E-manuscripta

e-manuscripta ist eine seit März 2013 online gestellte Präsentationsplattform für digitalisierte Handschriften, die von den drei Schweizer Hochschulbibliotheken Zentralbibliothek Zürich, Universitätsbibliothek Basel und der ETH-Bibliothek Zürich aufgebaut wurde und seit 2016 von diesen drei Institutionen zusammen mit der Schweizerischen Nationalbibliothek gemeinsam betrieben wird. Bislang wurden 188.838 handschriftliche Quellen digitalisiert (Stand: 24. Januar 2025).[1] Das Spektrum reicht von Texten aus Einzel- und Sammelhandschriften, Briefen und Archivgut über Musikhandschriften bis hin zu Manuskriptkarten und anderen graphischen Materialien. Jeder teilnehmenden Institution ist es überlassen, im von e-manuscripta gesteckten Rahmen die sie auszeichnenden Bestände auszuwählen, zu digitalisieren und aufzuschalten.
Die Geschäftsstelle von e-manuscripta hat ihren Sitz in der Zentralbibliothek Zürich. Die Leiterin der Geschäftsstelle ist Alexa Renggli.[2] Die ETH-Bibliothek Zürich übernimmt als Dienstleister Hosting und IT-Koordination. In der Weiterentwicklung von Erschliessungsstandards engagiert sich die Universitätsbibliothek Basel als Koordinatorin des Verbundkatalogs Swisscollections.
Die Basis bildet das System Visual Library der Firmen semantics GmbH und Walter Nagel GmbH & Co. KG. Das Projekt nutzt Erfahrungen von e-rara und wird im Kontext des Innovations- und Kooperationsprojekts e-lib.ch durchgeführt. Da sich e-manuscripta in inhaltlicher Hinsicht vor allem auf neuzeitliche Handschriften und Archivalien konzentriert, wird das Portal e-codices komplementär ergänzt.
Projektziele
Die Plattform ergänzt als Präsentationstool Bibliotheksportale und Archivdatenbanken, zudem ermöglicht sie eine institutionsübergreifende Suche und ein virtuelles Zusammenführen verstreuter Bestände. Die Dokumente werden auch von Suchmaschinen gefunden. Verschiedene Schnittstellen ermöglichen den Transfer in andere Umgebungen zur weiteren Arbeit mit den Digitalisaten[3]. Die Digitalisate sind in der Regel gemeinfrei, sie können gratis online angeschaut oder als PDF heruntergeladen werden. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert.
Citizen Science Projekte
Ein Tool ermöglicht den Nutzenden die Mitarbeit an der Transkription von Manuskripten im Sinne der Citizen Science.[4][5][6] Die Zentralbibliothek lanciert immer wieder Kampagnen für Digital Citizens, die sich für konkrete Projekte engagieren können.[7]
Auszeichnungen
- Best of Swiss Web 2023 Gold Award in den Kategorien Productivity und Public Value.[8]
Weblinks
- e-manuscripta.ch
- Vortrag am deutschen Bibliothekskongress 2025: Alexa Renggli: HTR für Forschung und Citizen Science. Das Transkriptionstool von e-manuscripta.ch wird noch nutzerfreundlicher. In: Bib Opus Publikationsserver. 26. Juni 2025, abgerufen am 24. Januar 2026.
Einzelnachweise
- ↑ Auf der Einstiegsseite wird die Anzahl der verfügbaren Titel regelmäßig aktualisiert und zeigt den jeweils gültigen Stand an. Quelle: Digitalisierte handschriftliche Quellen aus Schweizer Bibliotheken und Archiven vom 6. bis zum 21. Jahrhundert. In: e-manuscripta.ch. 24. Januar 2026, abgerufen am 24. Januar 2026.
- ↑ Impressum. In: e-manuscripta.ch. Abgerufen am 23. Januar 2026.
- ↑ Schnittstellen und Datenabzug. In: e-manuscripta.ch. Abgerufen am 24. Januar 2026.
- ↑ e-manuscripta.ch: Modernes Design und verbesserte Funktionalitäten. In: ETH Bibliothek. 6. September 2022, abgerufen am 24. Januar 2026.
- ↑ Grundlagen zum Transkriptionstool von e-manuscripta.ch. In: YouTube. Abgerufen am 24. Januar 2026.
- ↑ Arbeiten mit dem Editor von e-manuscripta.ch. In: YouTube. Abgerufen am 24. Januar 2026.
- ↑ Citizen Science. In: Zentralbibliothek Zürich. Abgerufen am 24. Januar 2026.
- ↑ "Mit E-Rara und E-Manuscripta hat die ETH-Bibliothek den Zugang zu alten Büchern und Schriften revolutioniert", sagte Jürg Stuker, Jurypräsident der Kategorie Productivity. Sowohl Forschende wie auch interessierte Laien könnten mit der Lösung ortsungebunden und rund um die Uhr auf die Bestände der teilnehmenden Bibliotheken zugreifen und diese herunterladen sowie frei weiter verwenden. Quelle: Joël Orizet: Best of Swiss Web 2023: Dreimal Doppelgold und ein Fotofinish. In: Netzwoche. 11. Mai 2023, abgerufen am 24. Januar 2026.
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