Begehungsdelikt

Ein Begehungsdelikt ist eine Straftat, die ein aktives Tun oder Unterlassen unter Strafe stellt.

Die verbreitete Ansicht, dass ein Begehungsdelikt nur ein aktives Tun umfassen kann, ist zumindest mit der Einführung von amtlichen Überschriften zum 1. Januar 1975 in das Strafgesetzbuch überholt. § 13 StGB spricht nun von "Begehen durch Unterlassen". Sollten insbesondere Begehungsdelikte kein Unterlassen beinhalten können, wäre eine Beteiligung an Unterlassungsdelikten nach dem Wortlaut der § 25, § 26, § 27 StGB nicht möglich, da diese von begangenen Taten sprechen.

Das Unterlassungsdelikt ist demnach als Unterfall des Begehungsdelikt anzusehen. Eine Abgrenzung zu anderen Deliktstypen ist nicht möglich, d. h. alle möglichen Deliktsformen sind zugleich Begehungsdelikte. Zur Unterscheidung von Unterlassendelikten ist daher passenderweise nach der Terminologie des § 13, Abs. 1, letzter Halbsatz StGB der Begriff Tunsdelikt zu verwenden.