Christoph Thoke

Christoph Thoke (* 15. November 1960 in Herford) ist deutscher Film- und Fernsehproduzent. Er lebt in Mainz und ist mit dem Bad Salzufler Politiker Heinrich Diestelmeier verwandt.

Thoke begann seine Laufbahn in der Film- und Fernsehbranche als On-Air Promotion Producer für den deutschen Fernsehsender RTL II und den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE. Ab 1996 arbeitete er in der Geschäftsführung der Taunusfilm GmbH, später CineMedia Film AG, zuerst als Assistent der Geschäftsführung dann als Projektmanager für internationale Coproduktionen und Lizenzhandel. Bei der Taunusfilm war er insbesondere für alle internationalen Produktionen verantwortlich und dem Aufbau des Los Angeles Büro der Taunusfilm International, während er bei der CineMedia Film AG Lizenzeinkäufe koordinierte, wie z. B. für den Mel-Gibson-Film Was Frauen wollen.

Christoph Thoke koproduzierte zudem während dieser Zeit die algerisch-französisch-deutsche Coproduktion Little Senegal (2001) des Regisseurs Rachid Bouchareb, offizieller Beitrag im Rennen um den Auslands-Oscar 2001, Lubov and other Nightmares des russischen Regisseurs Andrei Nekrassow, uraufgeführt in Sundance 2002 sowie die beiden deutschen Produktionen Planet B: The Antman und Planet B: Detective Lovelorn, beide uraufgeführt bei den 52. Berliner Filmfestspiele in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“.

2003 machte sich Christoph Thoke selbständig. Zusammen mit Partner Axel Möbius gründete er die Filmproduktion Thoke + Moebius Film, vertreten in Berlin, Köln und Frankfurt. Seither produzierte und co-produzierte er neun Kinofilme u. a. Bruno Dumonts Twentynine Palms, Wettbewerbsfilm in Venedig 2003, Tropical Malady, Wettbewerbsfilm in Cannes 2004 und dort ausgezeichnet mit dem Jurypreis, Buffalo Boy, offizieller Beitrag für den Auslands-Oscar 2006 und Kirgisische Mitgift, offizieller Beitrag für den Auslands-Oscar 2007.

Bis heute wurden die von Christoph Thoke bei Thoke + Moebius Film produzierten bzw. mitproduzierten Kinoproduktionen weltweit zu mehr als 330 Filmfestivals eingeladen und mit mehr als 70 Preisen ausgezeichnet. 2011 produzierte er Liebe auf Finnisch, ein finnisches Drama.

Christoph Thoke war maßgeblich an der deutschen Koproduktion des Films „Obraz: The Tower of Strength“ beteiligt, der als offizieller montenegrinischer Beitrag für den „Best International Feature Film“ bei den 98. Academy Awards 2026 nominiert wurde. Der Film hatte seine Weltpremiere 2024 beim FilmFestival Cottbus und erzählt die Geschichte eines montenegrinischen Kindes im Zweiten Weltkrieg, das bei einem muslimischen Albaner Schutz findet.[1]

Filmografie (Auswahl)

JahrTitelFunktionAnmerkungen
2001Little SenegalKoproduzentOscar-Beitrag Algeriens
2002Lubov and Other NightmaresKoproduzentSundance Film Festival
2002Planet B: The AntmanProduzentBerlinale Perspektive Deutsches Kino
2002Detective Lovelorn und die Rache des PharaoProduzentBerlinale Perspektive Deutsches Kino
2003Twentynine PalmsKoproduzentVenedig Wettbewerbsfilm
2004Tropical MaladyKoproduzentJurypreis Cannes
2004The Buffalo BoyKoproduzentOscar-Beitrag Vietnam
2005LoveExecutive ProducerTribeca Film Festival
2006Kirgisische MitgiftKoproduzentOscar-Beitrag Kirgisistan
2008Le silence de LornaKoproduzentBestes Drehbuch Cannes
20099:06ProduzentSlowenien
2010BedwaysProduzentBerlinale Panorama Special
2011Liebe auf FinnischProduzentMehrfach ausgezeichnet, Finnland
2013Von Menschen und PferdenKoproduzentMehrfach ausgezeichnet, Island
2018ErasedAssociate ProducerSlowenisches Drama
2019JolsobiExecutive ProducerIndisches Arthouse-Drama
2021My Mother's GirlfriendExecutive ProducerLGBTQ-Kurzfilm aus Indien
2024Obraz: Tower of StrengthAssociate ProducerDrama - Montenegro, Serbien, Deutschland, Kroatien

Auszeichnungen (Auswahl)

  • Jurypreis der Filmfestspiele Cannes 2004 (Tropical Malady)
  • Bestes Drehbuch, Cannes 2008 (Le silence de Lorna)
  • Mehrere Einreichungen für den Auslands-Oscar
  • Über 120 internationale Festivalpreise

Einzelnachweise

  1. Damian Sprenger: Weitere deutsche Koproduktion geht für Montenegro ins Oscarrennen. In: the-spot-mediafilm.com. 18. September 2025, abgerufen am 6. Oktober 2025.