jürgen Howaldt, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Einkaufszentrum Hansa Carré in Bremen, Pfalzburger Straße
Nah & gut-Logo EDEKA Minden-Hannover.png
Im Zuge der Neuausrichtung werden umgebaute ...nah und gut-Märkte in der EDEKA-Region Minden-Hannover auf nah & gut umgeflaggt und erhalten das neue Logo
EDEKA aktiv Discount-Logo.png
Logo der ehemaligen Vertriebslinie EDEKA aktiv Discount
Marktkauf-Logo mit Zusatz Ein Unternehmen der EDEKA.png
Logo der SB-Warenhauskette Marktkauf mit Zusatz "Ein Unternehmen der EDEKA"
Absatzgebiet der EDEKA Minden-Hannover.png
Autor/Urheber: User:EDEKANORD, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Deutschlandkarte mit den Absatzgebieten der sieben Regionalgesellschaften der EDEKA, die EDEKA-Region Minden-Hannover wurde dabei farblich hervorgehoben
V-Markt-Logo.png
Altes Logo der Vertriebslinie V-Markt der EDEKA Minden-Hannover
Edeka Logistikzentrum in Wiefelstede - Verwaltungsgebäude (2024).jpg
Autor/Urheber: JoachimKohler-HB, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Verwaltungsgebäude des Logistikzentrums der Edeka Minden-Hannover in Wiefelstede.
EDEKA Berlin 2015.jpg
Autor/Urheber: Th. Voekler, Lizenz: CC BY-SA 3.0
EDEKA Reichelt, Berlin.
Reichelt-Logo.png
Logo der Berliner Supermarktkette Reichelt
Aktiv discount-Logo alt.png
Altes Logo der Vertriebslinie aktiv Discount der EDEKA Minden-Hannover
Nah & gut von Edeka in Hollen (Uplengen, 2025).jpg
Autor/Urheber: JoachimKohler-HB, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Nahversorgung in Ostfriesland: nah & gut-Markt in Hollen, Gemeinde Uplengen.
Marktkauf Nahne Januar 2018.jpg
Autor/Urheber: N9713, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Marktkauf-Filiale im Osnabrücker Stadtteil Nahne nach der Sanierung im Jahr 2017.