Baustahl

Baustähle sind Stähle für den Stahl- und den Maschinenbau. Baustähle machen zusammen mit Betonstählen über die Hälfte der weltweiten Stahlproduktion aus.[1]

Allgemeines

Die am häufigsten verwendeten Sorten gehörten ursprünglich in die Kategorie der Grundstähle (BS). Diese ist nach EN 10020 Begriffsbestimmung für die Einteilung der Stähle mit den unlegierten Stählen zusammengelegt. Sie sind meist niedrig legiert und nur teilweise wärmebehandelt (wenn wärmebehandelt, dann häufig normalisiert, auch Normalglühen genannt). Daraus ergeben sich mäßig gute Eigenschaften (die aber für viele Anwendungen ausreichend sind) bei einem günstigen Preis.

Die Unterscheidung zwischen Bau- und Qualitätsstählen (QS) ist aufgrund des technischen Fortschritts heute nicht mehr angebracht, da zwischen der Einteilung nach Zusammensetzung und technischen Parametern einerseits und nach Verwendungszweck andererseits unterschieden wird. Auch legierte Edelstähle finden beispielsweise als Baustähle Verwendung.

Im Allgemeinen zählen so gut wie alle kohlenstoffarmen Stähle zu den Baustählen. Bei den kohlenstoffreicheren Sorten sind die Grenzen fließend und nicht anhand dieser Faustformel zu bestimmen. Nach den neuen EN-Normen sind Baustähle alle Stähle, die nicht unmittelbar als Werkzeugstahl verwendet werden. Baustähle sind schweißbar und können spannungsarm geglüht werden. Feinkornbaustahl eignet sich besonders gut zum Verschweißen und besitzt eine höhere Zugfestigkeit.

Betonstahl, der als Bewehrung in Stahlbeton eingesetzt wird bzw. Spannstahl im Spannbeton zählen nach der neuen Systematik nicht zu den Baustählen.

In der Gliederung der Stähle nach EN 10027-1 Bezeichnungssysteme für Stähle – Teil 1: Kurznamen bekommen sie das Vorsatzzeichen S für „Structural Steel“ (Stähle für den Stahlbau) und E für Maschinenbaustahl. Die nachfolgende Zahl gibt die Streckgrenze (Re) in N/mm² bzw. MPa an. Es ist jedoch die Dickenabhängigkeit der mechanischen Eigenschaften zu beachten: So hat ein S235 im Nenndickenbereich ≤ 16 mm eine Streckgrenze Re = 235 N/mm², im Nenndickenbereich > 200 mm ≤ 250 mm jedoch nur noch eine Streckgrenze Re = 175 N/mm².

Übliche Bezeichnungen sind z. B.

  • S235JR+AR (Ausgabe EN 10025-2:2019–10, Ausgabe EN 10025:1994-03 S235JRG2, DIN 17100 St 37-2, Werkstoffnummer 1.0037, frühere Bezeichnung nach EU 25-72 auch Fe 360 B)
  • S355J2+N (Ausgabe EN 10025-2:2019–10, Ausgabe EN 10025:1994-03 S355J2G3, DIN 17100 St 52-3 N, Werkstoffnummer 1.0570, frühere Bezeichnung nach EU 25-72 auch Fe 510 D1)

EN 10025

Die Baustahlsorten sind in EN 10025 genormt.

EN 10025-1
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
TeileTeil 1: Allgemeine technische Lieferbedingungen
ErstveröffentlichungFebruar 2005
Letzte AusgabeFebruar 2005
Klassifikation77.140.10; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10025-1
ÖNORM EN 10025-1
SN EN 10025-1
Ersatz fürEN 10025
EN 10113-1
EN 10137-1
EN 10155
NormverweisDIN 17100

EN 10025-1 Warmgewalzte Stähle aus Baustählen – Teil 1: Allgemeine technische Lieferbedingungen

Unter der Hauptnummer EN 10025 wurden die früheren Europäischen Norman für unlegierte Baustähle (EN 10025), normalgeglühte / normalisierend gewalzte und thermomechanisch gewalzte schweißgeeignete Feinkornbaustähle (EN 10113), Baustähle mit höherer Streckgrenze im vergüteten Zustand (EN 10137) und wetterfeste Baustähle (EN 10155) in sechs Teilen zusammengeführt.[2][3][4]

Gegenüber EN 10025:1994-03 Inhalt in mehrere Teile aufgeteilt; Herstellung der Stähle nach dem Siemens-Martin-Verfahren ausgeschlossen.

EN 10025-2
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
TeileTeil 2: Technische Lieferbedingungen für unlegierte Baustähle
ErstveröffentlichungFebruar 2005
Letzte AusgabeOktober 2019
Klassifikation77.140.10; 77.140.45; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10025-2
ÖNORM EN 10025-2
SN EN 10025-2
NormverweisDIN 17100

EN 10025-2 Warmgewalzte Stähle aus Baustählen – Teil 2: Technische Lieferbedingungen für unlegierte Baustähle

EN 10025-2 Tabelle 1 - Baustähle
BezeichnungDesoxidationsart b
KurznameWerkstoffnummer
S235JR1.0038FN
S235J01.0114FN
S235J21.0117FF
S275JR1.0044FN
S275J01.0143FN
S275J21.0145FF
S355JR1.0045FN
S355J01.0553FN
S355J21.0577FF
S355K21.0596FF
S450J0l1.0590FF
b FN: unberuhigter Stahl nicht zulässig, FF: vollberuhigter Stahl; l nur für Langerzeugnisse

Die aufgeführten Sorten sind unlegierte Qualitätsstähle nach EN 10020, lieferbare Gütegruppen: JR: Kerbschlagarbeit 27 J bei 20 °C; J0: Kerbschlagarbeit 27 J bei 0 °C; J2: Kerbschlagarbeit 27 J bei −20 °C; K2: Kerbschlagarbeit 40 J bei −30 °C (Dieser Wert entspricht 27 J bei −30 °C – siehe Eurocode 3.) Lieferzustände: „+N“ normalgeglüht; „+AR“ wie gewalzt; „+M“ thermomechanisch gewalzt.[2]

EN 10025-2 Tabelle 2 - Maschinenbaustähle
BezeichnungDesoxidationsart b
KurznameWerkstoffnummer
S1851.0035freigestellt
E2951.0050FN
E3351.0060FN
E3601.0070FN
b freigestellt: nach Wahl des Herstellers; FN: vollberuhigter Stahl

Die aufgeführten Sorten sind unlegierte Qualitätsstähle nach EN 10020. Lieferzustände: „+N“ normalisiert (normalized), „+AS“ wie gewalzt (as rolled), „+M“ thermomechanisch umgeformt

Gegenüber EN 10025-2:2005-04 Stahlsorte S450 gestrichen, Stahlsorten S460 und S500 hinzugefügt.

Frühere Ausgaben

  • 2005-04[3][4]: Stahlsorten S235JR (1.0037), S235JRG1 (1.0036), S235J2G3 (1.0116), S275J2G3 (1.0144), S355J2G3 (1.0570) und S355K2G3 (1.0595) entfallen; Stahlsorte S450J0 neu aufgenommen; unberuhigter Stahl nicht mehr enthalten, dadurch Kennzeichen für Deoxidationsart G1 (unberuhigt) und G2 (unberuhigt nicht zulässig) im Kurznamen überflüssig; normalgeglühter / normalisierend gewalzter Zustand durch „+N“ gekennzeichnet, dadurch Kennzeichen für den Lieferzustand (G3 und G4) überflüssig; Herstellung der Stähle nach dem Siemens-Martin-Verfahren ausgeschlossen.
  • 2005-02:
EN 10025-3
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
TeileTeil 3: Technische Lieferbedingungen für normalgeglühte/normalisierend gewalzte schweißgeeignete Baustähle
ErstveröffentlichungFebruar 2005
Letzte AusgabeOktober 2019
Klassifikation77.140.10; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10025-3
ÖNORM EN 10025-3
SN EN 10025-3
Ersatz fürEN 10113-2
NormverweisDIN 17102

EN 10025-3 Warmgewalzte Stähle aus Baustählen – Teil 3: Technische Lieferbedingungen für normalgeglühte / normalisierend gewalzte schweißgeeignete Feinkornbaustähle

EN 10025-3 Tabelle 1
Bezeichnung
KurznameWerkstoffnummer
S275N1.0490
S275NL1.0491
S355N1.0545
S355NL1.0546
S420N1.8902
S420NL1.8912
S460N1.8901
S460NL1.8903

Die aufgeführten Sorten S275 und S355 sind unlegierte Qualitätsstähle, die Sorten S420 und S460 legierte Edelstähle nach EN 10020, lieferbare Gütegruppen: N: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −20 °C; NL: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −50 °C,[2]

Frühere Ausgaben

EN 10025-4
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
TeileTeil 4: Technische Lieferbedingungen für thermomechanisch gewalzte schweißgeeignete Baustähle
ErstveröffentlichungFebruar 2005
Letzte AusgabeFebruar 2023
Klassifikation77.140.10; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10025-4
ÖNORM EN 10025-4
SN EN 10025-4
Ersatz fürEN 10113-3

EN 10025-4 Warmgewalzte Stähle aus Baustählen – Teil 4: Technische Lieferbedingungen für thermomechanisch gewalzte schweißgeeignete Baustähle

Die nachstehende Tabelle ist der Ausgabe EN 10025-4:2019-10 entnommen.

EN 10025-4 Tabelle 1
Bezeichnung
KurznameWerkstoffnummer
S275M1.8818
S275ML1.8819
S355M1.8823
S355ML1.8834
S420M1.8825
S420ML1.8836
S460M1.8827
S460ML1.8838
S500M1.8829
S500ML1.8839

Die aufgeführten Sorten sind legierte Edelstähle nach EN 10020 (Ausnahme S275: unlegierter Stahl), lieferbare Gütegruppen: M: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −20 °C; ML: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −50 °C.

Frühere Ausgaben

  • 2019-10[2]: Stahlsorte S500M hinzugefügt
  • 2005-04[3][4]:
  • 2005-02:
EN 10025-5
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
TeileTeil 5: Technische Lieferbedingungen für wetterfeste Baustähle
ErstveröffentlichungFebruar 2005
Letzte AusgabeOktober 2019
Klassifikation77.140.10; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10025-5
ÖNORM EN 10025-5
SN EN 10025-5
Ersatz fürEN 10155

EN 10025-5 Warmgewalzte Stähle aus Baustählen – Teil 5: Technische Lieferbedingungen für wetterfeste Baustähle

EN 10025-5 Tabelle 1
BezeichnungDesoxidationsart a
KurznameWerkstoffnummer
S235J0W1.8958FN
S235J2W1.8961FF
S355J0WP1.8945FN
S355J2WP1.8946FF
S355J0W1.8959FN
S355J2W1.8965FF
S355K2W1.8967FF
a FN: unberuhigter Stahl nicht zulässig, FF: vollberuhigter Stahl

zu den aufgeführten Sorten lieferbare Gütegruppen: J0: Kerbschlagarbeit 27 J bei 0 °C; J2: Kerbschlagarbeit 27 J bei −20 °C; K2: Kerbschlagarbeit 40 J bei −30 °C (Dieser Wert entspricht 27 J bei −30 °C – siehe Eurocode 3.) Lieferzustände: „+N“ normalgeglüht; „+AR“ wie gewalzt; „+M“ thermomechanisch gewalzt; W und WP: Unterscheidung hauptsächlich im Phosphorgehalt[2]

Gegenüber EN 10025-5:2005-02 Stahlsorten S355J4, S420J0W, S420J2W, S420J4W, S460J0W, S460J2W und S460J4W hinzugefügt

Frühere Ausgaben

  • 2005-02[3][4]: Stahlsorten S355J0W und S355 K2G2W entfallen; normalgeglühter / normalisierend gewalzter Zustand durch „+N“ gekennzeichnet, dadurch Kennzeichen für den Lieferzustand (G3 und G4) überflüssig
EN 10025-6
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
TeileTeil 6: Technische Lieferbedingungen für Flacherzeugnisse aus Stählen mit höherer Streckgrenze im vergüteten Zustand
ErstveröffentlichungFebruar 2005
Letzte AusgabeFebruar 2023
Klassifikation77.140.10; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10025-6
ÖNORM EN 10025-6
SN EN 10025-6
Ersatz fürEN 10137-2

EN 10025-6 Warmgewalzte Stähle aus Baustählen – Teil 6: Technische Lieferbedingungen für Flacherzeugnisse aus Stählen mit höherer Streckgrenze im vergüteten Zustand

Die nachstehende Tabelle ist der Ausgabe EN 10025-6:2020-02 entnommen.

EN 10025-6 Tabelle 2
Bezeichnung
KurznameWerkstoffnummer
S460Q1.8908
S460QL1.8906
S460QL11.8916
S500Q1.8924
S500QL1.8909
S500QL11.8984
S550Q1.8904
S550QL1.8926
S550QL11.8986
S620Q1.8914
S620QL1.8927
S620QL11.8987
S690Q1.8931
S690QL1.8928
S690QL11.8988
S890Q1.8940
S890QL1.8923
S890QL11.8925
S960Q1.8941
S960QL1.8933
S960QL11.8934

Die aufgeführten Sorten sind legierte Edelstähle nach EN 10020, lieferbare Gütegruppen: Q: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −20 °C; QL: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −40 °C; L1: Nachweis der Kerbschlagarbeit bei −60 °C.

Frühere Ausgaben

EN 10025
BereichWerkstoffe
TitelWarmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
ErstveröffentlichungJanuar 1991
Letzte AusgabeMärz 1994
ZurückgezogenFebruar 2005
Nationale NormenDIN EN 10025
Ersatz fürDIN 17100

EN 10025 Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen (zurückgezogen)

EN 10025 Tabelle 2
Stahlsorte BezeichnungDesoxidationsartStahlart
nach EN 10027-1 und ECISS IC 10nach EN 10027-2
S1851.0035freigestelltBS
S235JR1.0037freigestelltBS
S235JRG11.0036FUBS
S235JRG21.0038FNBS
S235JO1.0114FNQS
S235J2G31.0116FFQS
S235J2G41.0117FFQS
S275JR1.0044FNBS
S275JO1.0143FNQS
S275J2G31.0144FFQS
S275J2G41.0145FFQS
S355JR1.0045FNBS
S355JO1.0553FNQS
S355J2G31.0570FFQS
S355J2G41.0577FFQS
S355K2G31.0595FFQS
S355K2G41.0596FFQS
E2951.0050FNBS
E3351.0060FNBS
E3601.0070FNBS

FU: unberuhigter Stahl, FN: unberuhigter Stahl nicht zulässig, FF: vollberuhigter Stahl; BS: Grundstahl, QS: Qualitätsstahl[5][6]

Gegenüber der früheren Ausgabe wurden europäische Kurznamen und Werkstoffnummern vergeben; zuvor wurde die Namensgebung aus der EURONORM 25-72 übernommen.

Frühere Ausgaben

EN 10137 (zurückgezogen)

Für Baustähle mit höherer Streckgrenze existierte für EN 10137[5][6] kein Vorläufer in Form einer DIN-Norm, in Deutschland wurde die EURONORM 137 unmittelbar angewendet.

EN 10137
BereichWerkstoffe
TitelBlech und Breitflachstahl aus Baustählen mit höherer Streckgrenze im vergüteten oder im ausscheidungsgehärteten Zustand
TeileTeil 1: Allgemeine Lieferbedingungen
Teil 2: Lieferbedingungen für vergütete Stähle
Teil 3: Lieferbedingungen für ausscheidungsgehärtete Stähle
ErstveröffentlichungNovember 1995
Letzte AusgabeNovember 1995
Zurückgezogen2005
Klassifikation77.140.10; 77.140.50
Nationale NormenDIN EN 10137-1
DIN EN 10137-2
DIN EN 10137-3
NormverweisTeil 1: EN 10025-1
Teil 2: EN 10025-6

EN 10137-2 Blech und Breitflachstahl aus Baustählen mit höherer Streckgrenze im vergüteten oder im ausscheidungsgehärteten Zustand - Teil 2: Lieferbedingungen für vergütete Stähle

EN 10137-2 - Tabelle A.1: Liste der früheren Bezeichnungen vergleichbarer Stähle
Stahlsorte BezeichnungFrühere Bezeichnung in
KurznameWerkstoffnummerEU 137 (1983)DeutschlandFrankreichSchweden
S460Q1.8908Fe E 460 V---
S460QL1.8906Fe E 460 V KTTStE 460 VS 460 T-
S460QL11.8916----
S500Q1.8924Fe E 500 VStE 500 V-2614
S500QL1.8909Fe E 500 V KTTStE 500 VS 500 T2615
S500QL11.8984-EStE 500 V--
S550Q1.8904Fe E 550 VStE 550 V--
S550QL1.8926Fe E 550 V KTTStE 550 VS 550 T-
S550QL11.8986-EStE 550 V--
S620Q1.8914FE E 620 VStE 620 V--
S620QL1.8927Fe E 620 V KTTStE 620 VS 620 T-
S620QL11.8987-EStE 620 V--
S690Q1.8931-StE 690 V-2624
S690QL1.8928Fe E 690 V KTTStE 690 VS 690 T2625
S690QL11.8988-EStE 690 V--
S890Q1.8940----
S890QL1.8983-TStE 890 V--
S890QL11.8925-EStE 890 V--
S960Q1.8941----
S960QL1.8933-TStE 960 VS 960 T-

Gütegruppen: „L“ festgelegte Mindestwerte der Kerbschlagarbeit bei Temperaturen nicht unter −40 °C; „L1“ festgelegte Mindestwerte der Kerbschlagarbeit bei Temperaturen nicht unter −60 °C

EN 10137-3 Blech und Breitflachstahl aus Baustählen mit höherer Streckgrenze im vergüteten oder im ausscheidungsgehärteten Zustand - Teil 3: Lieferbedingungen für ausscheidungsgehärtete Stähle

EN 10137-3 - Tabelle 2
Stahlsorte Bezeichnung
KurznameWerkstoffnummer
S500A1.8980
S500AL1.8990
S550A1.8991
S550AL1.8992
S620A1.8993
S620AL1.8994
S690A1.8995
S690AL1.8996

Gütegruppen: „L“ festgelegte Mindestwerte der Kerbschlagarbeit bei Temperaturen nicht unter −40 °C

DIN 17100 (zurückgezogen)

DIN 17100
BereichWerkstoffe
TitelAllgemeine Baustähle - Gütenorm
ErstveröffentlichungOktober 1957
Letzte AusgabeJanuar 1980
ZurückgezogenJanuar 1991
NormverweisEN 10025

Die Bezeichnungen nach DIN 17100[8] mit den Vorsatzbuchstaben „St“ (St 37 bedeutete Zugfestigkeit 37 kp/mm²) sind veraltet und sollten nicht mehr verwendet werden. Sie sind jedoch im Sprachgebrauch noch weit verbreitet.

DIN 17100 Tabellen 1 und 3
StahlsorteDesoxidationsart 1)Stähle mit Eignung zum
KurznameWerkstoffnummerAbkanten (Q)Blankziehen (Z)Gesenkschmieden (P)Walzprofilieren (K)Herstellen geschweißter Rohre (Ro)
neufrüherKurznameWerkstoffnummerKurznameWerkstoffnummerKurznameWerkstoffnummerKurznameWerkstoffnummerKurznameWerkstoffnummer
St 331.00351.0033freigestellt----------
St 37-21.0037-freigestellt--ZSt37-21.0159--KSt37-21.0113--
USt 37-21.00361.0112UUQSt37-21.0121UZSt37-21.0161--UKSt37-21.0124URoSt37-21.0173
RSt 37-21.00381.0114RRQSt37-21.0122RZSt37-21.0165RPSt37-21.0172RKSt37-21.0125RRoSt37-21.0174
St 37-31.01161.0116RRQSt37-31.0123ZSt37-31.0168PSt37-31.0176KSt37-31.0127RoSt37-31.0175
St 44-21.0044-RQSt44-21.0128ZSt44-21.0129PSt44-21.0146KSt44-21.0148RoSt44-21.0149
St 44-31.0144-RRQSt44-31.0133ZSt44-31.0153PSt44-31.0135KSt44-31.0137RoSt44-31.0138
St 52-31.05701.0841RRQSt52-31.0573ZSt52-31.0597PSt52-31.0572KSt52-31.0575RoSt52-31.0576
St 50-21.00501.0532R--ZSt50-21.0533PSt50-21.0538----
St 60-21.00601.0542R--ZSt60-21.0543------
St 70-21.00701.0632R--ZSt70-21.0633------
1) U unberuhigt, R beruhigt (einschließlich halbberuhigt), RR besonders beruhigt

Die Zusätze nach der Zugfestigkeit bedeuteten: „-2“ Gütegruppe 2 Prüftemperatur für die Kerbschlagarbeit 27 J bei +20 °C, „-3“ Gütegruppe 3 Prüftemperatur für die Kerbschlagarbeit 27 J bei ±0 °C für den Lieferzustand „U“ (unbehandelt) bzw. Prüftemperatur für die Kerbschlagarbeit 27 J bei −20 °C für den Lieferzustand „N“ (normalgeglüht). Weitere Nachsetzzeichen für den Lieferzustand: „U“ unbehandelt; „N“: normalgeglüht; in der Norm findet sich eine tabellierte Zuordnung der (Regel-)Lieferzustände zu den Stahlsorten, so dass z. B. auch ohne nachgestelltes „N“ ein Stahl durchaus normalgeglüht sein kann. USt 37-2 N: unberuhigt vergossener Stahl der Festigkeit 37 kp/mm² mit Kerbschlagarbeit nach Gütegruppe 2 im normalgeglühten Lieferzustand.

Bei Profilen (z. B. U, L, I, T, Z) aus unberuhigt vergossenen Stählen ist das Schweißen von Längsnähten nach DIN 18800-1:1981-03 Abschnitt 9.2.2.6 Schweißnähte in Hohlkehlen von Walzprofilen in den Profilrundungen nicht zulässig, da sich hier rißanfällige Seigerungszonen (Phosphor, Schwefel) befinden.

Frühere Ausgaben

  • 1966-09:
  • 1957-10:

Eigenschaften

Stoffrelevante Kennwerte

Streckgrenze (Dehngrenze)185–355 N/mm²
Zugfestigkeit340–510 N/mm²
Bruchdehnung18–26,1 %
E-Modul210 GPa[9]
Schubmodul81000 N/mm²[9]
Emissivität0,7[9]
Querdehnzahl0,3[9]
Wiktionary: Baustahl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Sustainability (Memento vom 6. Februar 2015 im Internet Archive)
  2. a b c d e f Stahl und Eisen Gütenormen 2/1. Bauwesen, Umformung. In: DIN-Taschenbuch. 6. Auflage. Band 402/1. Beuth, Berlin 2021, ISBN 978-3-410-30639-9.
  3. a b c d e f Stahl und Eisen Gütenormen 2. Bauwesen, Metallverarbeitung. In: DIN-Taschenbuch. 5. Auflage. Band 402. Beuth, Berlin 2009, ISBN 978-3-410-17570-4.
  4. a b c d e f Stahl und Eisen Gütenormen 2. Bauwesen, Metallverarbeitung. In: DIN-Taschenbuch. 4. Auflage. Band 402. Beuth, Berlin 2005, ISBN 3-410-16011-6.
  5. a b Stahl und Eisen Gütenormen 2. Bauwesen, Metallverarbeitung. In: DIN-Taschenbuch. 3. Auflage. Band 402. Beuth, Berlin 2002, ISBN 3-410-15232-6.
  6. a b Stahl und Eisen Gütenormen 2. Bauwesen, Metallverarbeitung. In: DIN-Taschenbuch. 2. Auflage. Band 402. Beuth, Berlin 1998, ISBN 3-410-14127-8.
  7. Stahl und Eisen Gütenormen 2. Bauwesen, Metallverarbeitung. In: DIN-Taschenbuch. 1. Auflage. Band 402. Beuth, Berlin 1993, ISBN 3-410-12831-X.
  8. Stahl und Eisen Gütenormen 1. In: DIN-Taschenbuch. 27. Auflage. Band 4. Beuth, Berlin 1985, ISBN 3-410-11855-1.
  9. a b c d Eurocode 3: Stahlbau. (eurocode-online.de [abgerufen am 7. Mai 2020]).

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Logo Europäisches Komitee für Normung (CEN, französisch: Comité Européen de Normalisation; ohne Beschriftung)