Christian Schad (Theologe)

Christian Schad (* 14. Februar 1958 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er war von 2008 bis 2021 Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) mit Sitz in Speyer.

Leben und Werdegang

Kirchenpräsident Christian Schad bei der UEK-Vollkonferenz 2013 in Düsseldorf

Nach Theologiestudium in Bethel, Bonn und Tübingen, kirchlichem Vorbereitungsdienst und Ordination übernahm Christian Schad gemeinsam mit seiner Ehefrau Gerlinde Wnuck-Schad im Jahre 1986 die Pfarrstelle in Weingarten, verbunden mit der Studierendenseelsorge am Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften in Germersheim.[1] 1991 wurde er Theologischer Referent im Landeskirchenrat in Speyer mit den Schwerpunkten Ökumene, Judaica, Gottesdienst, liturgische Arbeit, Agende, Gesangbuch, Kirchenmusik, Aus- und Fortbildung von Prädikantinnen und Prädikanten.

1996 wurde Schad Dozent am Protestantischen Predigerseminar in Landau in der Pfalz. Seine Schwerpunkte in der Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren lagen dort auf Homiletik, Liturgik, Hymnologie und Seelsorge.

Im Jahr 1999 wurde er zum Oberkirchenrat ernannt und war im Landeskirchenrat seitdem als Dezernent für die Bereiche Gottesdienst, Kirchenmusik, Diakonie, Ökumene, Missionarische Dienste und Seelsorge zuständig.

Im Mai 2008 wurde Schad zum Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz gewählt. Er löste am 1. Dezember 2008 Eberhard Cherdron ab, der aus Altersgründen in den Ruhestand trat.[2] Schad trat am 1. März 2021 in den Ruhestand. Aus diesem Anlass wurde er mit einer Festschrift[3] geehrt. Seine Nachfolgerin als Kirchenpräsidentin ist die vormalige Oberkirchenrätin Dorothee Wüst.

Nachdem er 2012 bereits den stellvertretenden Vorsitz übernommen hatte[4], wählte ihn die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) Anfang November 2013 zum Vorsitzenden.[5]

Von 2015 bis 2018 war er der evangelische Leiter der Konsultationsreihe zum Thema „Kirche und Kirchengemeinschaft“ zwischen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen.

Im Januar 2019 erhielt Schad die Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,[6] im März wurde er für sein vielfältiges und soziales Engagement in Kirche und Kommune mit der Ehrenplakette der Stadt Landau ausgezeichnet.[7]

An Pfingsten 2022 wurde Christian Schad für seinen jahrelangen Einsatz im Dienst am Nächsten sowie für seine weithin beachteten ethischen Stellungnahmen mit dem Kronenkreuz der Diakonie in Gold geehrt.[8]

Weitere Gremien und Tätigkeiten

  • Seit 2020 ist Schad Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK).[9]
  • Von 2011 bis 2021 gehörte er zum Vorstand der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz e.V. (ZIRP).[10]
  • Schad war Mitglied im Kuratorium zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017.
  • Schad ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Wahrnehmung gesamtkirchlicher Verantwortung in Wittenberg (Evangelische Wittenbergstiftung).[11]
  • Seit 2016 ist er der evangelische Vorsitzende des Kontaktgesprächskreises zwischen Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.
  • Seit 2021 ist Schad ehrenamtlicher Präsident des Evangelischen Bundes (Ökumenisches und Konfessionskundliches Arbeitswerk der Evangelischen Kirche).[12]

Publikationen (Auswahl)

  • Die Bibel – mehr als ein Buch! Zum Schriftverständnis Martin Luthers. In: Zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn. Liturgische Blätter, 61–63, Speyer 1996, ISBN 3-925536-61-2, S. 43–61.
  • „Ein feste Burg ist unser Gott“. Martin Luthers Auslegung des 46. Psalms. In: Liturgische Blätter, 73, Speyer 2006, S. 159–165.
  • Freude an der Polyfonie des Heiligen Geistes. Zur Musik im Raum der Kirche. In: Gottfried Müller (Hrsg.): Impulse und Erträge.Festschrift zum 65. Geburtstag von Kirchenpräsident Eberhard Cherdron. Speyer 2008, ISBN 3-939512-08-7, S. 69–76.
  • Selbstverantwortung und Gemeinschaft – Das Miteinander der Generationen als Herausforderung und Chance für Kirche und Kommunen in Rheinland-Pfalz. In: Herausforderung für Land und Kommunen. Die Gestaltung des Demographischen Wandels in Rheinland-Pfalz, Teil I. Dokumentationen der ZIRP Bd. 3, Idar-Oberstein 2010, ISBN 978-3-932515-55-2, S. 26–34.
  • Rechtfertigung: Gottes Ja zu uns! (Fragen 60–64), in: Nötig zu wissen. Heidelberger Beiträge zum Heidelberger Katechismus, hrsg. v. Helmut Schwier [u. a.], Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8253-6131-0, S. 103–107.
  • „Auszurichten an alles Volk“: Sieben Perspektiven für eine Volkskirche im Wandel. In: Hartmut Joisten, Martin Schuck, Christian Schad (Hrsg.): Heimat Kirche Pfalz – die Evangelische Kirche der Pfalz in Bild und Wort. Speyer 2013, ISBN 978-3-939512-51-6, S. 91–105.
  • Vom nachhaltigen Umgang mit der göttlichen Schöpfung. In: Wirtschaft mit Weitblick. Nachhaltigkeit in Rheinland-Pfalz. Hg. v. der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V., Mainz 2014, S. 14–15.
  • Konfessionelle Identität und ökumenische Herausforderungen. Notizen zu den anstehenden Unions-Jubiläen 2017, in: Una Sancta 72 (2017), S. 30–38.
  • Kirchengemeinschaft leben und gestalten. Überlegungen zum Kirchesein der EKD, in: Klaus Bümlein [u. a.]: Freunde der Union, Speyer 2018 (Protestantische Pfalz Texte 24), S. 27–32.
  • Zur Gegenwartsbedeutung der pfälzischen Kirchenunion von 1818, in: Mutig voran – 200 Jahre Pfälzer Kirchenunion (Texte, Dokumente 6), Speyer 2018, ISBN 978-3-947534-01-2, S. 7–19.
  • mit Karl-Heinz Wiesemann (Hrsg.): Bericht über Kirche und Kirchengemeinschaft. Ergebnis einer Konsultationsreihe im Auftrag der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Paderborn/Leipzig 2019, ISBN 978-3-89710-819-6 oder ISBN 978-3-374-06019-1.
  • Zahlreiche weitere homiletische und liturgische Aufsätze und Abhandlungen (Gesamtbibliographie in: Neige dein Ohr … Beiträge zur ökumenischen Theologie. Festschrift für Dr. h. c. Christian Schad, hrsg. von Paul Metzger, Andreas Rummel, Wolfgang Schumacher. Leipzig 2021, S. 203–238, ISBN 978-3-374-06839-5).

Literatur

  • Wer ist wo in der evangelischen Kirche? Personen und Funktionen, hrsg. von Thomas Krüger und anderen. Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-932194-29-2.
  • Neige dein Ohr … Beiträge zur ökumenischen Theologie. Festschrift für Dr. h. c. Christian Schad, hrsg. von Paul Metzger, Andreas Rummel, Wolfgang Schumacher. Leipzig 2021, ISBN 978-3-374-06839-5.

Einzelnachweise

  1. http://www.evkirchepfalz.de/landeskirche/kirchenleitung/kirchenpraesident.html
  2. Pfälzische Landessynode: Christian Schad zum Kirchenpräsidenten gewählt; Audiobeitrag und -interview im ProtCast Pfalz, 29. Mai 2008
  3. Neige Dein Ohr … Beiträge zur ökumenischen Theologie, Paul Metzger / Andreas Rummel / Wolfgang Schumacher (Hrsg.), Festschrift für Dr. h. c. Christian Schad, Leipzig 2021, ISBN 978-3-374-06839-5
  4. Schad zum Vizevorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen gewählt (Memento des Originals vom 13. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.evkirchepfalz.de; evkirchepfalz.de, 3. November 2012
  5. Christian Schad zum Vorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen gewählt (Memento vom 13. November 2013 im Internet Archive); evkirchepfalz.de, 8. November 2013
  6. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/ehrendoktorwurde-fur-zwei-theologen_19891591#. In: Allgemeine Zeitung, abgerufen 4. April 2019.
  7. Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Landau an Gerlinde Rahm, Christian Schad und Albrecht Hornbach am Samstag, 13. April / Stadt Landau. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  8. Diakonie Pfalz: Christian Schad mit Kronenkreuz in Gold geehrt. 8. Juni 2022, abgerufen am 11. Juni 2022.
  9. Kirchenpräsident in Ökumene-Gremium berufen (Memento vom 13. November 2013 im Internet Archive); evkirchepfalz.de, 1. April 2011
  10. Kirchenpräsident Schad in Vorstand gewählt (Memento vom 10. Juni 2015 im Internet Archive); evkirchepfalz.de, 30. September 2011
  11. Evangelische Wittenbergstiftung, abgerufen am 20. März 2021.
  12. Pressemitteilung des Evangelischen Bundes, 27. Januar 2021, abgerufen am 20. März 2021.

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Kirchenpräsident Christian Schad bei der UEK-Vollkonferenz 2013 in Düsseldorf.jpg
Autor/Urheber: Alexander Ebel, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad bei seiner Vorstellungsrede zur Wahl des Vorsitzenden der UEK-Vollkonferenz, Düsseldorf 2013