Cendrieux

Cendrieux
Cendrieux (Frankreich)
StaatFrankreich
RegionNouvelle-Aquitaine
DépartementDordogne
ArrondissementPérigueux
GemeindeVal de Louyre et Caudeau
Koordinaten45° 0′ N, 0° 49′ O
Postleitzahl24380
Ehemaliger INSEE-Code24092
Eingemeindung1. Januar 2017
StatusCommune déléguée

Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie)

Cendrieux (Aussprache [sɑ̃dʁiˈjø], okzitanisch Sendrius) ist eine Ortschaft und ehemalige französische Gemeinde mit 595 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2022) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Cendrieucois und Cendrieucoises genannt.

Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Cendrieux als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde und Commune nouvelle Sainte-Alvère-Saint-Laurent Les Bâtons zur neuen Commune nouvelle Val de Louyre et Caudeau fest. Die beiden bisherigen Communes déléguées von Sainte-Alvère-Saint-Laurent Les Bâtons behalten dabei ihren Status auch in der neuen Commune nouvelle.[1]

Geografie

Teich Le Moulin Durestal
Lagekarte von Cendrieux

Cendrieux liegt etwa 23 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 33 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 31 Kilometer nordöstlich von Bergerac am Übergang der Région naturelle des Périgord central zur Région naturelle des Périgord noir. Der Ort liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Louyre, das im Süden zum Teich Le Moulin Durestal aufgestaut wird, vom Flüsschen Vern sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Relief des Ortes zeigt eine im Norden und Nordosten bewaldete Hügellandschaft mit Erhebungen von über 260 m Höhe südlich des Ortszentrums. Der topografisch tiefste Punkt befindet sich im Nordwesten beim Austritt des Vern aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt auf etwa 230 m Höhe.

Umgeben wird Cendrieux von sechs Nachbargemeinden und einer weiteren Commune déléguée von Val de Louyre et Caudeau:

SalonLacropteSaint-Félix-de-Reillac-et-Mortemart
Veyrines-de-VergtKompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Sainte-Alvère
(Val de Louyre et Caudeau)
Journiac
Saint-Avit-de-Vialard

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien vor dem Bau der befestigten Kirche im 12. Jahrhundert in der Form Sendreux bereits im 11. Jahrhundert. In der Folge wurde er in den Schreibweisen Sendreos (1276) und Sendreus (1370) und mehreren anderen ähnlichen Formen bis zum 19. Jahrhundert erwähnt. Cendrieux könnte vom Namen einer Person germanischen Ursprungs, Sendarius, gefolgt von einem Suffix stammen, der von Sind- (deutsch Weg) abgeleitet ist. Jedoch ist es möglich, den Namen im Zusammenhang mit dem okzitanischen sendièr (deutsch Pfad) zu sehen, im Altfranzösischen sendier, das in der Sprache des Périgord das Diminutiv sendareù lieferte. Sendièr ist das Ergebnis des vulgärlateinischen °semitarius, entwickelt aus dem klassischen lateinischen semita (deutsch Fußweg, Pfad), das dem Französischen das sente (deutsch Weg) gab.[2]

Die Geschichte des Orts ist eng verwoben mit der ereignisreichen Geschichte des Périgord und mit der der Kirche, die unter dem Schutz des heiligen Johannes des Täufers steht und deren Umgebung zum Mittelpunkt der Gemeinde wurde. Aus der Luft betrachtet, bilden sie ein perfektes Rechteck um das Gotteshaus, und man erkennt Strukturen, die die Überreste einer Burg oder eines Festen Hauses sein könnten. Das südlich an die Kirche angrenzende Gebäude besitzt einen Turm mit zwei Meter dicken Mauern, die von Schießscharten durchbrochen sind. Die Kirche von Cendrieux gilt als Wehrkirche. Das romanische Gotteshaus ziert ein Flachrelief auf seinem Vorplatz, das einen Pilger mit seinem Stab oder einen Tempelritter mit Schwert darstellt. Während des Hundertjährigen Krieges wurde Cendrieux Opfer schrecklicher Massaker. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts spaltete der von Pierre Grellety angeführte Rebellion der Croquants des Vernois, der Region um Vergt, bis 1642, als Kardinal Richelieu, der beim Bestreben, den Aufstand niederzuschlagen, die Ordnung wiederherstellte.

Die folgenden Jahrhunderte verliefen für den Landstrich relativ friedlich. In dem kreisförmig angelegten Ort Cendrieux entstanden zahlreiche Bürgerhäuser, die sich entlang von Straßen gruppieren, die alle auf die Kirche aus dem 12. Jahrhundert zulaufen.

Im Jahr 1943 siedelten sich Widerstandsgruppen unter dem Kommando von Marc Goldman, alias „Mireille“, in den Wäldern von Durestal an. Es handelt sich um eine der wichtigsten Maquis-Gruppen im Périgord.[3][4]

Bevölkerungsentwicklung

Cendrieux: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
962
1800
  
865
1806
  
881
1821
  
1.005
1831
  
1.058
1836
  
1.038
1841
  
1.055
1846
  
1.114
1851
  
1.167
1856
  
1.125
1861
  
1.034
1866
  
1.040
1872
  
1.062
1876
  
1.009
1881
  
1.006
1886
  
965
1891
  
945
1896
  
902
1901
  
867
1906
  
865
1911
  
812
1921
  
720
1926
  
706
1931
  
709
1936
  
674
1946
  
643
1954
  
655
1962
  
603
1968
  
563
1975
  
477
1982
  
465
1990
  
467
1999
  
552
2006
  
517
2013
  
591
2020
  
601
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7][8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Romanische Kirche Saint-Jean-Baptiste, Wehrkirche mit zwei Seitenkapellen aus dem 16. Jahrhundert, seit 1925 als Monument historique eingeschrieben
  • Das Schloss La Pommerie wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut und im 19. Jahrhundert umgebaut (Nordfassade). 1999 wurde ein Museum eröffnet, das der napoleonischen Zeit gewidmet ist. Es ist seit 2002 als Monument historique eingeschrieben.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Cendrieux – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Recueil des actes administratifs N°24-2016-026. (PDF) Département Dordogne, 30. September 2016, S. 139–143, abgerufen am 28. November 2025 (französisch).
  2. Tanet, Hordé, Seiten 90–91
  3. Cendrieux (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  4. Histoire du village de Cendrieux. Gemeinde Val de Louyre et Caudeau, abgerufen am 28. November 2025 (französisch).
  5. Notice Communale Cendrieux. EHESS, abgerufen am 28. November 2025 (französisch).
  6. Populations légales 2006 Commune de Cendrieux (24092). INSEE, abgerufen am 28. November 2025 (französisch).
  7. Populations légales 2013 Commune de Cendrieux (24092). INSEE, abgerufen am 28. November 2025 (französisch).
  8. Populations légales 2020. INSEE, abgerufen am 28. November 2025 (französisch).

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La mairie de Cendrieux, Dordogne, France.
Louyre Cendrieux étang Moulin Durestal.JPG
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L'étang du Moulin de Durestal sur la Louyre, Cendrieux, Dordogne, France.
Cendrieux Pommerie nord.JPG
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La façade nord du château de la Pommerie, Cendrieux, Dordogne, France.
Map commune FR insee code 24092.png
Autor/Urheber:

Map data (c) OpenStreetMap contributors, CC-BY-SA


Legend
Legend

• Shape files infrastructure: railway, highways, water: all originally by OpenStreetMap contributors. Status december 2011
• Label and Insee code commune: from Geofla (note that commune boundaries are also available under free license at geofla, but not near acceptable quality due to extreme simplification!)
• Data for exact commune* and department boundaries: derived via osm download geofabrik.de and osm2pgsql, OpenStreetMap contributors.
• Data for landuse: OSM / Corine land cover, 2006 ([1])
• Mentioned sources combined and exported for each commune using a script by Michiel1972

*note: shown commune boundaries are from OSM dump May 2012; at that time about 90% complete

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Map commune FR insee code 24092.png
Cendrieux église.JPG
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La façade ouest de l'église Saint-Jean-Baptiste, Cendrieux, Dordogne, France.