Bundesstaat (Föderaler Staat)

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Weltweit gibt es 28 föderative Staaten, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Als Bundesstaat wird ein Staat bezeichnet, der aus mehreren Teil- oder Gliedstaaten zusammengesetzt ist. Rechtlich besteht ein solcher Bundesstaat aus mehreren Staatsrechtssubjekten, das heißt politischen Ordnungen mit Staatsqualität, und vereint deshalb in der Regel verschiedene politische Ebenen in sich: eine Bundesebene und mindestens eine Ebene der Gliedstaaten. Damit unterscheidet sich der föderal organisierte Staat sowohl von einem locker gefügten Staatenbund als auch von einem zentralistischen Einheitsstaat.

Ein Bundesstaat ist demnach eine staatsrechtliche Verbindung von (nichtsouveränen oder zu teilsouveränen Gebilden degradierten) Staaten zu einem (souveränen) Gesamtstaat. Die Beziehungen zwischen diesem Bund und den Gliedstaaten und zwischen Letzteren untereinander sind staatsrechtlicher (nicht völkerrechtlicher) Art.[1]

Im deutschen Verfassungsrecht ist der Begriff des Bundesstaates ein normativer Begriff und nicht vorgegeben (also nicht über der Rechtsordnung stehend).[2]

Organisation

NiedersachsenNiedersachsen Niedersachsen
BremenBremen Bremen
HamburgHamburg Hamburg
Mecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt
SachsenSachsen Sachsen
BrandenburgBrandenburg Brandenburg
BerlinBerlin Berlin
ThüringenThüringen Thüringen
HessenHessen Hessen
Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz
BayernBayern Bayern
Baden-WürttembergBaden-Württemberg Baden-Württemberg
SaarlandSaarland Saarland
Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein Schleswig-Holstein
Österreichs Bundesländer
Schweizer Kantone

Ein Staat kann zentralistisch oder föderativ (bundesstaatlich) organisiert sein. In diesem Sinne ist er entweder ein Einheitsstaat oder ein Bundesstaat (weitere Differenzierungen wie unitarischer Bundesstaat oder föderaler bzw. kooperativer Bundesstaat sind möglich,[3] vgl. kooperativer Föderalismus). Ein traditionelles Beispiel für einen Einheitsstaat ist Frankreich. Dort verfügt allein die oberste, die nationale Ebene im Staatsaufbau über Souveränität und Staatlichkeit.

Im Gegensatz dazu besitzen föderale Systeme wie das der Vereinigten Staaten von Amerika oder der Bundesrepublik Deutschland neben einem souveränen Gesamtstaat – mit republikanischer Staatsform wird dieser häufig als Bundesrepublik, ansonsten als föderale Republik bezeichnet – auch untergeordnete Einheiten mit staatlicher Qualität (Gliedstaaten/Bundesländer). Diese Gliedstaaten sind auf dem Gebiet ihrer staatlichen Zuständigkeit Teilstaaten. Sie haben das Recht, vieles selbstständig und ohne Einmischung der Bundesebene zu regeln, wobei dort angesiedelte Staatsorgane (vor allem oberste Bundesorgane wie das Bundesparlament oder oberste Bundesgerichte) ihnen – im hierarchischen Sinn – übergeordnet sind.[4] Das Schulwesen in den USA und in Deutschland wird beispielsweise in den Gliedstaaten organisiert, während die nationale Ebene etwa die Verteidigung und Außenpolitik bestimmt.

In einem föderativen Staat besteht das Parlament typischerweise aus zwei Kammern. Die eine dient der direkten Volksvertretung und repräsentiert das Volk als Ganzes. Die andere vertritt grundsätzlich die Interessen der Gliedstaaten (Länderkammer).

Abgrenzung und Entwicklung

Ein föderativer Staat oder Föderation (staatsrechtliche Staatenverbindung) ist nicht nur vom Einheitsstaat abzugrenzen, sondern ebenso vom Staatenbund (völkerrechtliche Staatenverbindung, ggf. Konföderation).[5] Die Frage nach dem Sitz der Souveränität zur Abgrenzung staatlicher Organisationsverbände heißt: Bundesstaat oder Staatenbund? Dabei ist ein Staatenbund eine lose Verbindung von Einzelstaaten, die ihre Souveränität behalten, sodass die föderale Struktur ohne Preisgabe wesentlicher staatlicher Kompetenzen besteht.[6] Der Staatenbund als solcher kann somit nur Entscheidungen treffen, wenn die Einzelstaaten diese gutheißen. Dementgegen sind die Gliedstaaten gegenüber dem Bundesstaat zur Bündnistreue verpflichtet.

Gegenüber einer Föderation fehlt den Landesteilen beispielsweise im Vereinigten Königreich, einem Unionsstaat, wo an der Parlamentssouveränität festgehalten wird, die verfassungsrechtliche Sicherung der Autonomie. Man spricht hier von Devolution.[7]

Deutschland

In der deutschen Geschichte gilt der Deutsche Bund (1815–1866) als wichtigstes Beispiel für einen Staatenbund, der Norddeutsche Bund von 1867 bis 1871 hingegen war der erste deutsche Bundesstaat. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland spricht in Artikel 20 erstmals ausdrücklich von einem „Bundesstaat“ zur Verankerung des föderativen Prinzips.

1871 gründete ein Bündnisvertrag deutscher Staaten den Bundesstaat des Deutschen Reiches. Der Bundesstaat der Weimarer Republik entstand 1919 ebenso wie der Bundesstaat der Bundesrepublik Deutschland 1949 durch die verfassungsgebende Gewalt des Volkes.

Die am 23. Mai 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen gegründete Bundesrepublik bestand zunächst aus zwölf Ländern. Durch den Zusammenschluss der Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern änderte sich die Zahl im Jahr 1952 auf zehn. 1957 kam durch Beitritt des Saarlandes ein weiteres Bundesland hinzu. Aufgrund der durch Art. 4 Einigungsvertrag vorgenommenen „beitrittsbedingten“ Änderungen des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 bilden insgesamt 16 Bundesländer den gemeinsamen deutschen Staat.[8]

Über den Bundesrat wirken nach dem Grundgesetz die Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes sowie in Angelegenheiten der Europäischen Union mit.

Österreich

Österreich ist nach der Bundesverfassung von 1920 in der Fassung von 1929, die 1945 wieder in Kraft gesetzt wurde, eine föderale, parlamentarisch-demokratische Republik, bestehend aus neun Bundesländern.

Der Bundesrat als Vertretung der Länderinteressen hat nur in Fällen, in denen in die Rechte der Bundesländer eingegriffen wird, ein absolutes Vetorecht.

Schweiz

Die Schweiz ist seit 1848 ein Bundesstaat. Die Kantone sind souverän, soweit ihre Souveränität nicht durch die Bundesverfassung beschränkt ist; sie üben alle Rechte aus, die nicht dem Bund übertragen sind.[9]

Listen

Aktuell

LandStaatsformGliedstaatenBundesunmittelbare GebieteAnmerkungen
ArgentinienFlag of Argentina.svgArgentinienpräsidiale Bundesrepublik23 ProvinzenHauptstadtdistriktVerfassung von 1994
AustralienFlag of Australia.svgAustralienföderale parlamentarische Monarchie6 Bundesstaaten3 Territorien, 7 AußengebieteVerfassung von 1901
athiopienFlag of Ethiopia.svgÄthiopienparlamentarische Bundesrepublik9 Bundesstaaten,
2 eigenständige Städte
Verfassung von 1995
BelgienFlag of Belgium.svgBelgienföderale parlamentarische Monarchie3 Regionen,
3 Gemeinschaften (überschneidend)
Verfassung von 1994
BosnienundHerzegowinaFlag of Bosnia and Herzegovina.svgBosnien und Herzegowinaparlamentarische Bundesrepublik2 Entitätenein Kondominium der beiden EntitätenAbkommen von Dayton von 1995
FderationBosnienundHerzegowinaFlag of Bosnia and Herzegovina.svgFöderation Bosnien und HerzegowinaEntität von Bosnien und Herzegowina10 KantoneBosniakisch-kroatische Entität innerhalb von Bosnien-Herzegowina (selbst kein souveräner Staat, sondern nur Gliedstaat)
BrasilienFlag of Brazil.svgBrasilienpräsidiale Bundesrepublik26 BundesstaatenBundesdistriktVerfassung von 1988
DeutschlandFlag of Germany.svgDeutschlandparlamentarische Bundesrepublik16 LänderGrundgesetz von 1949 (gesamtdeutsche Verfassung seit Änderung 1990)
IndienFlag of India.svgIndienparlamentarische Bundesrepublik28 Bundesstaaten8 Unionsterritorien (einschl. Nationales Hauptstadtterritorium – National Capital Territory of Delhi)Verfassung von 1950
IrakFlag of Iraq.svgIrakBundesrepublik18 GouvernementsVerfassung von 2005
KanadaFlag of Canada.svgKanadaföderale parlamentarische Monarchie10 Provinzen3 TerritorienVerfassung von 1867/1982
KomorenFlag of the Comoros.svgKomorenislamische Bundesrepublik3 InselnVerfassung von 2001
MalaysiaFlag of Malaysia.svgMalaysiaföderale parlamentarische Wahlmonarchie13 Bundesstaaten3 TerritorienVerfassung von 1957
MexikoFlag of Mexico.svgMexikopräsidiale Bundesrepublik31 BundesstaatenHauptstadtdistriktVerfassung von 1917
MikronesienFlag of the Federated States of Micronesia.svgMikronesienBundesrepublik4 TeilstaatenVerfassung von 1979
NepalFlag of Nepal.svgNepalparlamentarische Bundesrepublik7 ProvinzenVerfassung von 2015
NigeriaFlag of Nigeria.svgNigeriaBundesrepublik36 BundesstaatenHauptstadtterritoriumVerfassung von 1979
oesterreFlag of Austria.svgÖsterreichparlamentarische Bundesrepublik9 LänderVerfassung von 1920 in der Fassung von 1929
PakistanFlag of Pakistan.svgPakistanislamische, parlamentarische Bundesrepublik4 Provinzen, 1 teilautonomes Gebiet2 Territorien (einschl. Hauptstadtterritorium Islamabad)Verfassung von 1973
SchweizFlag of Switzerland.svgSchweizBundesrepublik26 KantoneVerfassung von 1848 (Totalrevisionen von 1874 und 1999)
SomaliaFlag of Somalia.svgSomaliaBundesrepublik6 BundesstaatenHauptstadtterritorium (Banadir Regional Administration)provisorische Verfassung von 2012
VenezuelaFlag of Venezuela.svgVenezuelapräsidiale Bundesrepublik23 BundesstaatenHauptstadtdistrikt, abhängiges GebietVerfassung von 1999
VereinigteArabischeEmirateFlag of the United Arab Emirates.svgVereinigte Arabische Emirateföderale Erbmonarchie7 EmirateVerfassung von 1971
VereinigteStaatenFlag of the United States.svgVereinigte Staatenpräsidiale Bundesrepublik50 BundesstaatenHauptstadtdistrikt, 14 AußengebieteVerfassung von 1787

Grenzfälle

Die folgenden Staaten weisen zwar eine föderalistische Struktur auf, die Befugnisse der Gliedstaaten sind aber so gering ausgestaltet, dass sie weder eindeutig als Bundesstaaten noch als Einheitsstaaten eingestuft werden können.[10][11]

LandGliedeinheitenAnmerkungen
RusslandFlag of Russia.svgRusslandInsgesamt 85 Föderationssubjekte[12]
(22 Teilrepubliken, 9 Regionen, 46 Oblaste, 3 „Städte [von] föderaler Bedeutung“, 1 autonome Oblast, 4 autonome Kreise)
Verfassung von 1993 in der Fassung von 2014. Die Gebietseinheiten (Föderationssubjekte) sind zu neun Föderationskreisen zusammengefasst. Asymmetrischer Föderalismus: Der Grad der Autonomie ist unter den verschiedenen Typen von Föderationssubjekten unterschiedlich stark.[13]
SdafrikaFlag of South Africa.svgSüdafrika9 ProvinzenVerfassung von 1996

In Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland ist die Devolution hin zu den Regionen bzw. Landesteilen so stark ausgeprägt, dass sie ebenfalls eine „Kreuzung aus föderalen und einheitsstaatlichen Elementen“ darstellen. Spanien ist dem kanadischen Politikwissenschaftler Ronald L. Watts zufolge „praktisch ein Bundesstaat“ bzw. – wie Südafrika – eine „Quasi-Föderation“.[14]

Historisch

LandGliedstaatenBundes­unmittel­bare GebieteAnmerkungen
NorddeutscherBundFlag of the German Empire.svgNorddeutscher Bund (1867–1871)22 Bundesstaaten / BundesgliederSüdteil des Großherzogtums Hessen bundesfreies Gebiet
DeutschesReichFlag of the German Empire.svgDeutsches Kaiserreich (1871–1918)25 Bundesstaaten (Bundesglieder)1 Reichsland
DeutschesReichFlag of Germany (3-2 aspect ratio).svgDeutsches Reich (1919–1933)18 Länder,
ab 1929 17 Länder
Weimarer Republik
DeutschlandDemokratischeRepublikFlag of East Germany.svgDDR (1949–1952)5 Länder (und Ost-Berlin als Hauptstadt)Laut dem Verfassungsjuristen Karl Brinkmann war die frühe DDR nur scheinbar ein Bundesstaat: Es „steckte insgesamt hinter der Fassade des Bundesstaates ein Einheitsstaat, überdies als gewaltenvereinigender, zentralistischer. Es bestand keinerlei Föderalismus, doch ein strenger Unitarismus“.[15] Die DDR erfüllte nach Ansicht des Verfassungsrechtlers Siegfried Mampel formal die Merkmale einer föderativen Struktur, bis 1958 habe sie noch ein – für eine mögliche Wiedervereinigung günstiges – „föderatives Gepräge“ gehabt.[16] Nach Ansicht der Historiker Detlef Kotsch und Harald Engler wurde die DDR „zunächst als Bundesstaat definiert und in wichtigen Bereichen auch als Bundesstaat organisiert“, jedoch habe sie „in der Praxis […] nicht einen einzigen Tag als wirklicher Bundesstaat funktioniert“, da die Entscheidungskompetenz zentral bei der Sowjetischen Kontrollkommission lag.[17] Der westdeutsche Politikwissenschaftler Heinz Laufer charakterisierte die frühe DDR als „dezentralisierte[n] Einheitsstaat im Gewande des Bundesstaates“.[18] Auch die Staatsrechtler Theodor Maunz und Reinhold Zippelius stuften sie vor Auflösung der Länderkammer (1958) als „dezentralisierten […] Einheitsstaat“ ein.[19]

Ost-Berlin war als „Hauptstadt der Republik“ oder „Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin“[20] mit beratender Stimme in der Länderkammer vertreten. Die Westmächte beharrten dagegen auf dem Viermächte-Status für ganz Berlin, weshalb Ost-Berlin „kein integrierter Bestandteil der DDR“ sein könne. Den Hauptstadtcharakter Ost-Berlins erkannten sie nur unter Vorbehalt an.[21]

IndonesienFlag of Indonesia.svgVereinigte Staaten von Indonesien (1949–1950)16 TeilstaatenBundeshauptstadt Jakarta
JugoslawienSozialistiscFlag of Yugoslavia (1946-1992).svgJugoslawien (1945–1992)6 Teilrepubliken
SerbienundMontenegroFlag of Yugoslavia (1992–2003); Flag of Serbia and Montenegro (2003–2006).svgBundesrepublik Jugoslawien (1992–2003)2 TeilrepublikenKosovo unter UN-Verwaltung (seit 1999)
VereinigteStaatenvonKolumbienFlag of Colombia.svgVereinigte Staaten von Kolumbien (1863–1886)9 Staaten
KonfderierteStaatenvonAmerikaFlag of the Confederate States of America (1865).svgKonföderierte Staaten von Amerika (1861–1865)13 Staaten1 Territorium
KongoDRFlag of Congo-Léopoldville (1963-1966).svgDemokratische Republik Kongo (1964–1967)26 Provinzenzeitweise auch Kongo-Kinshasa genannt
NigeriaFlag of Nigeria.svgNigeria (1954–1963)[22]3 Regionenbis 1960 als britische Kolonie, anschließend unabhängig
RepubliksterreichFlag of Austria.svgRepublik Österreich (1918–1934)9 (Bundes-)LänderBundes-Verfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920; Gliederung in neun selbständige Länder ab 1. Januar 1922, für die Vorgeschichte siehe Geschichte Österreichs und Deutschösterreich.
OsterreichFlag of Austria.svgBundesstaat Österreich (1934–1938)8 (Bundes-)LänderBundeshauptstadt WienAustrofaschismus

Die Maiverfassung 1934 proklamierte den österreichischen Staat als Bundesstaat. Die Ernennung der Landeshauptmänner durch den Bundespräsidenten und das absolute Vetorecht des Bundeskanzlers bei der Landesgesetzgebung räumten „einer eigenständigen Landespolitik […] nur einen sehr beschränkten Spielraum ein.“[23] Die Länder waren dem Bund „fast völlig untergeordnet“.[24][25]

PakistanFlag of Pakistan.svgPakistan (1956–1971)[26]2 ProvinzenStammesgebiete unter Bundesverwaltung, Federal Capital Territory (Karachi; bis 1958), Hauptstadtterritorium Islamabad (ab 1970)West- und Ostpakistan; Auflösung infolge des Bangladesch-Kriegs, der zur Unabhängigkeit Bangladeschs führte.
RhodesienFlag of the Federation of Rhodesia and Nyasaland (1953–1963).svgRhodesien (1953–1963)3 TeilstaatenFöderation von Rhodesien und Njassaland innerhalb des britischen Commonwealth
SowjetunionFlag of the Soviet Union.svgSowjetunion (1922–1991)15 UnionsrepublikenDie Sowjetunion war formal föderal strukturiert (aufgrund einer Vielzahl von Sowjetrepubliken).[27] In Wahrheit wurde sie zentralistisch regiert. Die Stalin-Verfassung, die von 1936 bis 1977 galt, war offen zentralistisch.[28]
SyrischeFderationFlag of Syria French mandate.svgSyrische Föderation (1922–1924)3 StaatenFöderaler Staat unter dem französischen Mandat
Hauptstadt: Aleppo (1922–1923) Damaskus (1923–1924)
TschechoslowakeiFlag of the Czech Republic.svgTschechoslowakei (1968–1992)2 Republiken
WestindischeFderationFlag of the West Indies Federation (1958–1962).svgWestindische Föderation (1958–1962)10 Provinzen

Siehe auch

  • Staatenverbund, ein speziell deutscher Begriff für das System der EU
  • Liste von unterstaatlichen Verwaltungseinheiten nach Fläche
  • Liste von unterstaatlichen Verwaltungseinheiten nach Einwohnerzahl

Literatur

  • Karl Doehring: Allgemeine Staatslehre. 3. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2004, § 6, Rn. 155–173 (S. 68–75).
  • Ann L. Griffiths (Hrsg.): Handbook of Federal Countries. McGill-Queen’s University Press, Montreal 2005.
  • Walter Haller, Alfred Kölz, Thomas Gächter: Allgemeines Staatsrecht. 5. Auflage, Nomos, Baden-Baden 2013, §§ 19–23, S. 154–191.
  • Thomas O. Hueglin, Alan Fenna: Comparative Federalism. A Systematic Inquiry. 2. Auflage, University of Toronto Press, Toronto [u. a.] 2015.
  • Hans Kristoferitsch: Vom Staatenbund zum Bundesstaat? – Die Europäische Union im Vergleich mit den USA, Deutschland und der Schweiz. Springer, Wien 2007, ISBN 978-3-211-35201-4 (Diss. Univ. Wien).
  • Thomas Krumm: Föderale Staaten im Vergleich. Eine Einführung. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-04955-3.
  • Burkhard Schöbener, Matthias Knauff: Allgemeine Staatslehre. 2. Auflage, C.H. Beck, München 2013, § 6, Rn. 5–22 (S. 256–262).
  • Klaus Stern: Deutsches Staatsrecht. Band I, 2. Auflage, § 19, C.H. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09372-8.
  • Reinhold Zippelius: Allgemeine Staatslehre. 16. Auflage. C.H. Beck, München 2010, S. 311–318 (§ 39. Bundesstaaten und Staatenbünde).

Weblinks

Wiktionary: Bundesstaat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen

  1. Vgl. Ingo von Münch, Ute Mager: Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht unter Berücksichtigung der europarechtlichen Bezüge. 7. Auflage. Stuttgart 2009, S. 370 ff.
  2. Konrad Hesse: Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Neudruck der 20. Aufl., C.F. Müller, Heidelberg 1999, Rn. 217; Edin Šarčević: Das Bundesstaatsprinzip. Eine staatsrechtliche Untersuchung zur Dogmatik der Bundesstaatlichkeit des Grundgesetzes, Mohr Siebeck, Tübingen 2000 (Jus Publicum, Bd. 55), S. 36, 53.
  3. Uwe Barschel: Die Staatsqualität der deutschen Länder. Ein Beitrag zur Theorie und Praxis des Föderalismus in der Bundesrepublik Deutschland (= Schriftenreihe des Lorenz-von-Stein-Instituts, Bd. 2), R. v. Decker, Heidelberg/Hamburg 1982, S. 39.
  4. Erich Gruner, Beat Junker: Bürger, Staat und Politik in der Schweiz. Lehrbuch für den staatsbürgerlichen Unterricht an höheren Mittelschulen der deutschen Schweiz, Basel 1978.
  5. Dazu Reinhold Zippelius, Allgemeine Staatslehre, 16. Aufl., Beck, München 2010, § 9 IV; Theodor Schweisfurth: Völkerrecht, Mohr Siebeck, Tübingen 2006, S. 36 f.
  6. Heinrich Wilms: Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht unter Berücksichtigung der Föderalismusreform. Kohlhammer, 2007, Rn. 234.
  7. Näher dazu Roland Sturm, Politik in Großbritannien, VS Verlag, Wiesbaden 2009, S. 54 ff.; Ders., Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland – Devolution und Parlamentssuprematie, in: Roland Sturm, Jürgen Dieringer (Hrsg.): Regional Governance in EU-Staaten, Verlag Barbara Budrich, Opladen 2010, S. 107 ff.
  8. Peter Badura, Verfassungsänderung, Verfassungswandel, Verfassungsgewohnheitsrecht, in: Josef Isensee/Paul Kirchhof (Hg.): Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Bd. XII, 3. Aufl., Heidelberg 2014, § 270 Rn. 37.
  9. Art. 3 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999.
  10. Haller, Kölz, Gächter: Allgemeines Staatsrecht, 2013, Rn. 501 (S. 155).
  11. Zu Russland vgl. z. B. Anja Schlage: Die Verteilung der Staatsmacht zwischen der Russländischen Föderation und ihren Subjekten. Darstellung des Föderalismus in Russland aus deutscher Sicht. Lit Verlag, 2011, S. 13 f.
  12. 2008–2014 betrug die Anzahl der Subjekte aufgrund von Zusammenschlüssen nicht mehr 89, sondern nur noch 83.
  13. Dazu Andreas Heinemann-Grüder: Der asymmetrische Föderalismus Russlands und die Rolle der Regionen. In: Russland unter neuer Führung. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts. Agenda, Bremen 2001, S. 78–88; Jakob Fruchtmann: Die Entwicklung des russischen Föderalismus – eine Zwischenbilanz. In: Russland heute. Rezentralisierung des Staates unter Putin. VS Verlag, Wiesbaden 2007, S. 67–68; Daniel Thym: Ungleichzeitigkeit und europäisches Verfassungsrecht. Nomos, Baden-Baden 2004, S. 349 ff.
  14. Ronald L. Watts: Typologies of federalism. In: John Loughlin u. a.: Routledge Handbook of Regionalism and Federalism. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2013, S. 19–33, hier S. 19 f., 22.
  15. Karl Brinkmann: Verfassungslehre. 2., ergänzte Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München/Wien 1994, ISBN 978-3-486-78678-1, S. 372 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
  16. Siegfried Mampel, zitiert nach Michael Richter: Die Bildung des Freistaates Sachsen. Friedliche Revolution, Förderalisierung, deutsche Einheit 1989/90, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-36900-X, S. 40, 45, Zitat S. 55.
  17. Detlef Kotsch und Harald Engler: Staat und Staatspartei. Die Verwaltungsreform der SED in Brandenburg 1952–1960. In: dieselben und Oliver Werner (Hrsg.): Bildung und Etablierung der DDR-Bezirke in Brandenburg. Verwaltung und Parteien in den Bezirken Potsdam, Frankfurt/Oder und Cottbus 1952–1960. BWV, Berlin 2017, S. 18–21.
  18. Heinz Laufer: Föderalismus. Die Bundesrepublik Deutschland als Bundesstaat. Informationen zur politischen Bildung Nr. 169, 1976, S. 8.
  19. Theodor Maunz, Reinhold Zippelius: Ein Studienbuch. 28. Auflage, C.H. Beck, München 1991, S. 9.
  20. Vgl. hierzu Art. 4 Gesetz über die Bildung einer Provisorischen Länderkammer der Deutschen Demokratischen Republik vom 7. Oktober 1949.
  21. Michael Schweitzer: Staatsrecht III. Staatsrecht, Völkerrecht, Europarecht. 10. Aufl., C.F. Müller, Heidelberg 2010, S. 263 f., Rn. 642.
  22. Ronald L. Watts: Typologies of federalism. In: John Loughlin u. a.: Routledge Handbook of Regionalism and Federalism. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2013, S. 19–33, hier S. 22, 28.
  23. Emmerich Tálos: Das austrofaschistische Herrschaftssystem: Österreich 1933–1938 (= Politik und Zeitgeschichte. Band 8). 2. Auflage. Lit Verlag, Berlin/Münster/Wien 2013, ISBN 978-3-643-50494-4, S. 86.
  24. Wilhelm Brauneder: Österreichische Verfassungsgeschichte: Einführung in Entwicklung und Strukturen. Unter Mitw. von Friedrich Lachmayer. Manz, Wien 1976, ISBN 3-214-04868-6.
  25. Vgl. auch Dirk Hanschel: Konfliktlösung im Bundesstaat. Die Lösung föderaler Kompetenz-, Finanz- und Territorialkonflikte in Deutschland, den USA und der Schweiz, Mohr Siebeck, Tübingen 2012, S. 34.
  26. Ronald L. Watts: Typologies of federalism. In: John Loughlin u. a.: Routledge Handbook of Regionalism and Federalism. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2013, S. 19–33, hier S. 28.
  27. Andreas Thüsing, zit. nach Michael Richter: Die Bildung des Freistaates Sachsen. Friedliche Revolution, Förderalisierung, deutsche Einheit 1989/90, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 55.
  28. Karl Brinkmann: Verfassungslehre. 2., ergänzte Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München/Wien 1994, S. 366 und 373 ff. (abgerufen über De Gruyter Online).

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