C. Bernd Sucher

C. Bernd Sucher (2011)

C. Bernd Sucher (eigentlich Curt Bernd Sucher; * 6. Juli 1949 in Bitterfeld[1]) ist ein deutscher Theaterkritiker, Autor und Hochschullehrer. Er leitete den Postgraduate-Studiengang „Theater-, Fernseh- und Filmkritik“ an der Hochschule für Fernsehen und Film München in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding.

Leben

Curt Bernd Sucher wurde in Bitterfeld geboren und wuchs in Hamburg auf. 1969 legte er am Albrecht-Thaer-Gymnasium das Abitur ab.[2] Nach dem Abitur studierte er an der Universität Hamburg, der University of Michigan in Ann Arbor und der Universität München Germanistik, Theaterwissenschaft und Romanistik. Mit einer Arbeit über Martin Luther und die Juden Martin Luthers Stellung zu den Juden. Eine Interpretation aus germanistischer Sicht wurde er promoviert. Von 1978 bis 1980 war er leitender Kulturredakteur der Schwäbischen Zeitung in Ulm und wechselte dann zur Süddeutschen Zeitung in München, wo er bis 1999 verantwortlicher Redakteur für das Sprechtheater und der erste Theaterkritiker war. Bis 2005 schrieb er als Exklusivautor für diese Zeitung und arbeitete danach als freier Autor und Kritiker, unter anderem für Die Zeit und Theater heute. Während seiner Zeit als Redakteur unterrichtete Sucher seit 1989 an der Deutschen Journalistenschule München und der Universität München am Institut für Theaterwissenschaft. 1992 und 1993 war er als Dozent an der Universität Eichstätt (Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur) tätig, 1995 und 1996 am Moskauer Gitis-Institut (Theaterkritik). Seit 1996 ist er Professor an der Hochschule für Fernsehen und Film.[3] Seit dem Wintersemester 1997/1998 leitet er in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding den Postgraduate-Studiengang „Theater-, Film-, Fernsehkritik“.[4] 2024 veröffentlichte er seinen ersten Roman, Rahels Reise.[5]

Sucher lebt zusammen mit seinem Mann in München und im Chiemgau.[6]

Vortragsreihe „Suchers Leidenschaften“

In der Spielzeit 1999/2000 begann Sucher seine literarische Vortragsreihe Suchers Leidenschaften, mit der er seitdem u. a. in München, Wien, Zürich, Hamburg und Paris (auf Französisch) zu Gast war. Im Zentrum seiner Lesungen stand immer ein Buch- oder Theater-Autor. Sucher stellte dem Publikum seine persönliche Sichtweise auf Leben und Werk des Autors vor. Seit 1999 wirkten Protagonisten der Ensembles des Bayerischen Staatsschauspiels, der Münchner Kammerspiele, des Wiener Burgtheaters und des Zürcher Schauspielhauses mit, ergänzt u. a. von Senta Berger, Ulrich Matthes, Martina Gedeck, Monika Bleibtreu und Otto Sander. Aus der Reihe wurden vier Bücher – zuletzt 2008 Die gefährlichen Franzosen –, acht Essays zu französischen Autoren (Matthes & Seitz, Berlin) und 20 Hörbücher (u. a. mit den Schauspielern Senta Berger, Sunnyi Melles, Thomas Thieme und Angela Winkler) publiziert. 2010 begann neben den Lesungen die Ausstrahlung von Suchers Leidenschaften im Bayerischen Fernsehen, die schließlich mit einer Gala des Bayerischen Rundfunks anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von Suchers Leidenschaften endete.[7]

Mitgliedschaften

Werke (Auswahl)

  • Martin Luthers Stellung zu den Juden. Eine Interpretation aus germanistischer Sicht (1977).
  • Vorläufiges Ende einer Reise (1991); Titelgeschichte in: Film&TV Kameramann, München u. a.
  • Theaterlexikon in 2 Bänden; dtv, ISBN 978-3-423-03323-7 und ISBN 978-3-423-03322-0.
  • Theaterzauberer 1 – 20 Schauspielerporträts; Piper, ISBN 978-3-492-03125-7.
  • Theaterzauberer 2 – Von Bondy bis Zadek. 10 Regisseure des deutschen Gegenwartstheaters; Piper, ISBN 978-3-492-03126-4.
  • Das Theater der achtziger und neunziger Jahre, Kritiken und Aufsätze; 1995, Fischer, ISBN 978-3-596-12690-3.
  • Hummer, Handkuss, Höflichkeit – Das Handbuch des guten Benehmens; dtv, ISBN 978-3-423-15102-3.
  • Maria Wimmer; Akademie der Schönen Künste Berlin; ISBN 978-3-932529-61-0.
  • Luc Bondy; Residenz Verlag, ISBN 978-3-7017-1284-7.
  • Paris – 21 Tage mit Anton; Prestel, ISBN 978-3-7913-2105-9.
  • Suchers Leidenschaften – Was bleibt von der Literatur des 20. Jahrhunderts? Claassen, ISBN 978-3-546-00242-4.
  • Du fragst, was das Leben ist (Oktober 2005); Argon Verlag, ISBN 978-3-423-34253-7.
  • Suchers Leidenschaften – Eine Kirsche in Spiritus (2006); Henschel, ISBN 978-3-89487-558-9.
  • Handy – Handkuss – Höflichkeit (2007); Droemer/Knaur, ISBN 978-3-426-78041-1.
  • Suchers Leidenschaften (2007); Zehn Hörbücher, Argon Verlag.
  • TheaterSchlachten – Europa Stück für Stück (2007); Henschel, ISBN 978-3-89487-567-1.
  • Gefährliche Franzosen – Suchers Leidenschaften (2008); Matthes&Seitz, Berlin, ISBN 978-3-88221-640-0.
  • Henschel Theaterlexikon (2010); Henschel, ISBN 978-3-89487-617-3.
  • Meine kleine Theaterlebenshilfe (2012); dtv, ISBN 978-3-423-24907-2.
  • Die ganze Heftigkeit der Liebe – Dalis Weltliteratur in Suchers Leidenschaften, 2014; Münchner Künstlerhausstiftung, ISBN 978-3-00-046277-1.
  • Wie es euch gefällt: Der kleine Theaterversteher (2016); Beck, ISBN 978-3-406-69723-4.
  • Suchers Welt: Film – 49 leidenschaftliche Empfehlungen (2018); Droemer/Knaur, ISBN 978-3-426-27743-0.
  • Suchers Welt: Musik – 49 leidenschaftliche Empfehlungen (2018); Droemer/Knaur, ISBN 978-3-426-27745-4.
  • Suchers Welt: Theater – 49 leidenschaftliche Empfehlungen (2018); Droemer/Knaur, ISBN 978-3-426-27744-7.
  • Suchers Welt: Literatur – 49 leidenschaftliche Empfehlungen (2018); Droemer/Knaur, ISBN 978-3-426-27742-3.
  • Mamsi und ich – Die Geschichte einer Befreiung (2019); Piper, ISBN 978-3-492-05857-5.
  • Unsichere Heimat. Jüdisches Leben in Deutschland von 1945 bis heute (2023); Piper, ISBN 978-3-492-07038-6.
  • Rahels Reise. Roman (2024); Secession Verlag Berlin, ISBN 978-3-96639-088-0.[14]

Filmprojekte (Auswahl)

Sucher arbeitete an verschiedenen Filmprojekten für ARTE und 3sat mit, war Kommentator in der Sendung Foyer (3sat) und Moderator bei ARTE und 3sat, verwirklichte sich darüber hinaus in eigenen Filmen, u. a. für BR und ARTE.

  • 2008 für ARTE: Europas Erbe – Die großen Dramatiker: Henrik Ibsen und Samuel Beckett, Sendetermin September 2008, Liveauftritt in der Finalshow auf ARTE.
  • 2010 für ARTE: in Avignon. Dort moderierte er live eine Zusammenfassung über einen ganzen Tag das Theater – Festival Avignon 2010.
  • 2011: Suchers Leidenschaften: Hermann Hesse mit Rolf Boysen im Bayerischen Fernsehen (Sendetermin: 14. April 2011). Die zweite Sendung Suchers Leidenschaften: Virginia Woolf mit Sunnyi Melles (Sendetermin: 9. Juni 2011).
  • Bis März 2013 wurden zehn Folgen von Suchers Leidenschaften vom BR produziert.

Einzelnachweise

  1. Süddeutsche Zeitung: Der Begeisterer. Abgerufen am 8. Februar 2020.
  2. Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft, Vienna Bergland. Grillparzer-Gesellschaft, 1973 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Kurzvorstellung aller Professoren an der HFF München
  4. Sedcard von Bernd Sucher auf der Homepage der Theaterakademie August Everding (Memento desOriginals vom 25. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.theaterakademie.de
  5. Süddeutsche Zeitung: Jüdische Familiensaga: C. Bernd Sucher stellt seinen Roman vor. 26. Februar 2024, abgerufen am 29. Februar 2024.
  6. Interview in der ZEIT mit Ute Lemper, abgerufen am 19. Oktober 2016
  7. Fest-Gala: 15 Jahre Suchers Leidenschaften beim BR
  8. Deutsche Akademie der Darstellenden Künste | Mitglieder/Satzung. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2019; abgerufen am 4. Mai 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.darstellendekuenste.de
  9. Who is who? – Beth Shalom - Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom e. V. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  10. Juroren-Übersicht des Berliner Theatertreffens
  11. Geschichte des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises
  12. Körber Studio Junge Regie Festivalarchiv (Memento vom 25. Januar 2016 im Internet Archive)
  13. Geschichte des Theaterfestival radikal jung am Volkstheater (Memento desOriginals vom 25. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenchner-volkstheater.de
  14. Jüdische Familiensaga: C. Bernd Sucher stellt seinen Roman vor. 26. Februar 2024, abgerufen am 3. Dezember 2025.

Auf dieser Seite verwendete Medien

2011-09-13 Curt Bernd Sucher 15.JPG
Autor/Urheber: Michael Lucan, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Curt Bernd Sucher, deutscher Theaterkritiker, Autor und Hochschullehrer, nach einer Veranstaltung im Jüdischen Museum München.
Titel des Werks: "Curt Bernd Sucher am 13.09.2017 in München"