Bertingen

Bertingen
Gemeinde Angern
Wappen von Bertingen
Koordinaten:52° 21′ N, 11° 50′ O
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche:11,18 km²
Einwohner:166 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte:15 Einwohner/km²
Eingemeindung:1. Januar 2010
Postleitzahl:39517
Vorwahl:039366
Bertingen (Sachsen-Anhalt)

Lage in Sachsen-Anhalt

Bertingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Angern im Nordosten des Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt.

Geografie

Bertingen im südöstlichen Winkel der Altmark liegt zwischen den Auen des Tanger östlich der Colbitz-Letzlinger Heide und der Elbe mit ihren zahlreichen Altarmen, im Bereich zwischen Magdeburg und Stendal. Die Umgebung ist überwiegend flach und waldreich. Die Gemarkung des Ortsteils grenzt im Norden und Osten an den Landkreis Stendal, die Elbe bildet im Süden die Grenze zum Landkreis Jerichower Land, im Südwesten grenzt eine Exklave der Stadt Stendal an die Gemarkung. Für das Elbauengebiet wird die Einstufung als Biosphärenreservat angestrebt, für die Treuel-Niederung der Naturschutzgebiet-Status.

Elbaue bei Bertingen

Geschichte

Aus dem Jahr 1225 ist der Ortsname Bertigge überliefert, das Gebiet um das Dorf war aber wesentlich früher besiedelt, worauf Grabungsfunde hindeuten. Durch die häufigen Überschwemmungen der Elbe, die von Süden kommend nahe Bertingen nach Osten schwenkt, wurde der Platz der Dorfanlage im 16. Jahrhundert an der heutigen Stelle neu aufgebaut (die Kirche entstand 1571). Bis zum 19. Jahrhundert war das Treideln auf diesem Elbeabschnitt notwendig (noch heute erinnert der Landschaftsname Treuel daran).

Im Dreißigjährigen Krieg wurden viele Dörfer der Umgebung wüst. Bertingen wurde allmählich neu besiedelt, nachdem noch drei Feuerstellen übriggeblieben waren.

Durch Bertingen führte eine alte Poststraße nach Kehnert (erhaltener Viertelmeilenstein), eine Heerstraße führte westlich an der Gemeinde vorbei.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in Bertingen polnische, französische und sowjetische Gefangene untergebracht. Noch in den letzten Kriegstagen kamen zahlreiche KZ-Häftlinge ums Leben, die in Richtung Mahlwinkel durch das Dorf getrieben wurden.

Nach dem Krieg erhöhte sich die Einwohnerzahl durch viele Flüchtlinge. Von 1957 bis 2005 verringerte sich die Einwohnerzahl um ein Drittel.

Zu DDR-Zeiten wurde im Ort das Zentrale PionierlagerFriedrich Engels“ durch den VEB Magdeburger Armaturenwerk errichtet und unterhalten.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bertingen, Mahlwinkel und Wenddorf mit der Gemeinde Angern zur neuen Gemeinde Angern zusammen.[1]

Haus in der Dorfstraße

Wappen

Das Wappen wurde am 30. April 1997 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf einem entwurzelten grünen Stubben mit goldener Oberfläche ein auf seinen Hinterbeinen sitzendes rotes Eichhörnchen, nagend an einer goldenen Eichel mit grüner Kapsel in seinen Vorderpfoten.“

Das Eichhörnchen ist das Maskottchen für Bertingen bei dem alljährlich stattfindenden Dorffest. In der Dorfgemarkung befinden sich außerdem Eichenbestände.

Die Farben der Gemeinde waren Rot – Silber (Weiß).

Wirtschaft und Infrastruktur

Gewerbe

  • Elbland P.u.H. GmbH (Bewirtschaftung von rund 540 Hektar Ackerflächen und rund 160 Hektar Grünland, Milchviehhaltung)
  • Forst- und Landschaftspflegebetrieb
  • Bautischlerei
  • Feriendorf Bertingen
  • Campingplatz Bertingen

Verkehr

Von Bertingen führen Verbindungsstraßen nach Kehnert an der Elbe, über Uetz in die Stadt Tangerhütte und über Mahlwinkel nach Wolmirstedt. In der sechs Kilometer entfernten Gemeinde Mahlwinkel besteht Bahnanschluss (Bahnlinie von Magdeburg nach Stendal). Bertingen ist an den öffentlichen Personennahverkehr des Landkreises Börde und Landkreises Stendal angebunden. In den Landkreis Stendal verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus. Im Landkreis Börde verkehrt die Kraftverkehrsgesellschaft mbH Börde-Bus und OhreBus Verkehrsgesellschaft mbH. Sie gehören dem Verkehrsverbund marego an.

Sehenswürdigkeiten

  • Feldsteinkirche und das gegenüberliegende Pfarrhaus (Fachwerkbau)
  • Krieger-Denkmal
  • preußischer Viertelmeilenstein
  • Bertinger See
  • Grabstätte auf dem Ortsfriedhof für einen unbekannten KZ-Häftling

Einzelnachweise

  1. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
Commons: Bertingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Bertingen, Gemeinde Angern, denkmalgeschützter Bauernhof Dorfst. 29
DE-ST 15-0-83-030 Angern 2010 COA.png
Wappen der Gemeinde Angern, Verbandsgemeinde Elbe-Heide, Landkreis Börde, Sachsen-Anhalt.
Blasonierung
„Geviert von Rot und Silber, 1: auf silbernem Wasser ein silberner Schwan mit ausgebreiteten Schwingen; 2: ein grünes Eichblatt mit je einer grünen Eichel am Stiel zu beiden Seiten; 3: ein sitzendes rotes Einhörnchen, an einer in den Vorderpfoten gehaltenen grünen Eichel nagend; 4: ein rechtshalber silberner Mühlstein, anliegend am langen Schenkel eines silbernen Winkelmaßes, der Winkel links und abwärts gekehrt, das Winkelmaß unten besteckt mit 3 gestaffelt steigenden silbernen Ähren am Halm, die untere Ähre mit Blatt.“[1]
Wappenbegründung
Auf seiner konstituierenden Sitzung am 25. Januar 2010 beschloss der Rat der Gemeinde Angern, das Wappen aus Elementen der Wappen der vier Ortsteile zu bilden. Von Angern stammt der Schwan, der infolge seines makellosen Weiß als Symbol des Lichtes gilt. Das Eichhörnchen ist das Maskottchen der Bertinger beim alljährlichen Dorffest und taucht in ihrem Ortswappen auf. Aus dem sogenannten redenden Wappen von Mahlwinkel sind Mühlstein mit Ähren und Winkelmaß entlehnt. Der Ort Wenddorf, der von Eichenbestand umgeben ist, stiftet für das neue Gemeindewappen das Eichenblatt mit zwei Eicheln.
Flaggenbeschreibung
„Die Flagge ist rot-weiß-rot 1:4:1 gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“[1]
Wappen und Flagge gestaltet vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch, genehmigt durch den Landrat des Landkreises Börde am 18. Februar 2010.