Ausspann


Der Ausspann, regional auch die Ausspanne, ist eine früher übliche Bezeichnung für ein Gasthaus oder eine Schänke an alten Handelsstraßen, das Raum zur Unterbringung von Pferden und Wagen der Reisenden bot.
Auf langen Handelsreisen war es erforderlich, Übernachtungspausen einzulegen. Der Begriff „Ausspanne“ weist auf ein Gasthaus mit der Möglichkeit zum Ausspannen der Pferde aus den Fuhrwagen und Kutschen hin, also auf die Übernachtung der Reisenden und das Unterstellen der Tiere im Stall.[1] Allgemein wurden solche Gasthäuser auch als Ausspannwirtschaft oder Ausspannlokal bezeichnet.
Im heutigen Sprachgebrauch ist das Verb ausspannen (sich erholen, entspannen) noch gebräuchlich, obwohl sein wörtlicher Sinn verlorengegangen ist.
Beispiel:
Einzelnachweise
- ↑ „1) Im gemeinen Leben, ein Wirthshaus, wo jemand sein Zugvieh ausspannen und daselbst herbergen kann; im Gegensatze der eigentlichen Schenken. 2) In den Rechten der mittlern Zeiten, ein Recht, vermöge dessen ein Schutzherr oder dessen Bediente an einem Ort unentgeltlich aufgenommen und verpflegt werden mußten; das Ablager, die Atzung, Jus Albergariae. 3) In einigen Gegenden auch die Zeit, welche das Zugvieh ohne zu fressen pflügen muß. Eine Ausspann oder Ausspannung pflügen. Eine lange Ausspann machen. In Oberdeutschland ist dieses Wort auch in dem männlichen Geschlechte üblich, der Ausspann.“ Johann Christoph Adelung: Ausspann. In: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 2. Auflage. Band 1: A–E. Breitkopf, Leipzig 1793, S. 651–652 (Digitalisat. zeno.org).
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unbekannt
, Lizenz: PD-alt-100Ansichtskarte der ehemaligen Ausspannwirtschaft Klein Buchholzer Turm (Haus Noltemeyer) in Hannover, Klein-Buchholz an der (heutigen) Podbielskistraße/Ecke Sutelstraße.
(Scan einer historischen Ansichtskarte mit Lithographien, die um 1900 gelaufen ist.)
Autor/Urheber: Martinvl, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lion and Lamb House, a century half-timbered building, dated 1537, in Farnham with herring-bone brick infills. Originally this building was a coaching inn on the London to Southampton road. The gateway in the centre of the building leads to the Lion and Lamb Yard, now a Burbage lane.