Ørsted (Unternehmen)

Ørsted

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RechtsformA/S
ISINDK0060094928
Gründung2006
SitzFredericia, Dänemark
LeitungVorstand: Rasmus Errboe (CEO), Lene Skole (Chairman)
Mitarbeiterzahl7.700 (2026)
Umsatz71,0 Mrd. DKK (9,5 Mrd. Euro) (2024)
BrancheEnergie
Websiteorsted.de
Stand: 6. Februar 2025

Ørsted (bis November 2017 Dong Energy) mit Sitz im dänischen Fredericia ist ein Energiekonzern; das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie.

Hintergrund

Ørsted wurde im März 1972 als Dansk Naturgas A/S vom Königreich Dänemark gegründet, initiiert von der damaligen Regierung Jens Otto Krag III. Der Name wurde 1973 in Dansk Olie og Naturgas A/S geändert, ab 2002 wurde nur noch die davon abgeleitete Abkürzung „Dong“ benutzt. 2006 entstand Dong Energy A/S aus der Fusion von Dong, Elsam, Energi E2, NEsa, KE Holding und Frederiksberg Elnet Group. Im Oktober 2016 verkündete das Unternehmen den Bau seiner 1000. Windkraftanlage auf See im deutschen Offshore-Windpark Gode Wind II.[1] Das Erdöl- und Erdgasgeschäft wurde mittlerweile an Ineos verkauft, womit der Firmenname hinfällig wurde und im November 2017 zu Ørsted, benannt nach dem dänischen Wissenschaftler Hans Christian Ørsted, geändert wurde.[2]

Der Staat Dänemark hielt bis 2013/14 einen Anteil von rund 76 % an dem Unternehmen. 2014 wurde ein Verkauf von 19 % der Anteile an die Investmentbank Goldman Sachs sowie zwei von dieser Bank kontrollierte Pensionsfonds beschlossen, wobei Goldman Sachs zugleich auch Veto-Rechte zugestanden wurden. Daraufhin zerbrach im Februar 2014 die damalige dänische Regierungskoalition, das Kabinett Helle Thorning-Schmidt I.[3]

Das norwegische Energieunternehmen Equinor hat seinen Aktienbesitz an Ørsted im Dezember 2024 auf zehn Prozent vergrößert.[4]

Der Konzern wurde durch einen geplanten großen Offshore-Windpark vor New York stark in Mitleidenschaft gezogen und muss 60 Milliarden Kronen neues Kapital aufnehmen. Der Windpark Sunrise Wind soll mit 924 MW bis zu 630.000 Haushalte in New York mit alternativer Energie versorgen.[5] Es war Ørsted nicht möglich, einen Teil des Projekts wie geplant an einen Partner zu verkaufen. Daher bleibt Ørsted alleiniger Inhaber und muss allein 40 Milliarden Kronen für die Fertigstellung aufbringen. Ørsted will das Geld über eine Aktienemission in Höhe von 60 Milliarden Kronen beschaffen. Der größte Verlierer ist der dänische Staat, der 50,1 Prozent an Ørsted hält.[6]

Mit dem Ziel sich auf die Offshore-Windenergie zu konzentrieren, veräußerte Ørsted im Jahr 2026 sein europäisches Onshore-Geschäft an den dänischen Infrastrukturfonds Copenhagen Infrastructure Partners für 1,44 Milliarden Euro. Das neue Unternehmen nennt sich Perigus Energy.[7]

Unsicherheiten bei der Umsetzung von Offshore-Windparks vor der amerikanischen Küste belasteten das Ergebnis von Ørsted und führten im Oktober 2025 zu einer Kapitalerhöhung.[8]

Strategie

Das Ziel von Ørsted ist nach eigener Darstellung, zuverlässig saubere Energie zu liefern. Dafür hatte das Unternehmen 2009 die „Strategie 85/15“ formuliert. Laut Ørsted wurden 2009 noch 85 % der eigenen Strom- und Wärmeproduktion aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Der Anteil an erneuerbaren Energien betrug 15 %. Bis zum Jahr 2040 wollte Ørsted dieses Verhältnis umkehren und 85 % der eigenen Strom- und Wärmeproduktion aus Erneuerbaren und 15 % aus Erdgas gewinnen. Diese Strategie wurde mittlerweile überholt. Ørsted wird laut eigenen Angaben bereits ab 2025 klimaneutral Energie produzieren und ganz auf fossile Energieträger verzichten. Dieses Ziel soll durch eine größere Nutzung von Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung und den Ausbau von Offshore-Windenergie und weiteren erneuerbaren Energien erreicht werden. Bis zum Jahr 2040 will Ørsted auch im Bereich Zulieferer CO2-neutral agieren.[9]

Geschäftsbereiche

Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1 von Ørsted vor der Insel Borkum

Offshore Ørsted plant, errichtet und betreibt Offshore-Windparks. Die größten Märkte sind Großbritannien und Deutschland. Zudem ist Ørsted in Dänemark, den Niederlanden sowie Taiwan und den Vereinigten Staaten aktiv.

Kraftwerk Avedøre in Dänemark

Bioenergy & Other Ørsted betreibt Biomasse-Kraftwerke in Dänemark und ist darüber hinaus im Bereich Power-to-X aktiv.

Ørsted in Deutschland

Ørsted-Stützpunkt in Norddeich

In Deutschland ist Ørsted aktuell mit dem Offshore-Geschäftsbereich vertreten. Sitz der Orsted Germany GmbH befindet sich im Hamburger Dockland. Von Norddeich aus betreibt das Unternehmen die eigenen Windparks in der Nordsee. Ørsted plant, baut und betreibt Offshore-Windparks in Deutschland, beispielsweise (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Im Jahr 2022 erwarb Ørsted zunächst den Projektentwickler Ostwind für Onshore-Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen.[10] Dieser wurde im Zuge eines Rebrandings 2024 als Orsted Onshore Deutschland GmbH vollständig in den Konzern eingegliedert und 2026 an Copenhagen Infrastructure Partners weiterverkauft.

Offshore-Windparks von Ørsted

In Betrieb:

Dänemark:

Vereinigtes Königreich:

Niederlande:

Deutschland:

USA:

Taiwan:

  • Greater Changhua 1: 605 MW
  • Greater Changhua 2a: 295 MW

in Bau

Siehe auch

Commons: Ørsted – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. DONG Energy celebrates 1000 wind turbines at sea. Ørsted, 25. Oktober 2016, abgerufen am 29. Dezember 2024 (englisch).
  2. Ein Schweizer Energiemanager dreht das grösste Rad, NZZ, 23. Oktober 2017
  3. Goldman-Sachs-Deal sprengt dänische Regierung. In: Manager Magazin. 30. Januar 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014.
  4. Major shareholder announcement. Ørsted, 23. Dezember 2024, abgerufen am 29. Dezember 2024 (englisch).
  5. Sunrise Wind. Abgerufen am 6. Februar 2026 (englisch).
  6. Ørsted i kæmpe nedtur – aktie falder 27 procent. In: maritimedanmark.dk. Maritime Danmark, 11. August 2025, abgerufen am 15. August 2025 (dänisch).
  7. Tilman Weber: CIP startet europäisches Onshore-Erneuerbare-Unternehmen Perigus. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin. 7. Mai 2026, abgerufen am 3. Juli 2026.
  8. Kathrin Witsch: Trump-Regierung stoppt Windpark – Aktie fällt auf Rekordtief. In: handelsblatt.com. 25. August 2025, abgerufen am 3. Juli 2026.
  9. Nachhaltigkeit bei Ørsted, orsted.de, 20. Februar 2020
  10. Ørsted schließt den Erwerb des deutsch-französischen Wind- und PV-Projektentwicklers Ostwind ab. Ørsted, 20. September 2022, abgerufen am 29. Dezember 2024.
  11. Windparks: Vindeby-Lolland. The Windpower, April 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  12. Ørsted divests 50% of Hornsea 1 Offshore Wind Farm. Abgerufen am 28. April 2019 (englisch).

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Ørsted Wartungs- und Servicestützpunkt in Norddeich für Offshore-Windparks
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Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1 von Ørsted vor der Insel Borkum
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The Avedøre Power Station (Danish: Avedøreværket). Ett kombinerat kraft- och värmekraftverk vid Avedøre Holme strax utanför København. Kraftverket ägs av det Dong Energy med danska staten som huvudägare. Kraftverket drivs med kol, olja, naturgas och biomassa.

Photo: News Øresund - Johan Wessman © News Øresund(CC BY 3.0)

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