Bahnhof Hamburg-Poppenbüttel

Hamburg-Poppenbüttel
Der Bahnhof Poppenbüttel nach der Modernisierung
(c) hh oldman, CC BY 3.0
Der Bahnhof Poppenbüttel nach der Modernisierung
Daten
Lage im NetzEndbahnhof
Bahnsteiggleise2
AbkürzungAPB
IBNR8004862
Preisklasse5
Eröffnung1917
bahnhof.dePoppenb-C3-BCttel-1037180
Lage
Ort/OrtsteilPoppenbüttel
LandHamburg
StaatDeutschland
Koordinaten53° 39′ 8″ N, 10° 5′ 39″ O
Eisenbahnstrecken

Alstertalbahn

Bahnhöfe im Raum Hamburg
i16i16i18

Der Bahnhof Hamburg-Poppenbüttel ist der Endbahnhof der Alstertalbahn und dient heute als Start- bzw. Endbahnhof der Linien S1 und S11 der S-Bahn Hamburg.

Lage

Der Bahnhof befindet sich in Hamburg-Poppenbüttel östlich des Alstertal-Einkaufszentrums. Der Zugang zum Bahnhof ist vom Wentzelplatz (westlich) oder vom Stormarnplatz (östlich der Gleise) möglich. Die Adresse des Bahnhofs ist Stormarnplatz 1.[1]

Geschichte

Der Bahnhof entstand im Zuge der Errichtung der Alstertalbahn, die ab 1913 als Verlängerung der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn von Ohlsdorf nach Poppenbüttel gebaut wurde. Die Alstertal Terrain AG (ATAG) plante zunächst den Bau einer normalspurigen Strecke über Wellingsbüttel nach Wohldorf. Spätere Überlegungen sahen einen Flügelbahnhof in Poppenbüttel vor, von dem Stichstrecken nach Wohldorf und Volksdorf abgehen sollten. Der Hamburger Senat lehnte dies jedoch ab, da er Konkurrenz zur Walddörferbahn vermeiden wollte. Die Zustimmung zum Bau der Strecke erhielt die ATAG erst, nachdem sie zugesagt hatte, auf eine Erweiterung der Strecke über Poppenbüttel hinaus zu verzichten.[2]

Ab 1917 wurde die Strecke für den Güterverkehr genutzt; ab Januar 1918 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen.[3] Am Bahnhof in Poppenbüttel befanden sich zu dieser Zeit mehrere Gütergleise, die, nachdem der Güterverkehr Anfang der 1990er Jahre eingestellt wurde, mittlerweile abgebaut sind. 1963 wurde im Bereich der Abstellgleise eine automatische Waschanlage gebaut. Mitte der 1980er Jahre wurde das elektromechanische Stellwerk in einen Neubau an der Bahnsteigmitte verlegt.[4]

Von 2011 bis 2013 wurde der Bahnhof renoviert und barrierefrei umgestaltet.[5][6]

Abstellgleise mit S-Bahn-Werk Poppenbüttel
Barrierefreier Übergang zu Busanlagen Stormarnplatz und Wentzelplatz
Anlage Park+Ride mit Park+Bike seit Oktober 2016

Ausstattung

Der Bahnhof verfügt über einen überdachten Mittelbahnsteig und ein Bahnhofsgebäude. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt über eine Brücke, die die Gleise südlich des Bahnhofs überspannt und den Wentzelplatz mit dem Stormarnplatz verbindet. Der Zugang zu den Bahnsteigen ist barrierefrei möglich.

Am Wentzelplatz befindet sich ein Busbahnhof, der von der Metrobuslinie 24 angefahren wird. Zudem halten hier die Buslinien 174, 176, 178, 179, 276, 374 und die Nachtbuslinien 607 und 627. Diese Bus-Umsteigehaltestelle erhielt die Auszeichnungs-Plakette „Bauwerk des Jahres“ für 2009 des Architekten- und Ingenieurverein Hamburg.[7] Die endgültige Fertigstellung der Busbahnhof-Anlage erfolgte erst 2014 mit Inbetriebnahme des Aufzugs. Im März 2016 wurde die Busanlage auf Platz 3 der am besten konzipierten Busstationen der Welt gewählt und hat sich damit gegen Hunderte internationaler Konkurrenten durchgesetzt.[8][9]

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde am 1. Oktober 2016 die neue kostenpflichtige Park+Ride- und Bike+Ride-Anlage am S-Bahnhof beim Stormarnplatz offiziell eröffnet.
Am Stormarnplatz befindet sich eine weitere Bushaltestelle (Metrobuslinie 8).

Nördlich des Bahnsteigs befinden sich sieben Abstellgleise sowie ein Werk der S-Bahn, in dem Innen- und Außenreinigung der Züge durchgeführt werden.[10]

Betrieb

Der Bahnhof Poppenbüttel ist Start- und Endbahnhof der S-Bahnlinien S1 und S11 zwischen Poppenbüttel und Wedel bzw. Blankenese. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Poppenbüttel und Ohlsdorf verkehren die Züge als Kurzzüge; in Ohlsdorf erfolgt die Flügelung mit einem weiteren Kurzzug, der den Streckenabschnitt zwischen Ohlsdorf und dem Flughafen Hamburg bedient. Die Züge wenden üblicherweise an den Bahnsteigen in die Gegenrichtung.

LinieVerlauf
S 1Wedel – Rissen – Sülldorf – Iserbrook – Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – (im Bau: Ottensen –) Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr (Stadtpark) – Rübenkamp – Ohlsdorf | – Hamburg Airport (Flughafen) | – Kornweg (Klein Borstel) – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel
S 11Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – (im Bau: Ottensen –) Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr (Stadtpark) – Rübenkamp – Ohlsdorf – Kornweg (Klein Borstel) – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel

Literatur

  • Wolfgang Pischek, Jan Borchers, Martin Heimann: Die Hamburger S-Bahn. Mit Gleichstrom durch die Hansestadt. GeraMond, München 2002. ISBN 3-7654-7191-7.
  • Ralf Heinsohn: Schnellbahnen in Hamburg. Die Geschichte von S-Bahn und U-Bahn 1907–2007. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-5181-5.

Weblinks

Commons: Bahnhof Hamburg-Poppenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Poppenbüttel. In: www.bahnhof.de. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 22. Februar 2019.
  2. Wolfgang Pischek, Jan Borchers, Martin Heimann: Die Hamburger S-Bahn. Mit Gleichstrom durch die Hansestadt. GeraMond, München 2002. ISBN 3-7654-7191-7, Seite 33
  3. Ralf Heinsohn: Schnellbahnen in Hamburg. Die Geschichte von S-Bahn und U-Bahn 1907–2007. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-5181-5., Seite 58–59
  4. Wolfgang Pischek, Jan Borchers, Martin Heimann: Die Hamburger S-Bahn. Mit Gleichstrom durch die Hansestadt. GeraMond, München 2002. ISBN 3-7654-7191-7, Seite 36
  5. S-Bahnhof Poppenbüttel wird von heute an modernisiert Hamburger Abendblatt online vom 10. Oktober 2011. Abgerufen am 16. November 2014
  6. S-Bahnhof Poppenbüttel vom Wentzelplatz aus barrierefrei ab 25. September 2013 Webseite der Stadt Hamburg. Abgerufen am 16. November 2014
  7. weitere Auszeichnungen des Architekten- und Ingenieurvereins Hamburg Architekten- und Ingenieurverein Hamburg
  8. Design-Website
  9. Hamburger Bushaltestelle zählt nun zu den schönsten der Welt. Hamburger Abendblatt online vom 8. März 2016
  10. Werkstattbriefe S-Bahn Hamburg (Memento vom 17. Februar 2013 im Internet Archive), Stand 2010, abgerufen am 30. Dezember 2015

Auf dieser Seite verwendete Medien

Hamburg S11.svg
line number of line S11 of Hamburg S-Bahn
Hamburg S1.svg
line number of line S1 of Hamburg S-Bahn
1-Bus-S-Bahnhof Hamburg-Poppenbüttel 5.JPG
Autor/Urheber: Vitavia, Lizenz: CC BY-SA 4.0
S-Bahn-Endstation in Hamburg-Poppenbüttel, links barrierefreier Übergang zur Anlage Stormarnplatz für Busse in Richtung Süden
ParkRide and BikeRide Station Hamburg-Poppenbüttel1.jpg
Autor/Urheber: Vitavia, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die neue kostenpflichtige Park+Ride- und Bike+Ride-Anlage am S-Bahnhof Hamburg-Poppenbüttel.
Bahnhof Poppenbüttel - panoramio.jpg
(c) hh oldman, CC BY 3.0
Bahnhof Poppenbüttel
S-Bahn-Station Hamburg-Poppenbüttel.Abstellgleise.ajb.jpg
Autor/Urheber: Ajepbah, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Abstellgleise an der S-Bahn-Station Hamburg-Poppenbüttel.