DAF (Automobile)

DAF Trucks NV

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RechtsformNaamloze vennootschap
Gründung1928
SitzEindhoven, NiederlandeNiederlande Niederlande
LeitungHarry Wolters (President)
BrancheSchwere Nutzfahrzeuge (Lkw)
Websitewww.daf.eu

Reklametafel aus der Anfangszeit (Sattelauflieger)
DAF XF 105

DAF (Van Doorne’s Automobiel Fabriek N.V.) ist ein niederländischer Lkw-Produzent. Er gehört zum US-amerikanischen Paccar-Konzern. Zwischen 1959 und 1975 wurden zudem Personenwagen hergestellt.

Geschichte

Im Jahr 1928 gründete Hub van Doorne in Eindhoven die Hub van Doorne, Machinefabriek en Reparatieinrichting in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (Commanditaire vennootschap). Zu Beginn konzentrierte sich das Unternehmen auf Schweiß- und Schmiedearbeiten für die Eindhovensche Binnenschifffahrt und Philips, aber auch Sattelzugomnibus-Sattelauflieger.[1] Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre zwang die Gebrüder Van Doorne – inzwischen war auch Hub van Doornes jüngerer Bruder Wim van Doorne am Unternehmen beteiligt – sich nach neuen Auftragsgebieten umzusehen.

1932 wurde die Firma in Van Doorne’s Aanhangwagenfabriek N.V. (DAF) umbenannt und in eine Aktiengesellschaft (niederl. Naamloze vennootschap N.V.) umgewandelt. Von da an konzentrierte sich das Unternehmen ausschließlich auf die Herstellung von schwerbelastbaren Lkw-Anhängern. 1936 wurde mit dem DAF Losser einer der ersten Container-Sattelauflieger der Welt entwickelt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden erstmals eigene Zugfahrzeuge gebaut, nämlich schwere Artillerieschlepper für das Militär. Nach dem Krieg folgte 1948 eine Namensänderung in Van Doorne’s Automobiel Fabriek N.V.

1949 begann DAF neben der Anhängerfertigung auch mit dem Bau eigener Lastwagen, die zunächst lange Zeit mit Dieselmotoren des britischen Herstellers Leyland ausgestattet wurden. Eine Stärke der DAF-Lkw-Produktion waren die von Beginn an angebotenen Frontlenker-Fahrerhäuser, deren Form immer wieder dem Zeitgeschmack angepasst wurde: anfangs rundlich, ab den 1960er Jahren dann eckig ausgeführt. Von den 1950er Jahren bis 1972 waren auch eigene Haubenwagen im Programm.

Ab 1958 wurden mit dem DAF 600, der Daffodil-Reihe und den Modellen DAF 33 bis 66 auch Pkw (siehe unten) produziert. Die DAF-Pkw sind insbesondere durch ihr Variomatic-Getriebe bekannt geworden. Dies ist eine stufenlose Keilriemenautomatik mit Fliehkraftkupplung, die ein schaltruckfreies Fahren ermöglicht. Die Riemenscheiben sind verstellbar, über Fliehkraftregler und über vom Ansaugrohrdruck über Steuerventile beaufschlagte Membranzylinder. Vor der Automatik saß ein per Hand zu schaltendes Wendegetriebe, so dass die Wagen genauso schnell vorwärts wie rückwärts fahren konnten.

Der letzte von DAF entwickelte Pkw, der DAF 77, war ein Mittelklassemodell mit Variomatic, das dann als Volvo 343 auf den Markt kam und in den Niederlanden produziert wurde.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte DAF in der Lkw-Produktion mit Ford zusammengearbeitet, nach dem Krieg begann DAF mit dem DAF A30 eine eigene Lkw-Produktion. Später folgten der A50 und DAF A10. Die ersten Lastwagen wurden mit Leyland- und Perkins-Motoren ausgestattet.

Im Jahr 1963 brachte DAF den Typ 2600 heraus, der erste moderne Lkw, der sich grundlegend von den Vorkriegsprodukten unterschied. Die Frontlenkerfahrerkabine war ab dem Jahr 1968 nach vorne kippbar. Durch ein Baukastensystem mit einer hohen Anzahl von gleichen Bauteilen konnten verschiedene Fahrerkabinen für unterschiedliche Anforderungen hergestellt werden.

In den 1970er Jahren war DAF ein Teil des „Vierer-Clubs“, zu dem auch Saviem, Magirus-Deutz und Volvo gehörten.

In dieser Zeit war es für DAF ein großes Problem, qualifiziertes Personal für die Produktion zu finden. In den folgenden wirtschaftlichen Turbulenzen wurde die Pkw-Sparte Volvo übertragen. Die Lkw-Produktion wurde fortgesetzt und DAF wurde in den Verbund „International Harvester“ aufgenommen. Teil dieses Verbundes waren auch die Firmen Atkinson und Pegaso. Ausbleibende Investitionen bewegten DAF jedoch, aus diesem Zusammenschluss wieder auszutreten.

Im Jahre 1987 übernahm DAF den britischen Hersteller Leyland. Dadurch bekam DAF plötzlich zwei „Heimmärkte“, Großbritannien und die Niederlande. Außerdem wurde durch die Fusion die Produktionskapazität erheblich erweitert. Im Jahre 1988 wurde mit großem Erfolg die Baureihe 95 eingeführt. Mit diesem Modell erreichte DAF seine erste Auszeichnung „Truck of the Year“. In den folgenden Jahren wurde diese Serie um die leichteren Baureihen 45/55 und 65/75/85 erweitert.

Nach der vollständigen Übernahme von Leyland versuchte DAF auch, den spanischen Lkw-Hersteller Pegaso zu übernehmen. Pegaso war wegen anhaltender Verluste in einer schwierigen Situation. Im Jahre 1989 machte DAF ein Übernahmeangebot. Jedoch kam es nicht zu dem Zusammenschluss. Die Iveco-Gruppe übernahm Pegaso.

DAF beabsichtigte, eine größere Rolle auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt zu spielen. Daher ging das Unternehmen an die Börse.

Für den Bau leichter Lastwagen hatte DAF schon vor der Übernahme eine Zusammenarbeit mit Leyland vereinbart. Letztere stellte leichte Lkw für DAF in Lizenz her. Nach der Übernahme wurde der Leyland Sherpa zum Freight Rover weiterentwickelt, später zum DAF 200, worauf der schwerere DAF 400 folgte. Der Leyland Roadrunner wurde zunächst als DAF 800 vermarktet, aber bald in DAF 45 umbenannt. Auf dessen Grundlage wurde der DAF 55 entwickelt. Als der Lkw-Markt in schwere Turbulenzen geriet, musste DAF im Jahr 1993 Insolvenz anmelden. Das Unternehmen startete einen Neuanfang im selben Jahr unter dem Namen „DAF Trucks N.V.“ und wurde im Jahr 1996 vom amerikanischen Nutzfahrzeughersteller Paccar übernommen.

Die Abwicklung des Konkurses dauerte 19 Jahre. Das Verfahren wurde im Jahr 2012 beendet und war damit einer der längsten Konkurse in den Niederlanden. An mehr als 1.100 Gläubiger wurden insgesamt 500 Mio. Euro gezahlt, das entsprach einer Quote von 10 %.

Im Jahr 1998 wurde der Nachfolger des DAF 95, der 95 XF vorgestellt. Im Jahr 2007 wurde der XF 105 zum „Truck of the Year“ gewählt.[2] Am 19. April 2007 lief der 750.000ste Lkw vom Band.

Im Oktober 2013 eröffnete DAF für 320 Mio. Euro ein Montagewerk in Ponta Grossa, Brasilien. Hier werden Lkw für den südamerikanischen Markt gebaut.

Im Juli 2016 wurde DAF zusammen mit vier anderen europäischen Lkw-Herstellern wegen verbotener Preisabsprachen mit einem Bußgeld von 2,93 Milliarden Euro belegt. Der Anteil von DAF betrug 752 Millionen Euro.[3]

Produktionsstandorte:[4]

  • Eindhoven (Niederlande)
  • Westerlo (Belgien)
  • Leyland (Vereinigtes Königreich)
  • Ponta Grossa (Brasilien)

Lkw-Modelle

Wie auch andere Nutzfahrzeughersteller hat auch DAF seine Modelle in Baureihen eingeteilt.

KlasseBaureihe
leichte LkwLF
mittelschwere LkwCF
schwere LkwXF

Bilder

Auswahl

BauzeitAuswahl
1962–1974
1973–1986
  • DAF 2300
  • DAF 3300
1987–1996
1997–2002
2002–2006
  • DAF XF95
seit 2006
  • DAF XF105
seit 2012
seit 2015
  • DAF New XF

Pkw-Modelle

Bilder

Produktionszeitraum und -volumen

ModellBaujahregefertigte FahrzeugeAnmerkung
DAF 6001959–196330.591
DAF 7501961–196316.767
DAF 301961–196323.045genannt „Daffodil“
DAF 311963–196556.200genannt „Daffodil“
DAF 321965–196753.674genannt „Daffodil“
DAF 441966–1974167.902
DAF 331967–1974131.621
DAF 551968–1972153.263
* DAF 55 Marathon1971/197210.967
DAF 661972–1975101.967ab 1976 als Volvo 66 weiterproduziert
* DAF 66 Marathon1972/197314.382
* DAF 66 Marathon 13001973–197523.074
* DAF 66 YA1974/19751.201Militärfahrzeug
DAF 461974–197632.353noch ein Jahr nach Übernahme durch Volvo als DAF verkauft

Weblinks

Commons: DAF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gut aufgelegt und fast vergessen · Die Geschichte der Sattelschlepper-Busse. In: Last & Kraft, Heft 2/92, Edition Diesel Queen, Berlin 1992
  2. history. In: DAF. Abgerufen am 23. August 2016.
  3. Megaboete van 752 miljoen voor DAF na illegale prijsafspraken. In: omroepbrabant.nl. Abgerufen am 23. August 2016.
  4. daf-worldwide. In: daf.com. Abgerufen am 23. August 2016.

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