Demografie Deutschlands

Karte der Geburtenrate in deutschen Landkreisen, Kinderanzahl je Frau (Fertilitätsrate) in den Jahren 2011–2013. Bei einer Entwicklung, in der die Geburtenrate die Sterberate ausgliche, läge sie im Schnitt bei etwa 2,1. Diesen Wert erreicht im Jahre 2012 kein Landkreis in Deutschland.
Karte der Bevölkerungsdichte in Deutschland im Jahr 2006.

Die Demografie Deutschlands betrachtet die Wirkung natürlicher und künstlicher Veränderungsfaktoren auf die Bevölkerung in Deutschland. In der Wissenschaftsdisziplin Demografie werden die Bevölkerungszusammensetzung und -entwicklung beobachtet, beschrieben, Statistiken auch grafisch aufbereitet und nach Erklärungen für längerfristige Veränderungen gesucht. In Deutschland leben mit Stand Oktober 2016 nach Daten der Bevölkerungsfortschreibung des Statistischen Bundesamtes 82,5 Millionen Menschen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die Geburtenrate der deutschen Bevölkerung befindet sich seit den 1970er-Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau, im Jahr 2015 betrug der Sterbeüberschuss 187.625 Personen.[2] Dem stand im selben Jahr ein Zuwanderungsgewinn von 1.139.402 Personen gegenüber, so dass die Bevölkerung zahlenmäßig um 951.777 Personen zunahm.[3] Als eine der gegenwärtigen Herausforderungen wird aufgrund der niedrigen Geburtenrate die Orientierung zu einer familienfreundlichen, kinder- und nachwuchsfördernden Gesellschaft mit Mehrkindfamilien gesehen (Pronatalismus). Bei einer Fortsetzung sehr niedriger Geburtenraten, wie in den vergangenen vier Jahrzehnten, werden für Deutschland weitgehende soziale, ökonomische und geopolitische Problemstellungen vorhergesagt.[4]

Die Binnen- und die Auswanderungsbewegungen sind im letzten Jahrzehnt sehr unterschiedlich. De facto ist insgesamt ein Gleichstand mit den Vorjahren zu beobachten (Veränderung unter 0,1 Prozent, Wanderungssaldo). Mehr als 10 Millionen hier lebender Menschen sind laut Daten des Ausländerzentralregisters ausschließlich ausländische Staatsbürger (Stand: 12.2016). Rund 18,6 Millionen Einwohner Deutschlands hatten im Jahr 2016 einen Migrationshintergrund.[5]

Die Anzahl der nicht registrierten Personen anderer Staatsangehörigkeit in Deutschland, die meist mit dem Terminus illegale Einwanderung bezeichnet werden, ist amtlich nicht erfasst. Daher ist es sehr schwierig, hier seriöse Zahlen zu finden. Die meisten Schätzungen und der Vergleich mit anderen Staaten Westeuropas und Nordamerikas lässt eine Anzahl von 0,5 % bis 2 % im Vergleich zur amtlichen Bevölkerung annehmen, also zwischen 415.000 und 1.660.000 Personen. Die wirkliche Anzahl von ausländischen Staatsangehörigen, die sich nicht registriert in Deutschland aufhalten, könnte in diesem Bereich liegen.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung, Faktoren

Gesamtbevölkerung Deutschlands 1961–2010 (bis 1990 Einwohner BRD und DDR jeweils addiert)
Geburten und Sterbefälle in Deutschland 1950–2014[2] einschließlich DDR und Berlin

In den westdeutschen Bundesländern geht die Zahl der Geburten seit Ende der 60er-Jahre zurück (sog. Pillenknick). In der DDR war die Entwicklung zeitversetzt um etwa drei Jahre ähnlich, wenngleich die Geburtenraten im Osten ab 1969 höher waren als im Westen. Seit der Wiedervereinigung ist in Ostdeutschland jedoch ein Einbruch der Geburtenzahlen um bis zu 25 % im Vergleich zum Vorwendeniveau festzustellen.

Die zusammengefasste Geburtenziffer Deutschlands lag im Jahr 2015 mit 1,50 unter dem Durchschnitt der Europäische Union (1,58).[6] Insgesamt kamen in diesem Jahr in Deutschland 737.575 Kinder zur Welt, je 1.000 Einwohner waren es 9 Neugeborene. Die absolute Geburtenzahl ist bereits in den Jahren zuvor angestiegen, 2013 lag sie bei 682.069, 2014 bei 714.927.[2]

Frauen mit Migrationshintergrund bringen im Laufe ihres Lebens durchschnittlich mehr Kinder zur Welt als die in Deutschland geborenen Frauen. Bei Frauen, die 2016 im Alter zwischen 45 und 54 Jahren waren, betrug die Zahl der geborenen Kinder im Durchschnitt 1,6 Kinder pro Frau. Die in Deutschland geborenen gleichaltrigen Frauen hatten mit 1,5 Kinder pro Frau eine etwas geringere und die Zuwanderinnen mit 2,0 eine höhere Kinderzahl. Bei Frauen mit höherer Bildung waren die Unterschiede deutlich geringer: Die in Deutschland geborenen Frauen brachten im Laufe ihres Lebens 1,4 Kinder pro Frau zur Welt, die Migrantinnen 1,5. Bei Frauen mit niedrigem Bildungsstand sind die Unterschiede größer: Die in Deutschland Geborenen hatten durchschnittlich 1,6 Kinder und die Zugewanderten 2,4 Kinder je Frau.[7]

Für das Jahr 2012 hat das Statistische Bundesamt letztmals die Konfession der Eltern ermittelt. Von den rund 674.000 Kindern, die in diesem Jahr geboren wurden, hatten etwa 101.000 – rund 15 % – ein römisch-katholisches, 75.000 ein evangelisches Elternpaar (etwa 11 %). Vater und Mutter von 50.000 Kindern gehörten beide einer islamischen Religionsgemeinschaft an.[8]

Es ist jedoch sowohl umstritten, inwieweit ein höheres Bevölkerungswachstum in Deutschland positive wirtschaftliche Effekte hätte. Weiterhin ist umstritten, ob die derzeitige Bevölkerungsentwicklung eine Gefahr für die sozialen Sicherungssysteme darstellt oder bei der derzeitigen Arbeitslosigkeit hierfür eher irrelevant ist und vielmehr eine expansive Lohnpolitik negative Effekte auffangen müsste. Erstgenannte Position wird vor allem von Herwig Birg, letztgenannte von Gerd Bosbach vertreten.

Die Zahl der Gestorbenen liegt relativ konstant zwischen 800.000 und 900.000 pro Jahr, 2015 waren es 925.200.[2] Die insgesamt hohe Lebenserwartung in Deutschland resultiert aus dem inneren Frieden, relativem Wohlstand, der Existenz einer breiten Mittelschicht und einer leistungsfähigen Medizin sowie Gesundheitsfürsorge.

Aus der Differenz von Geburten- und Sterbezahlen ergibt sich die natürliche Bevölkerungsentwicklung. In Deutschland (DDR und alte Bundesrepublik addiert) liegt die Zahl der Sterbefälle seit 1972 höher als die der Geborenen, die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist daher negativ: 2015 lag der „Sterbeüberschuss“ bei 187.625.[2] Von 2003 bis 2010 reichte die Zuwanderung nicht mehr aus, um diese Schrumpfung bei der natürlichen Entwicklung der Zahlen auszugleichen. Danach änderte sich dies wieder,[9] vor allem durch die hohe Zuwanderung aus Polen, Rumänien und Bulgarien, aber auch durch vermehrte Zuwanderung aus den von der Eurokrise stark betroffenen südeuropäischen Ländern Italien, Spanien und Griechenland.[10]

Der Anteil der Geburten von nicht miteinander verheirateten Eltern an allen lebend geborenen Kindern hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt: Er stieg von 15 % im Jahr 1990 auf rund 35 % im Jahr 2015.[11]

Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer von 1800 bis 1899

Die Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer sind die Anzahl Kinder je Frau, im Gebiet des heutigen Deutschlands. Quellen: Our World in Data und Gapminder.[12]

Eine Schwäbische große Kernfamilie 1910
Jahre18001801180218031804180518061807180818091810[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland5,45,45,395,395,385,385,375,375,365,365,35
Jahre1811181218131814181518161817181818191820[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland5,355,345,345,335,335,325,325,335,355,37
Jahre1821182218231824182518261827182818291830[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland5,355,335,315,285,265,175,074,974,884,78
Jahre1831183218331834183518361837183818391840[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland4,84,834,854,884,94,94,94,94,94,9
Jahre1841184218431844184518461847184818491850[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland4,94,954,9755,025,025,025,015,015,01
Jahre1841184218431844184518461847184818491850[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland4,94,954,9755,025,025,025,015,015,01
Jahre1851185218531854185518561857185818591860[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland4,874,744,64,474,334,454,564,674,794,9
Jahre1861186218631864186518661867186818691870[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland4,934,9655,035,065,095,115,135,165,18
Jahre1871187218731874187518761877187818791880[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland5,245,35,355,415,465,385,35,225,145,06
Jahre1881188218831884188518861887188818891890[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland5,145,215,295,285,265,255,235,225,215,2
Jahre189118921893189418951896189718981899[12]
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland5,185,175,165,145,115,095,065,044,99

Lebenserwartung von 1875 bis 2015

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt im Gebiet des heutigen Deutschlands. Quellen: Our World In Data und die Vereinten Nationen.

1875–1946

Jahre187518851895190519111915192519351946[13]
Lebenserwartung bei der Geburt in Deutschland38,539,542,845,549,040,557,461,560,5

1950-2015

ZeitraumLebenserwartung in
Jahren
ZeitraumLebenserwartung in
Jahren
1950–195567,51985–199075,0
1955–196068,91990–199576,0
1960–196570,01995–200077,3
1965–197070,72000–200578,6
1970–197571,22005–201079,7
1975–198072,32010–201580,5
1980–198573,7

Source: UN World Population Prospects[14]

Demographie seit 1900

Demographie seit 1900.[15][16][17]

BevölkerungLebendgeboreneSterbefällenatürliche

Bevölkerungsveränderung

Geburtenrate
(je 1 000 Einw.)
Sterberate
(je 1 000 Einw.)
natürliche

Bevölkerungsveränderung
(je 1 000 Einw.)

Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer[12][18]Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer BRD[17]Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer DDR[17]
190054 326 0001 944 1391 199 382744 75735,822,113,74,93
190155 144 0001 980 3131 140 489839 82435,920,715,24,88
190256 017 0001 971 7351 088 492883 24335,219,415,84,82
190356 869 0001 931 0781 135 905795 17334,020,014,04,77
190457 695 0001 972 8471 128 183844 66434,219,614,64,68
190558 514 0001 935 1531 158 314776 83933,119,813,34,60
190659 343 0001 970 4771 078 202892 27533,218,215,04,51
190760 183 0001 948 9331 084 309864 62432,418,014,44,43
190861 023 0001 964 0521 100 490863 56232,218,014,24,34
190961 857 0001 929 2781 062 217867 06131,217,214,94,18
191062 698 0001 876 7781 016 665860 11329,916,213,74,01
191163 469 0001 824 7291 097 784726 94528,717,311,53,85
191264 236 0001 823 6361 000 749822 88728,415,612,83,68
191365 058 0001 794 750975 950818 80027,615,012,63,52
191465 860 0001 775 5961 246 310529 28627,018,98,03,27
191565 953 0001 353 5461 410 420-56 87420,521,4-0,93,02
191665 795 0001 005 4841 258 054-252 57015,319,1-3,82,76
191765 450 000912 1091 345 424-433 31513,920,6-6,62,51
191864 800 000926 8131 606 475-679 66214,324,8-10,52,26
191962 897 0001 260 500978 380282 12020,015,64,52,33
192061 794 0001 599 287932 929666 35825,915,110,82,40
192162 473 0001 581 130869 555711 57525,313,911,42,48
192261 890 0001 424 804890 181534 62323,014,48,62,55
192362 250 0001 318 489866 754451 73521,213,97,22,62
192462 740 0001 290 763766 957523 80620,612,28,42,42
192563 110 0001 311 259753 017558 24220,811,98,82,21
192663 510 0001 245 471742 955502 51619,611,77,92,10
192763 940 0001 178 892765 331413 56118,412,06,51,98
192864 470 0001 199 998747 444452 55418,611,67,01,99
192964 670 0001 164 062814 545349 51718,012,65,41,93
193065 130 0001 144 151718 807425 34417,611,06,51,88
193165 510 0001 047 775734 165313 61016,011,24,81,71
193265 716 000993 126707 642285 48415,110,84,31,62
193366 027 000971 174737 877233 29714,711,23,51,58
193466 409 0001 198 350725 000473 00018,010,97,11,93
193566 871 0001 263 976792 018471 95818,911,87,12,03
193667 349 0001 278 583795 793482 79019,011,87,22,07
193767 831 0001 277 046794 367482 67918,811,77,12,09
193868 424 0001 348 534799 220549 31419,711,78,02,25
193969 314 0001 413 230854 348558 88220,412,38,12,39
194069 838 0001 402 258885 591516 66720,112,77,42,40
194170 244 0001 308 232844 435463 79718,612,06,62,25
194270 834 0001 055 915847 861208 05414,912,02,91,83
194370 411 0001 124 718853 246271 47216,012,13,92,00
194469 000 0001 215 000915 000300 00017,613,34,31,89
194566 000 0001 060 0001 210 000-150 00016,118,3-2,31,53
194664 260 000921 9981 001 331-79 33314,315,6-1,21,65
194765 842 0001 028 421932 62895 79315,614,21,51,922,011,75
194867 365 0001 049 074804 839244 23515,611,93,61,962,071,76
194968 080 0001 106 803770 852335 95116,311,34,92,112,142,03
195068 374 0001 116 835748 329368 50616,310,95,42,142,102,35
195168 882 0001 106 608752 697353 91116,110,95,12,162,062,46
195269 171 0001 105 080767 637337 44316,011,14,92,162,082,42
195369 564 0001 095 096790 654304 44215,711,44,42,152,072,40
195469 934 0001 110 028775 291334 73715,911,14,82,182,122,38
195570 307 0001 113 128795 938317 19015,811,34,52,182,112,38
195670 711 0001 137 169812 111325 05816,111,54,62,222,192,30
195771 166 0001 165 555840 195325 36016,411,84,62,282,282,24
195871 637 0001 175 870818 418357 45216,411,45,02,292,292,22
195972 180 0001 243 922835 402408 52017,211,65,72,362,342,37
196072 664 0001 261 614876 721384 89317,412,15,32,372,372,35
196173 352 0001 313 505850 300463 20517,911,66,32,452,472,42
196274 049 0001 316 534878 814437 72017,811,95,92,442,452,42
196375 019 0001 355 595895 070460 52518,111,96,12,512,522,47
196475 273 0001 357 304870 319486 98518,011,66,52,542,552,48
196576 061 0001 325 386907 882417 50417,411,95,52,502,512,48
196676 734 0001 318 303911 984406 31917,211,95,32,512,542,43
196776 954 0001 272 276914 417357 85916,511,94,72,482,542,34
196877 249 0001 214 968976 521238 44715,712,63,12,382,392,30
196977 918 0001 142 368988 092154 27614,712,72,02,212,202,24
197077 772 0001 047 737975 66472 07313,512,50,92,031,992,19
197178 355 0001 013 396965 62347 77312,912,30,61,961,922,13
197278 717 000901 657965 689-64 03211,512,3-0,81,731,721,79
197378 951 000815 969963 034-147 06510,312,2-1,91,561,541,58
197478 966 000805 500956 573-151 07310,212,1-1,91,531,511,54
197578 862 000782 310989 649-207 3399,912,5-2,61,481,451,54
197678 299 000798 334966 873-168 53910,212,3-2,21,511,461,64
197778 161 000805 496931 155-125 65910,311,9-1,61,511,401,85
197878 066 000808 619955 550-146 93110,412,2-1,91,501,381,90
197978 082 000817 217944 474-127 25710,512,1-1,61,501,391,90
198078 295 000865 789952 371-86 58211,112,2-1,11,561,441,94
198178 399 000862 100954 436-92 33611,012,2-1,21,531,431,85
198278 293 000861 275943 832-82 55711,012,1-1,11,511,411,86
198378 082 000827 933941 032-113 09910,612,1-1,41,431,331,79
198477 797 000812 292917 299-105 00710,411,8-1,31,391,291,74
198577 619 000813 803929 649-115 84610,512,0-1,51,371,281,73
198677 635 000848 231925 411-77 18010,911,9-1,01,411,341,70
198777 718 000867 969901 291-33 32211,211,6-0,41,431,371,74
198878 116 000892 993900 627-7 63411,411,5-0,11,461,411,67
198978 677 000880 459903 441-22 10311,211,5-0.31,421,391,56
199079 365 000905 675914 361-8 68611,411,5-0,11,4541,4501,518
199179 984 000830 019911 245-81 22610,411,4-1,01,3321,4220,977
199280 570 000809 114885 443-76 32910.011.0-0.91,2921,4020,830
199381 187 000798 447897 270-98 8239,811,1-1,21,2781,3930,775
199481 422 000769 603884 659-115 0569,510,9-1.41,2431,3470,772
199581 661 000765 221884 588-119 3679,410,8-1,51,2491,3390,838
199681 896 000796 013882 843-86 8309,710,8-1,11,3161,3960,948
199782 061 000812 173860 389-48 2169,910,5-0,61,3691,4411,039
199882 024 000785 034852 382-67 3489,610,4-0,81,3551,4131,087
199982 101 000770 744846 330-75 5869,410,3-0,91,3611,4061,148
200082 213 000766 999838 797-71 7989,310,2-0,91,3781,4131,214
200182 350 000734 475828 541-94 0668,910,1-1,11,3491,3821,231
200282 489 000719 250841 673-122 4238,710,2-1,51,3411,3711,238
200382 541 000706 721853 946-147 2258,610,3-1,81,3401,3641,264
200482 517 000705 622818 271-112 6498.69.9-1,41,3551,3721,307
200582 470 000685 795830 227-144 4328,310,1-1,81,3401,3551,295
200682 377 000672 724821 627-148 9038,210,0-1,81,3311,3411,303
200782 267 000684 862827 155-142 2938,310,1-1,71,3701,3751,366
200882 110 000682 514844 439-161 9258,310,3-2.11,3761,3741,404
200981 901 000665 126854 544-189 4188,110,4-2.31,3581,3531,404
201081 751 000677 947858 768-180 8218,310,5-2.21,3931,3851,459
201180 233 100662 685852 328-189 6438,210,6-2,41,3901,381,46
201280 399 000673 544869 582-196 0388,410,8-2,41,4061,401,48
201380 767 000682 069893 825-211 7568,511,1-2,61,4191,411,49
201481 198 000714 966868 373-153 4078,810,7-1,91,471,471,54
201582 175 700737 575925 200-187 6259,011,3-2,21,501,501,56
201682 521 700792 131910 902-118 7719,611,0-1,41,591,601,64
201782 740 900785 234932 538-147 3049,511,3-1,8
2018~83 000 000790 000950 000-160 0009,511,5-2,0

Lebendgeborene nach Familienstand der Eltern 2015[19]

Regionale GliederungLebendgeboreneErste KinderAnteil der Kinder von

nicht verheirateten Eltern

Insge-

samt

Eltern nicht

verheiratet

Insge-

samt

Eltern nicht

verheiratet

InsgesamtErste Kinder
Anzahlin Prozent
Deutschland737 575257 903361 154158 40035,043,9
Früheres Bundesgebiet

(ohne Berlin-West)

595 320175 652290 814110 84429,538,1
Neue Länder

(ohne Berlin-Ost)

104 22563 25550 67636 16060,771,4
Baden-Württemberg100 26924 76749 21116 50524,733,5
Bayern118 22832 50859 13521 51327,536,4
Berlin38 03018 99619 66411 39650,058,0
Brandenburg19 11211 6729 4436 78961,171,9
Bremen6 5092 6963 1521 53841,448,8
Hamburg19 7687 57210 3234 76238,346,1
Hessen56 88916 21628 14210 31328,536,6
Mecklenburg-Vorpommern13 2988 2766 3554 59262,272,3
Niedersachsen67 18321 88232 03413 53832,642,3
Nordrhein-Westfalen160 46848 40476 68229 13430,238,0
Rheinland-Pfalz34 94610 02616 8086 32328,737,6
Saarland7 5112 3683 8181 51931,539,8
Sachsen36 46621 65317 81012 58059,470,6
Sachsen-Anhalt17 41510 9728 4016 12263,072,9
Schleswig-Holstein23 5499 21311 5095 69939,149,5
Thüringen17 93410 6828 6676 07759,670,1

Bevölkerungsentwicklung durch Migration

Grenzüberschreitende Migration

Während der 1990er-Jahre kam es durch Immigration zu einem Bevölkerungswachstum. Während die Abwanderung aus Deutschland mit 600.000 bis 800.000 Personen relativ stabil blieb, ging die Zuwanderung nach 1992 (1.500.000) zurück und erreichte 2006 mit 662.000 Menschen den niedrigsten Stand. Zwischen 2003 und 2010 konnte die geringere Zuwanderung den Sterbeüberschuss nicht mehr ausgleichen, so dass es zu einem Rückgang der Bevölkerung kam.[3]

Im Jahr 2011 bestand die Hochrangige Konsensgruppe Fachkräftebedarf und Zuwanderung.

Die Zuwanderer nach Deutschland stammen in der Mehrzahl aus Vorderasien, Süd-, Mittel- und Osteuropa (ehemalige Ostblock-Länder).

Den größten Anteil der Abwanderer stellten im Jahr 2015 Deutsche (138.273), Rumänen (129.059), Polen (127.789) und Bulgaren (46.754). Die Anzahl der Emigranten mit deutscher Staatsbürgerschaft schwankte in den vergangenen zehn Jahren zwischen 133.000 und 175.000 jährlich.[20]

Im Jahre 2015 wurde im Zuge einer stark gestiegenen Zuwanderung der höchste je gemessene Wanderungsgewinn erreicht: Es wanderten insgesamt etwa 2.136.954 Menschen nach Deutschland ein bei gleichzeitig etwa 997.552 Auswanderern. Somit ergibt sich ein positiver Wanderungssaldo von 1.139.402 Personen.[3]

Für den Zeitraum zwischen den Jahren 2012 bis 2017 prognostiziert das private Wirtschaftsforschungsinstitut Kiel Economics für Deutschland die Zahl von 2,2 Millionen Einwanderern. Unter diesen Personen sollen sich vor allem Menschen aus Süd- und Osteuropa befinden, die überwiegend infolge wirtschaftlicher Gründe – bspw. die Situation am heimischen Arbeitsmarkt – in die Bundesrepublik einwandern.[21][22][23]

Im Jahr 2015 wies Deutschland mit folgenden Ländern den höchsten positiven Wanderungssaldo auf (höchste Netto-Einwanderung):

  1. Syrien (+298.483)
  2. Rumänien (+92.346)
  3. Afghanistan (+79.572)
  4. Polen (+63.045)
  5. Irak (+59.705)
  6. Albanien (+46.829)
  7. Kroatien (+39.659)
  8. Bulgarien (+39.520)
  9. Italien (+23.558)
  10. Kosovo (+22.223)

Abwanderungen im nennenswerten negativen Bereich gab es 2015 nur von deutschen Staatsbürgern (−17.560).[20]

Zuwanderung nach
Deutschland[24]
Abwanderung aus
Deutschland[24]
Wanderungsbilanz in Deutschland (1991–2013)[24]
Summe der Zu- und Abwanderungen[24]

Personen mit Migrationshintergrund

2013 lebten insgesamt 15,913 Millionen Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn in Deutschland. Dies entspricht 19,7 % der Bevölkerung. Als Personen mit Migrationshintergrund zählten im Mikrozensus 2013 alle Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder mindestens einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben.[5] Unter den 15 größten Städten haben Frankfurt am Main (45 %), Nürnberg (37,7 %), Stuttgart (37,1 %), München (36 %) und Düsseldorf (35,2 %) den höchsten Anteil an Personen mit Migrationshintergrund (Stand 2013).[25]

Fast die Hälfte der Zugewanderten bzw. ihrer Nachkommen sind inzwischen deutsche Staatsbürger; davon hat ein nicht unerheblicher Anteil zusätzlich die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes.

Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft

Daten laut Statistischem Bundesamt.[26]

Staat/RegionKontinentin Deutschland 2001in Deutschland 2008in Deutschland 2011in Deutschland 2014in Deutschland 2016in Deutschland 2017[27]
AfghanistanAfghanistan AfghanistanAsien71.66248.43756.56375.385253.485251.640
AgyptenÄgypten ÄgyptenAfrika14.17911.62312.71119.78626.91529.600
AlbanienAlbanien AlbanienEuropa11.7029.97110.29323.93851.55048.705
AlgerienAlgerien AlgerienAfrika17.15413.14813.35016.38821.32019.845
Arabische Halbinsel1Asien3.9535.6498.36414.04020.420
ArmenienArmenien ArmenienAsien11.1539.58410.96316.26925.17026.830
AserbaidschanAserbaidschan AserbaidschanAsien12.35114.33714.39316.77023.63525.325
AustralienAustralien AustralienAustralien8.3228.8739.96811.35813.11513.525
BelgienBelgien BelgienEuropa23.46322.80123.12525.70027.39529 825
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und HerzegowinaEuropa159.042156.804153.470163.519172.560180.950
BulgarienBulgarien BulgarienEuropa38.14353.98493.889183.263263.320310.415
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik ChinaAsien63.11178.96086.435110.284129.150136.460
DanemarkDänemark DänemarkEuropa21.32619.01419.21120.49521.16524.910
EstlandEstland EstlandEuropa3.8804.0034.8406.0236.5407.255
FinnlandFinnland FinnlandEuropa16.05913.40013.18214.01915.04517.465
FrankreichFrankreich FrankreichEuropa111.347108.090110.938123.281130.915149.025
GeorgienGeorgien Georgien[28]Asien11.46313.30413.83519.14224.05524.685
GriechenlandGriechenland GriechenlandEuropa362.708287.187283.684328.564348.475362.245
IndienIndien IndienAsien38.21044.40553.38676.09397.865108.965
IndonesienIndonesien IndonesienAsien11.77311.42912.62015.88117.70518.610
IrakIrak IrakAsien76.29774.48182.43888.731227.195237.365
IranIran IranAsien98.55554.31753.92063.06497.710102.760
IrlandIrland IrlandEuropa15.59410.20710.59512.43113.78517.560
IslandIsland IslandEuropa1.5021.2361.4191.4501.4851.520
IsraelIsrael IsraelAsien9.5559.79810.78812.17713.33013.795
ItalienItalien ItalienEuropa616.282523.162520.159574.530611.450643.065
JapanJapan JapanAsien33.83930.44031.40334.38835.75536.600
JordanienJordanien JordanienAsien10.6387.7167.8489.28310.75511.520
KanadaKanada KanadaNordamerika12.64613.39013.93615.75016.88517.505
KasachstanKasachstan KasachstanAsien47.37553.89949.49946.63346.54046.650
KroatienKroatien KroatienEuropa223.819223.056223.014263.347332.605367.900
LettlandLettland LettlandEuropa8.5439.98018.26327.75232.32038.290
LibanonLibanon LibanonAsien49.10938.02835.02935.04141.44541.375
LiechtensteinLiechtenstein LiechtensteinEuropa176210230248245250
LitauenLitauen LitauenEuropa11.15620.28527.75139.00146.74553.155
LuxemburgLuxemburg LuxemburgEuropa6.22510.96412.70815.59618.15019.440
MaltaMalta MaltaEuropa366428482565625710
MarokkoMarokko MarokkoAfrika79.44466.18963.03767.89175.85575.620
NordmazedonienNordmazedonien NordmazedonienEuropa55.98662.68267.14783.85495.57099.435
Mittelamerika und KaribikNordamerika26.13930.02831.84936.36938.19539.435
Moldau RepublikRepublik Moldau MoldauEuropa10.99612.21411.87212.33016.94517.245
NiederlandeNiederlande NiederlandeEuropa112.362132.997137.664144.741149.160154.630
übriges Nordafrika2Afrika3.0333.7304.88012.58614.26514.805
NorwegenNorwegen NorwegenEuropa7.5116.3185.9796.3986.6856.755
OstafrikaAfrika37.23034.44339.47171.241131.640145.175
übriges Ost- und Zentralasien3Asien26.94430.37530.68032.61437.74031.950
OsterreichÖsterreich ÖsterreichEuropa188.957175.434175.926179.772183.625191.305
OzeanienAustralien2.8792.3373.1093.4093.6903.835
PakistanPakistan PakistanAsien35.43328.54032.84246.56973.79073.000
PhilippinenPhilippinen PhilippinenAsien23.95619.63319.37120.58921.89522.950
PolenPolen PolenEuropa310.432393.848468.481674.152783.085866.855
PortugalPortugal PortugalEuropa132.625114.451115.530130.882136.080146.810
RumänienRumänien RumänienEuropa88.10294.326159.222355.343533.660622.780
RusslandRussland RusslandEuropa/Asien136.080188.253195.310221.413245.380249.205
SchwedenSchweden SchwedenEuropa19.19417.31717.34718.54619.89023.990
SchweizSchweiz SchweizEuropa37.92237.13937.72239.38540.46540.765
SerbienSerbien Serbien, MontenegroMontenegro Montenegro und KosovoKosovo KosovoEuropa656.685532.322404.690456.107454.245455.450
SlowakeiSlowakei SlowakeiEuropa17.04924.47730.24146.16853.44057.225
SlowenienSlowenien SlowenienEuropa19.39520.46320.83225.61327.83029.295
SpanienSpanien SpanienEuropa128.713105.526110.193146.846163.560178.010
Sri LankaSri Lanka Sri LankaAsien46.63228.78026.21825.78825.86525.900
SüdamerikaSüdamerika66.52272.84376.23384.71090.62096 750
übriges Süd-[29] und Südostasien4Asien15.91415.95017.08824.19130.76531.980
Korea SudSüdkorea SüdkoreaAsien22.63423.91724.66928.46332.21534.420
Südliches AfrikaAfrika17.70415.69015.11215.20516.11017.010
SyrienSyrien SyrienAsien27.38928.45932.878118.196637.845698.950
ThailandThailand ThailandAsien41.52054.58057.07858.82758.76558.820
TschechienTschechien TschechienEuropa26.66734.38638.06049.98556.08559.975
TunesienTunesien TunesienAfrika24.06623.14223.61028.29132.90034.140
TurkeiTürkei TürkeiAsien/Europa1.947.9381.688.3701.607.1611.527.1181.492.5801.483.515
UkraineUkraine UkraineEuropa103.477126.233123.300127.942136.340138.045
UngarnUngarn UngarnEuropa55.97860.02482.760156.812192.340207.025
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes KönigreichEuropa115.16797.56098.406103.756107.005116.465
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte StaatenNordamerika113.528100.002101.643108.845114.145117.730
VietnamVietnam VietnamAsien85.91083.60683.83084.45589.96592.485
WeissrusslandWeißrussland WeißrusslandEuropa11.75918.38219.06520.35121.96522.385
WestafrikaAfrika77.58268.78673.15398.013149.665160.500
ZentralafrikaAfrika31.76330.73330.31034.34441.87042.690
Zypern RepublikZypern ZypernEuropa9568649981.7232.2302.590
staatenlos17.27513.63013.44514.64922.36524.650
ungeklärt56.14444.37940.39043.38477.41078.620
gesamt7.318.6286.727.6186.930.8968.152.96810.039.08010.623.940
1 Jemen, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate
2 Westsahara und Libyen
3 Ostasien: Mongolei, Nordkorea und Taiwan; Zentralasien: Kirgisien, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan
4 ohne Indien, Indonesien, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand und Vietnam.

Einige Einwanderergruppen sind regional sehr unterschiedlich verteilt. So leben die etwa 1,5 Mio. türkischen Staatsbürger fast ausschließlich in den alten Ländern und Berlin, sind hier jedoch nahezu überall stark vertreten. Die zweitgrößte Gruppe, bestehend aus fast 800.000 Polen, lebt ebenfalls vor allem in den alten Bundesländern sowie in Berlin. Die drittgrößte ausländische Gruppe stammt aus Syrien mit rund 638.000 Personen. Die fast 600.000 Italiener stellten 2016 die viertgrößte Gruppe ausländischer Staatsbürger in Deutschland und die älteste Gruppe unter den sogenannten Gastarbeitern, weshalb sie vor allem in den klassischen Industrieregionen der 1960er-Jahre Wolfsburg im Norden über Solingen in Nordrhein-Westfalen bis in die Region Stuttgart und in die Grenzgebiete zu Italien vertreten ist. Die etwa 90.000 Vietnamesen in Deutschland wanderten vor allem zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter ein, sodass sie in den neuen Ländern nach wie vor eine der größeren Ausländergruppen darstellen, während sie in ganz Deutschland nicht unter den 20 häufigsten ausländischen Staatsbürgerschaften vertreten sind. Die 150.000 Niederländer befinden sich an Platz 18. Sie leben vor allem in den Landkreisen an der Grenze zu den Niederlanden, wo sie teilweise die größte Ausländergruppe stellen und das grenzüberschreitende Wohnen eine lange Tradition hat. Insgesamt leben 192.000 Ungarn in Deutschland (Platz 14), die sich vermehrt in Südostbayern entlang der österreichischen Grenze niedergelassen haben.[26]

Einbürgerungen

Im Jahr 2000, als das neue Staatsangehörigkeitsgesetz in Kraft trat, wurden 186.700 Personen eingebürgert, seither hat die Anzahl der Einbürgerungen tendenziell abgenommen. Im Durchschnitt erhielten bis 2007 jährlich 143.000 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit.[30] 2016 wurden 107.200 Ausländer auf Antrag eingebürgert, die meisten waren ehemalige Staatsangehörige der Türkei sowie anderer EU- oder europäischer Staaten.[31]

Demographie Statistiken

Quelle: The CIA World Factbook, Datenstand 2017.[18]

Alterspyramide von Deutschland (2017)
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer
1,45 Kinder je Frau (2017), im globalen Ländervergleich Platz 213 von 226.
1,43 Kinder je Frau (2014)
1,42 Kinder je Frau (2013)
1,38 Kinder je Frau (2008)
Durchschnittliches jährliches Wachstum der Bevölkerung
-0,16 % (geschätzt)
im globalen Ländervergleich Platz 208
Lebenserwartung
gesamt: 80,8 Jahre
davon männlich: 78,5 Jahre
davon weiblich: 83,3 Jahre
Platz im Ländervergleich: 34
Geburten (pro 1000 Personen der Bevölkerung)
8,6
im globalen Ländervergleich Platz 213
Todesfälle (pro 1000 Personen der Bevölkerung)
11,7
Kindersterblichkeit (Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten)
gesamt: 3,4
davon männlich: 3,7
davon weiblich: 3,1
Platz im Ländervergleich: 205

Regionale Entwicklung

Entwicklung ausgewählter Bundesländer

Nach der Wiedervereinigung

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland kommt es zu Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur, dabei weicht die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen stark voneinander ab. Während die neuen Bundesländer in den ersten 15 Jahren nach der Wiedervereinigung durch starke Abwanderung gekennzeichnet waren, konnten die alten Bundesländer in diesem Zeitraum einen Bevölkerungszuwachs, einige Bundesländer sogar einen starken Anstieg der Einwohnerzahl verzeichnen. Bezogen auf das Jahr der deutschen Vereinigung 1990 verloren die ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlins bis zum 31. Dezember 2003 8,9 % ihrer Bevölkerung. Am stärksten fiel der Rückgang im Land Sachsen-Anhalt aus (−14,9 %), während Brandenburg den Rückgang durch Zuzüge in die nähere Umgebung Berlins teilweise ausgleichen konnte (−2,5 %). Die Einwohnerzahl der zehn westdeutschen Bundesländer wuchs seit 1990 um 8,4 %, am stärksten war der Anstieg in Baden-Württemberg (+11,2 %), nur zwei westdeutsche Länder verzeichneten einen Rückgang der Bevölkerungszahl (Bremen mit −1,2 % und das Saarland mit −0,4 %).

 
Demografische Entwicklung Deutschlands nach der Wiedervereinigung
Einwohnerzahlen der Bundesländer, 1970–2004
 
Bevölkerungsentwicklung 2007 bis 2009: Nur violette und blaue Kreise gewannen Einwohner, während orangefarbene und rote Kreise stark verloren.

Aktuelle Entwicklung

Potsdam ist vor allem auf Grund seiner reizvollen Landschaft und durch sein reiches kulturelles Angebot als Wohnort in der Hauptstadtregion gefragt.
Frankfurt am Main gehört zu den Städten mit dem höchsten Bevölkerungswachstum. Hier liegt Wohnen in der Stadt im Trend.
Kleine Orte in entlegenen Mittelgebirgsregionen sind überdurchschnittlich von Abwanderung und Überalterung betroffen.
Durch Abwanderung bzw. Landflucht verfallen in wirtschaftsschwachen ländlichen Regionen und Kleinstädten Häuser, da für sie kaum noch Käufer gefunden werden.

Der starke Ost-West-Gegensatz in der Bevölkerungsentwicklung hat sich in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre abgeschwächt. Mittlerweile geht die Bevölkerung in fast allen Bundesländern zurück. So verloren 2009 alle Bundesländer außer Berlin und Hamburg an Einwohnern. Auch diese Entwicklung unterstreicht einen Trend, der die Ost-West-Wanderung überlagert: das Wachstum städtischer Regionen gegenüber einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung auf dem Land. Diese Wanderungsbewegungen sind in ganz Deutschland wahrnehmbar. So wachsen neben München, Hamburg, Düsseldorf, Köln oder Frankfurt am Main auch städtische Ballungsräume in den neuen Ländern wie Berlin, Leipzig und Dresden, während ländliche Gebiete in den alten Bundesländern ebenso schrumpfen wie jene in den neuen Ländern. Die Dynamik dieser Entwicklung ist allerdings noch unterschiedlich, wobei eine allmähliche Anpassung denkbar ist. So bleibt die Bevölkerung in jenen Bundesländern konstant, in denen das Schrumpfen ländlicher Räume durch Wachstum in städtischen Zentren ausgeglichen werden kann, wie es in Bayern (München, Nürnberg), Baden-Württemberg (Stuttgart, Freiburg im Breisgau, Karlsruhe) oder Hessen (Frankfurt am Main) der Fall ist. Fehlen große städtische Zentren (wie in Rheinland-Pfalz) oder schrumpfen diese ebenfalls (wie das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen oder im Saarland), so nimmt die Bevölkerung in stärkerem Maße ab.

Konkret auf die Zeit zwischen Ende 2007 und Ende 2009 bezogen nahm die Bevölkerung in fast allen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern weiter zu. Ausnahmen hiervon sind einige Städte im Ruhrgebiet und am Niederrhein, die auf Grund der dortigen Großstadtdichte keine höhere zentralörtliche Funktion für ihr Umland übernehmen, Lübeck und Bielefeld sowie Halle und Chemnitz, wo sich der Rückgang der Einwohnerzahlen gegenüber der Zeit nach der Wiedervereinigung aber deutlich verlangsamt hat. Großräume mit erhöhtem Bevölkerungswachstum waren die Regionen Berlin, Hamburg, Frankfurt und München, während sich der Zuwachs in den übrigen Städten meist auf die Kernstadt beschränkte (beispielsweise in Leipzig). Die einzige ländliche Region mit Bevölkerungswachstum war das Oldenburger Land, das eine verhältnismäßig junge und fertile Bevölkerung besitzt. Die anderen ländlichen Regionen verloren bis zu 3,5 % ihrer Bevölkerung binnen zwei Jahren, besonders betroffen sind das Landesinnere Mecklenburg-Vorpommerns, die Prignitz und die Lausitz sowie große Teile Sachsen-Anhalts, das Thüringer Schiefergebirge und das Erzgebirge. In den alten Bundesländern schrumpfte die Bevölkerung vor allem im Weserbergland und im Harz, in Nordhessen, im Westerwald und im Sauerland, in Oberfranken, in der Eifel und im Hunsrück sowie im Saarland und in der Westpfalz.

Betrachtet man nur die Bevölkerungsentwicklung auf Bundesländer-Ebene, nahm die Bevölkerung in allen Bundesländern zuletzt wieder zu: 2015 waren im Vergleich zum Jahr 2014 die größten Zuwächse in Baden-Württemberg und Bremen zu beobachten (+1,5 %), die geringsten Zuwächse gab es in Sachsen-Anhalt (+0,4 %).

Bevölkerungsentwicklung nach Bundesländern[32]

LandEinwohner 9. Mai 2011Einwohner 31. Dez. 2015[33]Veränderung in %
Baden-Württemberg10.486.66010.879.6183,75
Bayern12.397.61412.843.5143,60
Berlin3.292.3653.520.0316,91
Brandenburg2.455.7802.484.8261,18
Bremen650.863671.4893,17
Hamburg1.706.6961.787.4084,73
Hessen5.971.8166.176.1723,42
Mecklenburg-Vorpommern1.609.9821.612.3620,15
Niedersachsen7.777.9927.926.5991,91
Nordrhein-Westfalen17.538.25117.865.5161,87
Rheinland-Pfalz3.989.8084.052.8031,58
Saarland999.623995.597−0,40
Sachsen4.056.7994.084.8510,69
Sachsen-Anhalt2.287.0402.245.470−1,82
Schleswig-Holstein2.800.1192.858.7142,09
Thüringen2.188.5892.170.714−0,82
Insgesamt80.219.69582.175.6842,44

Nach Kreisen ergibt sich für den Zeitraum zwischen dem 31. Dezember 2007 und dem 31. Dezember 2009 folgendes Bild:

RangKreis WestVeränderung in %
1Stadt Frankfurt am Main+ 1,96 %
2Stadt Kaiserslautern1+ 1,54 %
3Landkreis Tübingen2+ 1,52 %
4Stadt München+ 1,44 %
4Stadt Pirmasens- 2,55 %
3Landkreis Osterode am Harz- 2,55 %
2Landkreis Birkenfeld- 2,62 %
1Landkreis Holzminden- 2,64 %
RangKreis OstVeränderung in %
1Stadt Potsdam+ 2,50 %
2Stadt Dresden+ 1,88 %
3Stadt Jena+ 1,65 %
4Stadt Leipzig+ 1,64 %
4Landkreis Elbe-Elster- 3,35 %
3Landkreis Demmin- 3,42 %
2Landkreis Mansfeld-Südharz- 3,60 %
1Stadt Suhl- 3,63 %
1) Die Stadt Kaiserslautern führte am 1. Mai 2009 eine Zweitwohnsitzsteuer ein, wodurch die seit 1995 rückläufige Einwohnerzahl im Jahr 2009 einmalig sprunghaft anstieg.
2) Auch die Stadt Tübingen führte 2009 eine Zweitwohnsitzsteuer ein, wodurch die ansonsten gleichbleibende Einwohnerzahl des Landkreises ebenfalls einmalig sprunghaft anstieg.

Binnenwanderung, Intraregionale Migration

Für die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung können verschiedene Folgen von Binnenwanderung oder Intraregionaler Migration der Auslöser sein, der später langfristig weitere Folgen nach sich zieht. Die Arbeitsplatzsuche in den Jahren nach dem Beitritt der fünf neuen Bundesländer war wahrscheinlich der gravierendste Auslöser von Binnenwanderung seit dem Nachkriegsjahrzehnt.

Landflucht

Landflucht bezeichnet den Prozess, bei dem viele Menschen in einem kurzen Zeitraum von einem ländlichen Gebiet in eine Stadt bzw. ein Ballungsgebiet ziehen. Die Landflucht fand in der Geschichte erstmals zu Beginn der Industrialisierung statt. Begonnen hat sie in England und Irland, als viele Menschen vom Land in die großen Städte Mittelenglands, nach London oder nach Dublin zogen. In Deutschland fand seit ca. 1820 Landflucht statt. Viele Menschen zogen aus den Dörfern in die Städte. Es gab Gebiete geringer Landflucht, die sie durch hohe Geburtenraten ausgleichen konnten (zum Beispiel Bayern, Baden, Hessen, Thüringen) und es gab Gebiete großer Landflucht, wo es zu einem Bevölkerungsrückgang kam (zum Beispiel Hohenlohe, Mittelfranken, Mecklenburg, Vorpommern, Ostpreußen). Der Prozess der Landflucht ebbte nach dem Zweiten Weltkrieg ab. Aber seit 1990 kommt es im Osten Deutschlands wieder zu höherer Landflucht. Viele Menschen ziehen aus den Dörfern Brandenburgs nach Berlin oder aus den Thüringer Dörfern nach Erfurt oder Jena.

Stadtflucht

Stadtflucht ist das Gegenteil der Landflucht. Aufgetreten ist dieses räumliche Migrationsphänomen in (West)-Deutschland während der 1960er- und 1970er-Jahre, als viele Menschen sich mit dem Geld des Wirtschaftswunders ein Eigenheim außerhalb der großen Städte bauten (vgl. Suburbanisierung). Dieser Prozess findet jedoch ausschließlich in der Umgebung von größeren Städten statt, so dass die Einpendelzeit zur Arbeit 60 Minuten nicht überschreitet. In Deutschland lassen sich viele Beispiele für die Stadtflucht nennen; München-Germering, Frankfurt-Oberursel, Köln-Hürth, Hamburg-Pinneberg-Elmshorn usw. zeigten eine entsprechende Bevölkerungsdynamik. Diese Bewegung ist aber in letzter Zeit etwas „aus der Mode“ gekommen, da die steigenden Energie- und Kraftstoffpreise das Leben im Vorort teuer machen. Großstädte versuchen der Abwanderung von Familien außerdem mit Instrumenten kommunaler Familienpolitik zu begegnen. In der DDR gab es die Stadtflucht der 1960er- und 1970er-Jahre nicht. So ist zum Beispiel Nesse-Apfelstädt mit 6101 Einwohnern (Stand: 31. Dez. 2011) der größte Vorort von Erfurt, während das gleich große Kassel als größten Vorort Baunatal mit knapp 30.000 Einwohnern besitzt.

Altersstruktur

Für 2050 prognostizierte Altersverteilung für Deutschland

Während die Altersstruktur in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts noch weitgehend die Form einer klassischen Alterspyramide aufwies, hat sich dies, wie in anderen Industrieländern auch, in den letzten Jahrzehnten dahingehend verändert, dass die bevölkerungsstärksten Jahrgänge in einem immer höheren Alter anzutreffen sind (man spricht hier auch von „Urnenform“ – siehe Abb. Prognose 2050). Ursachen hierfür sind die geringere Geburtenrate und die bessere Gesundheitsversorgung, die eine höhere Lebenserwartung zur Folge hat. Während wir im Jahr 1950 zum Beispiel bei den Zehnjährigen einen sehr bevölkerungsreichen Jahrgang erkennen können, „wanderte“ dieses Maximum bis 2000 zum Jahrgang der 36-Jährigen hoch; bis 2050 ist das Maximum dann bei den 60-Jährigen zu erwarten. Der Altenquotient – das ist das Verhältnis der Personen im Rentenalter (derzeit Personen ab 67 Jahren) zu 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (derzeit 20 bis 64 Jahre) – betrug im Jahr 2005 ca. 32, im Jahr 2030 wird er bei ca. 49 bzw. 51 liegen, im Jahr 2050 bei 56 bzw. 63.[34] Die Zuwanderung von Ausländern schwächt diese Entwicklung etwas ab, da es sich bei den Migranten häufig um Menschen im jungen Alter handelt und deren höhere Geburtenrate eine Rolle spielt. Allerdings haben sich frühere Wanderungsbewegungen inzwischen weitgehend neutralisiert. Im Jahr 2015 lag das durchschnittliche Alter der Deutschen bei 44,2 Jahren.[35]

Entwicklung der Gesamtbevölkerung

Als Begründer der historischen Demografie in Deutschland gilt der Feldprediger Johann Peter Süßmilch.[37]

1834 wurde die erste gemeinsame Volkszählung in allen deutschen Staaten durchgeführt, mit der erstmals eine relativ exakte Einwohnerzahl festgestellt wurde: Etwa 23,5 Millionen Menschen lebten in den deutschen Staaten. Es folgten weitere Zählungen in regelmäßigen Abständen. In der Liste der Volkszählungen in Deutschland finden sich Daten zur deutschen Bevölkerungsentwicklung für die Jahre 1834–2011.

Seit 1949 hatten die beiden deutschen Staaten und das 1957 beigetretene Saarland ihren gemeinsamen Gebietszuschnitt, wie er auch im heutigen Deutschland fortbesteht. Erstmals in der deutschen Geschichte gab es im Staatsgebiet keine großen nationalen Minderheiten mehr wie früher Franzosen oder Polen. Andererseits begann Deutschland zum Ziel von Zuwanderern aus Europa und Asien zu werden, weshalb inzwischen ein beträchtlicher Bevölkerungsanteil nicht mehr ausschließlich aus Deutschland stammende Vorfahren hat. Durch die Zuwanderung stieg die Bevölkerungszahl von 1972 bis 2002 insgesamt an, obwohl in dieser Zeit der Geburtensaldo bereits negativ war. Im Zeitraum zwischen den Jahren 2002 bis 2011 verringerte sich die Einwohnerzahl, da der Wanderungssaldo teils negativ ausfiel (bspw. im Jahre 2009) und das seit Jahrzehnten bestehende Geburtendefizit nicht ausglich. Seit 2011 nimmt die Bevölkerung Deutschlands wieder zu.

Einwohnerentwicklung von Deutschland von 1950 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr
(31. Dezember)
Gesamt-
bevölkerung
Deutsche
Staatsbürger
195069.346.000
195571.350.000
196073.147.000
196576.336.000
197078.069.000
197578.465.000
198078.397.000
198577.661.000
199079.753.00074.163.000
199581.817.00074.475.000
200082.260.00074.992.000
200582.438.00075.149.000
201081.752.00074.553.000
201180.328.00073.986.000
201280.524.00073.880.000
201380.767.00073.752.000
201481.198.00073.658.000
201582.176.00073.524.000
201682.522.00073.302.000
201782.792.351

Die Ergebnisse ab 2011 sind auf Grundlage des Zensus 2011. Durch die Korrekturen der Bevölkerungszahlen erklärt sich der Sprung zwischen 2010 und 2011.

Quelle: Statistisches Bundesamt[38][39]

Bevölkerungsvorausberechnungen

Modellcharakter der Vorausberechnung

Die in den letzten Jahrzehnten laufend aktualisierten langfristigen koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen haben Modellcharakter. Sie modellieren, nach Maßgabe verschiedener Zahlen und Modelle, mögliche Bevölkerungsentwicklungen. Dementsprechend gibt es u. a. jeweils eine untere und eine obere Variante. Sie sind im wissenschaftlichen Sinne keine Prognosen, sondern gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die dort jeweils exakt beschriebenen Annahmen rechnerisch um. Allerdings sind große Katastrophen wie Kriege oder Epidemien, die massiv in die Bevölkerungszahlen eingreifen würden, verständlicherweise nicht Gegenstand solcher Modelle.

Unsicherheit

Die Ergebnisse dieser Vorausberechnungen, koordiniert zwischen Landesämtern und dem Statistischen Bundesamt sind unsicher und weichen sehr stark voneinander ab. Das Statistische Bundesamt errechnete beispielsweise in seiner 7. Vorausberechnung für das Jahr 2030 einen Bevölkerungsstand von 69,9 Millionen Einwohnern. Nur zwei Jahre später in der 8. Vorausberechnung lag der Wert je nach Variante um 3,8 bis 11,2 Millionen höher. In seiner 10. Vorausberechnung wurden 9 Varianten berechnet und veröffentlicht, wobei die erwartete Bevölkerung für das Jahr 2050 eine Spannweite von 14,3 Millionen Menschen aufweist.[40][41][42]

Bevölkerungsrückgang bis 2060

Für Deutschland wird in allen Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamts ein Bevölkerungsrückgang bis 2050 oder 2060 berechnet. Wie fragil alle Vorausberechnungen sind, zeigt die jüngste Prognose aus 2017 der Bundesregierung. In dem Demografiebericht schreibt sie: Ob Deutschlands Einwohnerzahl bis 2060 zurückgehen wird, ist aus bevölkerungswissenschaftlicher Sicht noch offen.

Varianten des Modells

Eine der modellhaften Annahmen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes ergibt ein Absinken der Bevölkerung auf 79,0 Millionen Menschen (männlich 39,6 Millionen, weiblich 39,4 Millionen) bis zum Jahr 2050.[43] Dabei handelt es sich um einen „Mittelwert“. Andere Modelle berechnen für 2050 nur noch zirka 60 Millionen Menschen, wieder andere etwa 86 Millionen Menschen. Der Bevölkerungsrückgang entspricht teilweise einer veränderten Altersstruktur, aber auch einer veränderten Bevölkerungszusammensetzung. Die Auswirkungen der derzeitig hohen Migrationsrate sind in der Berechnung auf Basis des Jahres 2015 berücksichtigt.

Annahmen des Modells

In der modellhaften Berechnung des Statistischen Bundesamtes wird vorausgesetzt, dass es immer weniger Kinder und noch mehr ältere Menschen geben wird. Wenn man die Daten den letzten Jahren als Trend in die Zukunft hinein projiziert ergibt sich nach der Geburtenzahl von etwa 685.000 im Jahr 2005 ein extrapolierter Wert von 500.000 im Jahr 2050. Etwa doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene werden berechnet, 2005 gab es fast genauso viele Neugeborene wie 60-Jährige. Die Anzahl der Kinder im Schulalter würde dementsprechend weiter abnehmen, ebenso wie die der Auszubildenden. Die Zahl der über 80-Jährigen würde sich entsprechend dem Modell von vier auf zehn Millionen im Jahr 2050 nahezu verdreifachen. Die Bevölkerung im Erwerbsalter würde je nach dem Ausmaß der Zuwanderung bis 2050 um 22 oder 29 Prozent sinken.[44]

Ostdeutschland

Besonders deutlich hat sich die Bevölkerungssituation in Ostdeutschland verändert, wo seit der Wiedervereinigung infolge ökonomischen Wandels und dadurch bedingter hoher Arbeitslosigkeit sowohl eine starke Abwanderung als auch eine besonders niedrige Geburtenrate zu verzeichnen sind. Auch die zunehmende Abwanderung deutscher Arbeitnehmer ins Ausland spielt neuerdings eine Rolle.[45] Geschätzt wird die tatsächliche Zahl deutscher Auswanderer für das Jahr 2005 auf 250.000.

Varianten der 11. Vorausberechnung

Varianten der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes:

  • Variante 1-W1: „mittlere“ Bevölkerung, Untergrenze: Geburtenhäufigkeit annähernd konstant bei 1,4 Kinder je Frau, Basisannahme zur Lebenserwartung, jährlicher Wanderungssaldo von 100.000 Personen pro Jahr
  • Variante 1-W2: „mittlere“ Bevölkerung, Obergrenze: Geburtenhäufigkeit annähernd konstant bei 1,4 Kinder je Frau, Basisannahme zur Lebenserwartung, jährlicher Wanderungssaldo von 200.000 Personen pro Jahr

Die Basisannahme zur Lebenserwartung geht von einer Lebenserwartung neugeborener Jungen im Jahr 2050 von 83,5 Jahren aus, der neugeborener Mädchen von 88,0 Jahren.

Revision der Vorausberechnung 2011

Mit dem Zensus 2011 änderte sich die Bevölkerungszahl erheblich: Nach Auskunft der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder lag die Bevölkerungszahl am 9. Mai 2011 real bei 80,2 Millionen Menschen (Volkszählung 2011).[46] Die Veröffentlichung der veränderten Bevölkerungszahl im Jahr 2013 hatte auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsvorausberechnung.

Ergebnisse der 12. Vorausberechnung

Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung – Basis: 31. Dezember 2008:[47]

DatumVariante 1-W1:
„mittlere“ Bevölkerung,
Untergrenze
Variante 1-W2:
„mittlere“ Bevölkerung,
Obergrenze
31. Dezember 200882.002.00082.002.000
31. Dezember 201081.545.00081.545.000
31. Dezember 201580.772.00080.875.000
31. Dezember 202079.914.00080.437.000
31. Dezember 202578.790.00079.870.000
31. Dezember 203077.350.00079.025.000
31. Dezember 203575.686.00077.981.000
31. Dezember 204073.829.00076.757.000
31. Dezember 204571.729.00075.291.000
31. Dezember 205069.412.00073.608.000
31. Dezember 205566.994.00071.827.000
31. Dezember 206064.651.00070.120.000

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

Ergebnisse der 13. Bevölkerungsvorausberechnung[48]

Im Vergleich zur 12. Vorausberechnung mit der Basis 2013: 80.767.000 ergaben sich folgende Veränderungen:

  • 2020 Variante 1: 81.434.000 statt 79.914.000 (1-W1)
  • 2020 Variante 2: 81.953.000 statt 80.437.000 (1-W2)

Bei einer Aktualisierung der 13. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung auf Basis der tatsächlichen Ergebnisse des Jahres 2015 ergab sich eine Bevölkerungszahl von 83.450.000 im Jahr 2020 (Variante 2A).[49]

Einen Überblick über die Entwicklung der Bevölkerung seit 1834 bietet die Liste der Volkszählungen in Deutschland.

Entwicklung der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter

Mit der Abnahme der Bevölkerung in Deutschland sinkt ebenfalls die Bevölkerung im erwerbstätigen Alter. Das erwerbstätige Alter wird von 20 bis 64 Jahren festgelegt. Diese Bevölkerungsgruppe sinkt aufgrund von Alterung und Schrumpfung besonders stark. Das statistische Bundesamt rechnet mit folgender Entwicklung:

Entwicklung der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter von 20 bis 64 Jahren in Deutschland von 2013 bis 2060 – Basis: 31. Dezember 2013:[48]

DatumKontinuität bei
schwächerer Zuwanderung
Kontinuität bei
stärkerer Zuwanderung
201349 Mio.49 Mio.
202049 Mio.49 Mio.
203044 Mio.45 Mio.
204040 Mio.42 Mio.
205038 Mio.41 Mio.
206034 Mio.38 Mio.

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

Aus Unternehmenssicht verschärfe der demographische Wandel den ohnehin vorhandenen Fachkräftemangel in Deutschland. Unternehmen müssten zunehmend Möglichkeiten nutzen, um Fachkräfte besser an ihr Unternehmen zu binden.

Nach einer neuerlichen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft soll die Bevölkerung Deutschlands, entgegen früheren Annahmen, aufgrund größerer Einwanderung weiter wachsen und im Jahre 2035 rund 83,1 Mio. Menschen umfassen.[50]

Demografiestrategie und Demografieziele Deutschlands

Demografieziel

Die Bundesregierung formulierte 2015 auf ihrer Webseite das Ziel,[51] „Die Demografiepolitik der Bundesregierung hat daher das Ziel, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Wohlstand für die Menschen aller Generationen in unserem Land erhöhen und die Lebensqualität weiter verbessern.“

Demografiestrategie

Die Demografiestrategie der deutschen Bundesregierung vom September 2015[52][53] nennt vier Ansatzpunkte von zentraler Bedeutung:

  • Wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand langfristig zu sichern, damit auch künftige Generationen am Wohlstand teilhaben können.
  • Den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, denn belastbare soziale Beziehungen – in der Familie, der Nachbarschaft bis hin zu Gesellschaft und Arbeitswelt – sind unverzichtbar.
  • Gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen und eine hohe Lebensqualität in Stadt und Land zu sichern.
  • Die Handlungsfähigkeit des Staates zu erhalten, verlässliche soziale Sicherungssysteme zu gewährleisten und den öffentlichen Dienst attraktiv zu halten.

In ihrer „weiterentwickelten Demografiestrategie“ von 2015 nennt die Bundesregierung Partner, mit denen sie vertieft in zehn Arbeitsgruppen zusammenarbeiten möchte.[54]

  • „Gute Partnerschaften für starke Familien“[55] (18 Mitglieder[56]),
  • „Jugend gestaltet Zukunft“[57] (20 Mitglieder[58]),
  • „Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten“ (20 Mitglieder[59]),
  • „Selbstbestimmtes Leben im Alter“[60] (27 Mitglieder[61]),
  • „Allianz für Menschen mit Demenz“[62] (23 Mitglieder,[63] z. B. BUNDESÄRZTEKAMMER),
  • „Regionen im demografischen Wandel stärken – Lebensqualität in Stadt und Land fördern“ (11 Mitglieder[64]),
  • „Mobilisierung aller Potenziale zur Sicherung der Fachkräftebasis“ (11 Mitglieder[64]),
  • „Ausländisches Arbeitskräftepotenzial erschließen und Willkommenskultur schaffen“ (14 Mitglieder,[64] z. B. Bundesagentur für Arbeit),
  • „Bildungsbiografien fördern“ (11 Mitglieder,[64] z. B. Hochschulrektorenkonferenz) und
  • „Der öffentliche Dienst als attraktiver und moderner Arbeitgeber“ (3 Mitglieder[64]) .

Kritik: Starker Fokus auf wirtschaftliches Wachstum

Bei den ‚vier Ansatzpunkten von zentraler Bedeutung‘ ist wieder kein Hinweis zu finden für einen Bevölkerungserhalt oder (im Mittel) ausreichend Kinder zu haben – ohne das dem Bürger direkt vorzuschreiben. (Siehe auch Kritik von Herwig Birg (in: Die demografische Uhr tickt unbarmherzig, 5. März 2015)[65], 1981–2004 Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld (Deutschland), und sowie weitere Kritik von Herwig Birg (9. Januar 2013)[66] zu einer vorhergehenden Version der Demografiestrategie).

In der Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015)[52][53] wird streckenweise stark der Fokus gelegt auf ‚wirtschaftliches Wachstum‘ einschließlich intensiver Empfehlung zu Karriere, allerdings ohne ‚Familie‘ oder ‚Kinder‘ im jeweils unmittelbar benachbarten Text zu erwähnen. In der Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015)[53][67] findet man z. B. auf Seite 39 (pdf) ‚Mobilisierung aller Potenziale zur Sicherung der Fachkräftebasis‘ (ohne ‚Familie‘ zu erwähnen), S. 45 (pdf) ebenso: ‚ … gilt es mehr denn je, jede Einzelne und jeden Einzelnen in ihren Bildungsbiografien zu fördern.‘ Ein Nachweis, z. B. auf mathematischer Grundlage, dass eine Werbung dieser Art für die Karriere keinen negativen Einfluss auf die Entscheidungswahrscheinlichkeit zur (privaten) Realisierung von Kinderwünschen darstellt, ist im Text der Demografiestrategie nicht auffindbar. Die Zusammenhänge sind allerdings auch hier relativ komplex.

Kommunale Demografiestrategie

Die Stadt Bielefeld hat 2004 als erste bundesdeutsche Kommune eine Stabsstelle Demographische Entwicklungsplanung im Dezernat des Oberbürgermeisters eingerichtet, damit die Bevölkerungsentwicklung bei allen städtischen Planungen berücksichtigt wird.[68] Die Demografiebeauftragte Susanne Tatje erhielt für ihr Konzept Demografischer Wandel als Chance? – Das Bielefelder Konzept[69] 2006 den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses Konzept ist im August 2006 einstimmig im Rat der Stadt Bielefeld beschlossen worden und enthält u. a. sechs demografiepolitische Ziele für Bielefeld zu den Themen Integration von Zuwanderern, Bildung, Familienpolitik, Wohnen, Gesundheit und Wirtschaft. Darüber hinaus wird ein Verfahren vorgestellt, wie diese Ziele in Verwaltung und Politik bearbeitet werden können. Die Stadt Bielefeld hat in den Jahren 2008, 2014 und 2016 jeweils einen Demographiebericht herausgegeben.[70] Zum 31. März 2017 ist das Amt für Demographie und Statistik in Bielefeld aufgelöst worden. Dessen Aufgaben sind auf andere kommunale Dezernate übergegangen.[71]

Einen großen Bekanntheitsgrad erlangte auch der Bielefelder Demografie-Stempel.[72] Hierbei handelt es sich um eine Handreichung für die Dezernate mit konkreten Hilfestellungen für ihre Planungen. Der Demografie-Stempel wurde im Wissenschaftsjahr 2013, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen hatte, zum Ausstellungsobjekt einer Wanderausstellung der Leibniz-Gemeinschaft zum Demografischen Wandel. Eine von Susanne Tatje im Jahr 2016 veröffentlichte Untersuchung setzt sich kritisch mit der „Stellung der Demografiebeauftragten in Nordrhein-Westfalen“ auseinander.[73]

Aussagen der Deutschen Wirtschaft

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hat mehrere Dokumente[74][75][76][77][78] zur Analyse der demografischen Entwicklung in Deutschland in Form von z. B. sogenannten Positionspapieren oder bzgl. Immobilien-Analysen[76] erstellt. Diese Dokumente enthalten für Deutschland statistische Zahlen und Grafiken unter anderem zur regionalen Verteilung ausgewählter demografischer und wirtschaftlicher Daten.

Im März 2006[74] wird die demographische Situation Deutschlands folgendermaßen beschrieben:

  • „anhaltend niedrige Geburtenrate und nicht ausreichende ‚ökonomische‘ Zuwanderungsgewinne, prägen das Bild“
  • „Bereits heute sehen sich einige Regionen mit entsprechenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.“
  • „Kinder stehen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.“
  • „Anerkennung für die Erziehung von Kindern eine unabdingbare Voraussetzung“.
  • Außerdem wird betont, dass die 16 Förderbanken auf Landesebene „ordnungspolitische Ergänzungsfunktionen in Bereichen, die der Markt nicht ausreichend abdeckt“, übernehmen.[74]

Im Dokument VÖB-Positionen zu 10 Kernthemen zur Bundestagswahl 2009[78] wird prognostiziert: „Bevölkerungsrückgang und Alterung werden … zu sehr ungleichen Entwicklungen in den Regionen führen. Da der demografische Wandel bereits unumkehrbar ist, wird eine langfristige und effektive Förderstrategie benötigt, die die demographisch bedingten Entwicklungen abfedern, ausgleichen und steuern kann.“ Eine weitere Analyse des Zusammenhanges zwischen Wirtschaft und Demografie wurde von ‚Deutsche Bank Research‘ 2013 in Form der Ausarbeitung „Mittelstand und Demografie“[79] erstellt. Hier wird das Risiko des Nachwuchsmangels genannt: „Krise im Eurogebiet und Demografie trüben Perspektiven auf europäischen Absatzmärkten“ (Seite 8). Als mögliches Lösungsszenario wird dort der Zuzug von Fachkräften nach Deutschland vorgeschlagen: Beispielsweise „… bietet sich Talentsuche im Ausland an. So suchen derzeit viele junge Menschen aus den südeuropäischen Ländern eine Beschäftigung in Deutschland. Das hat zu verstärkter Zuwanderung aus diesen Ländern geführt.“

Im Dezember 2015 gab der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, die demografische Prognose im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ab,[80] dass er „ohne Zuwanderung ‚keine Lösung‘ für die Überalterung der deutschen Gesellschaft sehe.“.[81]

Geschichte demografischer Prognosen

Nach der rassistischen Bevölkerungspolitik des NS-Regimes fristete die Demografie in Deutschland lange ein Schattendasein, galt die Untersuchung oder gar Beeinflussung reproduktiven Verhaltens doch als moralisch bedenklich.

Erst im Zusammenhang mit der politischen Debatte um die Aufrechterhaltung der Sozialversicherungen kamen auch in Deutschland Debatten über die demographische Entwicklung oder den demographischen Wandel wieder auf. Zum Teil bis heute blieb die Diskussion dabei stark auf Themen der Wirtschaft und Sozialsysteme fixiert. So sprach (und spricht man z. T. bis heute) im Hinblick auf die Altersversorgung vom Problem der Überalterung – wobei objektiv nicht die Existenz älterer Menschen, sondern das Fehlen jüngerer (Unterjüngung) Sorgen bereitet.

Inzwischen hat die Demografie in Deutschland wieder Anschluss an den internationalen Kenntnisstand gefunden. Ursula Lehr nannte bereits 1987 folgende 16 demografische Faktoren:

1. Zunahme der Lebenserwartung,
2. mit dem Alter zunehmende Differenz der Anzahl Männer – Frauen,
3. wachsender Anteil älterer Menschen (1890 ?? % über 60, heute 21 %, im Jahr 2000 ca. 26 %),
4. wachsender Anteil Hochbetagter und Über-100-Jähriger (Hochaltrigkeit, alte Alte),
5. zunehmende Differenzierung der Alten in verschiedene Lebens- und Verhaltensformen,
6. Entwicklung zu einer alters-egalitären Gesellschaft,
7. veränderte Relation der Altersgruppen,
8. Rückgang der Dreigenerationenhaushalte, Zunahme Eingeneration- und Einpersonhaushalte,
9. Singularisierung,
10. Zunahme der Vier- und Fünfgenerationenfamilien,
11. Veränderungen im Lebenszyklus,
12. Verkürzung der Familienphase,
13. Zunahme Rentnerkurorte,
14. absolute Zunahme von Pflegebedürftigkeit, Abnahme des Potenzials an häuslichen Pflegepersonen;
15. Zunahme alt werdender Behinderter,
16. Zunahme alt werdender ausländischer Bürger.

Seither sind in der wissenschaftlichen Diskussion hinzugekommen:

17. Verjüngung des Alterns – Die Menschen werden heute früher und im Lauf ihres Lebens länger mit Altersproblemen konfrontiert.
18. Entberuflichung des Lebenslaufs
19. weitere Feminisierung des Alters.

Demografiedaten Deutschlands

Mit einer zusammengefassten Fruchtbarkeitsziffer (TFR) um die 1,50 Geburten pro Frau hatte Deutschland 2015 weltweit betrachtet eine eher niedrige Geburtenrate. In Ländern Italien (1,37) oder Spanien (1,32) fiel die zusammengefasste Geburtenziffer allerdings noch niedriger aus.[82] Seit den 1980er-Jahren schwankt die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer zwischen ca. 1,2 und 1,5 Kindern je Frau. Die Kohortenfertilität (CFR) ist hingegen – parallel zu einem immer höheren Durchschnittsalter der Mütter – von knapp 2,0 beim Frauenjahrgang 1940 auf knapp 1,5 beim Frauenjahrgang 1965 relativ kontinuierlich gefallen. In Ostdeutschland verharrte sie für die Jahrgänge 1948 bis 1958 bei etwa 1,8, fällt danach ab und hat sich für den Jahrgang 1965 mit knapp 1,6 dem westdeutschen Niveau weitgehend angenähert. Nach der Wende fiel die TFR der neuen Länder auf ein historisches Tief von ca. 0,8 Kinder je Frau im Jahr 1994 (dem niedrigsten je gemessenen Wert weltweit) und hat sich seitdem dem westdeutschen Wert allmählich weitgehend angenähert. Zur Reproduktion einer Bevölkerung mit Sterblichkeitsverhältnissen, wie sie z. B. in Deutschland vorliegen, ist es demgegenüber erforderlich, dass jede Frau im Durchschnitt rund 2,1 Kinder zur Welt bringt (TFR 2,08).

Deutschland befindet sich damit in einem globalen Trend, der auch als demografisch-ökonomisches Paradoxon bezeichnet wird: Je wohlhabender und gebildeter eine Gesellschaft wird, desto weniger Kinder bekommt sie. Einer Studie des Berlin-Instituts zufolge[83] gilt dies für den Binnenvergleich hochindustrialisierter Länder allerdings nicht mehr: „Im Westen Europas ist ein ökonomisch-demografisches Paradoxon nicht mehr nachzuweisen.“

Prognosen in Deutschland

Die von den Statistischen Landesämter in Deutschland durchgeführten Bevölkerungsvorausberechnungen enthalten stets einen Abschnitt zur Methodik, Parametern und Annahmen.[84][85]

In Thüringen wurde 2009 auf Basis der Werte vom 31. Dezember 2008 eine Bevölkerungsprognose aufgestellt. Für das Jahr 2009 wurde ein Wanderungssaldo von –13.000 Personen (tatsächlich waren es –8026 Personen[86]) und für das Jahr 2010 von –11.800 Personen (tatsächlich waren es –5741 Personen) prognostiziert.[87] Damit lag die Abweichung bei den Wanderungen schon im zweiten Prognosejahr bei über 50 %. Fortgesetzt über fünf, zehn oder zwanzig Jahre würde die Ungenauigkeit so groß, dass die Aussagekraft einer solchen Bevölkerungsprognose stark absinkt. Das Beispiel zeigt, dass die Wanderungsbewegungen der Zukunft schwer zu prognostizieren sind und stark von kurzfristigen Faktoren abhängen. Für das Jahr 2011 sind solche Faktoren etwa die Aussetzung der Wehrpflicht, die Öffnung des Arbeitsmarkts für Osteuropäer oder die doppelten Abiturjahrgänge in einigen westdeutschen Bundesländern. Entscheidend ist auch die Entwicklung der Konjunktur, die sich ebenfalls nicht über Jahrzehnte in die Zukunft prognostizieren lässt. Diese Faktoren gelten auch für die Bevölkerungsprognosen der anderen deutschen Länder.

Auch die unterschiedlichen Ergebnisse aus ZENSUS 2011 sind noch zu berücksichtigen. So musste man zum Beispiel bei den Männern über 90 Jahre die angenommenen bzw. zu Grunde liegenden Zahlen um deutlich 30 Prozent nach unten korrigieren.[88] Aber auch in anderen Altersklassen und bei früheren Einwohnerzahlen gab es meist „Bevölkerungsverluste“. Allein in Flensburg fehlten ca. 6500 Einwohner, die oft unerklärlich waren. Viele Städte und Gemeinden haben gegen die festgesetzten Ergebnisse gem. ZENSUS 2011 geklagt.[89]

Die Prognosen haben politische und wirtschaftliche Bedeutung, weil auch der kommunale Finanzausgleich von der Einwohnerzahl abhängt. So hat die Stadt Bremerhaven im Jahre 2014 vor dem Verwaltungsgericht Bremen geklagt, weil offiziell 5000 weniger Einwohner ausgewiesen worden waren und die Stadtgemeinde Bremerhaven dadurch knapp eine halbe Million Euro weniger pro Jahr erhält.[90]

Die demografische Entwicklung in Ostdeutschland

Die demografischen Veränderungen in Ostdeutschland haben aufgrund ihres Umfangs und ihrer Geschwindigkeit sowohl ökonomische als auch fiskalische Auswirkungen. Neben einem Schrumpfen der Bevölkerung kommt es zu Altersstruktureffekten, deren ökonomische Wirkungen ganz erheblich sein können. Der Anteil der Rentnergeneration wird stark zunehmen, der Anteil von Kindern und Jugendlichen dementsprechend kräftig sinken. Auch die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird sich deutlich reduzieren, weil mehr Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge Personen „nachrücken“. Die neuen Länder nehmen damit eine Entwicklung vorweg, die in ähnlicher Form in Westdeutschland mit einer Verzögerung von 20 Jahren ebenfalls eintreten kann. Dadurch sind für den westdeutschen Raum gerade Analysen von Politikmaßnahmen in ostdeutschen Regionen von hoher Relevanz.[91]

Siehe auch

Literatur

  • Herwig Birg: Die demographische Zeitenwende. Der Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Europa. C.H.Beck, Oktober 2001
  • Herwig Birg: Die ausgefallene Generation. Was die Demographie über unsere Zukunft sagt. Beck, München 2006.
  • Karl Otto Hondrich: Weniger sind mehr: Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist. Frankfurt a. M./New York, Campus, 2007, ISBN 978-3-593-38270-8.
  • Yves-Marie Laulan: Allemagne: Chronique d’une mort annoncée (Deutschland. Chronik eines angekündigten Todes). Paris 2004, ISBN 2-86839-959-2.
  • Ulrich Reinhardt, Wolfgang Schuster: Generationenvertrag statt Generationenverrat. Freiburg 2013, ISBN 978-3-451-33276-0.
  • Juliane Roloff: Demographischer Faktor. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main, ISBN 3-434-46191-4.
  • Christian Saehrendt: Wer rückt nach? Deutschland altert, das Land leert sich. Aufsatz (neben weiteren internationalen Beiträgen zu Problemen des 21. Jahrhunderts), in: Thomas Kunze u. a. (Hg.) Einundzwanzig. Jahrhundertgefahren, Jahrhundertschancen. Berlin 2010, ISBN 978-3-934882-21-8, S. 136–146.
  • Ulrich Schödlbauer: Über das generative Verhalten der Deutschen. Iablis, 2006.
  • Hans Schuh: Systematischer Frauenklau. Demografische Analysen zeigen: Städte ziehen junge Frauen an, im Osten droht regional der Niedergang In: Die Zeit, 16. März 2006.
  • Susanne Tatje (Hrsg.): Unsere Zukunft – Meine Stadt. Ein Buch über den demographischen Wandel für junge Menschen von 10 bis 100. KunstSinn-Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-939264-07-1.

Weblinks

 Commons: Demografie Deutschlands – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Statistische Wochenberichte: Bevölkerung und Arbeit – Monatszahlen. Abgerufen am 29. November 2017.
  2. a b c d e Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung – Geborene und Gestorbene. Abgerufen am 29. November 2017.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Destatis): Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland. Abgerufen am 29. November 2017.
  4. Kinderlosigkeit ist das wirkliche Problem Europas, Die Welt vom 21. Dezember 2012. Abgerufen am 9. Januar 2013.
  5. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Themenbereich Migration & Integration. Abgerufen am 29. November 2017.
  6. Statistisches Bundesamt (Destatis): Zusammengefasste Geburtenziffer nach Kalenderjahren. Abgerufen am 29. November 2017.
  7. Statistisches Bundesamt (Destatis): Daten zu Kinderlosigkeit, Geburten und Familien. Abgerufen am 29. November 2017.
  8. Statistisches Bundesamt (Destatis): Natürliche Bevölkerungsbewegung. Abgerufen am 29. November 2017.
  9. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerungsstand. Abgerufen am 29. November 2017.
  10. Woher kommen die Zuwanderer? mediendienst-integration.de
  11. Bei jeder dritten Geburt sind Eltern nicht verheiratet. Statistische Bundesamt, 19. Dezember 2016, abgerufen am 19. Dezember 2016.
  12. a b c d e f g h i j k l m Max Roser, Hans Rosling: Total Fertility Rate around the world over the last centuries. Our World In Data, Gapminder, 2014, abgerufen am 22. September 2018 (englisch).
  13. Life expectancy.
  14. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 15. Juli 2017.
  15. Startseite – Statistisches Bundesamt (Destatis). In: destatis.de. Abgerufen am 23. Oktober 2015.
  16. Germany. World Bank.
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  18. a b The World Factbook. Europe : Germany. The World Factbook, 2018, abgerufen am 22. September 2018 (englisch).
  19. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung: Bei jeder Dritten Geburt sind Eltern nicht verheiratet. Abgerufen am 29. November 2017.
  20. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Wanderungen. Abgerufen am 29. November 2017.
  21. Deutschland erwartet Einwanderungswelle aus EU-Krisenländern. In: Arte Journal. 20. Dezember 2012, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  22. Deutschland vor größter Einwanderungswelle seit Jahrzehnten. In: manager magazin online. 13. Dezember 2012, abgerufen am 24. Dezember 2012.
  23. Forscher erwarten Millionen Einwanderer. In: Spiegel Online. 13. Dezember 2012, abgerufen am 24. Dezember 2012.
  24. a b c d BAMF: "Migrationsbericht 2013"
  25. Stefan Alscher, 12. Juni 2015: Newsletter „Migration & Bevölkerung“: Großstädte sind Zuwanderungsmagneten, bpb.de, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  26. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Ausländische Bevölkerung. Abgerufen am 29. November 2017.
  27. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit Ausländische Bevölkerung Ergebnisse des Ausländerzentralregisters. (PDF) Statistisches Bundesamt (Destatis), 12. April 2018, abgerufen am 14. April 2018.
  28. siehe Georgier in Deutschland
  29. siehe auch: Nepalesen in Deutschland
  30. Statistisches Bundesamt (Destatis): Einbürgerungen ab 1990. Abgerufen am 29. November 2017.
  31. Statistisches Bundesamt (Destatis): Einbürgerungen nach bisheriger Staatsangehörigkeit. Abgerufen am 29. November 2017.
  32. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung nach Bundesländern. Abgerufen am 29. November 2017.
  33. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Fläche und Bevölkerung. (Memento des Originals vom 6. Juli 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-portal.de
  34. Statistisches Bundesamt (Destatis): Interaktive Bevölkerungspyramide. Abgerufen am 29. November 2017.
  35. Statistisches Bundesamt (Destatis): Durchschnittsalter der Bevölkerung. Abgerufen am 29. November 2017.
  36. Länderprofil Deutschland. (PDF) Wirtschaftskammer Österreich, Oktober 2018, abgerufen am 21. Februar 2019. S. 3.
  37. Johann Peter Süßmilch: Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts. I–II, 3. Auf. Berlin 1765.
  38. Bevölkerung – Deutsche und nichtdeutsche Bevölkerung nach Geschlecht. Deutschland in 1000. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 26. März 2016.
  39. Bevölkerungsstand – Bevölkerung nach dem Gebietsstand in 1000. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 12. Juni 2016.
  40. Gerd Bosbach: Demografische Entwicklung – kein Anlass zur Dramatik. 2003
  41. Gerd Bosbach: Bevölkerungsentwicklung. In: Gabriele Gillen & Walter van Rossum (Hrsg.): Schwarzbuch Deutschland. Das Handbuch der vermissten Informationen. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-02504-5.
  42. mit Jens Jürgen Korff: Altersarmut in einem reichen Land. Zur Logik eines scheinbaren Widerspruchs. In: Christoph Butterwegge, Gerd Bosbach & Matthias W. Birkwald (Hrsg.): Armut im Alter. Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2012, ISBN 978-3-593-39752-8, S. 175–188 (gekürzte Version in den NachDenkSeiten, 8. November 2012)
  43. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung nach Altersgruppen bis 2060. Abgerufen am 29. November 2017.
  44. Statistisches Bundesamt: Im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene (Memento vom 13. September 2007 im Internet Archive)
  45. Tagesschau: Auswandern als Trend: „Politik reagiert zu spät“ (Memento vom 25. April 2009 im Internet Archive)
  46. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung: Zensus 2011: 80,2 Millionen Einwohner lebten am 9. Mai 2011 in Deutschland. Abgerufen am 29. November 2017.
  47. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. Abgerufen am 30. November 2017.
  48. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. Abgerufen am 29. November 2017.
  49. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerungsentwicklung bis 2060 – aktualisiert. Abgerufen am 29. November 2017.
  50. IW-Studie: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner. Abgerufen am 8. Dezember 2017.
  51. Demografieziel der (dt.) Bundesregierung (2015), abgerufen am 10. Mai 2016.
  52. a b 20. Juni 2016: (Weiterentwickelte) Demografiestrategie der (dt.) Bundesregierung vom 2. September 2015, BMFSFJ.de, html, abgerufen am 29. Januar 2017.
  53. a b c Weiterentwickelte Demografiestrategie der (dt.) Bundesregierung (2. September 2015), Demografie-Portal.de, html
  54. Die weiterentwickelte Demografiestrategie (der dt. Bundesregierung, 2015), eine Zusammenfassung.
  55. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Gute Partnerschaften für starke Familien“
  56. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Gute Partnerschaften für starke Familien“ (Memento des Originals vom 7. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmfsfj.de, Link defekt am 21. Oktober 2018.
  57. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Jugend gestaltet Zukunft“
  58. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Jugend gestaltet Zukunft“ (Memento des Originals vom 7. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmfsfj.de, Link defekt am 21. Oktober 2018.
  59. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten“
  60. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Selbstbestimmtes Leben im Alter“
  61. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Selbstbestimmtes Leben im Alter“
  62. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Allianz für Menschen mit Demenz“
  63. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Allianz für Menschen mit Demenz“
  64. a b c d e Demografiestrategie der Bundesregierung(2015), Der Arbeitsgruppenprozess, Übersicht über weitere Arbeitsgruppen und Mitgliederlisten
  65. Herwig Birg im Interview von Ferdinand Knauß, 5. März 2015: Die demografische Uhr tickt unbarmherzig. WirtschaftsWoche, abgerufen am 18. Februar 2016.
  66. Herwig Birg im Interview von Ferdinand Knauß, 9. Januar 2013: Der große Demografie-Bluff. WirtschaftsWoche, abgerufen am 18. Februar 2016.
  67. Weiterentwickelte Demografiestrategie der (dt.) Bundesregierung, 2. September 2015 (pdf; 4,8MB; 96 Seiten). demografie-portal.de, abgerufen am 4. August 2016.
  68. Mira Gajevic, Kerstin Krupp: Alternde Städte – Wozu braucht man Demografiebeauftragte? Den ersten und einzigen Posten dieser Art gibt es in Bielefeld. In: Berliner Zeitung. 9. März 2006
  69. Susanne Tatje: Demografischer Wandel als Chance? – Das Bielefelder Konzept (pdf;818 kB;30 Seiten). (PDF) Stadt Bielefeld, abgerufen am 14. Mai 2016.
  70. Stadt Bielefeld (Hrsg.): Demographiebericht 2008, Demographiebericht 2014, Demographiebericht 2016
  71. Siehe Hinweis unter Presseamt/Statistikstelle auf bielefeld.de, abgerufen am 14. August 2017.
  72. Susanne Tatje: Bielefelder Demografie-Stempel – Demographierelevante Aspekte für Planungskonzepte und Projekte (pdf 716 kB). (PDF) bielefeld.de, abgerufen am 14. Mai 2016.
  73. Susanne Tatje: Demographiebeauftragte in Städten und Gemeinden. Ergebnisse einer Untersuchung. In: Unser Thema (5), Mai 2016.
  74. a b c Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands VÖB, 1. März 2006: Demografie ist Gegenwart – Förderbanken in der Verantwortung (pdf; 731 kB; 20 Seiten), abgerufen am 9. Mai 2016.
  75. Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, 1. August 2006: Demografieatlas Deutschland – Auswirkungen des demografischen Wandels auf Wirtschaft, Finanzen und Immobilienmarkt Zusammenfassung (html) VÖB: Demografieatlas Deutschland (pdf; 6,8 MB; 36 Seiten), abgerufen am 9. Mai 2016.
  76. a b Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, September 2006: Zusammenfassung (html)VÖB-ImmobilienAnalyse, (pdf; 1,6 MB; 112 Seiten), abgerufen am 12. Juli 2016.
  77. Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, März 2007: Zusammenfassung vom 20. September 2007 (html) Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf Banken und Volkswirtschaft (pdf; 2,7 MB; 128 Seiten), abgerufen 10. Juli 2016.
  78. a b Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, 24. Juni 2009: Zusammenfassung (html), Bundestagswahl 2009 – VÖB-Positionen zu 10 Kernthemen (pdf; 182 kB; 28 Seiten, davon 16 mit Inhalt), abgerufen am 12. Juli 2016.
  79. Deutsche Bank Research, 25. März 2013: Zusammenfassung (html), Mittelstand und Demografie – Der Handlungsdruck steigt (pdf; 736 kB; 24 Seiten), abgerufen am 20. Oktober 2018.
  80. Eine Million Flüchtlinge in Deutschland ist das Beste, was 2015 passiert ist, focus.de, 14. Dezember 2016, abgerufen am 13. Juli 2016.
  81. Flüchtlinge sind gut für Deutschland. auf: focus.de, 9. Dezember 2016, abgerufen 13. Juli 2016.
  82. Statistisches Bundesamt (Destatis): Zusammengefasste Geburtenziffer. Abgerufen am 29. November 2017.
  83. Steffen Kröhnert, Reiner Klingholz: Emanzipation oder Kindergeld 2008 (PDF; 155 kB; 26 Seiten), abgerufen am 7. Oktober 2016.
  84. bay-gemeindetag.de: Ausgabe 01/2010, siehe dort Seite 3 ff, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  85. bay-gemeindetag.de: Ausgabe 03/2010, siehe dort Seite 103 ff, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  86. Thüringer Landesamt für Statistik, Sept. 2010: Statistischer Bericht: Wanderungen und Bevölkerung in Thüringen 2009 (PDF; 2,1 MB; 58 Seiten), Abschnitt ‚1.1 Gesamtwanderungen 1989 bis 2009‘, S. 4, abgerufen am 8. März 2017.
  87. Thüringer Landesamt für Statistik (Memento des Originals vom 13. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tls.thueringen.de, Link defekt am 6. Oktober 2016.
  88. Pia Heinemann: Das Geheimnis der Superalten. In: Welt am Sonntag. 8. Mai 2016, S. 19 (mittlere Spalte, 2-seitiger Artikel mit Grafiken).
  89. Björn Schwentker, Marcel Pauly: Kommunen klagen gegen Volkszählung. (html) In: Spiegel online. 29. Oktober 2014.
  90. Björn Schwentker: Bremerhaven scheitert mit Zensusklage. In: Spiegel online. 11. November 2014.
  91. Autorenteam aus Institut für Wirtschaftsforschung Halle, TU Dresden sowie ifo Institut Niederlassung Dresden, 15. Dezember 2006: Demografische Entwicklung in Ostdeutschland. (Memento vom 1. April 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB; 311 Seiten), groß angelegte Studie im Auftrag des BMWi: IWH, abgerufen am 21. Februar 2017.

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Frankfurt am Main: Schweizer Straße, vom Maintower aus gesehen
Verfallendes Haus in Calbe (Saale).jpg
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Immer mehr Häuser auf dem Land verfallen, vor allem in Ostdeutschland. Dieses Haus in Calbe (Saale) in Sachsen-Anhalt steht seit der Wende leer und droht, demnächst einzustürzen.
Einwohnerentwicklung von Deutschland.svg
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Einwohnerentwicklung von Deutschland
Wanderungssaldopng.PNG
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Wanderungssaldo
Staatsangehörigkeit Türkei in Deutschland.png
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Karte der Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit und deren relativer Häufigkeit in den Landkreisen 2014. Dunkelgrün: häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, hellgrün: fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, weiß: sechsthäufig oder weniger. Quelle: Ausländerzentralregister, Stand 31. Dezember 2014. Saarland: keine Daten auf Kreisebene (dargestellt ist die Landesebene). Deutschlandweite relative Häufigkeit der ausländischen Staatsangehörigkeit Türkei: Platz 1.
Bevölkerungentwicklung Deutschland 1950-2014.svg
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Geburten und Sterbefälle von 1950 bis 2014 in Deutschland (nach Gebietsstand 2014, also bis 1989 einschließlich der DDR)
Flag of the United Kingdom.svg
Union Jack, Flagge des Vereinigten Königreichs
Flag of Ireland.svg
Man sagt, dass der grüne Teil die Mehrheit der katholischen Einwohner des Landes repräsentiert, der orange Teil die Minderheit der protestantischen, und die weiße Mitte den Frieden und die Harmonie zwischen beiden.
Staatsangehörigkeit Niederlande in Deutschland.png
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Karte der Personen mit niederländischer Staatsangehörigkeit und deren relativer Häufigkeit in den Landkreisen 2014. Dunkelgrün: häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, hellgrün: fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, weiß: sechsthäufig oder weniger. Quelle: Ausländerzentralregister, Stand 31. Dezember 2014. Saarland: keine Daten auf Kreisebene (dargestellt ist die Landesebene). Deutschlandweite relative Häufigkeit der ausländischen Staatsangehörigkeit Niederlande: Platz 15.
Abwanderungen aus Deutschlandpng.PNG
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Abwanderung aus Deutschland
Flag of Finland.svg
Flagge Finnlands
Potsdam Nauner Tor.jpg
Blick auf das Nauener Tor in der Potsdamer Innenstadt.
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Flagge Portugals, entworfen von Columbano Bordalo Pinheiro (1857-1929), offiziell von der portugiesischen Regierung am 30. Juni 1911 als Staatsflagge angenommen (in Verwendung bereits seit ungefähr November 1910).
Pictogram voting info.svg
Piktogramm zum Kennzeichnen von Informationen bei einer Wahl/Abstimmung.
Flag of Syria.svg
Das Bild dieser Fahne lässt sich leicht mit einem Rahmen versehen
Staatsangehörigkeit Polen in Deutschland.png
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Karte der Personen mit polnischer Staatsangehörigkeit und deren relativer Häufigkeit in den Landkreisen 2014. Dunkelgrün: häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, hellgrün: fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, weiß: sechsthäufig oder weniger.

  • Quelle: Ausländerzentralregister,
  • Stand: 31. Dezember 2014.

Saarland: keine Daten auf Kreisebene (dargestellt ist die Landesebene). Deutschlandweite relative Häufigkeit der ausländischen Staatsangehörigkeit Polen: Platz 2.

   häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis
   fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis
   sechsthäufig oder weniger
Staatsangehörigkeit Vietnam in Deutschland.png
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Karte der Personen mit vietnamesischer Staatsangehörigkeit und deren relativer Häufigkeit in den Landkreisen 2014. Dunkelgrün: häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, hellgrün: fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, weiß: sechsthäufig oder weniger. Quelle: Ausländerzentralregister, Stand 31. Dezember 2014. Saarland: keine Daten auf Kreisebene (dargestellt ist die Landesebene).
Flag of Iran.svg
Flagge des Irans. Die dreifarbige Flagge wurde 1906 eingeführt, aber nach der Islamischen Revolution von 1979 wurden die Arabische Wörter 'Allahu akbar' ('Gott ist groß'), in der Kufischen Schrift vom Koran geschrieben und 22-mal wiederholt, in den roten und grünen Streifen eingefügt, so daß sie an den zentralen weißen Streifen grenzen.
Deutschland Demografie.png
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Bevölkerungsentwicklung Deutschlands von 1961 bis 2010
Bevölkerungsentwicklung Landkreise 2007-2009.png
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Bevölkerungsentwicklung der deutschen Landkreise von 31.12.07 bis 31.12.09.
Mk Bevölkerung Bundesländer.png
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Flag of Croatia.svg
Das Bild dieser Fahne lässt sich leicht mit einem Rahmen versehen
Staatsangehörigkeit Ungarn in Deutschland.png
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Karte der Personen mit ungarischer Staatsangehörigkeit und deren relativer Häufigkeit in den Landkreisen 2014. Dunkelgrün: häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, hellgrün: fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, weiß: sechsthäufig oder weniger. Quelle: Ausländerzentralregister, Stand 31. Dezember 2014. Saarland: keine Daten auf Kreisebene (dargestellt ist die Landesebene). Deutschlandweite relative Häufigkeit der ausländischen Staatsangehörigkeit Ungarn: Platz 13.
Flag of Afghanistan.svg
Flagge der Islamischen Republik Afghanistan.
Germanypop.svg
Population pyramid - Germany (2017)
De wanderung.svg
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Zuwanderung nach Deutschland, Daten von [1] und [2].
Flag of Moldova.svg
Flagge der Republik Moldau
Fertilität Deutschland.png
Durchschnittliche Kinderzahl in den Land- und Stadtkreisen 2009
Meuselbach Viehberg.JPG
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Meuselbach-Schwarzmühle Viehberg
Swabian family in Helenendorf.jpg
Swabian family in Helenendorf (now Khan), the Caucasus in 1910 - Helenendorf was created in 1819 by 194 Swabian families
Bevpyr 2050.png
(c) Breßler, CC-BY-SA-3.0
Prognostizierte Altersverteilung für Deutschland im Jahr 2050
Staatsangehörigkeit Italien in Deutschland.png
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Karte der Personen mit italienischer Staatsangehörigkeit und deren relativer Häufigkeit in den Landkreisen 2014. Dunkelgrün: häufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, hellgrün: fünfthäufigste ausländische Staatsangehörigkeit in diesem Kreis, weiß: sechsthäufig oder weniger. Quelle: Ausländerzentralregister, Stand 31. Dezember 2014. Saarland: keine Daten auf Kreisebene (dargestellt ist die Landesebene). Deutschlandweite relative Häufigkeit der ausländischen Staatsangehörigkeit Italien: Platz 3.