Chuck Mangione

Chuck Mangione (1998)

Charles Frank „Chuck“ Mangione (* 29. November 1940 in Rochester, New York; † 22. Juli 2025 ebenda) war ein US-amerikanischer Jazz-Flügelhornist und Komponist. International erfolgreich wurde er 1978 mit seinem Jazz-Pop-Song Feels So Good.

Leben und Wirken

Musikalische Aufmerksamkeit erlangte Mangione mit der Band The Jazz Brothers, die er zusammen mit seinem Bruder Gap leitete, und die seit 1960 drei Alben aufnahm. Von 1958 bis 1963 (Bachelor) besuchte er die Eastman School of Music.[1] 1962 legte er sein Debütalbum Recuerdo (Jazzland) vor. Danach schloss er sich Art Blakey’s Jazz Messengers an, wo er sich in die Riege der Jazztrompeter Clifford Brown, Kenny Dorham, Bill Hardman, Lee Morgan und Freddie Hubbard einreihte, die vor ihm diesen Platz besetzt hatten.

Ein weiterer Schritt in Mangiones Karriere war die Rückkehr zur Eastman School of Music, wo er zwischen 1968 und 1972 die Leitung des dortigen Jazzorchesters übernahm. 1970 nahm er mit dem Rochester Philharmonic Orchestra das Live-Album Friends and Love auf, das unter anderem den Titel Hill Where the Lord Hides beinhaltete, und welches ihm zu einem Plattenvertrag bei Mercury Records sowie einer ersten Grammy-Nominierung verhalf. Unter Mercury Records erhielt er mit dem Titelsong des Albums Land of Make Believe eine weitere Grammy-Nominierung.[2]

Chuck Mangione (2006)

Unter A&M Records wurde seine Aufnahme Chase the Clouds Away zur Titelmelodie der Fernsehübertragung der Olympischen Sommerspiele von 1976, mit Bellavia gewann Mangione 1977 seinen ersten Grammy.[2] Mit melodisch eingängigen Kompositionen wie Land of Make Believe und Feels So Good gewann er eine große Fangemeinde. Deren vereinfachte Arrangements und ihr reduzierter Improvisationsanteil sorgten für eine hohe Radiopräsenz. Regelmäßige Tourneen mit Musikern wie Gerry Niewood und Grant Geissman verschafften Mangione einem breiteren Publikum Aufmerksamkeit und die für einen Jazzmusiker sehr hohen Verkaufszahlen (alleine zwei Millionen verkaufte Exemplare seines Albums Feels so Good) Anerkennung in der Popkultur.[1] Die Melodie seines Hits Feels So Good wurde 1980 in der Current Biography als die eingängigste seit dem Song Michelle von den Beatles bezeichnet. Mangiones gleichnamiger Soundtrack zum Film Children of Sanchez wurde 1978 mit einem zweiten Grammy in der Sparte „Beste Instrumentaldarbietung – Pop“ ausgezeichnet[2] und 1979 für den Golden Globe Award nominiert, konnte sich aber nicht gegen Midnight Express von Giorgio Moroder durchsetzen.

1980 wurde Give It All You Got zum Thema der Olympischen Winterspiele. In den 1980er-Jahren nahm ihn Columbia Records unter Vertrag, und es folgten zahlreiche Alben und erfolgreiche Konzerte. In der Episode T.C.s große Liebe (im Original Paradise Blues, Staffel 4, Episode 78) der TV-Serie Magnum von 1984 verkörperte Mangione einen Hornisten in einem Musikclub auf Hawaii. In dieser Episode interpretierte Mangione gemeinsam mit der Hauptdarstellerin Leslie Uggams als Sängerin den Jazzstandard Here’s That Rainy Day von Jimmy Van Heusen und Johnny Burke von 1953.

1989, nach 25 Jahren als Musiker, zog sich Mangione aus der Öffentlichkeit zurück und nahm keine weiteren Alben auf. Erst 1994 begann er wieder aufzutreten, wobei viele den Tod Dizzy Gillespies als Auslöser vermuten, weil Mangione ihn verehrt hatte.[3] Neben einer Reihe von Reunion-Auftritten kam es zu neuen Alben für das Label Chesky.[1]

Mangione verstarb am 22. Juli 2025 während des Schlafs im Alter von 84 Jahren zu Hause in Rochester.[3]

Diskografie

Alben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 US R&B
1971Friends & Love...A Chuck Mangione ConcertUS116
(11 Wo.)US
Together: A New Chuck Mangione ConcertUS194
(4 Wo.)US
1972The Chuck Mangione QuartetUS180
(6 Wo.)US
1975Chase The Clouds AwayUS47
Gold
Gold

(19 Wo.)US
BellaviaUS68
(15 Wo.)US
1976Encore/The Chuck Mangione ConcertsUS102
(10 Wo.)US
1977Main SqueezeUS86
(24 Wo.)US
Land of Make BelieveUS157
(12 Wo.)US
1978Feels So GoodUS2
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(88 Wo.)US
The Best of Chuck MangioneUS105
(6 Wo.)US
Children of SanchezUS14
Gold
Gold

(44 Wo.)US
R&B37
(8 Wo.)R&B
1979An Evening of Magic – Chuck Mangione Live At The Hollywood BowlUS27
(23 Wo.)US
1980Fun and GamesUS8
Gold
Gold

(23 Wo.)US
R&B13
(17 Wo.)R&B
1981TarantellaUS55
(15 Wo.)US
R&B51
(4 Wo.)R&B
1982Love NotesUS83
(10 Wo.)US
R&B53
(4 Wo.)R&B
1983Journey To a RainbowUS154
(7 Wo.)US
1984DisguiseUS148
(8 Wo.)US

Singles

JahrTitel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 US R&B
1971Hill Where The Lord Hides
Friends and Love
US76
(6 Wo.)US
1975Chase the Clouds Away
Chase the Clouds Away
US96
(4 Wo.)US
1977Land of Make Believe
Land of Make Believe
US86
(3 Wo.)US
mit The Hamilton Philharmonic Orchestra
1978Feels So Good
Feels So Good
US4
(25 Wo.)US
R&B68
(7 Wo.)R&B
1979Give It All You Got
US18
(16 Wo.)US
R&B32
(12 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 12. Januar 1979
1982Steppin’ Out
Love Notes
R&B80
(4 Wo.)R&B

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Goldene Schallplatte

  • Kanada Kanada
    • 1978: für das Album Children of Sanchez

Platin-Schallplatte

  • Kanada Kanada
    • 1978: für das Album Feels So Good

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nungen, Ver­käu­fe, Quel­len)
Gold PlatinVer­käu­feQuel­len
 Kanada (MC) Gold1 Platin1150.000musiccanada.com
 Vereinigte Staaten (RIAA) 3× Gold3 2× Platin23.500.000riaa.com
Insgesamt 4× Gold4 3× Platin3

Literatur

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 432–435 – ISBN 0-312-02573-4.
Commons: Chuck Mangione – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Mark C. Gridley, Barry Long: Mangione, Chuck [Charles Frank ]. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
  2. a b c Chuck Mangione. In: grammy.com. Abgerufen am 26. Juli 2025 (englisch).
  3. a b Evan Bourtis: Rochester music legend Chuck Mangione has died at age 84. WHEC-TV, LLC, 24. Juli 2025, abgerufen am 24. Juli 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. a b Chartquellen: US

Auf dieser Seite verwendete Medien

Gold record icon.svg
Gold record icon. use it with |class=noviewer to avoid fullscreen display in Media Viewer.
Platinum record icon.svg
Autor/Urheber: NikNaks, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Platinum record icon. use it with |class=noviewer to avoid fullscreen display in Media Viewer.
Flag of Canada (Pantone).svg
Flag of Canada introduced in 1965, using Pantone colours. This design replaced the Canadian Red Ensign design.
Chuck mangione cinemagic 2006 plock poland.jpg
Autor/Urheber: Mieszko64, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Chuck Mangione - Cinemagic 2006 - Plock / Poland