Bayerische Wildalm

Bayerische Wildalm

LageKreuth, Oberbayern
Brandenberg, Tirol
GebirgeMangfallgebirge
Geographische Lage47° 35′ 12″ N, 11° 47′ 30″ O

Bayerische Wildalm (Bayern)
Bayerische Wildalm (Bayern)
BesitzformPrivatalm
Höhe1450 m ü. NHN
FlächeAlmlichte 5 ha
Waldweide 316 hadep1
FloraVerschiedene Gräser und Kräuter, Rundblättriger Sonnentau[1]
FaunaRotwild, Gemsen[2]
NutzungSeit 1971 aufgelassen, teilweise mit Pferden aus Kreuth bestoßen

Die Bayerische Wildalm ist eine Alm auf der Südostflanke der Halserspitze im Mangfallgebirge, auf dem Gemeindegebiet der oberbayrischen Gemeinde Kreuth, und benachbart in Tirol im Gemeindegebiet Brandenberg (Bezirk Kufstein) der Wildalmfilz. Die Almregion, die trotz des Namens weitgehend auf österreichischem Gebiet liegt, ist eines der Gebiete in Deutschland und in Österreich, welche durch die Ramsar-Konvention als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung geschützt sind.

Geschichte

Der genaue Entstehungszeitpunkt der Alm lässt sich heute nur schwer nachvollziehen. Sicher ist jedoch, dass sie von Bauern aus dem Kreuther Tal bewirtschaftet wurde, welche vom Kloster Tegernsee abhängig waren. Aufgrund der Lage der Alm direkt an der Grenze zwischen dem Königreich Bayern und Österreich-Ungarn kam es immer wieder zu Grenzstreitigkeiten bezüglich des Bewirtschaftungsrechts. 1891 regulierte eine Kommission aus Innsbruck (K. K. Grundlasten-Ablösungs- und Regulierungs-Landeskommission) das Weiderecht jener Almen neu, welche, wie die Bayerische Wildalm, sowohl auf bayerischem als auch auf Tiroler Gebiet lagen. Den bayerischen Bauern wurde durch die Kommission ein Weiderecht vom 28. Juni bis zum 28. September für die ganze Bayerische Wildalm gewährt.[3]

Heute ist die Bayerische Wildalm von österreichischer Seite durch eine Forststraße erschlossen. Sie wird nach wie vor bewirtschaftet. Außerdem befindet sich eine Selbstversorger-Hütte der DAV-Sektion Oberland auf dem Gelände.[4] Der österreichische Teil der Alm wird heutzutage auch als Sindelsdorfer-Alm bezeichnet.

Bedeutung aus der Sicht des Naturschutzes

Die Wildalm ist zwischen den nördlichen Voralpen, der Flyschzone und den nördlichen Kalkalpen gelegen. Sowohl der österreichische als auch der bayerische Teil der Alm sind durch die Ramsar-Konvention – ein internationales Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel – geschützt. Ausschlaggebend für die Nominierung als Schutzgebiet war das Bestehen eines für die Kalkalpen typischen Hochmoores und das Vorkommen vieler bedrohter Pflanzenarten. Bei dem Gebiet handelt es sich um eine Karst-Senke, dessen Moorbestand durch regelmäßige Überflutungen eines kleinen Baches sowie durch das Sickerwasser von den Abhängen der Polje gesichert wird. Der Bach versickert auf dem Gebiet der Alm in einem großen und mehreren kleinen Ponors. Das Schutzgebiet beherbergt typische Moorpflanzen wie die Schnabel-Segge, die Schlamm-Segge und Torfmoos. Im Süden schließt sich die ebenfalls geschützte Wildalmfilz an die Alm an.

Grenzmarkierung an der deutsch-österreichischen Staatsgrenze nahe der Bayerischen Wildalm

Details zu den Ramsar-Schutzgebieten:

Österreich[5]Deutschlandgrenzübergreifend[6]
BezeichnungBayerische Wildalm und WildalmfilzBayerische WildalmÖsterreichisch–Bayerische Wildalm[7]
Ramsar-Gebiet Nummer:14891723–
Höhe:1430–1470 m1425–1470 m1425–1470 m
Fläche:133 ha7 ha140 ha
Ausweisungsdatum:15. Dezember 20049. Oktober 20077. August 2008

Einzelnachweise

  1. ↑ Bayerische Wildalm – Flora auf agrarkulturerbe.de, abgerufen am 26. April 2025
  2. ↑ Bayerische Wildalm – Fauna auf agrarkulturerbe.de, abgerufen am 26. April 2025
  3. ↑ Gemeinde Kreuth (Hrsg.): Das Kreuther Heimatbuch
  4. ↑ Deutscher Alpenverein: Selbstversorgerhütte Bayerische Wildalm
  5. ↑ The Annotated Ramsar List: Austria → Bayerische Wildalm and Wildalmfilz, ramsar.org
  6. ↑ Transboundary Ramsar Sites
  7. ↑ Originalbezeichnung Austrian-Bavarian Wildalm

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Grenzmarkierung der deutsch-österreichischen Staatsgrenze nahe der Bayerischen Wildalm in den Brandenberger Alpen
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Die Bayerische Wildalm in den Brandenberger Alpen