Dominikanerkloster Landshut

Das ehemalige Dominikanerkloster

Das Dominikanerkloster Landshut ist ein ehemaliges Kloster der Dominikaner in Landshut in Bayern im Erzbistum München und Freising. Die Gebäude sind nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten geschütztes Kulturgut.

Geschichte

Das St. Blasius geweihte Kloster wurde 1271 durch Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern gegründet und alsbald von Mönchen aus Regensburg besiedelt. Die Ansiedlung erfolgte – wie damals üblich – aus finanziellen Gründen am Rande der Stadt. Den Baugrund stiftete das Adelsgeschlecht der Frauenberger zu Schloss Fraunberg im heutigen Landkreis Erding.[1]

Die heute noch bestehende dreigeschossige Dreiflügelanlage wurde ab 1699 im barocken Stil erbaut. In nördliche Richtung zieht sich der sogenannte Ursulinenflügel entlang des Ursulinengässchens gegenüber dem Ursulinenkloster. Auch dieser barocke Bau wurde um 1700 erbaut. Erwähnenswert sind auch das sogenannte Gartengebäude, ein zweigeschossiger klassizistischer Walmdachbau, erbaut 1803 bis 1804, und ein Wehrturm der ehemaligen Stadtbefestigung Landshut, der Anfang des 19. Jahrhunderts als Palmenhaus umgestaltet wurde. Beide Bauwerke befinden sich im Hinterhof des Dominikanerklosters, der heute als Parkplatz genutzt wird.[2]

Das Kloster kam im Jahr 1800 in den Besitz der Universität Landshut, zunächst für das Priesterseminar Georgianum. Ab 1802, als das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde[3], wurde der allgemeine Vorlesungsbetrieb der Universität vom Jesuitenkolleg dorthin verlegt. 1826 wanderte die Universität nach München ab. Zu diesem Zeitpunkt wurden das königliche Appellationsgericht des Isarkreises und das Landshuter Gymnasium (ab 1961 Hans-Carossa-Gymnasium) in den Gebäuden untergebracht. Seit der 1839 von König Ludwig I. verfügten neuen Gebietseinteilung ist das ehemalige Kloster – mit Unterbrechung von 1932 bis 1956 – ausschließlich Amtssitz der Regierung von Niederbayern.[4]

Ehemalige Klosterkirche

Die ehemalige Dominikanerklosterkirche schließt südlich an das dreiflügelige Gebäude an und bildet mit diesem einen Innenhof. Die Kirche wurde erst 1386 und damit über hundert Jahre nach der Klostergründung geweiht. 1747 bis 1749 wurde die zuvor eher schlichte Innenraum von Johann Baptist Zimmermann im Rokoko-Stil umgestaltet.

Literatur

  • Otto von Kissling: Dominikanerkirche St. Blasius Landshut (= Kleine Kunstführer Nr. 1333). Schnell & Steiner, Regensburg 2012. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. ISBN 978-3-7954-5040-3.

Weblinks

Commons: Dominikanerkloster (Landshut) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Otto von Kissling: Dominikanerkirche St. Blasius Landshut (= Kleine Kunstführer Nr. 1333). Schnell & Steiner, Regensburg 2012. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. ISBN 978-3-7954-5040-3.
  2. Volker Liedke: Denkmäler in Bayern - Stadt Landshut. Schnell & Steiner, München 1988, ISBN 3-7954-1002-9, S. 216ff.
  3. Pfarrei Landshut-St. Jodok: Dominikanerkirche St. Blasius. Online auf www.jodok-landshut.de. Abgerufen am 11. Dezember 2015.
  4. Haus der Bayerischen Geschichte: Landshut, Dominikanerkloster - Geschichte. Online auf www.hdbg.eu. Abgerufen am 20. Dezember 2015.

Koordinaten: 48° 32′ 13″ N, 12° 9′ 21″ O

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Regierungsplatz 540 Landshut-1.jpg
Autor/Urheber: Rufus46, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Regierungsplatz 540; Ehem. Dominikanerkloster, mit Resten alter Ausstattung (zum Teil aus der Passauer Residenz stammend), gegründet 1271 von Herzog Heinrich d. Ä. von Niederbayern, aufgehoben 1802, von 1802-1826 bayerische Landesuniversität, 1839- 1932 und seit 1956 wiederum Sitz der Regierung von Niederbayern; dreigeschossige Dreiflügelanlage, die sich an die Nordseite der Kirche anschließt, erbaut ab 1699; ehem. Anatomisches Institut, jetzt Staatsoberkasse, zweigeschossiger, klassizistischer Walmdachbau, 1803/04; sog. Ursulinenflügel des Regierungsgebäudes, einst Wirtschaftstrakt dieses Klosters, barock, um 1700; ehem. Wehrturm der Stadtmauer im Dominikanergarten, mittelalterlich, Anfang 19. Jahrhundert, ausgebaut als Palmenhaus; ehem. Dominikanerklosterkirche, dreischiffige Basilika mit einschiffigem Chor, im Kern frühgotisch, Dachwerk über Chor 1291 (dendro. dat.) und Dachwerk über Hauptschiff des Laienhauses 1340 (dendro. dat.), Umgestaltung des Inneren durch Johann Baptist Zimmermann 1747-1752, Westfassade klassizistisch verändert 1804; mit Ausstattung; ehem. Mariahilf-Kapelle und ehem. Magdalenenkapelle, im Kern gotisch, barock verändert, dienen jetzt der russisch-orthodoxen Gemeinde (St.-Nikolaus-Kirche); mit Ausstattung. D-2-61-000-450