Blauer Kugelsternhaufen

NGC 1850:
Ein blauer Kugelsternhaufen mit Sternentstehungsgebiet

Blaue Kugelsternhaufen sind mit unter 100 Millionen Jahren deutlich jünger als gewöhnliche Kugelsternhaufen, deren Alter meist einige Milliarden Jahre beträgt und die zur selben Zeit wie ihre Muttergalaxie entstanden sind; blaue Kugelsternhaufen dagegen haben sich erst später geformt.

Ihren Namen verdanken blaue Kugelsternhaufen den zahlreichen blauen Hauptreihensternen der Spektraltypen O und B, die sie aufgrund ihres geringen Alters enthalten.

Blaue Sternhaufen mit ähnlichen Sternzahlen wie gewöhnliche Kugelsternhaufen sind die Supersternhaufen. Im Mittel besitzen blaue Kugelsternhaufen jedoch weniger Sterne als gewöhnliche Kugelsternhaufen und wurden u. a. deshalb noch unlängst als offene Sternhaufen angesehen.

Ein blauer Kugelsternhaufen benötigt zu seiner Entstehung jedoch deutlich mehr interstellare Materie als ein offener Sternhaufen. Daher müssen außergewöhnliche Umstände innerhalb der Muttergalaxie vorliegen, damit sich blaue Kugelsternhaufen bilden können. Dies erklärt, weshalb blaue Kugelsternhaufen in gewöhnlichen Großgalaxien wie der Milchstraße oder dem Andromedanebel fehlen und stattdessen zuerst in den irregulären Galaxien der Magellanschen Wolken entdeckt wurden; die Große Magellansche Wolke enthält eine recht große Population dieser Objekte (siehe Liste). Auch der Dreiecksnebel (M 33) enthält blaue Kugelsternhaufen, obwohl dies bei einer Spiralgalaxie ungewöhnlich zu sein scheint.

Beispiele

In der Großen Magellanschen Wolke

In der Kleinen Magellanschen Wolke

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NGC1850.jpg
Located in the Large Magellanic Cloud, one of our neighboring dwarf galaxies, this young globular-like star cluster is surrounded by a pattern of filamentary nebulosity that is thought to have been created during supernova blasts. It consists of a main globular cluster in the center and a younger, smaller cluster, seen below and to the right, composed of extremely hot, blue stars and fainter, red T Tauri stars. This wide variety of stars allows a thorough study of star formation processes.