Deutsche Digitale Bibliothek
| Deutsche Digitale Bibliothek | |
| Kultur und Wissen online | |
| Zentrales Portal zum digitalisierten kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands | |
| Sprachen | Deutsch, Englisch |
|---|---|
| Sitz | Berlin und Frankfurt am Main |
| Betreiber | Kooperationsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen |
| Registrierung | optional |
| Online | seit Nov. 2012 |
| https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/ | |
Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) ist ein gemeinsames Portal des Bundes, der Länder und der Kommunen. Es stellt den zentralen Zugang zum digitalisierten kulturellen und wissenschaftlichen Erbe der Bundesrepublik Deutschland her.
Als spartenübergreifende Infrastruktur vernetzt die DDB Bestände aus Bibliotheken, Archiven, Museen, Denkmalpflegeämtern und Forschungseinrichtungen; im April 2026 lieferten 936 Einrichtungen aktiv Daten an das Portal. Zugleich fungiert die Deutsche Digitale Bibliothek als nationaler Aggregator Deutschlands für die Europeana, das gemeinsame europäische Kulturportal,[1] und ist damit Teil des Common European Data Space for Cultural Heritage.
Das DDB-Portal ermöglicht der Öffentlichkeit den kostenlosen Zugriff auf Digitalisate und Metadaten von Büchern, Archivalien, Kunstwerken, Tonaufnahmen, Filmen, Fotografien, Baudenkmälern und vielen weiteren Kulturobjekten ohne verpflichtende Registrierung. Die Bestände wachsen kontinuierlich und umfassen rund 65 Millionen Objekte, von denen etwa 27 Millionen digitalisiert vorliegen (Stand März 2026).
Der Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda bezeichnete die Deutsche Digitale Bibliothek 2026 als wichtigen Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses der Gesellschaft und verwies darauf, dass internationale KI-Systeme ihre Antworten zu deutscher Sprache, Geschichte und Kultur nach Angaben der DDB zunehmend aus deren Datenbanken speisten.[2]
Geschichte
Gründung
Die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek geht auf einen Beschluss der Bundesregierung vom 2. Dezember 2009 zurück. Ziel war es, die digitale Verfügungsgewalt über das kulturelle Erbe in öffentlicher Verantwortung zu belassen und ein öffentlich getragenes Gegenstück zu kommerziellen Suchmaschinen und Digitalisierungsprojekten zu schaffen.[3] Der technische Aufbau der Plattform wurde durch das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) koordiniert. In die Konzeptionsphase flossen Ergebnisse aus dem Theseus-Forschungsprogramm ein, insbesondere zur semantischen Suche und zur Informationserschließung.[4] Das FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur ist der technische Betreiber der Deutschen Digitalen Bibliothek.[5]
Die finanzielle Ausstattung für den Aufbau stammte zunächst aus dem Konjunkturpaket II;[3] dafür standen anfangs fünf Millionen Euro zur Verfügung.[4] Bis Ende 2010 wurde die Förderung auf acht Millionen Euro erhöht. Seit 2011 tragen Bund und Länder die jährlichen Betriebskosten gemeinschaftlich zu gleichen Teilen. Im Jahr 2025 betrug die jährliche Fördersumme für den Regelbetrieb 4,48 Millionen Euro. Zum Haushaltsjahr 2026 wurde diese Summe um rund 20 Prozent auf 3,66 Millionen Euro gekürzt.[2]
Start und Erweiterung
Am 28. November 2012 wurde eine Beta-Version der Deutschen Digitalen Bibliothek im Alten Museum in Berlin für die Allgemeinheit freigeschaltet. Zum Start standen etwa 5,6 Millionen Datensätze aus rund 90 Institutionen zur Verfügung.[5] Die offizielle Freischaltung der ersten Vollversion erfolgte am 31. März 2014; zu diesem Zeitpunkt arbeiteten bereits über 100 Einrichtungen mit dem Portal zusammen.
In der Folgezeit wurde das Angebot durch spartenspezifische Zugänge erweitert. 2014 nahm das Archivportal-D den Betrieb auf, das als zentrales Nachweissystem für Bestände deutscher Archive konzipiert ist.[6] Im Juni 2015 wurden die Datenbestände des Portals für Bibliotheken, Archive und Museen (BAM) integriert; das BAM-Portal wurde im Zuge dessen geschlossen.[7] 2021 startete das Deutsche Zeitungsportal als spartenspezifischer Zugang zu digitalisierten historischen Zeitungen,[8] im Juli 2024 folgte das Portal Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.[9]
Aktuelle Weiterentwicklung
Zwischen 2020 und 2023 wurde die Plattform im Rahmen des Bundesprogramms Neustart Kultur umfassend angepasst. Die Mittel dienten der technischen Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie der Unterstützung kleinerer Kultureinrichtungen bei der Digitalisierung und Aufbereitung ihrer Daten.[10]
Im Mai 2023 erfolgte ein technischer und inhaltlicher Relaunch des Portals. Das Portal erhielt eine neue Bedienoberfläche, und die redaktionelle Kontextualisierung der Bestände wurde ausgebaut.[11] Bis 2024 wuchs der Bestand auf über 51 Millionen Objekte an, womit die Deutsche Digitale Bibliothek ihre Position als eines der weltweit umfassendsten Kulturerbeportale festigte.[12]
Organisationsstruktur
Trägerschaft
Die rechtliche und finanzielle Grundlage der Deutschen Digitalen Bibliothek bildet ein Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen dem Bund und den 16 Ländern. Die Trägerschaft liegt bei einem Kompetenznetzwerk, dem 18 öffentliche Kultur- und Wissenseinrichtungen angehören.[1][13] Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die Bayerische Staatsbibliothek, das Bundesarchiv, das Deutsche Museum, die Deutsche Nationalbibliothek, das Museum für Naturkunde Berlin, die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Gremien
Vorstand
Der Vorstand verantwortet die strategische Führung, die politische Positionierung und die externe Repräsentation der Einrichtung. Dem Vorstand gehören Marion Ackermann (Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz) als Sprecherin sowie Frank Scholze (Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek) und Gerald Maier (Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg) an.
Kuratorium
Das Kuratorium nimmt die Aufsichtsfunktion über das gesamte Netzwerk wahr. Ihm gehören Vertreter des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung sowie Vertreter der Länder über die Kultusministerkonferenz und Repräsentanten der kommunalen Spitzenverbände an. Der Vorsitz wechselt in einem jährlichen Turnus zwischen dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Vertreterseite der Länder. Das Gremium ist zuständig für die Genehmigung des Wirtschaftsplans, die strategische Überwachung der Zielerreichung und die Entscheidung über die Aufnahme neuer Mitglieder in das Kompetenznetzwerk.
Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung bildet das Fachgremium der 18 Trägerinstitutionen. Grundsätzlich können weitere Institutionen aufgenommen werden; die Entscheidung darüber trifft das Kuratorium der Deutschen Digitalen Bibliothek.
Standorte
Die operative Leitung ist funktional auf zwei Hauptstandorte verteilt. In Berlin ist die Geschäftsstelle bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz angesiedelt; sie verwaltet das Budget, betreut rechtliche Angelegenheiten und ist für Marketing sowie Kommunikation zuständig. Der Bereich Service und Technik wird primär durch die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main verantwortet. Dort befindet sich die zentrale Servicestelle für das Datenmanagement, die den Support für die liefernden Einrichtungen übernimmt.[1] Der Betrieb der technischen Infrastruktur erfolgt über das FIZ Karlsruhe.
Portale
Das Angebot der Deutschen Digitalen Bibliothek ist als integriertes System aus einem Hauptportal, thematischen Fachportalen und Datenschnittstellen für eine Nachnutzung der Daten durch Dritte konzipiert.
Hauptportal der DDB
Das Hauptportal dient als universeller Einstiegspunkt für die Recherche im Gesamtdatenbestand. Bücher, Handschriften und Akten können gelesen, Videos und Audios – etwa historische Schellackplatten – können abgespielt werden. Wenn keine urheberrechtlichen Einschränkungen vorliegen, lassen sich die Objekte herunterladen. Die Suche umfasst Bestände aus allen Kultursparten. Ein Teil der hochauflösenden Digitalisate wird über das International Image Interoperability Framework (IIIF) bereitgestellt, sofern dies durch die jeweiligen Partnerinstitutionen unterstützt wird. Das Portal nutzt ein responsives Design für die Darstellung auf mobilen Endgeräten.
Zur inhaltlichen Kontextualisierung bietet die Bibliothek redaktionell aufbereitete Formate wie Bildergalerien, Blogbeiträge und Dossiers zu historischen Themen, beispielsweise zur deutsch-deutschen Geschichte (1945–1990) oder zum Klimawandel.[1] Nutzende können eigene Ideen für Bildergalerien oder Artikel einreichen, die mit Objekten der DDB arbeiten.
Über das Ausstellungstool DDBstudio können Partnerinstitutionen virtuelle Ausstellungen erstellen, die auf dem Hauptportal veröffentlicht werden. Im März 2026 waren 278 virtuelle Ausstellungen veröffentlicht.
Für den Bildungssektor stellt die DDB Lernmaterialien bereit, die die Medienkompetenz durch die Arbeit mit digitalen Quellen fördern. Dossiers, Lernmaterialien und ein Informationsangebot in Leichter Sprache dienen dem barrierefreien Zugang.
Fach- und Themenportale
Das Archivportal-D ermöglicht die gezielte Suche nach Archivobjekten und die Navigation durch hierarchische Bestandsübersichten. Innerhalb dieses Rahmens bestehen spezialisierte Themenportale, etwa das Themenportal Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts, das Akten zur NS-Wiedergutmachung bündelt, oder das Themenportal Weimarer Republik, das Akten aus der Zeit zwischen 1918 und 1933 thematisch aufbereitet präsentiert.[1] Im April 2026 wurde außerdem das Themenportal Rechte Gewalt veröffentlicht, das systematisch, multiperspektivisch und quellengestützt Ereignisse rechtsextremer und rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland dokumentiert.[14]
Im Deutschen Zeitungsportal können deutsche und ausländische Zeitungen aus mehreren Jahrhunderten kostenlos durchsucht werden. Ziel ist es, alle Bestände digitalisierter historischer Zeitungen aus deutschen Kultur- und Wissenseinrichtungen in einem Portal recherchierbar zu machen. Gestartet im Jahr 2021, enthält das Portal Zeitungen aus den Jahren 1609 bis 1994.[15] Es richtet sich an Forschende, insbesondere aus den (digitalen) Geisteswissenschaften, sowie an die allgemeine Öffentlichkeit.
Das Portal Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten fungiert als zentrale Rechercheplattform für Kulturobjekte, die aus Gebieten stammen, die unter formaler oder informeller Kolonialherrschaft standen und sich heute in deutschen Museen und Sammlungen befinden. Es wurde auf Grundlage der „3-Wege-Strategie“ von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden initiiert.[9] Zum Start im Juli 2024 umfasste das Angebot Informationen zu mehr als 100.000 Objekten von 26 Einrichtungen.[16] Das dreisprachige Portal (Deutsch, Englisch, Französisch) richtet sich insbesondere an Menschen und Institutionen in den Herkunftsländern und -gesellschaften sowie an die Diaspora in Deutschland, um einen weltweiten Dialog über Verbleib und Provenienz der Kulturgüter zu ermöglichen.
Schnittstellen und Aggregation
Metadaten der Deutschen Digitalen Bibliothek werden unter einer CC0-Lizenz über eine offene Programmierschnittstelle (API) zur Nachnutzung zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht Forschenden und Entwicklern, Daten für eigene Anwendungen oder Analysen zu extrahieren.[13]
Als nationaler Aggregator für die Europeana liefert die Deutsche Digitale Bibliothek Metadaten und Objekte deutscher Kultureinrichtungen gebündelt an das europäische Kulturportal weiter, sofern die Datengeber dem zustimmen und die Metadaten unter einer CC0-Lizenz stehen.[5] Auf nationaler Ebene bündelt die DDB Lieferungen aus regionalen, sparten- und sammlungsspezifischen Aggregatoren wie bavarikon, der Deutschen Fotothek oder Archive in Nordrhein-Westfalen.
Für Kultur- und Wissenseinrichtungen, die Daten an die DDB liefern oder dies vorhaben, gibt es das Informationsportal DDBpro. Über die spartenspezifischen Fachstellen und die Servicestelle wird Einrichtungen aller Größen ein strukturierter Prozess angeboten, der von der Registrierung über Kooperationsverträge bis zur technischen Unterstützung beim Datenimport reicht.
Digitalisierungsstrategie
Die Deutsche Digitale Bibliothek ist Bestandteil der Digitalisierungsstrategie des Bundes für den Kulturbereich. Die Bundesregierung hatte bereits im Perspektivpapier Kulturen im digitalen Wandel (2021) die Weiterentwicklung der DDB hin zu einem offenen Beteiligungsportal als kulturpolitische Aufgabe formuliert.[17]
Auf europäischer Ebene ist die DDB über ihre Aggregator-Rolle in den Common European Data Space for Cultural Heritage eingebunden – eine von der Europäischen Kommission angestoßene Initiative zur Beschleunigung der digitalen Transformation des Kulturerbe-Sektors.
Kooperationen
Bildung und Vermittlung
Im Bildungsbereich besteht eine Zusammenarbeit mit der Plattform Planet Schule, wobei Materialien der Deutschen Digitalen Bibliothek für die App Zeitzeugen 1945 – Trümmerjahre in Augmented Reality genutzt werden. Daneben veröffentlicht die DDB regelmäßig Dossiers und Lernmodule, die digitalisierte Quellen für den Schulunterricht und die Erwachsenenbildung erschließen.
Fachveranstaltungen
Die Deutsche Digitale Bibliothek präsentiert sich regelmäßig auf Fachveranstaltungen, um unterschiedliche Nutzergruppen anzusprechen. Zur Steigerung der allgemeinen Sichtbarkeit ist sie auf publikumsstarken Events wie der Leipziger Buchmesse präsent, daneben auf spartenspezifischen Veranstaltungen wie der BiblioCon und dem Deutschen Archivtag. Um spezifische Fachgruppen direkt zu erreichen, war die DDB beispielsweise 2024 mit einem Stand und Workshop auf dem 74. Deutschen Genealogentag in Berlin vertreten und setzte diese Präsenz 2025 auf dem 75. Genealogentag in Frankfurt am Main fort.
Hackathons und Konferenzen
Im Bereich der digitalen Innovation war die Deutsche Digitale Bibliothek Partner des Kultur-Hackathons Coding da Vinci, der von 2014 bis 2022 zur Nachnutzung offener Kulturdaten stattfand.[18] Zudem engagiert sie sich als Partner der Konferenzreihe Zugang gestalten! im fachübergreifenden Dialog über die strategischen Chancen der digitalen Öffnung des kulturellen Erbes.
Kritik
Verfügbarkeit von Digitalisaten
Ein wiederkehrender Kritikpunkt betrifft die Verfügbarkeit der digitalisierten Inhalte: Nicht alle nachgewiesenen Objekte sind frei nutzbar. Viele Millionen Digitalisate stehen frei oder unter den Bedingungen einer Creative-Commons-Lizenz zur Nachnutzung bereit; bei den übrigen Objekten gewährt das Portal lediglich Zugang zu Metadaten und Vorschaubildern. In diesen Fällen führt die weiterführende Nutzung der Digitalisate häufig zu den Plattformen der Partnerinstitutionen, wo der Zugriff teilweise an eine Registrierung gebunden oder mit Kosten verbunden ist – was der ursprünglichen Zielsetzung eines hürdenfreien Zugangs entgegensteht.
In der Fachöffentlichkeit wurde zudem in der frühen Betriebsphase die Komplexität des Systems und die Qualität der Suchergebnisse kritisiert; mit dem technischen Relaunch 2023 reagierte die Deutsche Digitale Bibliothek auf diese Kritik.[11]
Framing von Inhalten
Rechtlich war die Deutsche Digitale Bibliothek in eine langjährige Auseinandersetzung mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst) involviert. Im Kern ging es um die Frage, ob die DDB verpflichtet ist, technische Maßnahmen gegen das Einbetten von Vorschaubildern durch Dritte (Framing) zu ergreifen. 2021 wurde gerichtlich festgestellt, dass das Einbetten urheberrechtlich geschützter Inhalte unzulässig sein kann, wenn dabei technische Schutzmaßnahmen umgangen werden, die der Rechteinhaber zur Zugriffsbeschränkung vorgesehen hat.[19][20]
In der Folge blieb offen, ob eine Verwertungsgesellschaft solche technischen Maßnahmen pauschal zur Lizenzierungsvoraussetzung machen darf, ohne ein ausdrückliches Mandat der vertretenen Urheber zu haben, und in welchem Umfang die Implementierung zumutbar ist. Das Verfahren wurde zur Sachverhaltsklärung an das Kammergericht Berlin zurückverwiesen, das 2022 eine gütliche Einigung zwischen den Parteien anregte. Diese kam im März 2024 zustande.[19]
In der Folge muss die Deutsche Digitale Bibliothek für die in ihren Portalen gezeigten Werke keine technischen Maßnahmen gegen das Framing durch Dritte ergreifen. Stattdessen begann eine fünfjährige Testphase, in der die DDB Abbildungen von Werken aus dem Repertoire der VG Bild-Kunst zeigen darf. Gleichzeitig verpflichtet sich die Deutsche Digitale Bibliothek zu einem Monitoring-Verfahren, mit dem potenzielle Framing-Fälle aufgedeckt und der VG Bild-Kunst mitgeteilt werden. Ziel ist es, zum Ende des Testzeitraums beurteilen zu können, ob technische Schutzmaßnahmen erforderlich sind oder das Monitoring fortgeführt wird.[19]
Finanzielle Ausstattung
Die Höhe der öffentlichen Förderung wird von Beobachtern wiederkehrend als nicht ausreichend für den Betrieb einer nationalen Kulturerbe-Infrastruktur bewertet. Im Februar 2026 kritisierte der Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda die für 2026 beschlossene Kürzung um rund 20 Prozent als „sparpolitische Ignoranz“ und verwies darauf, dass im Kulturstaatsministerium Szenarien einer Halbierung des DDB-Budgets ab 2027 diskutiert würden, die im Ergebnis Personalentlassungen und gegebenenfalls die Abschaltung des Hauptportals zur Folge hätten.[2]
Literatur
- Manfred Dworschak: Babylonischer Bau. In: Der Spiegel. Nr. 6, 2010, S. 142–144 (online).
- Mirko Smiljanic: Per Mausklick zum nationalen Kulturerbe. Die Deutsche Digitale Bibliothek geht ans Netz. In: Hintergrund Politik. Deutschlandfunk, 27. November 2012, abgerufen am 11. August 2017.
Weblinks
- Website der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Dokumentation der API der Deutschen Digitalen Bibliothek
- DDBpro – Portal für Datenpartner der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Website des Archivportals-D
- Literatur von und über Deutsche Digitale Bibliothek im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Deutsche Digitale Bibliothek – Deutschlands Kulturerbe digital. Stiftung Preußischer Kulturbesitz, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b c Jan-Martin Wiarda: Sparen am kulturellen Gedächtnis. Gefährdet die Bundesregierung die Zukunft der Deutschen Digitalen Bibliothek? In: Wiarda-Blog. 23. Februar 2026, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b Deutschland bekommt digitale Bibliothek. In: heise online. 2. Dezember 2009, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b Fraunhofer-Institut plant Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek. In: heise online. 11. Dezember 2009, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b c Deutsche Digitale Bibliothek geht ans Netz. In: heise online. 28. November 2012, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Deutsche Zeitungsportale bieten weitere Quellen für Familienforschung. Verein für Computergenealogie, November 2021, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Weitere Stärkung für digitalen Zugang zum kulturellen Erbe: BAM-Konsortium für Deutsche Digitale Bibliothek. (PDF) Deutsche Digitale Bibliothek, 24. Juni 2015, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2015; abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Die Deutsche Digitale Bibliothek startet das Deutsche Zeitungsportal. Deutsche Digitale Bibliothek, 28. Oktober 2021, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b Transparenz und Dialog: Deutsche Digitale Bibliothek startet Online-Portal „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“. Deutsche Digitale Bibliothek, 9. Juli 2024, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Kultur und Bildung digital. Die Deutsche Digitale Bibliothek erweitert ihr Angebot. Deutsche Digitale Bibliothek, 20. April 2023, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b Deutsche Digitale Bibliothek präsentiert überarbeitetes Online-Portal – Kulturstaatsministerin Roth: „Die Deutsche Digitale Bibliothek steht für Demokratisierung von Wissen und Kultur“. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, 8. Mai 2023, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Deutsche Digitale Bibliothek. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b Deutsche Digitale Bibliothek. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Digitales Themenportal „Rechte Gewalt“ ist online. Bundesarchiv, April 2026, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Deutsches Zeitungsportal. Deutsche Digitale Bibliothek, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Provenienzforschung und Digitalisierung. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Kulturen im digitalen Wandel. Perspektiven des Bundes für Vermittlung, Vernetzung und Verständigung. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, August 2021, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Kultur-Hackathon Coding da Vinci: Ein Ende & ein Anfang. Deutsche Digitale Bibliothek, 12. September 2022, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ a b c Einigung zwischen der Deutschen Digitalen Bibliothek und der VG Bild-Kunst: Testphase zur Lizenzierung ohne Framing-Schutz. Deutsche Digitale Bibliothek, 19. März 2024, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Bundesgerichtshof: Urheberrechtsverletzungen durch Framing – VG Bild-Kunst darf wirksame technische Maßnahmen gegen „Framing“ verlangen. In: medien-internet-und-recht.de. 9. September 2021, abgerufen am 19. Mai 2026.
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