Bruce Hornsby

Bruce Hornsby (2019)

Bruce Randall Hornsby (* 23. November 1954 in Williamsburg, Virginia) ist ein US-amerikanischer Sänger, Pianist und Songwriter. Seine Musik verbindet verschiedene Stilrichtungen von Pop und Jazz bis Bluegrass.

Leben und Werk

Bruce Hornsby studierte Musik an der University of Richmond, am renommierten Berklee College of Music und erlangte 1977 den Abschluss an der University of Miami. Mit seinem jüngeren Bruder John Hornsby sollte ihn eine langjährige Songwriting-Partnerschaft verbinden, sie zogen 1980 nach Los Angeles, um für 20th Century Fox zu schreiben. Dort freundete er sich mit der Band Ambrosia an und wurde in der Folge Mitglied von Sheena Eastons Tourband. Einen Plattenvertrag bei RCA Records erhielt er 1985 auf Basis von Demoaufnahmen mit Songs, die er 1986 auf dem Debütalbum The Way It Is als Bruce Hornsby and the Range veröffentlichte.

Weltweit bekannt wurde er 1986 mit seinem Hit The Way It Is, der in den USA Platz 1 erreichte. Für das gleichnamige Album, das er wie auch die Nachfolger Scenes from the Southside (1988) und A Night on the Town (1990) mit seiner Band The Range aufnahm, erhielt er seinen ersten Grammy als bester neuer Künstler. In den 1990er Jahren setzte Hornsby seine Karriere als Solokünstler fort und veröffentlichte verschiedene Alben. Ende der 1990er Jahre formierte er als feste Gruppe The Noise Makers aus den Musikern seiner Tournee-Begleitband.

Neben seinen Soloprojekten arbeitete Bruce Hornsby vielfach mit anderen Musikern zusammen, etwa Bill Evans, Stevie Nicks, Pat Metheny, Don Henley oder Bonnie Raitt. Für Henley schrieb er The End of the Innocence und war auf dessen 1990 für einen Grammy nominierter Aufnahme zu hören. Für Huey Lewis schrieb er mit John Hornsby 1986 den Hit Jacob’s Ladder. In den 2010er Jahren gab es Aufnahmen mit Gästen wie Mavis Staples, Justin Vernon von der Band Bon Iver und seit 2019 mehrmals mit dem Kammermusikensemble yMusic.

Hornsby trat sporadisch mit den Grateful Dead auf, nach dem Tod ihres Keyboarders Brent Mydland 1990 war er bis 1992 regelmäßiger Gastmusiker.[1][2] Von 1998 bis 2000 war er Teil der aus Mitgliedern der Grateful Dead gebildeten Band The Other Ones.[3] Hornsby lässt im Geist der improvisatorischen Aufführungspraxis der Grateful Dead bei seinen Liveauftritten ausdrücklich die Anfertigung privater Mitschnitte zu und nimmt im Austausch mit dem Publikum Musikwünsche entgegen.

2007 entstanden in Zusammenarbeit mit dem Country- und Bluegrass-Musiker Ricky Skaggs das Album Ricky Skaggs & Bruce Hornsby,[4] sowie in Zusammenarbeit mit dem bekannten Schlagzeuger Jack DeJohnette und dem Bassisten Christian McBride das vielbeachtete Jazz-Album Camp Meeting.

Bruce Hornsby (2006)

Nach dem 1987 verliehenen Grammy Award als bester neuer Künstler wurde er bis 2009 noch zwölfmal nominiert und zweimal ausgezeichnet:[5]

Die Verwertungsgesellschaft ASCAP zeichnete Songs von Hornsby dreimal als den am häufigsten innerhalb eines Jahres aufgeführten Popsong aus: 1988 The Way It Is, 1990 und 1991 The End of the Innocence.

Privatleben

Die Familie Hornsby ist in Williamsburg ansässig. Nach Bruce Hornsbys Mutter, der Pianistin und Kirchenmitarbeiterin Lois Saunier Hornsby, wurde 2010 eine öffentliche Mittelschule in Williamsburg benannt, sein Vater Robert Stanley Hornsby war Anwalt und Immobilienentwickler. Bruce Hornsbys älterer Bruder ist der Immobilienmakler Robert Saunier Hornsby, sein jüngerer Bruder der Ingenieur und Songschreiber John Hornsby.[6] Der Schauspieler David Hornsby ist ein Cousin.

Bruce Hornsby ist seit Jahresende 1983 mit Kathy Hornsby, geborene Yankovic, verheiratet.[6] Sie haben Zwillingssöhne, geboren am 30. Januar 1992, die nach berühmten Klavierspielern benannt sind: Russell nach Leon Russell, mit dem Bruce Hornsby um 1990 mehrmals zusammenarbeitete, und Keith nach Keith Jarrett. Russell Hornsby ist Schauspieler, Keith Hornsby ist professioneller Basketballspieler und spielte in der Basketball-Bundesliga 2020/21 für die EWE Baskets Oldenburg.[7]

Diskografie

Studioalben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK US
1986The Way It IsDE10
Gold
Gold

(36 Wo.)DE
CH16
(6 Wo.)CH
UK16
Silber
Silber

(26 Wo.)UK
US3
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(73 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1. April 1986
als Bruce Hornsby & The Range
1988Scenes from the SouthsideDE12
(24 Wo.)DE
AT27
(4 Wo.)AT
CH19
(4 Wo.)CH
UK18
Gold
Gold

(18 Wo.)UK
US5
Platin
Platin

(27 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 3. Mai 1988
als Bruce Hornsby & The Range
1990A Night on the TownDE36
(10 Wo.)DE
CH29
(3 Wo.)CH
UK23
Silber
Silber

(7 Wo.)UK
US20
Gold
Gold

(21 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 25. Mai 1990
als Bruce Hornsby & The Range
1993Harbor LightsDE54
(8 Wo.)DE
UK32
(3 Wo.)UK
US46
Gold
Gold

(16 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 6. April 1993
1995Hot HouseDE65
(9 Wo.)DE
CH47
(2 Wo.)CH
US68
(12 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 18. Juli 1995
1998Spirit TrailUS148
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 1998
2002Big Swing Face
Erstveröffentlichung: 25. Juni 2002
2004Halcyon DaysDE92
(1 Wo.)DE
US86
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 17. August 2004
2009LevitateUS116
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 15. September 2009
mit The Noisemakers
2016Rehab Reunion
Erstveröffentlichung: 17. Juni 2016
mit The Noisemakers
2019Absolute ZeroUSUS
Erstveröffentlichung: 12. April 2019[9]
mit yMusic u. a.
2020Non-Secure Connection
Erstveröffentlichung: 14. August 2020
2022’Flicted
Erstveröffentlichung: 20. Mai 2022
2026Indigo Park
Erstveröffentlichung: 3. April 2026

Weitere Studioalben

Zusammenstellungen

  • 2003: Greatest Radio Hits (Kompilation von RCA Records/BMG Heritage)
  • 2005: Intersections (1985–2005) (Boxset)
  • 2010: Playlist: The Very Best of (Kompilation von Legacy Recordings/Sony Music)
  • 2015: The Essential (Kompilation von Legacy Recordings, behandelt auch Aufnahmen aus den Jahren bei RCA Records)

Livealben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK US
2000Here Come the Noise MakersUS167
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2000
2011Bride of the NoisemakersUS125
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 7. Juni 2011

Weitere Livealben

  • 1986: Live: The Way It Is Tour (1986-1987) (als Bruce Hornsby & The Range)
  • 1991: Rockpalast Live (als Bruce Hornsby & The Range)
  • 2004: Bruce Hornsby & Friends
  • 2005: Three Nights on the Town
  • 2005: Piano Jazz (mit Marian McPartland, Liveaufnahme aus Radiostudio)
  • 2014: Solo Concerts

Singles

JahrTitel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK US
1986Every Little Kiss
The Way It Is
US14
(24 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Mai 1986
als Bruce Hornsby & The Range
The Way It Is
The Way It Is
DE16
(18 Wo.)DE
CH15
(8 Wo.)CH
UK15
Gold
Gold

(11 Wo.)UK
US1
(22 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Juli 1986
als Bruce Hornsby & The Range
1987Mandolin Rain
The Way It Is
UK70
(3 Wo.)UK
US4
(18 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Januar 1987
als Bruce Hornsby & The Range
1988The Valley Road
Scenes from the Southside
UK44
(4 Wo.)UK
US5
(16 Wo.)US
Erstveröffentlichung: April 1988
als Bruce Hornsby & The Range
Look Out Any Window
Scenes from the Southside
UK88
(1 Wo.)UK
US35
(12 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Juli 1988
als Bruce Hornsby & The Range
1990Across the River
A Night on the Town
UK85
(3 Wo.)UK
US18
(16 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Juni 1990
als Bruce Hornsby & The Range
Lost Soul
A Night on the Town
US84
(3 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Oktober 1990
als Bruce Hornsby & The Range
1993Fields of Gray
Harbor Lights
DE67
(10 Wo.)DE
US69
(11 Wo.)US
Erstveröffentlichung: September 1993
1995Walk in the Sun
Hot House
DE68
(11 Wo.)DE
US54
(9 Wo.)US
Erstveröffentlichung: August 1995

Weitere Singles

  • 2019: Voyager One[9] (mit yMusic)

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Goldene Schallplatte

  • Kanada Kanada
    • 1990: für das Album A Night on the Town

Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2002: für das Album The Way It Is
  • Kanada Kanada
    • 1988: für das Album Scenes from the Southside
  • Neuseeland Neuseeland
    • 2023: für die Single The Way It Is

2× Platin-Schallplatte

  • Kanada Kanada
    • 1987: für das Album The Way It Is

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nungen, Ver­käu­fe, Quel­len)
Silber Gold PlatinVer­käu­feQuel­len
 Australien (ARIA)0! S0! G Platin170.000aria.com.au
 Deutschland (BVMI)0! S Gold10! P250.000musikindustrie.de
 Kanada (MC)0! S Gold1 3× Platin3350.000musiccanada.com
 Neuseeland (RMNZ)0! S0! G Platin130.000radioscope.co.nz
 Vereinigte Staaten (RIAA)0! S 2× Gold2 4× Platin45.000.000riaa.com
 Vereinigtes Königreich (BPI) 2× Silber2 2× Gold20! P620.000bpi.co.uk
Insgesamt 2× Silber2 6× Gold6 9× Platin9

Quellen

  1. Nick DeRiso: The Night Bruce Hornsby Played His First Grateful Dead Show. In: Ultimate Classic Rock. 15. September 2020, abgerufen am 31. Januar 2026 (englisch).
  2. Jeff Lester: Bruce Hornsby's Grateful Dead Performance History. Abgerufen am 31. Januar 2026 (englisch, Liste der Auftritte, nur http).
  3. Si Twining: Bob Weir 1947-2026. In: Bruuuce.com. 11. Januar 2026, abgerufen am 31. Januar 2026 (englisch).
  4. Bob Doerschuk: Ricky Skaggs und Bruce Hornsby: Country-Pfade. In: Country Music News.de. 26. Juli 2007, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  5. Artist Bruce Hornsby. In: grammy.com. The Recording Academy, 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2020; abgerufen am 31. Januar 2026 (englisch).
  6. a b Si Twining: Bruce Hornsby's family. In: Bruuuce.com. 5. November 2014, abgerufen am 3. März 2025 (englisch).
  7. BBL: Keith Hornsby: Basketballer mit berühmtem Vater. In: Westdeutsche Zeitung. 26. Januar 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Januar 2021; abgerufen am 9. Februar 2021.
  8. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US
  9. a b Absolute Zero: The new album coming April 12th. 22. Februar 2019, abgerufen am 13. April 2019 (englisch).
Commons: Bruce Hornsby – Sammlung von Bildern

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