Diamantquader

Der Diamantquader ist in der Architektur ein Quader, dessen Ansichtsfläche einem geschliffenen Diamanten ähnlich bearbeitet ist.[1] Durch das gleichmäßige glatte Bearbeiten entstehen Strukturen, die geometrisch Pyramiden oder Walmdächern ähneln.
Geschichte
Diamantquader-Mauerwerk ist eine kunstvolle Variante und neuzeitliche Weiterentwicklung der antiken Rustizierung und eine Erfindung der italienischen Renaissance. Es wurde nördlich der Alpen besonders zur Fassadengliederung (z. B. am Sockel) verwendet und kommt auch noch in der Barockarchitektur sowie im Historismus vor.[1]
Beispiele
- Casa dos Bicos, Lissabon
- Casa de los Picos, Segovia
- Gesù Nuovo in Neapel (ehemals Fassade des Palazzo Sanseverino)
- Palacio del Infantado, Guadalajara
- Palazzo dei Diamanti, Ferrara
- Bildergalerie
- Diamantquader-Fassaden an der Casa de los Picos, Segovia (Spanien)
- Diamantmauerwerk an der Brüstung der Laube des Lübecker Rathauses
- Einzelne Diamantquader als gründerzeitliche Fassadenzier (München, Baaderstraße 30)
- Renaissance-Torbogen mit aufgesetzter Zierdiamantierung (Frankfurt am Main, Rothekreuzgasse, Foto 1901)
- Aufgemalte Diamantquader der Barockzeit (Altes Rathaus, Celle)
Siehe auch
Literatur
- Jürgen Christern: Diamantquader. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. III, 1954, Sp. 1424–1429. (Abschrift auf rdklabor.de, abgerufen am 30. Dezember 2023)
- Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 25. Dezember 2023), S. 131.
Einzelnachweise
- ↑ a b Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 30. Dezember 2023), S. 131.
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Heft 21, Tafel 244 / Titel auf der Tafel: Zum grossen Speicher / Originalbeschreibung: Von der jetzigen Bethmannstrasse fällt der Blick auf ein altes Gebäude, welches auf der einen Seite auf die Rothekreuzgasse (sie führte bis zum 17. Jahrhundert den Namen Dieterichsgasse), auf der anderen Seite auf die Rosengasse stösst. Dieses Anwesen, damals Hof und Garten, gehörte im 14. Jahrhundert der Patrizierfamilie zum Wedel und gelangte später an die Familie Knoblauch. Das Ganze bildet jetzt einen von vier Bauflügeln umschlossenen Hof mit dem Haupteingang nach der Bethmannstrasse (früher Schüppengasse) und zwar durch ein Tor, welches mit einem Stockwerk überbaut ist.
Dieses breite Portal (No. 243), ein massives Gefüge, ist sowohl in seinen beiden Pfeilern, als in der Wölbung und deren abschliessenden Zwickelfeldern aus Diamantquadern hergestellt. Rechts über dem Portale sind auf einem Tragsteine zwei Löwenköpfe ersichtlich.
Im Innern des Hofes fällt vor Allem der fast noch vollständig erhaltene Nordflügel in's Auge: auf einem einfach gehaltenen unteren Steinbau ruht ein Fachwerkgeschoss mit vorzüglicher Holzornamentirung (No. 244). In einem Schildchen über der Türe ist die Jahreszahl 1587 angebracht. Die oben genannte Holzornamentik ist im oberen Teile einfach gehalten. Auf dem verhältnismässig hohen Dache sehem wir eine zierliche Dachgaube, dessen Fenster ebenfalls in reicher Holzverzierung umrahmt ist. Ein früherer Eigentümer der Liegenschaft, H. S. Langenbach, hat die Fassade dieses Nordbaus durch den Architekten Otto Lindheimer restaurieren lassen.
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Casa de los Picos (15th century), Segovia, Spain.
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Baaderstraße 30. Mietshaus, Neurenaissance, mit sparsam verteilten Diamantquadern, 1889 von Anton Spenger.
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Palazzo dei Diamanti
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Celle, Altes Rathaus.