Bodenreformbewegung

Adolf Damaschke: Die Bodenreform (1913)

Unter dem Begriff Bodenreformbewegung, auch Landreformbewegung, werden Personen und Gruppierungen zusammengefasst, die sich für Bodenreformen einsetzen.

Geschichte

Im alten Rom setzten sich die Brüder Gaius Gracchus und Tiberius Gracchus im 2. Jahrhundert v. Chr. im Rahmen der Gracchischen Reform für Landreformen ein, wobei der erstere von seinen politischen Widersachern getötet, der zweite in den Selbstmord getrieben wurde. Das Wirken der Gracchen führte zu einem Jahrhundert der Römischen Bürgerkriege und zu einer lange andauernden Spaltung der römischen Gesellschaft in Popularen (Befürworter von Landreformen) und Optimaten (Verteidiger des status quo).

Auch in den diversen Bauernkriegen in Europa gehörten u. a. Landreformen und ähnliche Belange zu den Zielen der Aufständischen.

Beispiele für Landreformbewegungen sind Irish Land League, MST, Via Campesina, FIAN.

Bodenreformbewegung in Deutschland

In Deutschland gab es zu Ende des 19. Jahrhunderts eine Bodenreformbewegung, die sich auf den US-amerikanischen Bodenreformer Henry George stützte (siehe Georgismus). 1888 wurde von Michael Flürscheim, dem Gründer und Direktor der Gaggenauer Eisenwerke, der Deutsche Bund für Bodenbesitzreform gegründet.
Ein bedeutender Exponent der deutschen Bodenreformbewegung war Adolf Damaschke mit dem Deutschen Bund für Bodenreform. 1913 publizierte Damaschke seine Ideen zur Bodenreform, die Grundlage des Bodenreformgesetzes von 1920 wurden.

Siehe auch

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Titelseite Bodenreform von A. Damaschke.jpg
Innere Titelseite des Buches "Bodenreform" von A. Damaschke († 1935)