Bundesverwaltung (Schweiz)

Logo der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Die Bundesverwaltung (französisch Administration fédérale, italienisch Amministrazione federale, rätoromanisch ) stellt zusammen mit dem Bundesrat die Exekutive der Schweizerischen Eidgenossenschaft dar.

Sie umfasst sieben Departemente (vergleichbar einem Ministerium), die Bundeskanzlei sowie die dezentralisierten Verwaltungseinheiten (knapp 90 Ämter) und untersteht dem Bundesrat. Jedes Mitglied des Bundesrates steht einem Departement vor (Departementsprinzip) und trägt für dieses die politische Verantwortung. Die Bundesverwaltung beschäftigt rund 38'000 Personen.[1] Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin leitet die Bundeskanzlei.

Die Departemente heissen heute Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Eidgenössisches Departement des Innern (EDI), Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD), Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD), Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), und Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Alle Departemente sind elektronisch über das Portal admin.ch zugänglich.

Im Sinne der Gewaltenteilung unabhängige Verwaltungen haben die Bundesversammlung mit den Parlamentsdiensten und das Bundesgericht.

Departemente, Ämter, Einrichtungen

Folgende Behörden, Bundesbetriebe und Einrichtungen sind den jeweiligen Departementen unterstellt:

Bundeskanzlei (BK)

Bundeskanzler Walter Thurnherr

  • Direktionsstab: Koordinations- und Führungsaufgaben zuhanden des Bundeskanzlers
  • Bereich Bundeskanzler
    • Sektion Planung und Strategie (erarbeitet u. a. zusammen mit den Departementen den Bericht über die Legislaturplanung, die Jahresziele des Bundesrats sowie die jährlichen Geschäftsberichte zuhanden des Parlaments)
    • Sektion Politische Rechte (prüft Volksinitiativen, kontrolliert eingereichte Unterschriftenlisten, organisiert Volksabstimmungen sowie Nationalratswahlen, bearbeitet diesbezügliche Beschwerden)
    • Sektion Krisenmanagementausbildung des Bundes
    • Sektion Akten- und Prozessverwaltung
    • Interne Dienste (Personalmanagement, Finanz- und Rechnungswesen, Logistik, Informatik etc.)
  • Bereich Bundesrat:
    • Sektion Bundesratsgeschäfte (Vor- und Nachbearbeitung der Bundesratssitzungen)
    • Sektion Recht (Kontroll- und Beratungsfunktion im Gesetzgebungsprozess)
    • Zentrale Sprachdienste
    • Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen (KAV) (gibt Bundesblatt, Amtliche Sammlung und Systematische Rechtssammlung des Bundesrechts heraus)
  • Bereich Information und Kommunikation (geleitet von Vizekanzler und Bundesratssprecher André Simonazzi)
    • Sektion Kommunikation (informiert die Medien und die Öffentlichkeit über die Tätigkeit des Bundesrates und der Bundeskanzlei)
    • Sektion Kommunikationsunterstützung

Der Bundeskanzlei administrativ zugeordnet:

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)

Ignazio Cassis (EDA)

Bundesrat Ignazio Cassis, Departementsvorsteher

Eidgenössisches Departement des Innern (EDI)

Alain Berset (EDI)

Bundesrat Alain Berset, Departementsvorsteher

Administrativ dem EDI zugeordnet:

Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)

Karin Keller-Sutter

Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Departementsvorsteherin

Administrativ dem EJPD zugeordnet:

Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS)

Viola Amherd

Bundesrätin Viola Amherd, Departementsvorsteherin

Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD)

Ueli Maurer (EFD)

Bundesrat Ueli Maurer, Departementsvorsteher

Administrativ dem EFD zugeordnet:

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)

Guy Parmelin

Bundesrat Guy Parmelin, Departementsvorsteher

Administrativ dem WBF zugeordnet:

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)

Simonetta Sommaruga

Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Departementsvorsteherin

Ausserparlamentarische Kommissionen

Ausserparlamentarische Kommissionen sind vom Bundesrat oder vom Departement eingesetzte Gremien, die für Regierung und Verwaltung öffentliche Aufgaben erfüllen. Sie unterstehen der Kommissionenverordnung vom 3. Juni 1996 (SR 172.31). Die ausserparlamentarischen Kommissionen erfüllen vor allem zwei Funktionen: Sie ergänzen als Milizorgane die Bundesverwaltung in Bereichen, wo dieser spezielle Kenntnisse fehlen. Damit stehen der Verwaltung Fachkenntnisse zur Verfügung, die selbst hergestellt werden müssten. «Die Einsetzung neuer ausserparlamentarischer Kommissionen erfolgt daher oft, wenn der Staat neue Aufgaben zu übernehmen hat und die entsprechenden Fachkenntnisse in der Verwaltung selber noch nicht vorhanden sind.» Zudem sind sie ein nützliches Mittel zur Interessenvertretung von Organisationen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Zusammenarbeit ermöglicht Kompromisse, die nicht nur auf reiner Interessenvertretung basieren. Dementsprechend können ausserparlamentarische Kommissionen als Instrument einer partizipativen Demokratie betrachtet werden und verfügen in der Schweiz über eine lange Tradition. Beispiele sind: PRS – Kommission Präsenz Schweiz; EEK – Eidgenössische Ernährungskommission; EKKJ – Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen.[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eidgenössisches Personalamt: Das Bundespersonal in Zahlen. Abgerufen am 3. April 2020.
  2. Innosuisse. Abgerufen am 1. Februar 2019.
  3. Ausserparlamentarische Kommissionen, admin.ch, Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft

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