Binnendelta

Ein Binnendelta ist ein Flussdelta, das sich im Binnenland befindet. Das Fließgewässer teilt sich dort durch Hindernisse und Strömungseffekte – so etwa vor Sedimentablagerungen nach Überschwemmungen – nach dem Prinzip eines Schwemmfächers bei meist geringem Gefälle ähnlich einem Mündungsdelta am Meer in mehrere Wasserläufe auf. Meist mündet es in einen Endsee[1] in einem abflusslosen Becken oder versickert in einem Trockengebiet. Doch auch ein verzweigter Abschnitt eines Flusses in einer Niederung wird oft als Binnendelta bezeichnet oder fachsprachlich als anastomosierender Fluss.

Binnendelta ohne Abfluss

Wurzelartig aufgefächertes, in die Umgebung auslaufendes Delta
Satellitenbild des Okavangodeltas

In einem Binnendelta ohne Abfluss teilt sich ein Fließgewässer in zwei oder mehrere Flussarme auf, die dann maximal bis zum niedrigsten Punkt eines meist abflusslosen Beckens fließen, wo das Wasser verdunstet oder versickert. In einer solchen Landschaftsform, die niedriger als das sie umgebende Gebiet und auch unterhalb des Meeresspiegels liegen kann, kann sich das Wasser auch sammeln, so dass vor allem in den tropischen Regenzeitgebieten ein Feuchtgebiet mit periodisch auftretenden Überschwemmungen entsteht. Wenn der Zufluss von Wasser somit größer als die Verdunstung ist, können in diesen Becken Sümpfe, zyklisch auftretende oder dauerhafte Seen entstehen.

Beispiele für ein Binnendelta ohne Abfluss sind:

Binnendelta mit Abfluss

Ein Binnendelta mit Abfluss wird in der Fachsprache als anastomosierender Fluss bezeichnet. Hier fließt das Wasser eines oder mehrerer Fließgewässer in einer Niederung nicht direkt aus diesem Landschaftsbereich ab. Das (oder die) Fließgewässer teilt sich zuerst in zwei oder mehrere Flussarme auf, die sich häufig am niedrigsten Punkt der Gegend wieder vereinen und in einem gemeinsamen Flusslauf weiterfließen. Durch die den Bereich abschließende Engstelle kann sich das Wasser im Binnendelta stauen, es entsteht ein Feuchtgebiet mit häufigen Überschwemmungen, oder es bildet sich ein See.

Beispiele für ein Binnendelta mit Abfluss sind:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Geografie-Lexikon: Binnendelta Auf: geodz.com
  2. Niels Thevs: Ecology, Spatial Distribution, and Utilization of the Tugai Vegetation at the Middle Reaches of the Tarim, River Xinjiang, China. Cuvillier Verlag 2006, ISBN 3867274312, S. 13 (eingeschränkte Online-Version (Google Books))
  3. Hermann Remmert: Spezielle Ökologie: Terrestrische Systeme. Springer 1997, ISBN 3540582649, S. 216–217.
  4. Norbert Stein: Gülper Havel soll wieder fließen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: maz-online.de. 28. November 2016, archiviert vom Original am 29. Januar 2021; abgerufen am 26. August 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.maz-online.de
  5. Hansjörg Küster: Die Elbe: Landschaft und Geschichte. C.H.Beck 2007, ISBN 3406562094, S. 137 (eingeschränkte Online-Version (Google Books))
  6. UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald (Binnendelta) auf der webseite der deutschen UNESCO
  7. Bertelsmann- das neue Universallexikon. Wissen Media Verlag 2006, ISBN 3577102985, S. 581 (eingeschränkte Online-Version (Google Books))

Auf dieser Seite verwendete Medien

Botswana wetlands ESA372738.jpg
Autor/Urheber: European Space Agency, Lizenz: CC BY-SA 3.0 igo
A river delta usually leads to the open sea, but the delta formed by the Okavango River is different. After rising in Angola and flowing through Namibia, the river meanders into Botswana, where it branches out to create an inland delta – one of the world’s most important wetlands.

Wetlands, both coastal and inland, are important for people and the environment. Their many benefits include acting as natural safeguards against disasters, protecting communities most vulnerable to the devastating effects of floods, droughts and storm surges. They also provide a habitat for a multitude of animals and plants, and filter and store water. Every year, 2 February marks World Wetlands Day. It commemorates theConvention on Wetlandsalso known as the Ramsar Convention, which was signed on 2 February 1971 to provide a framework for national and international cooperation for the conservation and use of wetlands and their resources. This year’s theme is ‘Wetlands for Disaster Risk Reduction’. Well-managed wetlands provide resilience for communities against extreme weather and help to minimise the damage from these hazards. Coastal wetlands such as mangroves protect against flooding and serve as buffers against saltwater intrusion and erosion. Inland wetlands such as floodplains, lakes and peatlands and deltas like Okavango can reduce the risk of drought. The Okavango Delta, a World Heritage site, includes permanent swamps that cover about 15 000 sq km during the dry season but can swell to around three times this size, providing a home for some of the world’s most endangered species of large mammals. In sharp contrast, the surrounding Kalahari Desert is a lifeline for local communities and wildlife alike – and therefore it is extremely important that it is well managed. Through theGlobWetland Africaproject, ESA and the African team of the Ramsar convention help to use satellite observations for the conservation, wise-use and effective management of wetlands in Africa. Through the project, African stakeholders are provided with methods and tools to fulfil their commitments to Ramsar.

The Copernicus Sentinel-2A satellite captured this image of the Okavango Delta on 2 December 2016. It has been processed in false colour to highlight variations in the water cover and differences in vegetation.