Berlin-Kreuzberg

Kreuzberg
Ortsteil von Berlin
KreuzbergFriedrichshainBerlinKreuzberg auf der Karte von Friedrichshain-Kreuzberg
Über dieses Bild
.
Koordinaten52° 29′ 15″ N, 13° 23′ 0″ O
Höhe52 m ü. NN
Fläche10,38 km²
Einwohner153.135 (31. Dez. 2020)
Bevölkerungsdichte14.753 Einwohner/km²
Neugründung1. Okt. 1920
Postleitzahlen10961, 10963, 10965, 10967, 10997, 10999, 10969
Ortsteilnummer0202
Gliederung
VerwaltungsbezirkFriedrichshain-Kreuzberg
Ortslagen

Kreuzberg ist ein Ortsteil im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin. Bis zur Fusion mit dem benachbarten damaligen Bezirk Friedrichshain im Zuge der Verwaltungsreform 2001 gab es einen eigenständigen Bezirk Kreuzberg, der mit dem heutigen Ortsteil Kreuzberg deckungsgleich ist. Der Name des Ortsteils stammt vom 66 Meter hohen Kreuzberg im Viktoriapark.

Nach den – bis 1993 gültigen – Postleitzahlen unterscheidet man in Kreuzberg zwei Ortslagen, benannt nach den Nummern der damaligen Zustellpostämter: Das größere Kreuzberg 61 (ehemals: Südwest 61) und das kleinere SO 36 (SO = Südost). Zu Zeiten der Berliner Mauer war SO 36 von drei Seiten umschlossen und entwickelte eine alternative Eigenkultur am Ostrand West-Berlins. Kreuzberg wartet mit einem lebendigen Nacht- und Kulturleben auf, das über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Mehrere Künstler und literarische Einrichtungen haben im Bezirk ihren Wohnsitz oder ihre Niederlassung. Aufgrund einer ambivalent-liberalen Kommunalpolitik und des duldenden Umgangs eines Teils der Bewohner gilt der Ortsteil Kreuzberg 36 (Görlitzer Park), als tolerant hinsichtlich des Drogenhandels und -konsums.[1]

Umfeld

Kreuzberg gehört neben Neukölln, Friedrichshain, Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg zu den sehr dicht besiedelten Ortsteilen Berlins. Dies erklärt sich aus dem seit der Gründerzeit verfolgten Bauprinzip größtmöglicher Grundstücksausnutzung mit einem Vorderhaus, Seitenflügeln und sich anschließenden – bis zu vier – Hinterhäusern. Auch heute wohnen in diesen „Mietskasernen“ bis zu 150 Mietparteien in Häusern, die eine Traufhöhe von 22 Metern haben. Durch häufigen Mieterwechsel ist inzwischen das Kuriosum entstanden, dass für die langfristig belegten Vorderhauswohnungen teilweise weniger Miete als für Hinterhauswohnungen gezahlt wird.[2]

Geschichte

Der später namengebende Kreuzberg lag bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch außerhalb der Stadtgrenze
(Gemälde von Johann Heinrich Hintze, 1829)
Mietshäuser an der Kreuzung Gneisenau-/Mittenwalder Straße, um 1900

Vor der Berliner Stadtbildung

Im Mittelalter lag das Gebiet des heutigen Ortsteils Kreuzberg außerhalb der Stadtmauern der Doppelstadt Berlin-Cölln. Als im 18. Jahrhundert das Stadtgebiet Berlins vergrößert und die Zoll- und Akzisemauer zur neuen Stadtgrenze wurde, entstand hinter dem Halleschen Tor ein neues Stadtviertel (heute im nördlichen Teil Kreuzbergs gelegen).

19. Jahrhundert

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wuchs Berlin weiter an und es kamen in diesem Bereich die Tempelhofer Vorstadt (Eingemeindung 1861) und die Luisenstadt (Eingemeindung 1841) hinzu. Wichtige Straßen und Plätze in den neuen Stadtvierteln wurden als Teil des sogenannten Generalszugs preußischen Militärs und gewonnenen Schlachten aus der Zeit der Befreiungskriege (1813–1815) gegen Napoleon gewidmet. Namensgeber waren unter anderem die Offiziere Gebhard Leberecht von Blücher (Blücherstraße und Blücherplatz), Ludwig Yorck von Wartenburg (Yorckstraße) und August Neidhardt von Gneisenau (Gneisenaustraße) sowie die Schlachten bei Waterloo (Waterloo-Ufer und Belle-Alliance-Straße, 1947 umbenannt in Mehringdamm) und Möckern (Möckernstraße und Möckernbrücke). Ein thematischer und städtebaulicher Bezugspunkt war hierbei das 1821 eingeweihte Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg, das damals allerdings noch seiner ursprünglichen Konzeption nach auf dem freien Feld vor der Stadt am Rande der Hochebene des Teltows lag. Auf der – damals noch Tempelhofer Berg genannten – 66 Meter hohen Erhebung hatte man nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel ein Denkmal in Grundform des Eisernen Kreuzes errichtet, um an die Befreiungskriege zu erinnern.

Bildung des Bezirks

Der Bezirk Kreuzberg wurde 1920 aus der Tempelhofer Vorstadt, der Oberen Friedrichsvorstadt, der südlichen Friedrichstadt und einem großen Teil der Luisenstadt gebildet. Benannt wurde der ehemalige Bezirk und heutige Ortsteil nach dem im Südwesten gelegenen Kreuzberg im heutigen Viktoriapark. Nach der Gründung Groß-Berlins im Jahr 1920 hieß der Bezirk zunächst Hallesches Tor.

Zweiter Weltkrieg

Bei dem Luftangriff vom 3. Februar 1945 der USAAF wurde das Gebiet der südlichen Friedrichstadt zwischen dem heutigen Halleschen Tor im Süden, der Prinzenstraße im Osten und der Kochstraße im Norden fast völlig zerstört.

Mit der Überquerung der Oder am 16. April 1945 begann am Ende des Zweiten Weltkriegs der Großangriff der Roten Armee auf Berlin. Nach harten Kämpfen im Vorfeld Berlins drangen die Armeen des Marschalls Schukow am 21. April zuerst in den Osten der Stadt ein.

Friedrichshain und Kreuzberg lagen während der Schlacht um Berlin im Bereich der sowjetischen 5. Stoßarmee des Generals Bersarin.[3]

(c) Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0 de
Ruine des Warenhauses Karstadt am Hermannplatz mit den Resten der früher 56 Meter hohen Türme

Kurz vor den anrückenden sowjetischen Truppen wurde am 23. April der mittlere Gewölbebogen der Oberbaumbrücke gesprengt, um dort den Übergang zu verhindern. Die Überquerung der Spree gelang der Roten Armee am 24. April von Oberschöneweide nach Treptow.

Am 25. April hatte das 9. Korps der 5. Stoßarmee den Landwehrkanal von Treptow aus überquert und wurde dann in heftige Kämpfe im Gebiet um den Görlitzer Bahnhof verwickelt, der das Zentrum ihrer Front beherrschte.[4]

Von Südosten her, aus Neukölln, gelangte ein weiterer Stoßkeil zum Hermannplatz. Am 25. April, abends, sprengte die SS das Kaufhaus Karstadt. Die 8. Gardearmee rückte über die Hasenheide zum Mehringplatz und zum Flughafen Tempelhof weiter.

(c) Bundesarchiv, Bild 183-J31328 / CC-BY-SA 3.0

Nach längeren Kämpfen am Görlitzer Bahnhof gelangten die Einheiten der weiter nördlich operierenden 5. Stoßarmee am 27. April entlang der Oranienstraße zum Moritzplatz[5] und entlang der Köpenicker Straße in den Bereich Stadtmitte.

Nach harten Kämpfen in Tempelhof zweigte der linke Flügel der 8. Gardearmee Schukows unter dem General Tschuikow nach Schöneberg ab, in der Mitte wurde der Viktoriapark besetzt und von dort aus der Anhalter Bahnhof auf Sicht beschossen. Der rechte Flügel der Armee näherte sich dem Landwehrkanal.[6]

Da die Brücken über den Kanal am 26. April abends von einem Wehrmachtskommando gesprengt wurden, verharrten die Angreifer vor dem Kanal, zogen Artillerie nach und bereiteten sich am 27. April auf die Überquerung der Wasserbarriere vor.

„Tschuikows Vorbereitungen für den Angriff über den Landwehrkanal sahen einen massierten Einsatz von schwerer Artillerie und Raketenwerfern zur begleitenden Unterstützung vor. Diese wurden nach Einnebelung im Laufe des Tages in Stellung gebracht. An Munition war kein Mangel und es wurde der Befehl gegeben, mit ihr nicht sparsam umzugehen.“

T. Le Tessier: Der Kampf um Berlin 1945, S. 167.

Im Laufe des 28. April gelang der Angriff am Kanal über die Trümmer des Hochbahnhof Möckernbrücke. Das Gros der Verteidiger zog sich weiter ins Stadtinnere zurück. Da der Anhalter Bahnhof, der Hochbunker und die S-Bahn-Anlagen mit Tausenden von Schutzsuchenden überfüllt waren, kam es in der Isolation dort noch bis zum 1. Mai zu unerträglichen Zuständen und dramatischen Szenen.

(c) Bundesarchiv, Bild 183-S79355 / CC-BY-SA 3.0
Schwarzmarkt am Anhalter Bahnhof

Am Halleschen Tor konnten die über den Kanal gehenden Truppen auch Panzer zum Belle-Alliance-Platz nachziehen. Der Anhalter Bahnhof war jedoch nicht mehr Brennpunkt der Kämpfe – das nächste Zentrum der Verteidigung war das RLM-Gebäude (Reichsluftfahrtministerium, heute: Detlev-Rohwedder-Haus) Wilhelmstraße 97 / Leipziger Straße 5–7. Am Abend des 29. April war Kreuzberg vollständig in sowjetischer Hand.

Nachkriegszeit

Den Zweiten Weltkrieg haben nur die Tempelhofer Vorstadt und die Luisenstadt weitgehend unbeschädigt überstanden.

Im Juli 1945 wurde der größte Teil des damaligen Bezirks dem Amerikanischen Sektor zugeteilt. Der wichtigste Übergang nach Ost-Berlin war nach dem Mauerbau der Checkpoint Charlie.

Lkw Zapf Umzüge vor der Berliner Mauer (1980 durch die Betonelemente ersetzt)

Im Jahr 1968 war die heutige Rudi-Dutschke-Straße (Teil der damaligen Kochstraße) einer der Hauptschauplätze der sogenannten „Osterunruhen“, als aufgebrachte Studenten nach dem Attentat auf Rudi Dutschke versuchten, die Auslieferung der Zeitungen des Axel-Springer-Verlags zu verhindern.

Seine überregionale Bekanntheit verdankt Kreuzberg vor allem der bewegten Geschichte des kleineren östlichen Bereichs (und Postbezirks) SO 36, später Berlin 36, der – von drei Seiten umschlossen von der Berliner Mauer – in den 1970er und 1980er Jahren als Zentrum der Alternativbewegung und der Hausbesetzungen legendär wurde.

1975 gründete der Alternativunternehmer Klaus Zapf eine Umzugsfirma und siedelte sie von 1985 bis 2015 in der Köpenicker Straße an. Zapf Umzüge wurde zur größten Umzugsspedition Deutschlands. Legendär war die nach dem Mauerfall beschaffte Leninstatue beim Verwaltungsgebäude.

Abriss an der Skalitzer Straße im Block 104 1980

Ende der 1970er Jahre geriet SO 36 in den Fokus der Flächensanierung, deren Betreiber hier auf den ersten massiven Widerstand trafen. Zum Symbol von Kahlschlag und Neubau wurde das Kottbusser Tor, doch 1981 war diese Form der Stadterneuerung durch die Hausbesetzungen am Heinrichplatz gestoppt. Der Block 104 markiert den Umschwung und den 1983 vollzogenen Wechsel zum Konzept der Behutsamen Stadterneuerung.

Im Juni 1981 wurden in Berlin 165 besetzte Häuser gezählt, davon 86 in Kreuzberg 36 und 61.[7] Durch die nach dem Tod des Besetzers Klaus-Jürgen Rattay vom Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker initiierte sowie der Evangelischen Kirche und der Organisation Netzwerk Selbsthilfe getragenen Verständigungspolitik gelang bis 1987 die Sanierung und Legalisierung 60 besetzter Häuser in West-Berlin. Der besetzte Bereich am Heinrichsplatz wurde vom alternativen Sanierungsträger Stattbau mustergültig saniert.

Durch die Erhaltung der „Kiezstrukturen“ ist SO 36 beliebtes touristisches Ziel, vor allem jugendlicher Besucher.

SO 36 erstreckt sich zwischen Spree, nördlich der Lohmühleninsel und des Landwehrkanals sowie östlich des heute zugeschütteten Luisenstädtischen Kanals. Noch gegenwärtig gilt diese Gegend als einer der einkommensschwächsten Teile Berlins. Den größeren Teil Kreuzbergs bilden die nordwestlich gelegene, stark kriegszerstörte südliche Friedrichstadt (das seinerzeitige Zeitungsviertel) und die ganze südliche Hälfte (Kreuzberg 61). Hier wohnten und wohnen um den Südstern herum eine Reihe von bekannten Künstlern.

Fast ein Drittel der rund 160.000 Einwohner sind Migranten, viele Türkeistämmige und deren Nachkommen. Auch für diese demografische Besonderheit ist Kreuzberg weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Die türkischstämmige Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den östlichen Bereich SO 36 und hierbei den Wrangelkiez. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts verändert sich die Bevölkerungsstruktur Kreuzbergs durch Gentrifizierungseffekte, da der Ortsteil zu den Szenevierteln Berlins gehört.

Ab 1987 geriet Kreuzberg (SO 36) regelmäßig durch teils schwere Straßenschlachten zum 1. Mai in die Schlagzeilen. Ausgangspunkt der Krawalle war meist der Zusammenstoß von Teilnehmern der Mai-Kundgebungen und der Polizei. Heute hat sich die Gewalt mehr und mehr ritualisiert und ist von großer Medienpräsenz begleitet. 1987 vom Lausitzer Platz ausgehend konzentrierten sich die damaligen Krawalle um das Kottbusser Tor und den Oranienplatz. An der Skalitzer Straße ging in jenem Jahr eine Filiale des Lebensmittelmarktes Bolle in Flammen auf, wurde bis auf die Grundmauern zerstört, und nicht wieder aufgebaut. Auf dem Gelände wurde 2004 ein islamisches Gemeindezentrum (Maschari-Center) mit Moschee errichtet. Seit dem Jahr 2005 ist ein Rückgang der Gewalt zu beobachten, der allerdings mit einer Verlagerung auf andere deutsche Großstädte in Zusammenhang steht.

Kreuzberg mit den ehemaligen Postzustellbezirken

Kreuzberg führte zu Zeiten der Berliner Mauer durch seine Randlage ein wirtschaftliches Nischendasein. Mit der deutschen Wiedervereinigung ist es ins Zentrum Berlins gerückt: 1997 wurde der Flächenschwerpunkt von Berlin an der Alexandrinenstraße 12–14 Ecke Verbindungsweg zur Wassertorstraße (Lage) mit einer Granitplatte markiert, auf der die Koordinaten wiedergegeben sind. Durch die veränderten Lebensbedingungen hat Kreuzberg als Unternehmensstandort an Attraktivität gewonnen. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen ziehen zum Spreeufer an der Oberbaumbrücke.

Seit 1998 erscheint monatlich das Magazin Kreuzberger Chronik.[8]

Am 1. Januar 2001 wurden die damaligen Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain zum neuen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vereinigt.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung von Berlin-Kreuzberg von 1925 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
JahrEinwohner
1925377.253
1933339.198
1939332.635
1946204.867
1950211.154
1961191.898
1970158.445
1987140.938
JahrEinwohner
2000147.384
2007147.679
2010145.618
2011147.532
2012149.566
2013151.430
2014151.518
2015152.364
JahrEinwohner
2016152.950
2017153.530
2018155.366
2019154.351
2020153.135

Quelle bis 2000: Statistische Jahrbücher von Berlin, ab 2007: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg[9]

Bezirksbürgermeister

ZeitraumNamePartei
1921–1925Martin KahleUSPD
1926–1933Carl HerzUSPD/SPD
1933–1934Max BrandtDNVP
1934–1939Wilhelm HafemannNSDAP
1939–1945Gerhard SudheimerNSDAP
08. Mai 1945 – 31. Mai 1945Nikolai Kickull
01. Juni 1945 – 16. Dezember 1946Willi Klimm
17. Dezember 1946 – 9. Februar 1949Georg HenschelSPD
09. Februar 1949 – 13. Dezember 1962Willy KressmannSPD
09. Januar 1963 – 8. Januar 1975Günther AbendrothSPD
09. Januar 1975 – 31. Januar 1981Rudi PietschkerSPD
05. Februar 1981 – 30. Juni 1981Waldemar SchulzeSPD
30. Juni 1981 – 24. Juli 1985Günter FunkCDU
24. Juli 1985 – 26. April 1989Wolfgang KrügerCDU
26. April 1989 – 21. Oktober 1992Günter KönigSPD
21. Oktober 1992 – 24. Januar 1996Peter StriederSPD
15. März 1996 – 31. Dezember 2000Franz SchulzGrüne

Verkehr

Individualverkehr

Durch Kreuzberg verläuft die Bundesstraße 96. Als wichtige Ost-West-Verbindung bindet der Straßenzug Hallesches Ufer/Tempelhofer Ufer – Gitschiner Straße – Skalitzer Straße – Oberbaumstraße zudem die in Friedrichshain verlaufende Bundesstraße 96a an. Der Straßenzug verläuft etwa entlang der ehemaligen Akzisemauer.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Anhalter Bahnhof ist der einzige S-Bahnhof in Kreuzberg. Hier halten die Linien S1, S2, S25 und S26. Bei der Bauplanung der Linie S21 ist ein weiterer Bahnhof am bereits bestehenden U-Bahnhof Gleisdreieck geplant.

Das Netz an U-Bahn-Linien ist in Kreuzberg besonders stark ausgeprägt. Die Linie U2 tangiert den Ortsteil im Westen und hält am Gleisdreieck. Die Linien U1 und U3 folgen größtenteils dem Straßenzug der früheren Akzisemauer, der Stadtbegrenzung Berlins im 18. und 19. Jahrhundert. In Nord-Süd-Richtung unterqueren die Linien U6 und U8 den Ortsteil. Die Linie U7 ist zusätzlich in Ost-West-Richtung unterwegs und bietet eine alternative Strecke zur U1/U3 an. Es existieren insgesamt 14 Bahnhöfe in Kreuzberg.

Langfristig ist eine Straßenbahn in Kreuzberg geplant. Diese soll vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Sonnenallee geführt werden.

Institutionen, Parks und Bauten

Panorama des Kottbusser Tors bei Nacht

SW 61

Im Viktoriapark angelegter Wasserfall
Ehemaliges Krankenhaus und heute Kulturzentrum Bethanien

SO 36

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigen
Das Engelbecken, grenzend an den Nordosten Kreuzbergs (links) und den Süden des Ortsteils Mitte (rechts),
wartet mit einer Mischung aus neuer und alter Architektur auf, August 2007

Veranstaltungen

Straßenfest auf dem Heinrichplatz, Myfest 2007

Sportvereine

Im Ortsteil Kreuzberg sind – trotz seiner geringen Größe – im Bereich Fußball die meisten Vereine der Stadt Berlin angesiedelt, obwohl der Ortsteil mit nur einem Rasensportplatz, dem Willy-Kressmann-Stadion, relativ schwach ausgestattet ist. Alteingesessene Kreuzberger Fußballvereine sind SC Berliner Amateure, FSV Hansa 07, BFC Südring und BSC Eintracht/Südring 1931. Der erfolgreichste und wohl bekannteste Kreuzberger Fußballverein ist Türkiyemspor Berlin. Kreuzbergs multikulturelle Bevölkerungsstruktur spiegelt sich auch in dem breiten Spektrum vieler weiterer Vereine wider, von denen einige schon seit den 1960er Jahren bestehen.

Mit dem THC Franziskaner FC e.V. haben auch erklärte Kreuzberger Linke ihren Verein und im Sportverein Seitenwechsel e. V. treffen sich Frauen, insbesondere Lesben.

Der SC Kreuzberg stellte mehrmals den Deutschen Meister im Schach.

Kreuzberg im Film (Auswahl)

Siehe auch

Stolperstein für Margot Friedlander, Skalitzer Straße 32

Literatur

  • Eva Brücker, Hasso Spode et al.: Kreuzberg. Nicolai-Verlag, Berlin 1994 (Geschichtslandschaft Berlin, Band V, hrsg. von der Historischen Kommission zu Berlin).
  • Peter Frischmuth: Berlin Kreuzberg SO 36. Fotodokumentation. 2. Auflage. Berlin Story Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-929829-68-6.
  • Hanno Hochmuth: Kiezgeschichte. Friedrichshain und Kreuzberg im geteilten Berlin. Wallstein 2017, ISBN 978-3-8353-3092-4.
  • Gerhardt Hoffmann: Kreuzberger Geschichten. Erzählungen aus dem Milieu. 3., erweiterte Auflage. Verlag Theodor Kastel, Berlin 2008, ISBN 978-3-9812651-0-1.
  • Dieter Kramer, Kreuzberg 1968–2013. Abbruch, Aufbruch, Umbruch. Nicolai, Berlin 2013, ISBN 978-3-89479-805-5.
  • Hans W. Korfmann & Michael Hughes (Fotos): Kreuzberger – 15 Porträts. Verlag an der Spree, Berlin 2004, ISBN 3-9809951-0-0.
  • Barbara Lang: Mythos Kreuzberg. Ethnographie eines Stadtteils (1961–1995). Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 1998, ISBN 3-593-36106-X (Zugleich: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 1996).
  • Jörg Sundermeier, Verena Sarah Diehl, Werner Labisch (Hrsg.): Kreuzbergbuch. Verbrecher-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-935843-06-2.
  • Marina Wesner: Kreuzberg und seine Gotteshäuser. Kirchen – Moscheen – Synagogen – Tempel. Berlin Story Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-929829-75-4.
  • Falk-Rüdiger Wünsch: Kreuzberg. Alte Bilder erzählen. Sutton, Erfurt 1998, ISBN 3-89702-034-3.
  • Jochen Ziem: Boris, Kreuzberg, 12 Jahre. Erika Klopp Verlag, Berlin u. a. 1988, ISBN 3-7817-2377-1 (zahlreiche Auflagen).

Weblinks

Commons: Berlin-Kreuzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Der Deal mit den Dealern. Doku & Reportage. (Nicht mehr online verfügbar.) In: rbb-online.de. Rundfunk Berlin-Brandenburg, 4. September 2019, archiviert vom Original am 24. Dezember 2019; abgerufen am 21. November 2020 (siehe ausführliche 28-minütige Video-Doku-Reportage; Kontraste – Die Reporter).
  2. Detlef Kuhlbrodt: Wohnen ist was für Warmduscher. In: Die Tageszeitung, 15. Januar 2011, S. 27.
  3. Bersarin wurde am 28. April 1945 von Schukow zum ersten Stadtkommandanten von Berlin ernannt.
  4. Tony le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945, Ullstein Verlag, Berlin 1991, S. 135. T. Le Tissier zitiert dazu Rocolle, Götterdämmerung, S. 53.
  5. 27. April 1945: „Das 9. Korps [... Bersarins] drang in Kreuzberg ein und errichte den Moritzplatz.“ (T. Le Tessier, S. 156).
  6. T. Le Tessier, S. 148.
  7. Bernd Laurisch: Kein Abriß unter dieser Nummer. (Werkbund-Archiv Nr. 7), Verlag Anabas, Giessen 1981, S. 224, ISBN 3-87038-088-8.
  8. Der Geschichtenfischer. In: Die Tageszeitung. 3. September 2008 (taz.de).
  9. Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 20. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2020. Grunddaten. S. 24.
  10. de.everybodywiki.com.
  11. Kurt-Mühlenhaupt-Museum.
  12. Uwe Rada: Höchstes Holzhaus Deutschlands: Der ganze Kiez in einem Haus. In: Die Tageszeitung. 31. Januar 2021 (taz.de).
  13. Website des Friedrichshain-Kreuzberg Museums (FHXB Museum).

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Panorama des Engelbeckens in Berlin-Kreuzberg
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Der Block 104 bezeichnet einen Altbau-Komplex in Berlin-Kreuzberg. Er wurde bis 1981 zur Hälfte zerstört, der Rest blieb durch die Hausbesetzer-Bewegung erhalten. Abriss der Häuser an der Skalitzer Straße.
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Portal and facade of the Anhalter Bahnhof in Berlin-Kreuzberg.
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Luftaufnahme vom Tempelhofer Ufer in Berlin (Deutschland)
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Berlin-Kreuzberg, Schwarzmarkt, Razzia

ILLUS Zur Währungsreform in den Westsektoren Berlins. Auf den Schwarzmärkten der Westsektoren herrscht Hochbetrieb. Schon wenige Stunden nach Ausgabe der Westmark wird sie "gehandelt". UBz: Der Schwarzmarkt in der Bergmannstrasse (Bez. Kreuzberg). "Polizei kommt!"

ADN-ZB 1948: Die Westsektoren nach der Durchführung der separaten Währungsreform. Razzia der Polizei auf dem "Schwarzen Markt" in der Bergmannstraße im Bezirk Kreuzberg, wo die Spalterwährung gehandelt wird.

1692-48
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Das Kottbusser Tor in Kreuzberg 36 bei Nacht.
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Künstlicher Wasserfall im Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg