Curragh (Irland)

Curragh-Ebene

Curragh (irisch: An Currach [əˈkʊɾəx], deutsch „der Sumpf“) ist eine Ebene von 20 km² im County Kildare in der Republik Irland. Sie liegt zwischen den Städten Kildare und Newbridge. Hier befindet sich seit dem 19. Jahrhundert ein wichtiger Militärstützpunkt sowie Irlands bekannteste Pferderennbahn.

"The Curragh racecourse", Druck aus dem 19. Jhdt.
Sea The Stars beim Training in Curragh
Der Jockey Johnny Murtagh siegte 300 Mal in Curragh.
Trainer Aidan O'Brien hat mehr 600 Siege auf dieser Rennbahn

Pferderennbahn The Curragh

Der Name „Curragh“ kommt vom irischen Wort Cuirreach und bedeutet „Ort der laufenden Pferde“. Das erste dokumentierte Rennenfand im Jahr 1727 statt. Das erste Derby fand 1866 statt und 1868 wurde Curragh per Parlamentsbeschluss zur Rennbahn erklärt.[1][2]

Die Rennbahn Curragh ist der Austragungsort für die fünf wichtigsten Rennen in Irland. Dazu zählen die drei Triple Crown Rennen: Irish Derby Stakes, Irish 2,000 Guineas und St. Leger, sowie die beiden klassischen Stutenrennen Irish Oaks, Irish 1,000 Guineas. Es finden jährlich 23 Renntage statt, von Ende März bis Ende Oktober.[3] An Tagen ohne Rennen gibt es Führungen zur Besichtigung der Rennbahn. Die Bahn ist ein hufeisenförmiger Rechtskurs von zwei Meilen Länge, mit einem Anstieg in Richtung Zielgerade. Es gibt eine Verlängerung der Zielgeraden.[4][5][6] Zu den wichtigen Rennen gehören:

MonatTagRace NameTypKlasseDistanzAlter/Geschlecht
MärzSonntagPark Express StakesFlachGruppe 31609 m3-jährige + Stuten
AprilSonntagGladness StakesFlachGruppe 31408 m3-jährige +
MaiMontagAthasi StakesFlachGruppe 31408 m3-jährige +
MaiMontagMooresbridge StakesFlachGruppe 32012 m4-jährige +
MaiMontagTetrarch StakesFlachListenrennen1408 m3-jährige
MaiSamstagRidgewood Pearl StakesFlachGruppe 31609 m4-jährige + Stuten
MaiSamstagIrish 2,000 GuineasFlachGruppe 11609 m3-jährige
MaiSamstagGreenlands StakesFlachGruppe 31207 m3-jährige +
MaiSonntagIrish 1,000 GuineasFlachGruppe 11609 m3-jährige Stuten
MaiSonntagGallinule StakesFlachGruppe 32012 m3-jährige
MaiSonntagTattersalls Gold CupFlachGruppe 12112 m4-jährige +
JuniFreitagInternational StakesFlachGruppe 32012 m3-jährige +
JuniSamstagIrish DerbyFlachGruppe 12414 m3-jährige
JuniSamstagRailway StakesFlachGruppe 21207 m2-jährige
JuniSamstagSapphire StakesFlachGruppe 31006 m3-jährige +
JuniSonntagCurragh CupFlachGruppe 32816 m3-jährige +
JuniSonntagPretty Polly StakesFlachGruppe 12012 m3-jährige + Stuten
JuniSonntagBalanchine StakesFlachGruppe 31207 m2-jährige Stuten
JuliSamstagAnglesey StakesFlachGruppe 31265 m2-jährige
JuliSamstagMinstrel StakesFlachGruppe 31408 m3-jährige +
JuliSamstagIrish OaksFlachGruppe 12414 m3-jährige Stuten
JuliSonntagKilboy Estate StakesFlachGruppe 21811 m3-jährige + Stuten
AugustSonntagPhoenix Sprint StakesFlachGruppe 31207 m3-jährige +
AugustSonntagPhoenix StakesFlachGruppe 11207 m2-jährige
AugustSonntagDebutante StakesFlachGruppe 21408 m2-jährige
AugustSonntagRoyal Whip StakesFlachGruppe 32012 m3-jährige +
AugustSamstagFuturity StakesFlachGruppe 21408 m2-jährige
AugustSamstagFlying Five StakesFlachGruppe 31006 m3-jährige +
AugustSamstagCurragh StakesFlachListenrennen1006 m2-jährige
AugustSamstagIrish St Leger Trial StakesFlachGruppe 32816 m3-jährige +
SeptemberSonntagMoyglare Stud StakesFlachGruppe 11408 m2-jährige f
SeptemberSonntagLanwades Stud Fillies' StakesFlachGruppe 31811 m3-jährige + Stuten
SeptemberSonntagRound Tower StakesFlachGruppe 31207 m2-jährige
SeptemberSamstagRenaissance StakesFlachGruppe 31207 m3-jährige +
SeptemberSamstagBlandford StakesFlachGruppe 22012 m3-jährige + Stuten
SeptemberSonntagVincent O'Brien StakesFlachGruppe 11408 m2-jährige
SeptemberSonntagSolonaway StakesFlachGruppe 21609 m3-jährige +
SeptemberSonntagIrish St. LegerFlachGruppe 12816 m3-jährige +
SeptemberSonntagWeld Park StakesFlachGruppe 31408 m2-jährige Stuten
SeptemberSonntagBeresford StakesFlachGruppe 21609 m2-jährige

Das Armeelager Curragh

1855 wurde vom Britischen Heer für den Krimkrieg ein Armeelager gebaut. 1879 wurden die Holzbaracken durch moderne Kasernen ersetzt. Hier absolvierte Eduard VII., damals Prinz von Wales, seinen Militärdienst und wurde bei der Gelegenheit von seiner Mutter Königin Viktoria besucht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Curragh zum Divisionshauptquartier, wo auch Soldaten für den Burenkrieg ausgebildet wurden.

Der „Vorfall von Curragh“

Am 20. März 1914 kam es im Armeelager zum so genannten Curragh Incident. Im Vorlauf zu einer Gesetzesdebatte über Selbstverwaltung für Irland (Home Rule) hatte der Kommandeur des Stützpunkts Curragh, Sir Arthur Paget, vom Kriegsministerium den Befehl erhalten, seine Truppen auf eine Verlegung nach Ulster vorzubereiten, falls es dort zu Unruhen von Loyalisten gegen die Selbstverwaltung, kommen sollte. Paget missverstand diesen Befehl als unmittelbaren Marschbefehl. Daraufhin stellte er auf eigene Verantwortung seinen Offizieren frei zurückzutreten; 57 von 70 Offizieren gingen auf dieses Angebot ein. Formal hatten sie sich noch nicht der Meuterei schuldig gemacht, weil sie sich noch nicht geweigert hatten, einen direkten Befehl auszuführen.

Die Regierung unter Premierminister Asquith nahm daraufhin den ursprünglichen Befehl zurück, sprach von einem Missverständnis und setzte die Offiziere wieder ein. Der Vorfall bestärkte irische Nationalisten in der Ansicht, dass eine Selbstverwaltung nicht vom britischen Heer unterstützt werden würde. Der Vorfall ist dahingehend bemerkenswert, dass es eine der wenigen Situationen seit dem englischen Bürgerkrieg war, bei der Elemente des britischen Militärs offen in die Politik eingriffen. John French musste als Chef des Imperialen Generalstabes zurücktreten und versprechen, dass die britische Armee nicht gegen die Ulster-Loyalisten vorgehen würde.

Internierung irischer Nationalisten

Ab 1920 wurden im Lager Curragh bei verschiedenen Gelegenheiten irische Nationalisten interniert. Nach dem Irischen Unabhängigkeitskrieg (1919–1921) übergab das Britische Heer am 16. Mai 1922 das Lager an das Heer des Irischen Freistaats. Die Baracken wurden nach Führern des Osteraufstands benannt. Während des Irischen Bürgerkriegs wurden sieben Männer im Militärgefängnis exekutiert, die eine Eisenbahnstrecke sabotiert und Truppen des Freistaats einen Hinterhalt gelegt hatten.

1940 wurde unter der nunmehr irischen Regierung eine Anlage mit 24 Baracken gebaut, jede Baracke – mit Ausnahme der Funktionsbauten wie Kirche, Küche, Bücherei, Wäscherei und Krankenstation – bot Platz für 30 Gefangene. Hier wurden insgesamt zwischen 300 und 500 irische Nationalisten gefangen gehalten. Es gab Spielfelder für Hurling und gälischen Fußball. Das Lager war von Stacheldraht und einem tiefen Graben umgeben. Ab Dezember 1940 wurden hier auch hohe Offiziere der IRA interniert. Am 14. Dezember zündeten Gefangene sieben Hütten an, wodurch sie auch unabsichtlich ein Tunnelsystem exponierten, das sie heimlich gegraben hatten. Die Lagerinsassen spalteten sich in zwei Fraktionen, die mehr oder weniger gut mit ihren Bewachern kooperierten. Ab 1943 konnten die Gefangenen Besuch empfangen. Im Herbst 1944 akzeptierten die meisten Internierten, dass sie auf Bewährung entlassen wurden; eine Gruppe von ca. 70 Gefangenen, die als gefährlich betrachtet wurde, blieb bis Mitte 1945.

Internierung von Besatzungen abgestürzter Flugzeuge

Da die Republik Irland im Zweiten Weltkrieg neutral blieb, wurden hier auch Flugzeugbesatzungen, die über der Republik oder in ihren Hoheitsgewässern abgestürzt waren, interniert. Es handelte sich um ca. 40 Angehörige der Royal Air Force (darunter Polen, Franzosen der Forces françaises libres und Kanadier) und 60 Deutsche. Die Internierten erhielten ihren Sold und durften tagsüber das Lager verlassen. Die Angehörigen der beiden gegnerischen Kriegsparteien sollen höflich miteinander umgegangen sein. Die alliierten Internierten wurden Mitte 1943 entlassen, die Deutschen bei Kriegsende in Europa.

Das Lager heute

Auf dem Gelände befinden sich heute Kasernen des Irischen Heeres sowie ein Militärmuseum mit einer großen Waffensammlung. Von den ehemaligen Internierungslagern sind nur noch die Fundamente geblieben.

Literatur

  • Joseph O’Neill: Blood-Dark Track: A Family History. Granta Books, London 2001. ISBN 1-86207-288-4.

Siehe auch

Die anglisierte Bezeichnung „Curragh“ kommt noch öfters vor, so auf der Isle of Man und als Namensbestandteil bei mehr als 20 Townlands in Irland sowie bei der Curragh Coal Mine in Australien.

Einzelnachweise

  1. 10 things you probably didn't know about the Curragh. In: IntoKildare.ie. 9. Mai 2018, abgerufen am 13. Juli 2020 (britisches Englisch).
  2. Sportsfile: Sports Ticket: Live the Action! Aesculus Press Ltd, 2004, ISBN 978-1-904328-24-7 (englisch, google.com).
  3. The Curragh HRI. In: www.goracing.ie. Abgerufen am 13. Juli 2020 (englisch).
  4. Sportsfile: Sportticket: Live the Action! Aesculus Press Ltd, 2004, ISBN 978-1-904328-24-7 (google.com).
  5. The Complete Irish Racecourses Guide. In: www.horse4course-racetips.com. Abgerufen am 13. Juli 2020 (britisches Englisch).
  6. Curragh Racecourse Guide. In: British Racecourses. 28. Januar 2020, abgerufen am 13. Juli 2020 (britisches Englisch).

Koordinaten: 53° 8′ 40″ N, 6° 49′ 25″ W

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The Curragh plains in County Kildare
The Curragh race course, County Kildare Ireland LCCN2003677593.jpg
Title: The Curragh race course, County Kildare Ireland

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