Bauland

Als Bauland, oder Baufläche wird ein räumlich abgegrenzter Teil der Erdoberfläche bezeichnet, für den die für eine Bebauung erforderlichen rechtlichen und natürlichen Voraussetzungen gegeben sind. Bauland kann aus mehreren zusammenhängenden Grundstücken bestehen.

Das einzelne Grundstück wird als Baugrundstück oder Bauplatz bezeichnet. Während der Dauer von Bauarbeiten spricht man von Baustelle.

Grundlagen

Bauland – beziehungsweise die Ausweisung oder Widmung als Solches – kann auf verschiedene Arten entstehen. In jedem Fall muss die Erschließung gesichert sein. Vielfach ist hierzu im Vorfeld eine Baulandumlegung erforderlich. Zudem dürfen keine natürlichen Hindernisse bestehen, welche ein Bauen unmöglich machen.

Rechtlich erwirbt ein Grundstück Baulandqualität entweder durch explizite Ausweisung des Grundstückes als Bauland in einem qualifizierten Bebauungsplan, oder etwa durch die Lage in schon weitgehend bebautem Gebiet (Baulücke).

Rohbauland bedeutet, dass ein entsprechender Bebauungsplan bereits rechtsverbindlich geworden ist, im Gegensatz zum baureifen Land hat die Erschließung jedoch noch nicht stattgefunden.
Zu unterscheiden ist auch pflichtiges von fertigem Bauland: Beim pflichtigen Bauland ist die Neuordnung der Fläche abgeschlossen, so dass der Besitzer zum Bebauen gezwungen werden kann. Beim fertigen Bauland sind außerdem die Infrastrukturkosten umgelegt und können auf den Besitzer übertragen werden.
Daneben gibt es Befristetes Bauland, für das nur eine zeitlich begrenzte Baubewilligung besteht.

Deutschland

Für Bauerwartungsland besteht noch kein Baurecht. Es ist aber in einen übersehbaren Zeitraum zu erwarten, dass dies geschaffen wird. Flächen, die im Flächennutzungsplan zur baulichen Nutzung vorgesehen sind, stellen oft nur Bauerwartungsland dar, da der Flächennutzungsplan allein kein Baurecht schafft.

Österreich

Die Ausweisung von Bauland geschieht auf Grundlage des öffentlichen Baurechts.

Schweiz

In der Schweiz begründet sich Bauland auf den kantonalen Baugesetzen.

Statistiken

Entwicklung der Kaufwerte (Durchschnittspreise)
Kaufwerte für Bauland nach ausgewählten Baulandarten im Zeitvergleich
JahrBauland insgesamtBaureifes LandRohbaulandSonstiges Bauland
Durchschnittlicher Kaufwert in EUR / m²
Deutschland
199225,0943,1610,9415,60
199330,5949,0613,3017,63
199435,5855,6615,7018,69
199535,9358,0214,6819,51
199641,5361,3717,6022,43
199744,4764,7018,8421,23
199848,2569,6921,3023,36
199949,6070,6520,5123,42
200051,7976,2122,7025,62
200150,1875,2019,4625,60
200258,4380,4422,6625,51
200376,9099,8924,1341,04
200476,93103,4727,0034,91
Früheres Bundesgebiet
199959,6781,6423,7330,95
200063,0389,3725,4935,95
200161,6388,7021,4036,99
200268,2991,8224,7532,66
200392,37117,3327,0754,93
200497,31129,0232,3147,69
Neue Länder und Berlin-Ost
199929,2044,6714,9111,31
200030,7548,1716,8712,29
200127,8644,9414,3511,54
200235,1550,4516,9014,56
200335,0448,9515,4811,95
200431,8844,9212,8710,90
Quelle: Statistisches Bundesamt, Kaufwerte für Bauland, Fachserie 17, Reihe 5
Aktualisiert am 21. November 2005
Preiseübersicht 2002
Kaufwerte für Bauland nach ausgewählten Baulandarten und Ländern 2002
LandBauland insgesamtBaureifes LandRohbaulandSonstiges Bauland
Durchschnittlicher Kaufwert in EUR/m²
Baden-Württemberg127,17154,9037,5859,27
Bayern103,80129,5237,6158,43
Berlin128,69143,65
Brandenburg50,0056,1924,8540,52
Bremen67,0781,91
Hamburg
Hessen92,02116,8633,5328,59
Mecklenburg-Vorpommern30,5951,2014,996,12
Niedersachsen48,3361,7022,2422,94
Nordrhein-Westfalen88,68114,1644,2435,89
Rheinland-Pfalz54,8585,8919,8535,62
Saarland40,1259,4817,2219,33
Sachsen40,3368,5516,568,89
Sachsen-Anhalt25,6534,539,9912,17
Schleswig-Holstein54,7784,3621,8525,68
Thüringen24,5041,4512,5011,56
 
Deutschland58,4380,4422,6625,51
 
Früheres Bundesgebiet68,2991,8224,7532,66
Neue Länder und Berlin-Ost35,1550,4516,9014,56
Aktualisiert am 31. März 2004

Rechtsfragen

Bauland ist auch ein Rechtsbegriff. Nach § 19 Abs. 3 BauNVO ist für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt. Ist eine Straßenbegrenzungslinie nicht festgesetzt, so ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die hinter der tatsächlichen Straßengrenze liegt oder die im Bebauungsplan als maßgebend für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche festgesetzt ist. Gemäß § 133 Abs. 1 BauGB unterliegen erschlossene Grundstücke, für die eine bauliche oder gewerbliche Nutzung nicht festgesetzt ist, der Beitragspflicht, wenn sie nach der Verkehrsauffassung Bauland sind und nach der geordneten baulichen Entwicklung der Gemeinde zur Bebauung anstehen. Die Wertermittlung für Bauflächen und Bauland sowie für bauliche Anlagen hat auf der Grundlage des Verkehrswertes zu erfolgen (§ 29 Abs. 1 FlurbG).

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Bauland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen