Bistum Münster

Bistum Münster
Basisdaten
StaatDeutschland
KirchenprovinzKöln
MetropolitanbistumErzbistum Köln
DiözesanbischofFelix Genn
WeihbischofChristoph Hegge
Wilfried Theising
Stefan Zekorn
Rolf Lohmann
Emeritierter WeihbischofDieter Geerlings
GeneralvikarKlaus Winterkamp
Wilfried Theising (Offizial)
Gründung0800
Fläche15.265 km²
DekanateStadt-/ Kreisdekanate: 8
Dekanate: 39 (16.4.2015)
Pfarreien211 (31. Dezember 2018[1])
Einwohner4.305.468 (31. Dezember 2017[2])
Katholiken1.853.185 (31. Dezember 2018[1])
Anteil43 %
Diözesanpriester1029 (31. Dezember 2017[2])
Ordenspriester245 (31. Dezember 2017[2])
Katholiken je Priester1455
Ständige Diakone306 (31. Dezember 2017[2])
Ordensbrüder317 (31. Dezember 2017[2])
Ordensschwestern1784 (31. Dezember 2017[2])
RitusRömischer Ritus
LiturgiespracheLatein, Deutsch
KathedraleSt.-Paulus-Dom
AnschriftDomplatz 27
48143 Münster
Websitewww.bistum-muenster.de
Kirchenprovinz
Erzbistum FreiburgErzbistum BambergErzbistum BerlinErzbistum HamburgErzbistum KölnErzbistum München und FreisingErzbistum PaderbornBistum AachenBistum AugsburgBistum Dresden-MeißenBistum EichstättBistum ErfurtBistum EssenBistum FuldaBistum GörlitzBistum HildesheimBistum LimburgBistum MagdeburgBistum MainzBistum MainzBistum MünsterBistum MünsterBistum OsnabrückBistum PassauBistum RegensburgDiözese Rottenburg-StuttgartBistum SpeyerBistum TrierBistum TrierBistum WürzburgKarte der Kirchenprovinz Köln
Über dieses Bild

Das Bistum Münster (lat. Dioecesis Monasteriensis) ist eine flächenmäßig nicht zusammenhängende römisch-katholische Diözese im Münsterland und am Niederrhein (Nordrhein-Westfalen) sowie im Oldenburger Land (Niedersachsen). Es ist als Suffraganbistum Teil der Kirchenprovinz Köln.

Bistumsgliederung

Das Bistum Münster umfasst heute:

  1. in Westfalen die kreisfreien Städte Münster sowie Hamm nördlich der Lippe, die Kreise Borken, Coesfeld, Recklinghausen (einschließlich der ehemals eigenständigen Gemeinden Kirchhellen und Henrichenburg, jedoch ohne die Städte Gladbeck und Castrop-Rauxel), Steinfurt und Warendorf, den nördlich der Lippe gelegenen Teil des Kreises Unna (Städte Selm, Werne, nördliches Lünen) und aus dem Kreis Gütersloh die Stadt Harsewinkel, die Ortschaft Benteler (Ortsteil von Langenberg) und die Ortschaft Möhler (Gemeinde Herzebrock-Clarholz) sowie im Kreis Soest die Ortschaften Bad Waldliesborn (zu Lippstadt gehörig), Herzfeld und Lippborg.
  2. am Niederrhein die Kreise Kleve (einschließlich des Ortsteils Tönisberg der Stadt Kempen) und Wesel, Walsum und die linksrheinischen Stadtteile Duisburgs.
  3. in Niedersachsen als Bischöflich Münstersches Offizialat den ehemaligen Freistaat Oldenburg (zuvor Großherzogtum Oldenburg), die kreisfreien Städte Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven sowie die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, jedoch ohne die Ortsteile Gehlenberg und Neuvrees der Stadt Friesoythe und ohne den Ortsteil Wachtum der Stadt Löningen, Friesland einschließlich der ostfriesischen Insel Wangerooge, Oldenburg (einschließlich der Ortsteile Stuhr, Moordeich und Varrel[3][4][5] der Einheitsgemeinde Stuhr, jedoch ohne die Samtgemeinde Harpstedt), Vechta, jedoch ohne den Ortsteil Vörden der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden und Wesermarsch (einschließlich Dedesdorf, Gemeinde Loxstedt).

Mit dem Bischöflichen Stuhl von Münster war bis 1803 auch eine weltliche Herrschaft verbunden, das Hochstift Münster. Es teilte sich in das Oberstift, das etwa dem heutigen Münsterland entsprach, und das Niederstift, das dem heutigen Oldenburger Münsterland sowie dem heutigen Landkreis Emsland entsprach. Dabei war das Gebiet des weltlichen Bistums bis 1666 größer als das des geistlichen, da das Niederstift kirchlich zum Bistum Osnabrück gehörte.

Seit 1815 gehört der heutige Landkreis Emsland wieder zum Bistum Osnabrück, während das Oldenburger Münsterland Teil des Bistums Münster blieb.

Regionen, Dekanate & Kreisdekanate

Das Bistum Münster gliedert sich in NRW in drei Regionen, die aus insgesamt sieben Kreis- und einem Stadtdekanat bestehen, sowie in Niedersachsen in acht Dekanate, die den Offizialatsbezirk Vechta bilden.

Den Seelsorgeregionen in NRW steht jeweils ein Weihbischof als Regionalbischof ohne eigene Verwaltung und Jurisdiktion vor:

  1. Münster-Warendorf-Coesfeld: Stefan Zekorn
  2. Borken-Steinfurt: Christoph Hegge
  3. Niederrhein, Recklinghausen: Rolf Lohmann

Ein weiterer Weihbischof steht als bischöflicher Offizial dem Offizialatsbezirk Oldenburg vor und hat in dieser Funktion dort weitgehende Autonomie vom Generalvikariat in Münster.

  1. Wilfried Theising.

Bis zur Emeritierung von Weihbischof Dieter Geerlings im November 2017 bildeten die Kreisdekanate Coesfeld und Recklinghausen eine eigene Region, die wurde aufgelöst.[8]

Kirchliche Einrichtungen

Bistumsarchiv

Georgskommende 19
48143 Münster

Diözesanbibliothek

Überwasserkirchplatz 2
48143 Münster

Institut für die Geschichte des Bistums Münster

Wegesende 6
48143 Münster

Ausbildungsstätten

Verbund der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Münster

Jugendbildungsstätten im Bistum Münster

  • Jugendburg Gemen

Vermögen und Finanzsituation

Neben dem regulären Etat, über den Rechenschaft abgelegt werden muss, hat das Bistum Münster über den „Bischöflichen Stuhl“ keine Rechenschaft abzulegen, solange keine öffentlichen Gelder darin verwendet werden. Die Höhe des Geldvermögens des Bischöflichen Stuhls betrug zum 31. Dezember 2017 rund 0,5 Millionen Euro. Darin nicht enthalten ist das Immobilienvermögen der Diözese, das in erster Linie dienstlichen Zwecken dient.[9] Erstmals veröffentlichte das Bistum Münster seit seinem Bestehen seine Vermögensverhältnisse.[10]

Der Haushaltsplan 2020 für den nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster beläuft sich bei den Ausgaben auf 676,9 Millionen Euro.[11]

Für 2025 rechnet das Bistum mit einem Defizit von 32,7 Millionen Euro, danach werde das Haushaltsdefizit wegen des demographischen Wandels eher noch wachsen. Das Bistum kündigte im Januar 2020 Personalabbau und personelle Veränderungen im Bischöflichen Generalvikariat und angeschlossenen Dienststellen sowie einen kurzfristig einsetzenden Spar- und Strategieprozess an.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchengebäude

Bistumszeitung

Kirche+Leben ist die wöchentlich erscheinende Kirchenzeitung im Bistum Münster.

Büchereiarbeit

Die Büchereien im Bistum Münster stehen allen offen – unabhängig von Alter, Nationalität oder Konfession.

Im Bistum Münster gibt es derzeit (Stand: Oktober 2020) etwa 400 Büchereien:[13]

  • Katholische Öffentliche Büchereien in den Pfarrgemeinden,
  • Katholische Büchereien in Krankenhäusern,
  • Katholische Büchereien in Altenheimen und Heimen.

Hier halten über 5300 zumeist ehrenamtliche Mitarbeiter ein breitgefächertes Angebot bereit:

  • 2,3 Millionen Medien – vom Buch bis hin zur DVD,
  • 6000 Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
  • Zeit und ein angenehmes Umfeld für Gespräche über Literatur und andere Themen.

St.-Paulus-Dom

Der St.-Paulus-Dom in Münster

Die Mutterkirche ist der St.-Paulus-Dom im Herzen Münsters. Er ist bereits der dritte Dom an dieser Stelle. 1225 war die Grundsteinlegung für den heutigen Dom, welcher 1264 geweiht werden konnte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er stark zerstört, besonders betroffen war das ehemalige Hauptportal, welches nicht wieder aufgebaut wurde, sondern durch eine neue Wand mit runden in einem Kreis angeordnete Fenster ersetzt wurde. Die Weihe für den wiederaufgebauten Dom fand 1956 statt. Alle wichtigen Gottesdienste (z. B. Priesterweihen) finden in dem Dom statt. 1987 betete Johannes Paul II. an dem Grab des ehemaligen Bischofs von Münster Clemens August Kardinal von Galen. Von Galen liegt in der Ludgerus-Kapelle des Doms begraben. Sein Grab ist Anlaufstelle für viele Gläubige.

Geschichte

Für das mittelalterliche und frühneuzeitliche Münster in Westfalen lassen sich zwei Entwicklungen, das Bistum und die Stadt betreffend, festhalten.

Monasteriensis Episcopatus, 1645

Das durch Ludgerus, auch Liudger genannt, geordnete und von Karl dem Großen begründete Bistum blieb zunächst in der Verfügung der liudgeridischen, mit Werden verbundenen Bischöfe Gerfried (809–839) und Altfried (839–849). Der Ausbildung einer umfassenden Pfarrorganisation bis zum 10. Jahrhundert standen adlige und königliche (Frauen-)Stifte wie die in Vreden (ab etwa 839) und Freckenhorst (ab etwa 856) gegenüber. Das Hochmittelalter sah die münsterischen Bischöfe weitgehend auf der Seite des deutschen Königtums.

Münster ist in den Wirren des Investiturstreits (1075–1122) Opfer eines Angriffs des sächsischen Herzogs (und späteren römischen Kaisers und deutschen Königs) Lothar von Supplinburg (1106–1137) geworden (1121). Als Wiedergutmachung überschrieb Lothars Mitstreiter Gottfried von Cappenberg, Graf des Dreingau, in dem darauf folgenden Jahr seine Besitzungen dem Bistum.

Im späteren Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden die Bischöfe zu Landesherren eines Territoriums zwischen Ems und Hunte, des (Hoch- und Nieder-) Stifts Münster, das auch die Grafschaft Ravensberg umfasste und mit der Unterordnung des stiftischen Adels und der Ausbildung der drei Landstände von Domkapitel, Rittern und Städten zunehmend fester organisiert war.

Erschütterungen blieben dennoch nicht aus, wie die Münsterische Stiftsfehde (1450–1457), bei der sich zwei Kandidaten und deren Parteien im Kampf um den Bischofsstuhl gegenüberstanden, die Einführung der Reformation (1524) oder das Täuferreich von Münster (1533/1534–1535) zeigen.

In der frühen Neuzeit, nach Reformation und Gegenreformation, nach Dreißigjährigem Krieg (1618–1648) und Westfälischem Frieden (1648), ist der Bischofssitz Münster als Haupt-, Festungs- und Garnisonsstadt Zentrum eines Hochstifts, eines katholischen Konfessionsstaates der absolutistisch regierenden Fürstbischöfe, unter anderem eines Christoph Bernhard von Galen (1650–1678) der unter anderem am Feldzug gegen Bremen-Verden im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg als Oberbefehlshaber teilnahm oder eines Ferdinand II. von Fürstenberg (1678–1683).

Der Reichsdeputationshauptschluss (1803) beendete dann die Existenz des bischöflichen Staates. Ein Großteil fiel als Erbfürstentum Münster an Preußen, das bereits 1802 dessen Territorium und Hauptstadt in Besitz nahm. Die Größe des Bistums blieb dennoch bis 1822 unverändert. Bei der Neugliederung 1822 kam das damalige Großherzogtum Oldenburg vollständig an das Bistum, während die nun hannoverischen Anteile an das Bistum Osnabrück fielen. Diese Gliederung hat bis heute Bestand, obwohl Oldenburg seit 1946 als Land nicht mehr existiert.

Im Dezember 2018 forderte Ortsbischof Felix Genn, die Verjährung sexuellen Missbrauchs abzuschaffen und Sexualstraftäter härter zu bestrafen. Hintergrund war der Fall eines Priesters in der Diözese, der mehrmals Erwachsene sexuell bedrängt hatte und rückfällig geworden war, obwohl Experteneinschätzungen das Gegenteil prognostiziert hatten.[14] Im Januar 2021 beendeten zwei Betroffenengruppen die Zusammenarbeit mit dem Bistum. Dieses bot den Gruppen aus Münster und Rhede eine weitere Zusammenarbeit an.[15]

Rolle im Nationalsozialismus

An der Rolle der deutschen Bischöfe im Nationalsozialismus bemängeln Kritiker, dass die Klagen der katholischen Kirche in Deutschland stets der Verletzung katholischer Interessen, nicht dem System des Nationalsozialismus als solches galten.[16] Die deutschen Bischöfe hatten sich während der 1930er-Jahre und im Zweiten Weltkrieg lange darauf beschränkt, lediglich durch Eingaben an die Reichsregierung gegen Missstände zu protestieren, da es unter den Bischöfen einen länger dauernden Konflikt und eine Führungskrise sowie unterschiedliche Auffassungen über das Vorgehen gab. Proteste der deutschen Bischöfe gegen Justizmorde an ihren Gegnern, gegen die Verfolgung von Liberalen, Demokraten und Kommunisten fanden nicht statt.[16] Ein Protest der Bischöfe gegen Hitlers Überfall auf Österreich, die Tschechoslowakei, Polen, Dänemark, Norwegen, Belgien, Holland, Frankreich oder die Sowjetunion blieb ebenso aus, wie ein Aufbegehren gegen Judenpogrome, die Zerstörung von Synagogen, die Verschleppung und Vergasung der Juden.[16]

Das Bistum Münster war dabei keine Ausnahme. Der damalige Bischof von Münster (1933–1946), Clemens August Graf von Galen, bezeichnete die nationalsozialistische Regierung als rechtmäßig eingesetzte Obrigkeit und unterstützte das deutsche Großmachtstreben.[17] Abgesehen von dem – allerdings nur Ausnahme gebliebenen – Engagement von Galens gegen die Vernichtung sog. unwerten Lebens und die Entrechtung katholischer Einrichtungen zeugen zahlreiche bischöfliche und kirchliche Verlautbarungen aus dem Bistum Münster von einer Zustimmung zu Hitler und dessen Zielen. In einem – noch vor Kriegsbeginn mit Imprimatur des Bischöflichen Ordinariats (8. November 1938) versehenen – Vademecum für den katholischen Soldaten heißt es: „Der Führer verkörpert die Einheit des Volkes und Reiches. Er ist der oberste Träger der staatlichen Gewalt. Ihm als solchen zu gehorchen, ist der christliche Deutsche auch ohne Eid im Gewissen gebunden […]. Ist dem deutschen Soldaten solche Treue seinem Führer und obersten Befehlshaber zu geloben schon leicht gemacht, weil er in ihm das Vorbild wahrhaft soldatischen Wesens und soldatischer Treue erkennt, weil er seine Treue einem Manne schenkt, der den Sinn seines Lebens in der Mehrung der Größe und Ehre seines Volkes sieht und Tag und Nacht selbst das Beispiel der Treue gibt, dann wird der christliche Soldat erst recht sein Gelöbnis in Ernst und Freudigkeit des Herzens sprechen können, weil ihn sein Glaube lehrt, in der Person des Herrschers über die rein menschlichen Fähigkeiten und Leistungen hinaus die ihm von Gott verliehene Herrlichkeit und Ehre zu erkennen und anzuerkennen.“[18] Ein Gebet, das die katholischen Geistlichen des Bistums anlässlich der deutschen Bombenangriffe auf Warschau im Herbst 1939 auf Anweisung des Bischofs Graf Galen zu sprechen hatten, lautete: „Allmächtiger ewiger Gott! Wir bitten dich, nimm unser Vaterland in deinen beständigen Schutz: Erleuchte seine Lenker mit dem Lichte deiner Weisheit, damit sie erkennen, was zur wahren Wohlfahrt des Volkes dient, und das, was recht ist, in deiner Kraft vollbringen. Schütze alle Angehörigen unserer Wehrmacht und erhalte sie in deiner Gnade, stärke die Kämpfenden […].“[19]

In einem „Wort zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren“ mit dem Titel „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ nahmen die deutschen Bischöfe am 29. April 2020 Stellung zum Verhältnis der katholischen deutschen Bischöfe zum Zweiten Weltkrieg. Sie kritisierten, dass sowohl beim Kriegsausbruch 1939 als auch danach offener Protest der deutschen Bischöfe gegen den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg ausgeblieben sei, und bezeichneten das Verhalten ihrer Vorgänger als „schwer verständlich, wenn nicht sogar falsch“. Weiter schrieben die Bischöfe 2020: „Auch gegen die ungeheuerlichen Verbrechen an den als ‚rassenfremd‘ diskriminierten und verfolgten Anderen, insbesondere den Juden, erhob sich in der Kirche in Deutschland kaum eine Stimme.“ Erst nach einem Anstoß durch Patientenmorde und „Klostersturm“ hätten einzelne Bischöfe offenen Widerspruch gewagt.[20]

„Letztlich fanden die Bischöfe keinen Ausweg aus der Spannung, die sich aus der geteilten Vorstellung patriotischer Verpflichtung im Krieg, der Legitimität staatlicher Obrigkeit, den daraus resultierenden Gehorsamspflichten sowie den offenkundigen Verbrechen ergab. [...] Indem die Bischöfe dem Krieg kein eindeutiges ‚Nein‘ entgegenstellten, sondern die meisten von ihnen den Willen zum Durchhalten stärkten, machten sie sich mitschuldig am Krieg.“

Deutsche Bischöfe im Weltkrieg, S. 15

Wallfahrtsstätten

Im Bistum Münster sind die folgenden Wallfahrtsstätten bekannt:[21]

BildWallfahrtsstätteOrtKircheKategorieBemerkungen
Wallfahrtskapelle in AengeneschSchmerzhafte MutterAengeneschWallfahrtskapelleGnadenbild
Gnadenbild in BethenSchmerzhafte MutterBethen (bei Cloppenburg)St. Maria, Mutter der Sieben SchmerzenGnadenbildnördlichster Marienwallfahrtsort Deutschlands
Wallfahrtskirche in BillerbeckHeiliger LiudgerBillerbeckPropsteikirche St. LudgerusSterbeort
Bocholter KreuzBocholter KreuzBocholtSt.-Georg-KircheKreuz
Wallfahrtskapelle in Breischen b. HopstenMutter AnnaBreischen (bei Hopsten)St. AnnaGnadenbild
Schmerzhafte MutterBuddenbaum (bei Warendorf-Hoetmar)WallfahrtskapelleGnadenbild
Coesfelder KreuzHeiliges KreuzCoesfeldSt. LambertiKreuz
Selige Maria Droste zu VischeringDarfeld (bei Rosendahl)St. NikolausTaufkirche
Heilig Kreuz in DülmenSelige Anna Katharina EmmerickDülmenHeilig-Kreuz-KircheGrab
Marienfigur im Burloer AltarMutter GottesEggerode (bei Schöppingen)WallfahrtskapelleGnadenbild
Stiftskirche FreckenhorstHeiliges KreuzFreckenhorstSt. BonifatiusKreuz
St. Mariä Himmelfahrtkirche in GinderichMutter GottesGinderichSt. Mariä HimmelfahrtGnadenbild
Kirchturm der Maria-Magdalena PfarrkircheHeiliger Arnold JanssenGochPfarrkirche Maria-MagdalenaGeburtsort
Gnadenbild in Haltern am SeeMutter AnnaHaltern am SeeSt. AnnaGnadenbild
Heiliges KreuzHeekHeilig-Kreuz-KircheKreuz
Schrein der Hl. IdaHeilige IdaHerzfeld (in Lippetal)St. IdaGrab
Gnadenbild Kevelaer.pngMutter Gottes, Trösterin der BetrübtenKevelaerMarienbasilikaGnadenbildgrößter Wallfahrtsort Nordwesteuropas
Kranenburger KreuzHeiliges KreuzKranenburgKranenburger KreuzwallfahrtKreuz
Gnadenbild.jpgMutter GottesLünenSt. MarienGnadenbild von 1260Wallfahrt nachgewiesen seit 1335
Kirche in MarienbaumMutter GottesMarienbaum (bei Xanten)St. Mariä HimmelfahrtGnadenbild
Grabkapelle der Sr. EuthymiaSelige Schwester Maria Euthymia ÜffingMünsterZentralfriedhof in MünsterGrab
Grabplatte Clemens August Graf von GalensSeliger Kardinal Clemens August Graf von GalenMünsterSt.-Paulus-DomGrab
Stiftskirche NottulnHeilige Heriburg von NottulnNottulnStift NottulnGrab
St. Otger StadtlohnMutter GottesStadtlohnSt. OtgerGnadenbild
Südansicht der WallfahrtskircheHeiliges KreuzStromberg (bei Oelde)WallfahrtskircheKreuz
Mutter AnnaSüdlohne (bei Lohne)WallfahrtskapelleGnadenbild
Schmerzhafte Mutter von TelgteTelgteTelgter WallfahrtGnadenbild
Klosterkirche in VinnenbergVinnenberger GnadenbildVinnenberg in Milte (bei Warendorf)Kloster VinnenbergGnadenbild
St. Laurentius in WarendorfMutter GottesWarendorfSt. LaurentiusGnadenbild
Südturm des Xantener DomsHeiliger Viktor von Xanten und GefährtenXantenSt.-Viktor-DomGrab

Diözesankalender

Im Bistum Münster wird der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet um die folgenden Eigenfeiern ergänzt (dahinter jeweils der Rang und die liturgische Farbe).

Abkürzungen:
H = Hochfest, F = Fest, G = gebotener Gedenktag, g = nichtgebotener Gedenktag

DatumEigenfeierBeschreibungRanglit. FarbeTodestag
13. JanuarGottfried von CappenbergOrdensmann, Stifter des Stiftes Cappenberggweiß13. Jan. 1127
15. JanuarArnold JanssenPriester, Ordensgründer der Steyler Missionaregweiß15. Jan. 1909
22. JanuarVinzenz PallottiPriestergweiß22. Jan. 1850
9. FebruarSel. Anna Katharina EmmerickOrdensfrau, Mystikeringweiß9. Feb. 1824
22. MärzSel. Clemens August Graf von GalenKardinal, Bischof von Münstergweiß22. März 1946
26. MärzLiudgerGlaubensbote, erster Bischof von Münster (seit 30.3.805)Hweiß26. März 809
8. JuniSel. Maria Droste zu VischeringOrdensfraugweiß8. Juni 1899
27. JuliSel. Titus BrandsmaOrdenspriester und Märtyrergrot26. Juli 1942
12. AugustSel. Karl LeisnerPriester und Märtyrergrot12. Aug. 1945
4. SeptemberIda von HerzfeldKirchengründeringweiß4. Sep. 825
4. SeptemberIrmgard von AspelStiftsgründeringweißum 1080
9. SeptemberSel. Maria Euthymia ÜffingOrdensfraugweiß9. Sep. 1955
30. SeptemberJahrestag der Weihe des Doms zu Münster(1264)H/F-
3. OktoberDie beiden Ewalde, Schwarzer Ewald und Weißer EwaldGlaubensboten am Niederrhein und in Westfalen, Märtyrergrot3. Okt. 695
10. OktoberViktor und GefährtenMärtyrer in Xanten im 3. Jahrhundertgrot
13. OktoberJahrestag der Weihe der Kirchen, die ihren Weihetag nicht kennenHweiß
7. NovemberWillibrordBischof von Utrecht, Glaubensbote bei den FriesenGweiß7. Nov. 739
8. NovemberWillehadBischof von Bremen, Glaubensbote bei den Sachsen und Friesengweiß8. Nov. 789
25. NovemberSel. Niels StensenBischofgweiß25. Nov. 1686 (jul.)
4. DezemberSel. Adolph KolpingPriestergweiß4. Dez. 1865

Kirchenbesucher, Schließung von Kirchen

Entwicklung der Mitgliederzahlen

Seit Jahren sind die Zahlen im kirchlichen Leben rückläufig. Ein Vergleich der aktuellen Statistik mit früheren Jahrzehnten verstärkt den Eindruck. 2008 gab es 2.008.322 Katholiken im Bistum Münster, 15.872 weniger als im Vorjahr. Stark zurück gehen die Gottesdienstteilnehmer-Zahlen: 2008 feierten durchschnittlich 12,6 Prozent der Katholiken die Sonntagsmessen mit, 2004 waren es 14,5 Prozent. Im Zehn-Jahres-Vergleich wird deutlich, wie gravierend sich der Messbesuch verändert hat: 1995 lag der Prozentsatz bei 19,9 (416.406 Gottesdienstbesucher); 1985 waren es 29,3 Prozent (614.839); 1975 gingen 35,1 Prozent (787.582) sonntags zum Gottesdienst – eine gute halbe Million Katholiken mehr als 2006.[22][23]

Dramatisch rückläufige Kirchensteuermittel und Katholikenzahlen sowie Priestermangel zwingen dazu, nicht nur Pfarreien zu fusionieren und Seelsorgeeinheiten zu bilden, sondern auch Kirchen zu schließen. Die Gebäude werden für andere kirchliche Zwecke genutzt, evtl. auch als Wohnraum umgebaut, an andere christliche Glaubensgemeinschaften abgetreten oder abgerissen.

Siehe auch

Literatur

  • Sammlung kirchlicher Erlasse, Verordnungen und Bekanntmachungen für die Diözese Münster. 2. Auflage. Verl. d. Westfälischen Vereinsdr., Münster 1925. (Digitalisat)
  • Arnold Angenendt (Hrsg.): Geschichte des Bistums Münster. 5 Bände. Dialog, Münster 1998 ff., ISBN 3-933144-06-X, ISBN 3-933144-08-6, ISBN 3-933144-09-4, ISBN 3-933144-10-8.
  • Bischöfliches Generalvikariat Münster (Hrsg.): Direktorium für das Bistum Münster 2006–2007. Greven 2006.
  • Wilhelm Damberg, Gisela Muschiol: Das Bistum Münster. Eine illustrierte Geschichte 805–2005. Aschendorff, Münster 2005, ISBN 3-402-03414-X.
  • Johannes Loy, Jürgen Peperhowe: Feste des Glaubens 2005. Münster – Köln – Rom. Bistumsjubiläum – Papstwahl – Weltjugendtag - Seligsprechung. Aschendorff, Münster 2005, ISBN 3-402-00407-0.
  • Dorothea Sattler: Gedenken und gestalten? 1200 Jahre Bistum Münster. Aschendorff, Münster, ISBN 3-402-00213-2.
  • Werner Thissen (Hrsg.): Das Bistum Münster. 3 Bände. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
  • Norbert Kleyboldt (Hrsg.): Ein Jahr wie kein anderes. 805–2005: 1200 Jahre Bistum Münster. Die Dokumentation. Dialogverlag, Münster 2005, ISBN 3-937961-21-6.
  • Peter Veddeler: Die Wappen des Bistums Münster und des Domkapitels nach 1802. In: Peter Veddeler: Das münsterische Balkenwappen. Entstehung und Entwicklung eines regionalen Wappens (Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, 69. Band, 1991), S. 147–156, ISSN 0043-4337.
  • Imagination des Unsichtbaren, 1200 Jahre Bildende Kunst im Bistum Münster. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 1993, Druck: Satz und Druck Contzen, Lünen, ISBN 3-88789-111-2.
  • Max Georg von Twickel: Die katholische Kirchenordnung in Oldenburg nach 1803. Entstehung und Entwicklung regionaler Eigenständigkeit im Verbund mit dem Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2015, ISBN 978-3-402-13055-1.

Weblinks

Commons: Bistum Münster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Katholische Kirche in Deutschland. (PDF; 1 MB) Statistische Daten 2018. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, 19. Juli 2019, S. 3, abgerufen am 19. Juli 2019.
  2. AP2019
  3. Bischöflich Münstersches Offizialat: Dekanat Delmenhorst - Bischöflich Münstersches Offizialat. Abgerufen am 10. September 2017.
  4. Schäfer, Rolf: Kirchen und Schulen im Landesteil Oldenburg im 19. und 20. Jahrhundert. In: Albrecht Eckhardt, Heinrich Schmidt (Hrsg.): Geschichte des Landes Oldenburg. 1. Auflage. Holzberg, Oldenburg 1987, ISBN 3-87358-285-6, S. 791 - 841.
  5. Katholische St. Paule - Gemeinde Stuhr. Abgerufen am 10. September 2017.
  6. [1], Kirchliches Amtsblatt Bistum Münster, 01.01.2020, abgerufen am 13. September 2020.
  7. Neues Dekanat Ahaus-Vreden, auf: Bistum-Münster.de, abgerufen am 28. Januar 2020.
  8. Informationen
  9. Die Glocke, Bistum Münster legt Finanzen offen, Zeitungsartikel vom 15. Oktober 2013.
  10. Deutsche Welle:Bistümer legen ihr Vermögen offen (Memento vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive)
  11. bistum-muenster.de: Haushalktsplan 2020 (PDF) S. 21.
  12. bistum-muenster.de: Sparen und Strategien entwickeln, 21. Januar 2020, abgerufen am 23. Januar 2020.
  13. Katholische Öffentliche Büchereien, abgerufen am 25. Oktober 2020.
  14. Bischof Felix Genn fordert Ende der Verjährungsfrist. Westfälische Nachrichten vom 20. Dezember 2018
  15. Selbsthilfegruppen beenden Zusammenarbeit mit Bistum Münster. Rheinische Post vom 6. Januar 2021, Abruf am 9. Januar 2021.
  16. a b c Deschner, Karlheinz: Abermals krähte der Hahn. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1980, ISBN 3-430-12064-0, S. 903.
  17. Stelter, Dirk: Widerstand – Protest – Anpassung – Unterstützung: Die Kirchen im Nationalsozialismus. In: Stefan Rahner, Franz-Helmut Richter, Stefan Riese, Dirk Stelter (Hrsg.): : „Treu deutsch sind wir – wir sind auch katholisch“. Kardinal von Galen und das Dritte Reich. WURF, Münster 1987, ISBN 3-923881-21-5, S. 28 ff.
  18. Zit. in Gesamtdeutsche Rundschau, 14. März 1958, S. 3.
  19. Kirchliches Amtsblatt für die Diözese Münster, Jg. 73, Nr. 25.
  20. dbk.de: Deutsche Bischöfe im Weltkrieg (PDF) 29. April 2020, S. 14 und 16.
  21. kirchensite.de: Das Gebet mit den Füßen suchen …: Wallfahrts- und Gedenkorte im Bistum Münster
  22. kirchensite.de: Daten und Fakten: Katholikenzahlen in Deutschland und im Bistum. Münster.
  23. kirchensite.de: Daten und Fakten: Gottesdienstteilnehmer. im Bistum Münster.

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"Theatrum Orbis Terrarum, sive Atlas Novus in quo Tabulæ et Descriptiones Omnium Regionum, Editæ a Guiljel et Ioanne Blaeu"
(Theater of the World, or a New Atlas of Maps and Representations of All Regions, Edited by Willem and Joan Blaeu), 1645.
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Westwerk der Stiftskirche St. Bonifatius Freckenhorst
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Das Bocholter Kreuz in der Pfarrkirche St. Georg ist ein gotisches Gabelkreuz aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde im Zusammenhang mit einem Blutwunder am Ostermontag 1315 erstmals erwähnt.
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Das Coesfelder Kreuz, ein hölzernes Gabelkreuz aus dem frühen 14. Jahrhundert mit Kreuzreliquie, wird in der Pfarrkirche St. Lamberti in Coesfeld aufbewahrt. Es ist das größte Gabelkreuz Deutschlands und war über Jahrhunderte Anziehungspunkt für Wallfahrer.
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St. Anna Kapelle auf dem Breischen
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Neuer Turm der Maria Magdalena Kirche in Goch
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St. Viktor, Xantener Dom
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Gindericher Wallfahrtskirche. St. Mariä Himmelfahrt Ginderich.
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Kloster Vinnenberg.
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Das Gnadenbild (13. Jh.) aus der Marienkirche in Luenen (de)

Чудотворное изображение Пресвятой Девы Марии в церкви св. Марии в Люнене (ru).
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Pilgrimage church in Aengenesch, Geldern, Germany
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Beschreibung, Quelle und Lizenz

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eigene Arbeit
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Karte der Kirchenprovinz Köln
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Die Kreuzkirche in Stromberg, Auffallend ist der fehlende Glockenturm
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Rüdiger Wölk

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Grabkapelle für Schwester Euthymia auf dem Zentralfriedhof in Münster
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Tomb of Clemens August Graf v. Galen at Muenster Cathedral
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Ida-Schrein in der Krypta der St. Idakirche in Herzfeld (Westf.)
Propsteikirche St. Ludgerus Billerbeck 100 5873.jpg
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Blick von Norden auf die Propsteikirche St. Ludgerus in Billerbeck (Nordrhein-Westfalen) am Abend
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Otger Kirche Stadtlohn
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Detailansicht des Kranenburger Kreuzes. Gut zu sehen sind einige offensichtlich geschnitzte Strukturen.