Börse

Eine Börse ist ein nach bestimmten Regeln organisierter Markt vertretbarer Sachen.

Allgemeines

Gehandelt werden kann zum Beispiel mit Wertpapieren (etwa Aktien, Anleihen), Devisen, bestimmten Waren (z. B. Metalle und andere Rohstoffe oder Commodities) oder mit hiervon abgeleiteten Rechten. Die Börse führt Angebot und Nachfrage – vermittelt durch Börsenmakler (während definierter Handelszeiten) – marktmäßig zusammen und gleicht sie durch (amtliche) Festsetzung von Preisen (Börsenkurse) aus. Die Feststellung der Kurse oder Preise der gehandelten Objekte richtet sich laufend nach Angebot und Nachfrage.

Hintergründe

Das Haus zur Börse (Huis ter Beurze) von 1276 in Brügge
Wiener Börse, 1771 unter Maria Theresia gegründet
NASDAQ in New York City

Eine Börse dient der zeitlichen und örtlichen Konzentration des Handels von fungiblen Gütern unter beaufsichtigter Preisbildung. Ziele sind eine gesteigerte Markttransparenz für Wertpapiere, die Steigerung der Effizienz und der Marktliquidität, die Verringerung der Transaktionskosten sowie der Schutz vor Manipulationen. Anders als im außerbörslichen Handel (auch OTC-Handel von englisch over the counter genannt) wird börslicher Handel börsenaufsichtsrechtlich durch staatliche Aufsichtsämter (in Deutschland: die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)) sowie durch die Handelsüberwachungsstellen der Börsen kontrolliert.

Durch den in der ISO 10383 geregelten Marktidentifikationscode ist jede Börse genau wie jede andere Handelsplattform weltweit eindeutig identifizierbar.

Für An- und Verkäufer von Finanzprodukten übernehmen die Börsen die wichtige Funktion des Zentralen Kontrahenten.

Namensherkunft

Der Ausdruck Burse bezeichnet eine Gemeinschaft, die aus einer gemeinsamen Kasse lebt, wie auch deren Behausung und leitet sich aus dem Lateinischen ab. Bursa steht dort für „Ledertasche, Geldsäckchen“ und geht zurück auf altgriechisch βύρσα (býrsa), eine abgezogene Tierhaut bzw. Fell. Von der Antike bis zum Mittelalter lässt sich also ein Bedeutungswandel vom Material über das daraus bestehenden Behältnis bis zur gemeinschaftlichen Kasse und dem gemeinsamen Gebäude feststellen.

Die Bezeichnung der Handelsbörse als eines Treffpunktes für Händler entstand spätestens zur Zeit des europäischen Frühkapitalismus im 16. Jahrhundert.

Einige Historiker bringen den Begriff in Verbindung mit Byrsa, einer mauergeschützten Festung über dem Hafen der antiken Stadt Karthago im heutigen Tunesien.[1]

Eine seit Jahrhunderten tradierte Version der Namensherkunft besagt, dass die in Brügge ansässige Kaufmannsfamilie van der B(e)urse, deren Wappen drei Geldbeutel zeigt, in ihrem Haus regelmäßig stattfindende geschäftliche Zusammenkünfte mit — vor allem italienischen — Kaufleuten unterhielt. So ging das niederländische Wort borse vom Haus über auf die Treffen selbst und wurde in den darauffolgenden Jahren auch in anderen europäischen Sprachen übernommen, wo es noch heute gebraucht wird, beispielsweise deutsch Börse, französisch bourse, dänisch børs und italienisch borsa.[2][3]

Börsenarten

Wichtige Börsenarten in der Aufteilung nach Art der Handelsgegenstände sind:

  • Warenbörse: Diese Börsen zum Handel von Waren, Produkten und Rohstoffen – ursprünglich vor allem von importierten und heimischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen –, entstanden als erste Börsenart. Später entstanden Produktbörsen und Spezialbörsen, die sich auf bestimmte Welthandelsgüter wie Edelmetalle oder Kaffee spezialisierten.
  • Terminbörse oder Warenterminbörse: An diesen Börsen werden Warentermingeschäfte abgewickelt und Derivate gehandelt.
  • Wertpapierbörse oder Aktienbörse: Diese Börsen für den Handel mit Aktien und Anleihen bilden die heute wichtigste Börsenart, weshalb die allgemeine Bezeichnung Börse oft als ein Synonym für Aktienbörsen gebraucht wird.
  • Devisenbörse: Für den Handel von Devisen in Fremdwährungen.

Weitere Börsenarten oder börsenähnlich organisierte Märkte sind:

Börsenformen

Die klassische Form der Börse ist die Präsenzbörse (auch Parketthandel genannt). Dort treffen sich die Makler in persona und schließen durch Gespräche ihre Geschäfte ab. Dies geschieht entweder im Eigenhandel oder im Auftrag ihrer Kunden.

Bei Computerbörsen wie beim vollelektronischen Handelsplatz Xetra übernimmt ein Computerprogramm die Berechnungen und die Kommunikation. Hier werden Eingaben über Dialogfenster gemacht; das Computersystem wickelt den Handel ab und errechnet die Kurse (z. B. den Tagesdurchschnitt). Der Hauptanteil des Umsatzes wird gegenwärtig weltweit über computergestützte Börsen abgewickelt, wobei teilweise die Makler selbst am Bildschirm sitzen.

Für die Abwicklung von Lieferung und Zahlung haben sich zwischen den Marktteilnehmern teilweise nicht kodifizierte (nicht festgeschriebene) Usancen gebildet. Daneben wurden in der letzten Zeit in Deutschland auch Anweisungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über die Mindestanforderungen im Handel mit Wertpapieren veröffentlicht (beispielsweise zu Aktien und Obligationen).

Börsenpflichtblätter

Verschiedene Kapitalmarktregeln verlangen eine Publikation bestimmter Vorgänge, die für das Börsengeschehen relevant sind. Börsennotierte Unternehmen und Wertpapieremittenten müssen alle Bekanntmachungen, die gesetzlich vorgeschrieben sind, in den Pflichtblättern der entsprechenden Börsen veröffentlichen.

Pflichtblätter in Deutschland

Die Zulassungsstelle einer Börse bestimmt gemäß § 32 Abs. 5 Börsengesetz mindestens drei inländische Tageszeitungen mit überregionaler Verbreitung als überregionale Börsenpflichtblätter.[4] Daneben kann sie weitere (regionale) Börsenpflichtblätter benennen.

Die Börse Frankfurt[5] und die deutschen Regionalbörsen haben die folgenden sechs überregionalen Börsenpflichtblätter für die Jahre 2013 und 2014 festgelegt:

Überregionale Börsenpflichtblätter:

Es gibt zahlreiche weitere Zeitungen und Zeitschriften, die allgemeine bzw. regionale Börsenpflichtblätter sind, beispielsweise:

Handelsformen

Nach der Handelsformen können Börsen wie folgt unterschieden werden:

  • die Market-Maker-Börse,
  • die Auktionsbörse
  • sowie hybride Formen, wie z. B. fortlaufender Handel kombiniert mit Auktionen.

Frühere Formen waren:

  • a la criée: Die Kauf- und Verkaufsaufträge werden durch gegenseitige Zurufe getätigt.

Nach Art der Abwicklung des Handels:

Eine weitere Unterscheidung ist nach der Art des Börsenhandels.

Handelszeiten

Börsen sind an Handelstagen geöffnet. Bei den Handelszeiten (oder Börsenzeiten) an allen Börsen wird unterschieden zwischen dem Parketthandel und dem Computerhandel (wie zum Beispiel Xetra). Kleinere Börsen verfügen oftmals nur über den Parketthandel. Der Parketthandel beginnt an den Börsen Frankfurt und Stuttgart um 08:00 Uhr Ortszeit (bezogen auf Deutschland), an den Börsen Berlin, Düsseldorf und München ebenfalls um 08:00 Uhr, er endet um 20:00 Uhr Ortszeit und in Stuttgart um 22:00 Uhr. Der Xetra beginnt um 9:00 Uhr und endet bereits um 17:30 Uhr Ortszeit. Die Handelszeiten der NASDAQ, der größten elektronischen Börse in den USA, und der NYSE sind von 9:30 bis 16:00 New Yorker Ortszeit (EST), was 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit (MEZ) entspricht.

Die Tokioter Börse hat ihre Handelszeiten von 9:00 Uhr bis 11:30 Uhr und 12:30 Uhr bis 15:00 Uhr Ortszeit (entspricht 1:00 Uhr bis 3:30 Uhr und 4:30 Uhr bis 7:00 Uhr MEZ).

Rechtssicherheit

An den Börsen gelten besondere Handelsbräuche, sogenannte Börsenusancen. Anders als bei normalen Geschäften möchte man im schnelllebigen Börsenhandel schnell Rechtssicherheit haben, so dass die nachträgliche Aufhebung von Wertpapiergeschäften aufgrund von z. B. Irrtümern nur in einem sehr eingeschränkten Zeitraum (typischerweise 30 Minuten) möglich ist. Siehe Mistrade zu Fristen für Mistradeanträge.

Wichtige Handelsplätze

International bedeutende Börsenplätze sind

Die weltweit größten Wertpapierbörsen (nach Handelsvolumen)
Die weltweit größten Wertpapierbörsen (nach Marktkapitalisierung)
BörseStadtLand
New York CityVereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
ChicagoVereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
LondonVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien
TokioJapanJapan Japan
ShanghaiChina VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
ShenzhenChina VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Amsterdam,
Paris,
Lissabon,
Brüssel
NiederlandeNiederlande Niederlande
FrankreichFrankreich Frankreich
PortugalPortugal Portugal
BelgienBelgien Belgien
Frankfurt am MainDeutschlandDeutschland Deutschland
MailandItalienItalien Italien
HongkongHongkongHongkong Hongkong
TorontoKanadaKanada Kanada
ZürichSchweizSchweiz Schweiz
SingapurSingapurSingapur Singapur
SydneyAustralienAustralien Australien
São PauloBrasilienBrasilien Brasilien

Nach Marktkapitalisierung und Handelsumsätzen gemessen ist der wichtigste Handelsverbund für den CEE-Raum die CEE Stock Exchange Group. Danach folgt die polnische Warschauer Börse, die bezüglich der Marktkapitalisierung bereits größer ist als die Wiener Börse – betrachtet man diese eigenständig.

Die weltweiten Börsen sind mit einem täglichen Transaktionsvolumen von etwa 2 Billionen US-Dollar ein entscheidender Faktor der Weltwirtschaft.

Börsenplatz Deutschland

Innenansicht der Frankfurter Wertpapierbörse
Kurstafel in der Hamburger Börse

In Deutschland gibt es acht Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse und eine Warenterminbörse.

Die wichtigste Börse in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), einschließlich der Handelsplätze Xetra und Börse Frankfurt. Ein Großteil des Aktienhandels in Deutschland wird über die Handelsplätze Xetra und Börse Frankfurt abgewickelt (März 2008: Anteil am Handel mit deutschen Aktien rund 98 Prozent, bei ausländischen Aktien rund 84 Prozent.[6]) Ausgehend vom Handel mit Sorten und Wechselbriefen im 16. und 17. Jahrhundert und dem ab 1820 beginnenden Aktienhandel hat sich die FWB seitdem zu einer der führenden internationalen Börsen für Aktien und Anleihen entwickelt. Trägerin und Betreiberin ist die Deutsche Börse AG.

Außerdem gibt es in Deutschland noch sieben weitere Wertpapierbörsen (die bis auf Tradegate und European Energy Exchange auch als Regionalbörsen bezeichnet werden). Unter diesen ist die Börse Stuttgart (Baden-Württembergische Wertpapierbörse) mit einem durchschnittlichen Anteil von 34 Prozent am Orderbuchumsatz des deutschen Parketthandels zweitgrößter Handelsplatz. Von besonderer Bedeutung ist der Handel von verbrieften Derivaten, wie Optionsscheinen (Handelssegment Euwax). An den Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover, die unter der gemeinsamen Träger- und Betreibergesellschaft Börsen AG den dritten Rang der deutschen Börsen einnehmen, nimmt hingegen der Fondshandel eine bedeutende Stellung ein.

Nach Auflösung der Bremer Börse 2007 bestehen außer der Börse in Frankfurt noch folgende deutsche Börsen:

1897 gab es noch folgende Börsen in Deutschland: Berlin, Breslau, Danzig, Düsseldorf, Elbing, Essen, Frankfurt am Main, Gleiwitz, Halle an der Saale, Königsberg, Magdeburg, Memel, Posen, Stettin (alle Preußen), München, Augsburg (Bayern), Leipzig, Dresden, Zwickau, Chemnitz (Sachsen), Stuttgart (Württemberg), Mannheim (Baden), Mülhausen, Straßburg (Elsaß-Lothringen), Bremen, Hamburg, Lübeck.[7]

Von den Nationalsozialisten wurden 1934 die bisher 21 deutschen Börsen zu 9 Börsen zusammengefasst: Berlin, Breslau, Hannover, Stuttgart, Hamburg (Bremen und Lübeck gingen in dieser Börse auf), die Sächsische oder Mitteldeutsche Börse in Leipzig (Dresden, Zwickau, Halle und Chemnitz gingen in dieser Börse auf), die Rheinisch-westfälische Börse in Düsseldorf (Essen und Köln gingen in dieser Börse auf), die Rhein-Mainische Börse in Frankfurt (mit Mannheim) und die Bayerische Börse in München (mit Augsburg).[8]

Börsenplatz USA

Die wichtigsten Börsen in den USA sind die NYSE Amex (früher American Stock Exchange), die Chicago Mercantile Exchange (CME), die National Association of Securities Dealers Automated Quotations (NASDAQ), die New York Mercantile Exchange (NYMEX) und die New York Stock Exchange (NYSE). Älteste amerikanische Börse ist die 1790 gegründete Philadelphia Stock Exchange.

Dark Trade

Der überwiegende Teil des Handels findet außerbörslich statt. In Deutschland rund die Hälfte, in den USA etwa zwei Drittel des Gesamtvolumens. Ein erheblicher Teil der Transaktionen geschieht verdeckt und nicht öffentlich. Dark Pools sind eine spezielle Form von Handelsplätzen, die dazu dienen, Auftragsbestand und Marktteilnehmer zu verdunkeln. Diese Intransparenz liegt insbesondere im Interesse institutioneller Investoren. In den USA hat sich der Anteil reiner Dark Pools am abgewickelten Volumen in den Jahren 2008 bis 2014 von 8 % auf 15 % fast verdoppelt. Da diese Handelsform einem Kundenbedürfnis entspricht, werden Dark Pools auch an den regulären Börsen angeboten, so betreibt die Schweizer Börse SIX Liquidnet Service und die Deutsche Börse Xetra Midpoint. Auch Großbanken wie UBS und Credit Suisse betreiben eigene Dark Pools.[9]

Historische Entwicklung

Im Frankreich des 12. Jahrhunderts wurden die courretiers de change mit der Verwaltung und Regulierung der Schulden von landwirtschaftlichen Gemeinden im Namen der betroffenen Banken tätig. Weil diese Männer auch mit Schulden handelten, können sie als die ersten Makler bezeichnet werden. Nach einem weit verbreiteten Irrglauben trafen sich im späten 13. Jahrhundert Rohstoffhändler in Brügge im Haus eines Mannes namens Van der Beurze, aus dem im Jahre 1409 die Brugse Beurse entstanden sein soll.[10][11] Bis dahin war es ein informelles Treffen, aber eigentlich hatte die Familie Van der Beurze ein Gebäude in Antwerpen, wo diese Versammlungen stattfanden.[12]

Gründungen einzelner Börsen

Die erste Börse wurde 1409 in Brügge gegründet. Es handelte sich um eine Wechselbörse, einen also institutionalisierten Handelsplatz der Fernhändler für Wechsel. 1531 entstand ein zentral gelegenes festes Gebäude, das in zeitgenössischen Stadtplänen als „Byrsa Brugensis“ (Börse von Brüssel) benannt wurde.

Die Börsen in Augsburg und Nürnberg entstanden 1540 als erste in Deutschland.[13] In Süddeutschland wurde der Begriff der Börse jedoch lange nicht genutzt, man sprach von „Platz“.

Das erste offizielle Börsengebäude der Welt wurde 1613 in Amsterdam eröffnet.

LandName der BörseGründungsjahr (Quelle)Anmerkungen
BelgienBörse Brügge1409[13]Seit 1531 gibt es auch ein festes Gebäude[14]
BelgienBörse Antwerpen1460
FrankreichBörse Lyon1540 (ungefähr)[15]
DeutschlandAugsburger Börse1540[13]Waren- und Devisenbörse unter freiem Himmel am Perlachturm, seit 1549 in einer Trinkstube am Rathaus[16]
DeutschlandNürnberger Börse1540[13]
DeutschlandKölner Börse1553
DeutschlandHamburger Börse1558
GroßbritannienLondon Stock Exchange1571, 23. Januargegründet als Royal Exchange (London)
DeutschlandFrankfurter Wertpapierbörse1585
DeutschlandBremer Börse1620Erste urkundliche Erwähnung; ab 1682 Wertpapierbörse[17] 2007 geschlossen
NiederlandeAmsterdamer Börse1612Beschluss zum Bau der Börse im Jahr 1607, Eröffnung 1611 als Warenbörse, ab 1612 Wertpapierbörse
DänemarkKopenhagener Börse1639wurde von König Christian dem Vierten 1639 erbaut
DeutschlandLeipziger Handelsbörse1679
FrankreichPariser Börse1724, 24. September[15]
RusslandSt. Petersburger Börse (Birzha)1731Holzgebäude, 1810 Neubau in Stein
DeutschlandBörse Berlin1731
PortugalLisbon Stock Exchange1769, 1. Januar[18]
ÖsterreichWiener Börse1771
USANew York Stock Exchange1792, 17. Mai
IrlandIrish Stock Exchange1793
BelgienBrussels Stock Exchange1801, 2. Juli[19]
ItalienMailänder Börse1808, 15. Februar
PolenWarschauer Wertpapierbörse1817, 12. Mai[20]
NorwegenOsloer Börse1819
DeutschlandBörse München1830
SpanienMadrider Börse1831, 10. September[21]
IndienCalcutta Stock Exchange1830er
USAAmerican Stock Exchange1842
BrasilienRio de Janeiro Stock Exchange1845
MexikoBolsa Mexicana de Valores1850erster Handel 1850
SchweizBörse Genf1850
ArgentinienBuenos Aires Stock Exchange1854
SchweizBörse Zürich1855
TschechienPrager Börse1861Erster Handel in der Produktenhalle
KolumbienBolsa de Valores de Colombia1861
UngarnBudapester Börse1864
SchweizBörse Basel1866
Türkeiİstanbul Menkul Kıymetler Borsası1866gegründet als Dersaadet Securities Exchange
KanadaMontreal Exchange1832
GriechenlandAthens Stock Exchange1876Vorgängerinstitut gegründet 1870
RumänienBukarester Börse1882
USAChicago Stock Exchange1882, 21. März
SchweizBerner Börsenverein1884, 10. November
SüdafrikaJohannesburger Börse1887
ÄgyptenAlexandria Stock Exchange1888
BrasilienSão Paulo Stock Exchange1890[22]
SpanienBilbao Stock Exchange1890
ChileBolsa de Comercio de Santiago1893[23]
SerbienBeogradska Berza1894
ÄgyptenCairo Stock Exchange1903
KanadaVancouver Stock Exchange1907
FinnlandBörse Helsinki1912
LuxemburgBörse Luxemburg1929
VenezuelaBolsa de Valores de Caracas1947
JapanTokioter Börse1949, 1. April
NigeriaNigeria Stock Exchange1960
KolumbienMedellin Stock Exchange1961
USANASDAQ1971, 8. Februar
PeruBolsa De Valores De Lima (BVL)1971
BermudaBermuda Stock Exchange (BSX)1971[24]
MauritiusMauritius Stock Exchange1978
SlowenienLjubljanska borza1989, 26. Dezember
UngarnBudapester Börse1990
ChinaShanghai Stock Exchange (SSE)1990, 26. November
Republik MaltaMalta Stock Exchange1991, 24. Januar
JordanienAmman Stock Exchange1999, Januar[25]
ZypernBörse von Zypern1996, 29. März[26]
DeutschlandTradegate Exchange2009, 1. Januar

Fusionen und Übernahmen

  • 1973, Fusion aller britischen Börsen zur London Stock Exchange
  • 1995, Fusion der Börsen Genf, Basel und Zürich zur SIX Swiss Exchange (ohne Berner Börse)
  • 1995, Fusion der London Stock Exchange mit der Irish Stock Exchange
  • 1. Dezember 1999, Gründung der Singapore Exchange Limited (SGX) durch Fusion der Börsen Stock Exchange of Singapore (SES) und Singapore International Monetary Exchange (SIMEX)[27]
  • Dezember 2006, Übernahme der Euronext durch die NYSE und Umfirmierung zur NYSE Euronext

Bedeutende Börsenereignisse

  • Im Jahr 1929 geschah der heftigste Krach an der Wall Street am „Black Monday“ – Montag, dem 28. Oktober 1929. Der Dow Jones Industrial Average fiel von 298,97 auf 260,64 Punkte. Im Oktober 1929 hat es viele schwarze Tage an der Wall Street gegeben, ein schwarzer Freitag war aber nicht dabei. Freitag, der 25. Oktober 1929, wird fälschlicherweise oft als „Schwarzer Freitag“ bezeichnet; an dem Tag legte der Dow Jones Industrial Average jedoch 1,75 Punkte zu.
  • Im Jahr 1997 ereignete sich die Asien-Krise. Die Schwellenländer hielten künstlich den Wert ihrer Währung hoch, bis das System einbrach und die Verluste an der Börse in Hongkong etwa 40 % betrugen. Der Start der Krise erfolgte durch die Abwertung der thailändischen Währung.
  • Bis März im Jahr 2000 stiegen die Aktien der sogenannten New-Economy-Branche. Ab diesem Zeitpunkt platzte die „Dotcom-Blase“, wodurch Aktionäre mehr als 200 Milliarden Euro verloren haben.
  • Durch die Finanzkrise ab 2007 und mehrere Bankenpleiten kam es im September 2008 zu bedeutenden Kursrutschen. Neben dem Aussetzen einzelner Werte setzte unter anderem die Russische Börse mehrmals den Handel komplett aus.

Siehe auch

Literatur

  • Sven Grzebeta: Ethik und Ästhetik der Börse. Wilhelm Fink, Paderborn 2014, ISBN 978-3-7705-5680-9.
  • Johann-Günter König, Manfred Peters: Die Börse. Aktien und Akteure. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-12215-0.

Weblinks

WiktionaryWiktionary: Börse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Börse – Zitate

Einzelnachweise

  1. Ivar Lissner: Civilisations mystérieuses. Éditions Robert Lafont, 1964.
  2. Börse. In: Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.
  3. DUDEN – Deutsches Universalwörterbuch. Abgerufen am 24. März 2015.
  4. § 32 Abs. 5 BörsG (Ausfertigungsdatum: 16. Juli 2007).
  5. Bekanntmachung. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Februar 2014; abgerufen am 24. März 2015. (5,0 KB). Frankfurter Wertpapierbörse, 20. Dezember 2012.
  6. Pressemitteilung der Deutschen Börse (Memento des Originals vom 12. Mai 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/deutsche-boerse.com vom 3. März 2008.
  7. Bernd Wirtz: IPO-Management: Strukturen und Erfolgsfaktoren. 1. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2001, ISBN 3-409-11835-7, S. 20 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Hans Pohl u. a. (Hrsg.): Deutsche Börsengeschichte. 1992, ISBN 3-7819-0519-5, S. 270–280.
  9. Michael Rasch: Aktienhandel versickert in dunklen Kanälen. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. Mai 2014, abgerufen am 19. September 2015.
  10. BOURSE DE BRUGES. In: Encyclopædia Universalis. (französisch)
  11. Joseph Antoine, Marie-Claire Capiau-Huart, H. Olivier, H. Carpentier: Titres et Bourse. vol. 1 : Valeurs mobilières. 2. Auflage. De Boeck Université, coll. «Comptabilité, Contrôle & Finance», Bruxelles 1997. (französisch)
  12. Oude Beurs. Belgische Quelle, abgerufen am 24. Juni 2013.
  13. a b c d Christine Bortenlänger, Ulrich Kirstein: Börse für Dummies. Weinheim 2013, S. 32.
  14. FAZ: Wie vor 600 Jahren die erste Börse entstand.
  15. a b Gründungsdaten der Pariser Börse von Euronext (Memento vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  16. Datev-Magazin 7/2018
  17. Erste Börsenordnung vom 14. März 1682.
  18. Gründungsdaten der Lissabonner Börse (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  19. Gründungsdaten der Brüsseler Börse (Memento vom 22. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)
  20. Geschichte der Warschauer Börse (Memento des Originals vom 16. Dezember 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gpw.pl.
  21. Geschichte der Börse Madrid. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 24. September 2006; abgerufen am 24. März 2015.
  22. Geschichte der Bovespa. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 23. Februar 2009; abgerufen am 24. März 2015.
  23. Geschichte der Santiago Stock Exchange (Memento vom 10. November 2006 im Webarchiv archive.today)
  24. Overview of BSX (englisch).
  25. Geschichte der ASX (englisch).
  26. Profile. History. Cyprus Stock Exchange, abgerufen am 28. September 2016 (englisch).
  27. Overview SGX/SES (englisch).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Huis ter Beurze.JPG
Autor/Urheber: Chivista, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Mansion of family Van der Beurze in Brugge, Belgium, which led to a common international name for the organized exchange market, like Bourse (FR), Bolsa (ES), Borsa (IT), Börse (DE) and Børs (DA).
Photos NewYork1 032.jpg
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Flag of the United Kingdom.svg
Union Jack, Flagge des Vereinigten Königreichs
TokyoStockExchange1144.jpg
This photo shows the Tokyo Stock Exchange, Japan.
RIMG0080.JPG
Innenansicht der Frankfurter Börse nach Renovierung
NASDAQ.JPG
Autor/Urheber: Kowloonese, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
NASDAQ in Times Square, New York City, USA.
Flag of Portugal.svg
Flagge Portugals, entworfen von Columbano Bordalo Pinheiro (1857-1929), offiziell von der portugiesischen Regierung am 30. Juni 1911 als Staatsflagge angenommen (in Verwendung bereits seit ungefähr November 1910).
Boersen1.png
Autor/Urheber:

Jsgermany

, Lizenz: PD-Schöpfungshöhe

Die weltweit größten Wertpapierbörsen

Zuerich Boerse.jpg
Autor/Urheber: Ikiwaner, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Börse Zürich, Schweiz
Wiener Börse 5642869671 f8971e56c8 o.jpg
Wiener Börse in 1914

Bain News Service,, publisher.

Vienna -- Bourse

[between ca. 1910 and ca. 1915]

1 negative : glass ; 5 x 7 in. or smaller.

Notes: Title from unverified data provided by the Bain News Service on the negatives or caption cards. Forms part of: George Grantham Bain Collection (Library of Congress).

Format: Glass negatives.

Rights Info: No known restrictions on publication.

Repository: Library of Congress, Prints and Photographs Division, Washington, D.C. 20540 USA, hdl.loc.gov/loc.pnp/pp.print

General information about the Bain Collection is available at hdl.loc.gov/loc.pnp/pp.ggbain

Persistent URL: hdl.loc.gov/loc.pnp/ggbain.16444

Call Number: LC-B2- 3128-12
Börse München Nov 2009.jpg
Autor/Urheber: Gras-Ober, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Gebäude der Börse München am Karolinenplatz
Boerse 01 KMJ.jpg
Autor/Urheber: KMJ, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Dieses Bild zeigt ein Baudenkmal.
Es ist Teil der Denkmalliste von Hamburg, Nr. 223.
Frankfurt Am Main-Neue Boerse von Suedosten-20120222.jpg
Autor/Urheber: Mylius, Lizenz: GFDL 1.2
Frankfurt am Main: Neue Börse, von Südosten gesehen
Paternoster Square.jpg
A view from the south of Paternoster Square in London, England from the top viewing deck of St. Paul's Cathedral. Paternoster Square, City of London, England – the new home of the London Stock Exchange and next door to St Paul's Cathedral.
Boersen2.png
Autor/Urheber:

Jsgermany

, Lizenz: PD-Schöpfungshöhe

Die weltweit größten Wertpapierbörsen