Disteln

Die Nickende Distel Carduus nutans ist im ganzen mitteleuropäischen Raum heimisch.

Als Disteln werden umgangssprachlich mit Stacheln bewehrte, krautige Pflanzen, die zu den Korbblütlern (Asteraceae) zählen, bezeichnet und ein- oder mehrjährig sein können.

Innerhalb dieser Gruppe werden mitunter die eigentlichen Disteln abgegrenzt, die entweder zur Gattung der Ringdisteln zählen, oder den Kratzdisteln zugeordnet werden.[1]

Etymologie

Silberdistel

Die Bezeichnung „Distel“ wird dabei entweder auf die germanische Bezeichnung für krautige, stachelige Pflanzen „thihstila“ (das englische Wort ist „thistle“) zurückgeführt[1], oder hat indogermanische Ursprünge und bezieht sich inhaltlich auf die Eigenschaften „spitz“ bzw. „stechen“.[2]

Arten

Ausgereifte Distelsamen sind oft flugfähig

Distel ist (wie früher gleichbedeutend lateinisch cardo,[3] auch cardus und carduus) in der Botanik kein eindeutiger Name, sondern ein Sammelname[4] und Namensbestandteil bei verschiedenen Arten und Gattungen der Carduoideae, einer Unterfamilie der Korbblütler:

Wegen ihres ähnlichen Habitus werden auch die Gänsedisteln (Sonchus), die Karden (Dipsacus, insbesondere die Wilde Karde), der Mannstreu (Eryngium, insbesondere Feld-Mannstreu und Stranddistel) und die Kardendisteln (Morina) umgangssprachlich gelegentlich als Disteln bezeichnet.

Nutzung

Einige Distelsorten sind essbar und werden gekocht oder gedünstet als Wildgemüse oder auch roh als Wildkräuter verwendet, wie z. B. die Kohldistel.[5]

Disteln in Kunst und Kultur

Wappen von Nancy

Bereits in der antiken griechischen Architektur wurden Akanthus-Ornamente verwendet, die sich vom Stil her an Akanthusgewächsen orientieren, dei aufgrund ihrer Stacheln oft zu den Disteln gezählt werden. Die Ornamente finden sich typischerweise an Säulenabschlüsse, Giebel, Portalen oder Laibungen von Türen oder Fenstern.[6]

Es gibt zahlreiche Darstellung von Disteln in der Kunst, wie beispielsweise die Distel des französischen Malers Édouard Manet (1832–1883).

Die Distel ist zudem in der Heraldik eine gemeine Figur und gehört wie die heraldische Rose und Lilie zu den bekanntesten Wappenblumen. So gelten Disteln als Nationalblumen Schottlands. Sie finden sich sowohl in der Wappenzier Schottlands als auch beim Distelorden. Zudem benennen sich viele Sportvereine Schottlands nach den Disteln; bekanntester Vertreter ist Partick Thistle. Die Distel ist auch ein Emblem der Encyclopædia Britannica, die aus Edinburgh stammt (siehe hierzu auch: Distel (Heraldik)).

Verwendung in der Literatur

Blühende Kratzdistel (Cirsium sp.)
  • Im Lied The Thistle o’ Scotland wird die Pflanze als Metapher für den Stolz und die Standhaftigkeit der Schotten verwendet:

“It’s the flowret the proud eagle greets in his flight,
as he covers the sun with the wings of his might.
It’s the flowret that laughs at the storm as it blows,
for the stronger the tempest, the greener it grows!”

Volkslied

Siehe auch

Commons: Disteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Kurt Baumann: Die Nickende Distel – Blume des Jahres 2008. Goethe-Universität Frankfurt, abgerufen am 30. März 2026
  2. Dietmar Aichele, Renate Aichele, Hans-Werner Schwegler, Anneliese Schwegler: Der Kosmos-Pflanzenführer. Blütenpflanzen, Farne, Moose, Flechte, Pilze, Algen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1996, ISBN 3-86047-394-8, S. 363.
  3. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 168 („Cardo – disteln“ für Wilde Karde und andere „distelartige“ Pflanzen).
  4. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 365 (Distel).
  5. Essbare Wildkräuter. Kohl-Kratzdistel. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, abgerufen am 30. März 2026
  6. Architektonische Pflanzen. Als Ornamente für Akroterion, Anthemion und korinthische Kapitelle. Baunetz, abgerufen am 30. März 2026

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Der Galgenberg stellt die höchste Stelle eines Kalksteinklippenzuges bei Elbingerode dar. Er wird als Flächennaturdenkmal (FND0003WR) geschützt und liegt im FFH-Gebiet "Devonkalkgebiet bei Elbingerode und Rübeland" (FFH 0082LSA). Am Felsen gedeiht die Nickende Distel (Carduus nutans).
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