Claus Holm

Claus Holm (* 4. August 1918 in Bochum als Helmut Gerhard Ozygus; † 21. September 1996 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Grab des Ehepaars Holm auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend

Claus Holm war der Sohn des Bergmanns Karl Ozygus und der Charlotte Salomon.[1] Sein Vater stammte aus Langenwalde, im Kreis Ortelsburg, in Ostpreußen,[2] und erwarb 1907 ein Haus in Werne, Elsingstraße 10 (spätere Nummer 15).[3] Holm war bereits 1934 Mitglied im Boxsportverein Werne 1930,[4] kämpfte dort im Jung-Weltergewicht und wurde 1937 rheinisch-westfälischen Meister im Jugend-Mittelgewicht. Er besuchte eine Bergschule und arbeitete anschließend kurzzeitig als Steiger in einer Zeche,[5] bevor er etwa 1941/42 über einen Vertrag bei der Tobis Filmkunstgesellschaft zur Schauspielerei kam. Nach Kriegsende baute er das Altmärkische Theater in Salzwedel mit auf und stand bald auch für die DEFA vor der Kamera. Das 1947 entstandene Filmdrama Ehe im Schatten von Kurt Maetzig zählte er selbst zu seinen wichtigsten Filmen. Daneben spielte er am Theater am Schiffbauerdamm.

Im Jahr 1953 flüchtete Holm aus der DDR in den Westen, wo er bald wieder Theater spielte, und gehörte seit der Intendanz von Boleslaw Barlog dem Ensemble der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin an. In dieser Zeit war er auch ein gefragter Filmschauspieler. So spielte er in den 1950er Jahren in einigen Heimatfilmen. 1957 verkörperte Holm den Kommissar Axel Kersten in dem für einen Oscar nominierten Film Nachts, wenn der Teufel kam und stand 1959 für Fritz Langs Neuverfilmungen von Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal vor der Kamera. Auch in drei Edgar-Wallace-Filmen wirkte er mit.

Ab Mitte der 1960er Jahre spielte Holm hauptsächlich Theater. Im Fernsehen war er 1966 in der deutschen Science-Fiction-Fernsehserie Raumpatrouille Orion als Bordingenieur Hasso Sigbjörnson zu sehen. In der Zeit danach trat er nur noch in wenigen Filmen auf, darunter 1980 in Rainer Werner Fassbinders Fernsehverfilmung Berlin Alexanderplatz.

Claus Holm lebte zuletzt sehr zurückgezogen. Er starb am 21. September 1996 im Alter von 78 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er neben seiner zweiten Ehefrau, der Sängerin Dagmar Holm geb. Stech (1918–1988), auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße im heutigen Ortsteil Berlin-Westend (Grablage: 20-B-1a).[6]

Filmografie

Theater (Auswahl)

Synchronisation

Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Joseph Cotten (El Perdido), Gordon Jackson (Die besten Jahre der Miss Jean Brodie) und Michael Ripper (Die tödlichen Bienen) seine Stimme.

Hörspiele

Literatur

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 34 f.
Commons: Claus Holm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Personeneintrag Claus Holm. Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  2. Karl Ozygus erste Ehe. Archivgut: Zivilstandsregister Werne. Bestand: Heiratsbuch, Jg. 1896. Dokument: Urkundennummer 46. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe Detmold. 18.09.1896. Signatur: P 6/3, Nr. 2948.
  3. Rolf Faßbinder: Die Gemeinde Werne im Blick ihrer Gebäude & Straßen der Jahre 1907 bis in die Mitte der 1950er Jahre (S. 114). werner-linie, 2015, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  4. Eine neue Kraftprobe. Wettkampf BSV Werne 30 gegen BS Dortmund 20. In: Bochumer Anzeiger. Band 41, Nr. 265, 10. November 1934, S. 10.
  5. Michael Hanisch: Biografie Claus Holm. defa-Stiftung, Mai 2023, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  6. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1. S. 488.

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