Buggensegel
Buggensegel Gemeinde Salem | |
|---|---|
| Koordinaten: | 47° 45′ N, 9° 18′ O |
| Höhe: | 432 m ü. NHN |
| Fläche: | 3,61 km² |
| Einwohner: | 365 (31. Dez. 2024)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 101 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. April 1972 |
| Postleitzahl: | 88682 |
| Vorwahl: | 07553 |
Sicht von Süden auf den Ort | |
Buggensegel ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.
Geographie
Lage
Buggensegel liegt im Salemertal in der Bodenseeregion, rund drei Kilometer südlich des Ortszentrums von Salem. Es ist ein kleines Dorf am Südrand des Salemertals.[2] Hier vereinigen sich die Wasserläufe des unteren Linzgaus. Zuerst im Ort die Salemer Aach mit dem Stefansfelder Kanal und dann etwas östlicher bei Wehausen der Zusammenfluss mit der Deggenhauser Aach zur Seefelder Aach.
Gliederung
Zu Buggensegel gehören das Dorf Buggensegel, das Hofgut Wehausen und die Höfe Bremgarten und In den Rubäckern.[3]
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Buggensegel dürfte vermutlich in der ersten fränkischen Siedlungsphase des 6./7. Jahrhunderts entstanden sein.[4]
Mittelalter und frühe Neuzeit
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Buggensegel unter dem Namen Bugo Sedilium = „Siedlung des Bugo“ im Jahre 1094 in einer Urkunde des Schaffhauser Klosters „Allerheiligen“. Konrad von Markdorf verkaufte 1220 sein Dorf Buggensegel an Kloster Salem, das 1270 von den Grafen von Heiligenbergern auch die Vogtei erwarb.[5] Im Jahr 1637 erwarb Salem auch der Landeshoheit (Hochgerichtsbarkeit) von Heiligenberg.
Das Hofgut Wehausen kommt 1260 als Schenkung von der Familie Falkenstein an das Spital Kon-stanz. Im Dreißigjährigen Krieg 1647 wurde der Hof von den Schweden verbrannt. Der Wiederaufbau erfolgte 1786.
Moderne
Nach der Enteignung des Klosters Salem im Rahmen der Säkularisation 1803 gehört der Ort zunächst zum markgräflichen Oberamt, ab 1813 zum großherzoglichen Bezirksamt Salem im Seekreis und ab 1857 zum Bezirksamt Überlingen im Großherzogtum Baden, das 1939 in Landkreis Überlingen umbenannt wurde. Bis 1972 war Buggensegel selbständige Gemeinde.[6]
Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg schloss sich Buggensegel 1972 mit sieben weiteren Orten zur Gemeinde Salem zusammen.[7]
Gesellschaft
Bevölkerung
Die Zahl der Einwohner stieg von 1850 bis in die 1980er Jahre nur sehr moderat an. In den folgenden Jahren bis heute hat sie sich dann um mehr als 50 % erhöht.
| Jahr | 1852 | 1871 | 1890 | 1910 | 1925 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2000 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohnerzahl[8] | 178 | 146 | 180 | 173 | 205 | 181 | 228 | 210 | 224 | 230 | 292 | 365 |
Religion
Die Bevölkerung war bis zur Aufhebung der Klosterherrschaft 1803 ausschließlich katholisch. Dies ändert sich im 19. Jahrhundert kaum. Im Jahr 1925 waren dann etwa 5 % der Bewohner evangelisch, bis ins Jahr 1970 hat sich dies auf etwa 10 % erhöht.[9] Buggensegel gehört zur ehemaligen katholischen Pfarrei Leutkirch (Neufrach), ab 2026 ur Pfarrei St. Nikolaus Markdorf.
Die altehrwürdige, der hl. Margareta und dem hl. Laurentius geweihte Kapelle in Buggensegel … ist erstmals 1177 erwähnt. Zur Ausstattung des ursprünglich wohl romanischen Gotteshauses zählt ein Flügelaltar aus dem Jahr 1760. Die Kapelle wurde zwischen 1980 und 1984 innen und au-ßen renoviert und erhielt eine kleine Orgel. Ein Kulturgut von besonderem Rang ist das romanische Altarkreuz vom Ende 11. Jahrhundert aus vergoldetem Kupfer.[10] Es stammt von den Herren von Markdorf waren, die Schutzvögte des Ortes und der der Kapelle waren. Das Kreuz ist ein An-denken an die Teilnahme Conrads von Markdorf am Kreuzzug.[11]
Politik
Letzter amtierender Bürgermeister der Gemeinde Buggensegel vor dem Zusammenschluss zur Gemeinde Salem 1972 war M. Felder.
Der Gemeinderat von Salem wurde von 1972 bis 2004 in einer unechte Teilortswahl gewählt. Das System garantierte jedem Ortsteil eine bestimmte Anzahl von Sitze. In der Gemeinde Salem gibt es für jeden Ortsteil einen Ortsreferenden.

Wappen
Blasonierung: „Gespalten von Gold und Blau, vorne ein halbes, acht-spitziges rotes Rad ohne Felgen am Spalt, hinten ein goldener Krummstab mit silbernem Pannisellus.“
Das Rad ist Sinnbild der Einheit. Es erinnert auch an die 1000-jährige Geschichte der Ritterschaft von Raderach und Markdorf. Der Krummstab mit Pannisellus lässt die Zugehörigkeit Buggensegels zur Zisterzienserabtei Salem erkennen.[12]
Infrastruktur
Öffentliche Einrichtungen
Im Jahre 1906 wurde ein eigenes Volksschulgebäude in Buggensegel gebaut. 1951 errichtete die Gemeinde eine zentrale Wasserversorgung. In den Jahren 1962/63 wurde unter Bürgermeister Matthäus Feld die Flurbereinigung durchgeführt. In der Nähe des Ortes befindet sich die 1991 eingeweihte Kläranlage der Gesamtgemeinde Salem. Im Jahr 1999 wurden die Kanalisationsarbeiten im Ort abgeschlossen.
Verkehr
Die Hauptverbindungsstraße ist die K7760 von Mimmenhausen nach Ahausen. Sie durchquert Buggensegel. Die K7759 verbindet den Ort mit Neufrach, die K7761 mit Grasbeuren. Die Buslinie 7382 von Markdorf nach Meersburg führt durch Buggensegel. Die Bahnstation Salem ist knapp einen Kilometer entfernt.
Wirtschaft
Buggensegel war von der Landwirtschaft geprägt. 1939 gab es noch 26 Vollerwerbsbetriebe, bis 1970 hatte sich die Zahl bereits auf 13 reduziert. Ein wichtiger Betrieb war früher die Mühle mit Mahl- und Sägebetrieb an der Salemer Aach. Ein Dorfwirtshaus gab es schon im 19. Jahrhundert.[13] Später gab es den Gasthof Adler.
Kultur
Sehenswürdigkeiten
Unter Denkmalschutz stehen neben der Kapelle die Mühle und das Sägewerk. Auch zwei Bauernhäuser (Bugostr. 13 / Margaretenstr. 9) und eine Fachwerkscheune (Margaretenstr. 3) haben diesen Status.[14]
Bildung
Buggensegel gehörte schulisch bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Schulverband Grasbeuren. Mit diesem blieb die Gemeinde anscheinend auch nach der Errichtung eines eigenen Volksschulgebäudes in Buggensegel im Jahre 1906 verbunden. Schulort ist heute Neufrach, nachdem die einklassige Schule 1966 aufgegeben worden war. In Buggensegel gibt es eine Sonderschule für entwicklungsverzögerte Kinder mit angeschlossenem Schulkindergarten.
Vereine und Veranstaltungen
Der Narrenverein Bugosteitzer Buggensegel führt während der Fasnachtszeit mehrere Veranstaltungen im Ortskern durch.
Literatur
• Kuratorium Heimat und Arbeit (Hrsg.) (1972): Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Buggensegel, S. 310–311, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee.
- Hugo Gommeringer: Buggensegel, S. 51–53, in: Salemer Wappen. 2000
- Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Buggensegel. 2009
- Staiger, F. X. Conrad: Buggensegel, S. 255–258, in: Salem oder Salmansweiler … Constanz 1863 (ND 2008).
- Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg Bodenseekreis – Salem – Buggensegel
Weblinks
- / Gemeinde Salem: Buggensegel
- Buggensegel auf leoBW-Landesarchiv online
- Buggensegel im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Buggensegel in GenWiki (Genealogisches Lexikon)
Einzelnachweise
- ↑ Einwohnerzahl und Fläche Gemeinde Salem. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ Buggensegel auf Landeskunde entdecken online – leoBW
- ↑ Salem b) Buggensegel in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 591f.
- ↑ Hugo Gommeringer: Buggensegel, S. 60–61, in: Salemer Wappen. 2000
- ↑ Buggensegel auf Landeskunde entde-cken online – leoBW
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 503 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Statistisches Landesamt BW: Gemeindeliste III - Herkunft und Verbleib der Gemeinden nach Abschluss der Kreis- und Gemeindereform, Stuttgart 1999
- ↑ Einwohnerentwicklung von Buggensegel bei leograph-bw.de
- ↑ Buggensegel auf Landeskunde entdecken online – leoBW
- ↑ Hugo Gommeringer: Buggensegel, S. 51–53, in: Salemer Wappen. 2000
- ↑ Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Bug-gensegel, S. 310–311 in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bo-densee. 1972.
- ↑ Hugo Gommeringer: Buggensege S. 51–53, in: Salemer Wappen. 2000
- ↑ Staiger, F. X. Conrad: Buggensegel, S. 255–258, in: Salem oder Salmansweiler … Constanz 1863 (ND 2008)
- ↑ Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg, Bodenseekreis – Salem – Buggensegel
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Sicht von Süden auf den Salemer Ortsteil Buggensegel
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Postkarte Buggensegel um 1948 mit Schule, Kapelle und Gasthaus - Reinhold Zeidler, Photographische Anstalt , Nordrach in Baden - Sammlung Klaus Maier

