Dillkreis

WappenDeutschlandkarte
Wappen des Landkreises Dillkreis
Dillkreis
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Dillkreis hervorgehoben

Koordinaten: 50° 44′ N, 8° 17′ O

Basisdaten (Stand 1976)
Bestandszeitraum:1867–1976
Bundesland:Hessen
Verwaltungssitz:Dillenburg
Fläche:530,71 km2
Einwohner:104.200 (30. Jun. 1976)
Bevölkerungsdichte:196 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen:DIL
Kreisschlüssel:06 1 37
Kreisgliederung:42 Gemeinden
Landrat:Karl Rehrmann (CDU)

Der Dillkreis war ein Landkreis im Westen Hessens. Er bestand bis auf eine kurzzeitige Unterbrechung in den 1930er-Jahren von 1867 bis 1976. Seine Kreisstadt war Dillenburg.

Geographie

Der Dillkreis grenzte Ende 1976, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen, an die hessischen Landkreise Marburg-Biedenkopf, Wetzlar und Limburg-Weilburg sowie an den Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute zum Lahn-Dill-Kreis.

Geschichte

Das nördliche Kreisgebiet des heutigen Lahn-Dill-Kreises gehörte seit dem Mittelalter zum Fürstentum Nassau bzw. Nassau-Oranien, das ab 1815 Herzogtum Nassau hieß. Dieses bildete die beiden Ämter Herborn und Dillenburg. Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen wurden am 22. Februar 1867 beide Ämter zum Dillkreis vereinigt. Kreissitz wurde die Stadt Dillenburg.

Am 1. Oktober 1932 wurde der Dillkreis mit dem Hauptteil des Kreises Biedenkopf zu einem neuen Landkreis Dillenburg zusammengeschlossen. Nach Protesten der Bevölkerung beider Kreise wurden diese am 1. Oktober 1933 wiederhergestellt. Der Dillkreis wurde dabei in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Am 1. April 1937 wurden Bergebersbach und Straßebersbach zur Gemeinde Ewersbach zusammengeschlossen und 1941 wurde Haiern nach Beilstein eingemeindet. Der Dillkreis umfasste seitdem 70 Gemeinden, darunter die drei Städte Dillenburg, Haiger und Herborn.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Dillkreis zum Land Hessen. Die hessische Gebietsreform begann im Dillkreis mit den ersten Gemeindefusionen im Jahre 1970. In den Jahren 1972 und 1974 wurde der Dillkreis zweimal vergrößert:

Die Fläche des Landkreises vergrößerte sich hierdurch von ursprünglich 514,4 km² auf 530,7 km².[2][3] Die Zahl der Gemeinden des Landkreises verringerte sich bis Ende 1976 auf 42.[1]

Am 1. Januar 1977 wurde der Dillkreis mit den Teilen der Landkreise Wetzlar und Gießen, die nicht an die neue Stadt Lahn fielen, zum neuen Lahn-Dill-Kreis vereinigt.[4] Sitz der Kreisverwaltung wurde die Stadt Lahn, die durch Vereinigung der kreisfreien Stadt Gießen mit der Stadt Wetzlar und 14 umliegenden Gemeinden entstand. Gleichzeitig fanden zum 1. Januar 1977 noch weitere Zusammenschlüsse von Gemeinden statt. Aus dem Dillkreis traten damit letztendlich elf Gemeinden in den neuen Lahn-Dill-Kreis ein.[1]

Wegen heftiger Proteste, im Wesentlichen seitens der Wetzlarer Bevölkerung, wurde die Gebietsreform teilweise wieder rückgängig gemacht. Mit Wirkung vom 1. August 1979 wurde die Stadt Lahn wieder aufgelöst, und die wiedererrichtete Stadt Wetzlar wurde Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises, der durch die Wiederherstellung des Landkreises Gießen (Kreisstadt Gießen) entsprechend verkleinert wurde. Seither umfasst der Lahn-Dill-Kreis 23 Städte und Gemeinden.

Einwohnerentwicklung

Dillkreis 1905
JahrEinwohnerQuelle
1871035.074[5]
1890040.085[6]
1900044.075[6]
1910051.380[6]
1925057.803[6]
1933062.501[6]
1939063.705[6]
1950087.918[6]
1960091.200[6]
1970102.400[2]
1976104.200[3]

Landräte

Gemeinden

Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die dem Dillkreis angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen.[6][1]

Gemeindeeingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
AllendorfHaiger1. Januar 1977
AmdorfBurg1. Dezember 1970
ArbornGreifenstein1. Januar 1977
BallersbachMittenaar31. Dezember 1971
BeilsteinGreifenstein1. Januar 1977
BellersdorfMittenaar1. April 1972
BergebersbachEwersbach1. April 1937
BickenMittenaar31. Dezember 1971
Breitscheid
BurgHerborn1. Januar 1977
Dietzhölztal1
DillbrechtHaiger1. Oktober 1971
Dillenburg, Stadt
DonsbachDillenburg1. Januar 1977
Driedorf
EibachDillenburg1. Oktober 1971
EibelshausenEschenburg1. Oktober 1971
EiershausenEschenburg1. Oktober 1971
EisemrothSiegbach31. Dezember 1971
ErdbachBreitscheid1. Januar 1977
Eschenburg2
Ewersbach3Dietzhölztal1. Februar 1971
FellerdillnHaiger1. Januar 1977
FlammersbachHaiger1. Januar 1970
FleisbachSinn1. Januar 1977
FrohnhausenDillenburg1. Januar 1977
GuntersdorfHerborn1. Oktober 1971
GusternhainBreitscheid1. Januar 1977
HaiernBeilstein1941
Haiger, Stadt
HaigerseelbachHaiger1. Januar 1977
HeiligenbornDriedorf1. Oktober 1971
HeisterbergDriedorf1. Oktober 1971
Herborn, Stadt
HerbornseelbachHerborn1. Januar 1977
HirschbergHerborn1. Januar 1977
HirzenhainEschenburg1. Juli 1974
HohenrothDriedorf1. Oktober 1971
HörbachHerborn1. Januar 1977
LangenaubachHaiger1. Januar 1977
MademühlenDriedorf1. Januar 1977
MandelnDietzhölztal1. April 1972
ManderbachDillenburg31. Dezember 1971
MedenbachBreitscheid1. Januar 1977
MerkenbachHerborn1. Januar 1977
Mittenaar4
MünchhausenDriedorf1. Juli 1972
NanzenbachDillenburg1. April 1972
NenderothGreifenstein1. Januar 1977
NiederroßbachRoßbachtal1. Oktober 1971
NiederscheldDillenburg1. Januar 1977
OberndorfEisemroth1. Dezember 1970
OberroßbachRoßbachtal1. Oktober 1971
OberscheldDillenburg1. Januar 1977
OdersbergGreifenstein1. Januar 1977
OffdillnHaiger1. Januar 1977
OffenbachMittenaar31. Dezember 1971
RabenscheidBreitscheid31. Dezember 1971
RittershausenDietzhölztal1. Januar 1977
RodenbachHaiger1. Februar 1971
RodenbergBeilstein1. Juli 1972
RodenrothBeilstein31. Dezember 1971
Roßbachtal2Haiger1. Januar 1977
RothDriedorf1. Januar 1977
SchönbachHerborn1. Januar 1977
SechsheldenHaiger1. Januar 1977
SeilhofenDriedorf1. Januar 1977
Siegbach4
Sinn
SteinbachHaiger1. Januar 1977
SteinbrückenDietzhölztal1. Februar 1971
StraßebersbachEwersbach1. April 1937
TringensteinSiegbach31. Dezember 1971
ÜbernthalSiegbach31. Dezember 1971
UckersdorfBurg1. Dezember 1970
WaldaubachDriedorf1. Januar 1977
WallenfelsSiegbach31. Dezember 1971
WeidelbachHaiger1. Januar 1977
WissenbachEschenburg1. Oktober 1971
1 Am 1. Februar 1971 gegründet
2 Am 1. Oktober 1971 gegründet
3 Am 1. April 1937 gegründet
4 Am 31. Dezember 1971 gegründet

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DIL zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1976 ausgegeben. Seit dem 2. Mai 2014 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Lahn-Dill-Kreis erhältlich.

Einzelnachweise

  1. a b c d Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  3. a b Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 357.
  5. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871
  6. a b c d e f g h i Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. dillenburg.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).

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