Bronzerelief Aufbruch

(c) Bundesarchiv, Bild 183-P0307-001 / Raphael (verehel. Grubitzsch), Waltraud / CC-BY-SA 3.0
Relief „Aufbruch“ am Hauptgebäude der Karl-Marx-Universität Leipzig (1975)

Das Bronzerelief „Aufbruch“ ist ein 1973 für den damaligen Neubau der Universität Leipzig geschaffenes Kunstwerk im Stil des Sozialistischen Realismus. Da sich in seinem Zentrum der Kopf von Karl Marx befindet, dem damaligen Namenspatron der Universität, wird es allgemein auch als „(Karl-)Marx-Relief“ bezeichnet. 2007 und 2008 gab es in Leipzig anlässlich der Bauarbeiten auf dem Campus am Augustusplatz eine breite gesellschaftliche Debatte über die Wiederaufstellung des Reliefs.

Entstehung

Gedenktafel am Gebäude der Universität (2006)

Nach der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli im Jahr 1968 entstand an ihrer Stelle bis 1974 das inzwischen abgerissene Hauptgebäude der Universität an der Westseite des Augustusplatzes (damals Karl-Marx-Platz). An der Stelle der Giebelwand der Paulinerkirche wurde das wuchtig wirkende, massive Bronzerelief 1974 zum 25. Jahrestag der DDR am Uni-Hauptgebäude aufgestellt.

Es war 1970 bis 1973 von den Künstlern Frank Ruddigkeit, Klaus Schwabe und Rolf Kuhrt geschaffen worden. Sie hatten sich bei einem Wettbewerb um die Gestaltung des Denkmals unter anderem gegen Bernhard Heisig und Willi Sitte durchgesetzt. Das Bronzerelief ist 14 Meter lang, 7 Meter hoch und 33 Tonnen schwer.

Debatte um die Wiederaufstellung

Das Denkmal am heutigen Standort auf dem Campus Jahnallee (2014)

Im Zuge der Um- und Neubauarbeiten für den neuen Leipziger Universitätscampus wurde das Relief 2006 abgebaut. Wenig später entspann sich eine intensive gesellschaftliche Debatte um seine Wiederaufstellung. Dafür setzt sich vor allem der Rektor der Leipziger Universität Franz Häuser ein. Der Schriftsteller Erich Loest dagegen wollte das Objekt „Marx“ zusammen mit den Trümmern der gesprengten Paulinerkirche am Stadtrand vergraben lassen.

2008 wurde das Relief zusammen mit einem erläuternden Begleittext auf dem Campus Jahnallee aufgestellt. Rektor Häuser nannte es „ein zeitgeschichtliches Zeugnis, mit dem man sich aktiv auseinandersetzen muss“.[1]

Weblinks

Commons: Bronzerelief Aufbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Christoph Seidler: Viel Knatsch um Marx. Uni-Spiegel vom 28. Februar 2008.
  • Streit um das Karl-Marx-Relief in Leipzig. artour, MDR Fernsehen, 7. Februar 2008, archiviert vom Original am 15. April 2008; abgerufen am 10. Januar 2016.
  • Matthias Huth/Sandra Naumann: Das „Karl-Marx-Relief“ auf dem Leipziger Augustusplatz, Projekt Kunstorte Leipzig, Uni Leipzig und HGB Leipzig, Leipzig 1999.

Einzelnachweise

  1. Marx-Relief wird in Leipzig mit Schautafel aufgestellt. leipzig-seiten.de, 16. Oktober 2008

Auf dieser Seite verwendete Medien

Bundesarchiv Bild 183-P0307-001, Leipzig, Universitätshochhaus.jpg
(c) Bundesarchiv, Bild 183-P0307-001 / Raphael (verehel. Grubitzsch), Waltraud / CC-BY-SA 3.0
Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein.
Leipzig, Universitätshochhaus ADN-ZB Raphael 7.3.75 Leipzig-Die Karl-Marx Universität der Messestadt gehört mit zu den bedeutensten Lehr- und Forschungseinrichtungen der DDR. In der 1409 gegründeten Alma mater wurden wurden in den vergangenen Monaten die modernsten Hochschuleinrichtungen unserer Republik in Betrieb genommen. Insgesamt 3300 Seminarplätze in Räumen mit 15 und 30 Räumen (einschließlich spezieller Konsultationsräume) bieten 5000 Studenten die Möglichkeit eines intensiven Studiums. Der Stundenplan des Seminargebäudes basiert auf dem Prinzip des Schichtunterrichts, wodurch die Gewähr gegeben ist, dass die modernen Einrichtungen voll ausgenutzt werden. P0307-1N -Bitte auch die Motive P0307-2 u. 3N beachten!)
Aufbruch 2014.jpg
Autor/Urheber: Geisler Martin, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Bronzerelief "Aufbruch" von Klaus Schwabe. Ehemals am Hauptgebäude der Karl-Marx-Universität Leipzig, jetzt auf dem Campus Jahnallee neben der Mensa
Gedenktafel Paulinerkirche Leipzig.jpg
Autor/Urheber: JHaller (Saippuakauppias), Lizenz: CC BY-SA 3.0
Gedenktafel der Paulinerkirche in Leipzig am Univeritätsgebäude:

An dieser Stelle stand die
Universitätskirche St. Pauli
Errichtet als Kirche des Domini-
kanerklosters war sie seit 1543
Eigentum der Universität. Sie
überstand alle Kriege unversehrt.
———————————————
Am 30. Mai 1968
wurde die Universitätskirche
—gesprengt—
Diesen Akt der Willkür
verhinderten weder die
——Stadtverordneten
noch die Leipziger
Universität—
Sie widerstanden nicht dem Druck
eines diktatorischen Regimes