Chris de Burgh

Chris de Burgh (2022) in Nürnberg

Chris de Burgh (* 15. Oktober 1948 als Christopher John Davison in Venado Tuerto, Argentinien[1]) ist ein irischer Sänger, Songwriter und Komponist. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Lieder A Spaceman Came Travelling (1975), Don’t Pay the Ferryman (1982), High on Emotion (1984) und The Lady in Red (1986). In seiner musikalischen Karriere hat er mehr als 10,2 Millionen Tonträger verkauft.

Leben und Karriere

Herkunft und Ausbildung

Christopher John Davison wurde am 15. Oktober 1948 in Argentinien geboren. Sein Vater war ein britischer Diplomat, weshalb er als Kind einige Jahre im Ausland verbrachte. Nachdem die Familie Davison von 1947 bis 1959 unter anderem in Argentinien, Nigeria und Belgisch-Kongo gelebt hatte, kam Davison mit zwölf Jahren auf das Familienschloss, Bargy Castle im County Wexford im Südosten Irlands. Dort lernte er Gitarre spielen und ging zur Schule. Nach einem Internatsaufenthalt[2] im Marlborough College studierte Davison von 1968 bis 1971 am Trinity College in Dublin Romanistik und Anglistik. An der Tür des Musikzimmers, in dem er immer Klavier spielte, hängt heute eine kleine Plakette, die darauf hinweist. Nach seinem Studium nahm er den Geburtsnamen seiner Mutter Maeve Emily an und nannte sich von nun an Chris de Burgh. Die Wurzeln der Familie de Burgh – eines irisch-normannischen Adelsgeschlechts – reichen bis in das 12. Jahrhundert.

1972–1999: Anfänge, Durchbruch und Erfolge

Nach mehreren kleineren Auftritten, solo und mit einer Band, ging de Burgh nach London, wo er 1972 seinen ersten Plattenvertrag bei A&M Records erhielt. 1974 brachte er sein Debütalbum Far Beyond These Castle Walls heraus. Das darauf enthaltene Lied Turning Round (später umbenannt in Flying) war sein erster Hit und lag in Brasilien mehrere Wochen auf Platz eins der Hitparade. Im November 1975 erschien das Album Spanish Train and Other Stories und mit der darauf enthaltenen Single A Spaceman Came Travelling erreichte er erstmals in seinem Heimatland Platz eins.

Sein Bekanntheitsgrad in Deutschland steigerte sich 1981 deutlich mit dem Erscheinen des Albums Best Moves (s. u.), welches durch mehrere Radiosender, unter anderem von Elke Heidenreich in der WDR-Sendung Unterhaltung am Wochenende, ausgiebig und sehr positiv vorgestellt wurde. Es folgten mehrere Tourneen (beispielsweise im Vorprogramm von Supertramp) Ende 1982 mit dem Album The Getaway und der Single Don’t Pay the Ferryman. Zwei Jahre später erreichte er mit der Singleauskopplung High on Emotion vom Album Man on the Line in zehn europäischen Ländern die Spitze der Hitparade. Beide Alben wurden von Rupert Hine produziert, der erheblich zum Erfolg dieser Alben beigetragen hat. 1986 folgte der Welthit The Lady in Red, der sich acht Millionen Mal verkaufte und Nummer eins in über 20 Ländern wurde. Auch mit den nachfolgenden Studioalben Flying Colours (1988), Power of Ten (1992) und den begleitenden Tourneen konnte de Burgh trotz nachlassenden kommerziellen Erfolg weitere Erfolge verbuchen. 1997 hatte er als Tankstellenwärter einen Cameo-Auftritt in dem Independent-Film How to Cheat in the Leaving Certificate.

Seit 2000: Auftritte, Alben und weitere Karriere

2001 trat de Burgh bei der Nokia Night of the Proms auf. 2004 absolvierte er auf seiner Road-to-Freedom-Tour in Deutschland zahlreiche Solo-Konzerte. Am 2. Juli 2005 spielte er im Rahmen von Live 8 vor der Siegessäule in Berlin. Er war an der Produktion Romanza von Holiday on Ice im Jahr 2005/06 beteiligt und nahm dafür eine neue Version seines Welthits The Lady in Red auf. Im Jahr 2006 veröffentlichte er das Album The Storyman bei seiner eigenen, neugegründeten Plattenfirma Ferryman Productions.

Chris de Burgh (2007) in Gymnich

Im März 2008 begann die Produktion des Kinofilms Through These Eyes zu dem de Burgh Buch, Soundtrack und Geld beitrug. Am 21. November 2008 folgte sein Album Footsteps, das er im Oktober 2011 mit dem Album Footsteps 2 fortsetzte. Auf der Footsteps (Special Edition) veröffentlichte er 2009 das Weihnachtslied The Bells of Christmas, das inhaltlich von Charles DickensA Christmas Carol inspiriert wurde.[3] Im Oktober 2010 brachte er das Studioalbum Moonfleet & Other Stories heraus, das in Deutschland Platz 3 erzielte und er auf seiner „Moonfleet-Tour“ im Jahr 2011 musikalisch umsetzte. Am 7. Oktober 2012 veröffentlichte er sein mit Home sein 20. Studioalbum seiner Karriere. Sein Studioalbum The Hands of Man erschien im Oktober 2014 und belegte in Deutschland Platz 8. Die nachfolgenden Studioalben A Better World (2016) und The Legend of Robin Hood (2021) erreichten in Deutschland jeweils Platz 7.

Gemeinsam mit Dennis Martin adaptierte de Burgh die Sage um Robin Hood für ein gleichnamiges Musical, das 2022 uraufgeführt wurde.[4]

Im August 2024 veröffentlichte de Burgh die Single It’s Never Too Late. Am 4. Oktober 2024 folgte die Kompilation 50 Years Of Music, die sich in den Deutschen Albumcharts auf Platz 15 platzierte.

Privates

Chris de Burgh ist seit November 1978 mit Diane Morley verheiratet. Der Ehe entstammen drei Kinder: Das Fotomodell Rosanna Davison (* 1984) sowie zwei Söhne (* 1988) und (* 1990).[5] Das Lied For Rosanna aus dem Album Into the Light (1986) ist seiner Tochter gewidmet, die 17 Jahre später, im Jahr 2003, die Titel Miss Ireland und Miss World gewann. In dem Song Here For You vom Album The Road to Freedom (2004), der von den Gefühlen eines Elternteils handelt, dessen erwachsengewordenes Kindes in ein eigenes Leben aufbricht, übernahm Rosanna eine kleine Gesangsrolle.[6] Den Song Just a Word Away vom Album Flying Colours (1988) widmete de Burgh seinem Sohn Hubert. Chris de Burgh lebt in Enniskerry, südlich der irischen Hauptstadt Dublin.[7]

Musikstil

Chris de Burgh erzählt in seinen Liedern meist Geschichten und Sagen, Märchen und „Fantasy Stories“. Mehrere Lieder enthalten Allegorien auf den Tod (Don’t Pay the Ferryman, 1982; Spanish Train, 1975). Manche Lieder sind auch der reinen Komik verpflichtet (Patricia the Stripper, 1975; The Record Company Bash, 1980; A Night on the River, 1988). Bis Ende der 1980er Jahre fanden sich auf de Burghs Alben immer wieder kleine „Rockopern“, wie auf dem Album Into the Light die Liedtrilogie The Leader, The Vision und What About Me?, im offiziellen Video als The Leader Trilogy bezeichnet, die oftmals über zehn Minuten Länge besaßen. Mit dem Album The Storyman kehrte er wieder zu dieser Form zurück (The Mirror of the Soul).

Viele seiner Lieder sind autobiographisch. Das Lied Brazil (1977) entstand unmittelbar nach seiner ersten Rückkehr nach Südamerika, seit er den Kontinent als Kind verlassen hatte. In Perfect Day (1977) wird von einem Picknick mit de Burghs damaliger Freundin Diane und ihren Freunden Paul und Susan erzählt. Paul Tullio, der 2015 verstarb, war ein Studienfreund vom Trinity College und bis zu seinem Tod einer der engsten Freunde von Chris de Burgh.[8] Susan Morley ist Dianes Schwester. Das in Perfect Day beschriebene Picknick hat im Sommer 1976 tatsächlich stattgefunden. Ende 1975 heirateten Paul Tullio und Susan Morley, und de Burgh widmete ihnen das Lied In a Country Churchyard. Entgegen der landläufigen Meinung ist nicht das Lied The Lady in Red für Diane, sondern das aus dem Jahr 1979 stammende Something Else Again.[9]

Mehrere Lieder von Chris de Burgh handeln auch vom Nordirlandkonflikt (I’m Counting On You, 1982) oder dem Falklandkrieg (Borderline, 1982). Das Lied The Getaway (1982) ist die Auseinandersetzung mit dem Tod des IRA-Aktivisten Bobby Sands, der 1981 im Gefängnis nach einem Hungerstreik starb. Zudem thematisiert er irische Geschichte wie den Osteraufstand im Jahr 1916 (Revolution).

Diskografie

Studioalben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK US IE
1974Far Beyond These Castle Walls
Erstveröffentlichung: 1974
1975Spanish Train and Other StoriesUK78
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1. November 1975
1977At the End of a Perfect Day
Erstveröffentlichung: 1. August 1977
1979CrusaderUK72
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 2. Januar 1979
1980Eastern Wind
Erstveröffentlichung: 11. November 1980
1982The GetawayDE1
Platin
Platin

(58 Wo.)DE
AT3
(14 Wo.)AT
UK30
(16 Wo.)UK
US43
(22 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 29. September 1982
1984Man on the LineDE1
Platin
Platin

(52 Wo.)DE
AT9
(12 Wo.)AT
CH1
(38 Wo.)CH
UK11
Silber
Silber

(24 Wo.)UK
US69
(19 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 7. Mai 1984
1986Into the LightDE2
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(62 Wo.)DE
AT19
(6 Wo.)AT
CH2
(34 Wo.)CH
UK2
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(59 Wo.)UK
US25
Gold
Gold

(32 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 26. Mai 1986
1988Flying ColoursDE2
Platin
Platin

(58 Wo.)DE
CH2
Gold
Gold

(24 Wo.)CH
UK1
Platin
Platin

(30 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 30. September 1988
1992Power of TenDE1
Gold
Gold

(31 Wo.)DE
AT29
(6 Wo.)AT
CH3
Gold
Gold

(20 Wo.)CH
UK3
Gold
Gold

(10 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 2. April 1992
1994This Way UpDE4
Gold
Gold

(19 Wo.)DE
AT37
(1 Wo.)AT
CH5
Gold
Gold

(17 Wo.)CH
UK5
Silber
Silber

(8 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 19. Mai 1994
1995Beautiful Dreams
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 1995
1999Quiet RevolutionDE6
Gold
Gold

(16 Wo.)DE
CH10
(9 Wo.)CH
UK23
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: September 1999
2002Timing Is EverythingDE12
(7 Wo.)DE
CH18
(7 Wo.)CH
UK41
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 16. September 2002
2004The Road to FreedomDE5
Gold
Gold

(18 Wo.)DE
AT39
(7 Wo.)AT
CH22
(9 Wo.)CH
UK75
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 8. März 2004
2006The StorymanDE8
(10 Wo.)DE
CH28
(6 Wo.)CH
UK38
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2006
2008FootstepsDE9
Platin
Platin

(34 Wo.)DE
AT38
(6 Wo.)AT
CH22
Gold
Gold

(17 Wo.)CH
UK4
Silber
Silber

(6 Wo.)UK
IE22
(6 Wo.)IE
Erstveröffentlichung: 21. November 2008
2010Moonfleet & Other StoriesDE3
Gold
Gold

(25 Wo.)DE
AT42
(2 Wo.)AT
CH31
(11 Wo.)CH
UK25
(2 Wo.)UK
IE33
(2 Wo.)IE
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 2010
2011Footsteps 2DE10
Gold
Gold

(18 Wo.)DE
AT44
(3 Wo.)AT
CH3
(18 Wo.)CH
UK38
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 2011
2012HomeDE15
(11 Wo.)DE
AT48
(2 Wo.)AT
CH19
(5 Wo.)CH
UK92
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 2012
2014The Hands of ManDE8
(12 Wo.)DE
AT37
(1 Wo.)AT
CH22
(4 Wo.)CH
UK71
(1 Wo.)UK
IE45
(1 Wo.)IE
Erstveröffentlichung: 20. Oktober 2014
2016A Better WorldDE7
(8 Wo.)DE
AT49
(1 Wo.)AT
CH17
(11 Wo.)CH
UK60
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 23. September 2016
2021The Legend of Robin HoodDE7
(10 Wo.)DE
AT26
(1 Wo.)AT
CH15
(7 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 3. September 2021

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Literatur

  • Dave Thompson: Die Chris de Burgh Story. Zsolnay-Verlag, 1989, ISBN 3-552-05012-4.
  • Tony Clayton-Lea: Chris De Burgh: Authorized Biography. Sidgwick & Jackson Ltd, 1996, ISBN 0-283-06236-3.
Commons: Chris de Burgh – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. „I was born on the 15th of October 1948 in a town in Argentina called Venado Tuerto. I believe it was around 5 o’clock in the morning.“Chris de Burgh (Memento vom 27. Juli 2009 im Internet Archive)
  2. Chris de Burgh wurde im Internat verprügelt (Memento vom 31. Oktober 2016 im Internet Archive), auf gmx.net
  3. The Bells of Christmas as performed by Chris de Burgh, rundel.de.
  4. Gaby Hildenbrandt: Für Gott und den König! - Und für alle Musical-Fans! „Robin Hood - Das Musical“ noch bis 25.11.23 im Deutschen Theater München. In: www.ganz-muenchen.de. Abgerufen am 6. Dezember 2023: „Uraufführung beim Musicalsommer Fulda in 2022“
  5. Chris de Burgh: Papa ist der Beste. 31. Oktober 2008, abgerufen am 19. Juni 2024.
  6. Here For You. In: chris-de-burgh.co.uk. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
  7. Papa ist der Beste – Interview mit Chris de Burgh und Tochter Rosanna bunte.de, 27. Oktober 2008.
  8. Cooperativa Editoriale L'Inchiesta: Addio a Paul Tullio: giornalista, narratore e cuoco famoso in Irlanda, nato a Gallinaro | www.linchiestaquotidiano.it. Archiviert vom Original; abgerufen am 7. Juli 2021 (italienisch).
  9. Dave Thompson: The Chris De Burgh: From a Spark to a Flame. Omnibus Press, London 1987, ISBN 0-7119-0976-8.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Flag of Switzerland within 2to3.svg
Die quadratische Nationalfahne der Schweiz, in transparentem rechteckigem (2:3) Feld.
Flag of the United Kingdom.svg
Flagge des Vereinigten Königreichs in der Proportion 3:5, ausschließlich an Land verwendet. Auf See beträgt das richtige Verhältnis 1:2.
Flag of the United Kingdom (3-5).svg
Flagge des Vereinigten Königreichs in der Proportion 3:5, ausschließlich an Land verwendet. Auf See beträgt das richtige Verhältnis 1:2.
Flag of Ireland.svg
Man sagt, dass der grüne Teil die Mehrheit der katholischen Einwohner des Landes repräsentiert, der orange Teil die Minderheit der protestantischen, und die weiße Mitte den Frieden und die Harmonie zwischen beiden.
Platinum record icon.svg
Autor/Urheber: NikNaks, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Platinum record icon. use it with |class=noviewer to avoid fullscreen display in Media Viewer.
Silver record icon.svg
Autor/Urheber: NikNaks, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Silver record icon
Gold record icon.svg
Gold record icon. use it with |class=noviewer to avoid fullscreen display in Media Viewer.
Gymnich CdeB (333).jpg
Autor/Urheber: Laurent Tomassini, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Chris de Burgh concert au Chateau de Gymnich
2022 Chris de Burgh - by 2eight - 7DS3010.jpg
(c) Foto: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Chris de Burgh,Ntertainment Veranstaltungs GmbH,Serenadenhof