Articolo 31

Articolo 31

J-Ax von Articolo 31 live
Allgemeine Informationen
HerkunftMailand, Italien
Genre(s)Hip-Hop
Gründung1990
Aktuelle Besetzung
J-Ax
DJ Jad

Articolo 31 ist ein italienisches Hip-Hop-Duo, das 1990 gegründet wurde.

Bandgeschichte

J Ax (alias Alessandro Aleotti) und DJ Jad (alias Luca Perrini) lernten sich bei einer Party in Mailand kennen. Im selben Jahr noch beschlossen sie, eine Gruppe zu gründen. Anfangs wollten sie sich Articolo 41 nennen, was in Italien die gesetzliche Grundlage ist, nach der man aufgrund eines „Nervensyndroms“ vom italienischen Militärdienst befreit werden kann. Ein italienischer Professor riet ihnen jedoch, den Namen Articolo 31 zu nutzen, der in der irischen Verfassung die Redefreiheit der Medien regele. Eine Referenz hierauf findet sich im (gesprochenen) Intro des Albums Strade di Città.[1] Allerdings ist festzuhalten, dass Art. 31 der irischen Verfassung keineswegs Presse- oder Medienfreiheit zum Inhalt hat, sondern Struktur und Rechte des Staatsrats.[2] Möglicherweise handelt es sich stattdessen um eine Anspielung auf den Art. 31 des irischen Broadcasting Authority Acts von 1960, welcher zu diesem Zeitpunkt eine rechtliche Grundlage für staatliche Medienzensur darstellte.[3]

Anfänge und Erfolge der Band

Mit ihrer Single Tocca qui aus dem Album Strade di Città gelang es ihnen als erster italienischer Hip-Hop-Band, in den italienischen Charts zu landen. Strade di Città gilt als eines der ersten Hip-Hop-Alben Italiens. Im Anschluss gründeten sie die Crew Spaghetti Funk. Ihr zweites Album Mesa di Vesperi markierte ihren endgültigen Durchbruch.[4]

1996 kam ihr Album Così com’é heraus, das ebenso wie das Vorgängeralbum von Franco Godi produziert wurde. Die Platte wurde ein großer Erfolg und Articolo 31 zu einem festen Bestandteil der italienischen Musikszene. Così com’é wurde auch in der Schweiz und in Deutschland mit respektablem Erfolg veröffentlicht, worauf sich eine von 1996 bis 1997 dauernde Tournee anschloss.

1999 wurde das Album Xché sì unter der Beteiligung von Künstlern wie Kurtis Blow, Carmelo Saez Mendoza, Paolo Brera und Gemelli Diversi aufgenommen.[4]

Mit ihrem Film Senza Filtro, der 2001 entstand, beschreiben sie Schwierigkeiten der italienischen Jugendlichen in Großstädten wie etwa Drogenkonsum.[5]

In ihrem sechsten Album Domani Smetto bekam ihre Musik einen neuen Sound, der Elemente aus Rock, Pop und Punk zu dem Rap hinzufügte. Dank dieses Albums wurde die Band so bekannt, dass sie regelmäßig bei TRL eingeladen wurde. 2003 erschien ihr bis jetzt letztes Studioalbum Italiano Medio, das wie das vorhergegangene Album Pop, Rock und Rap-Elemente verbindet. Im selben Jahr erschien außerdem das erste Live-Album La Riconquista Del Forum: Live.[4][6]

Auszeit und Solokarriere

2005 gaben die Mitglieder der Band bekannt, eine Pause einzulegen, um sich auf ihre Solokarrieren zu konzentrieren. DJ Jad ist weiter als DJ tätig und hat 2006 sein Album Milano – New York veröffentlicht. J Ax hat am 1. Oktober 2006 sein Album Di sana pianta auf dem Markt gebracht.[4][6]

Reunion

Ab 2018 traten J-Ax und DJ Jad wieder gemeinsam unter dem Namen Articolo 31 auf. Schließlich nahm das Duo am Sanremo-Festival 2023 mit dem Lied Un bel viaggio teil.[7]

Filmografie

  • 2001: Senza filtro (Regie: Mimmo Raimondi) (Dokumentarfilm)
  • 2004: Natale a casa Deejay (Regie: Lorenzo Bassano) (Filmkomödie)

Diskografie

Alben

Studioalben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT CH
1993Strade di cittá
Crime Squad/Best Sound
1994Messa di vespiri
Crime Squad/Best Sound
IT26
(15 Wo.)IT
Erstveröffentlichung: 25. Februar 1994
1996Così com’è
Crime Squad/Best Sound
IT2
Gold
Gold

(55 Wo.)IT
CH19
(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 14. März 1996
Verkäufe: + 25.000[9]
1998Nessuno
Best Sound
IT2
(17 Wo.)IT
CH27
(5 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. März 1998
1999Xché sì!
Best Sound
IT23
(22 Wo.)IT
CH74
(10 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 20. Dezember 1999
2002Domani smetto
Best Sound
IT1
Platin
Platin

(48 Wo.)IT
CH50
(8 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 21. März 2002
Verkäufe: + 50.000[9]
2003Italiano medio
Best Sound
IT3
Gold
Gold

(46 Wo.)IT
CH63
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. November 2003
Verkäufe: + 25.000[9]

Livealben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT CH
2004La riconquista del forum
Best Sound
IT12
(14 Wo.)IT
Erstveröffentlichung: 12. November 2004

Kompilationen

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT CH
2000Greatest Hits
Best Sound
IT14
Gold
Gold

(17 Wo.)IT
CH77
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 12. November 2004
Verkäufe: + 25.000[9]
2013Un’ora con…
Best Sound
Erstveröffentlichung: 23. Juli 2013

Singles

JahrTitel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[10][9]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT CH
1996Tranqi Funky
Così com’è
IT10
Gold
Gold

(17 Wo.)IT
Verkäufe: + 25.000[9]
Il Funkytarro
Così com’è
IT22
(2 Wo.)IT
1997Così e cosà
Così com’è
IT9
(1 Wo.)IT
Platz 8 (3 Wochen) in den M&D-Charts
1998La fidanzata
Nessuno
Erstveröffentlichung: 20. April 1998
Platz 15 (3 Wochen) in den M&D-Charts
2003La mia ragazza mena
Italiano medio
IT3
Gold
Gold

(20 Wo.)IT
Verkäufe: + 25.000[9]
2023Un bel viaggio
IT19
Gold
Gold

(9 Wo.)IT
Erstveröffentlichung: 9. Februar 2023
Verkäufe: + 50.000[9]; Beitrag für das Sanremo-Festival 2023
Disco Paradise
IT3
Vierfachplatin
×4
Vierfachplatin

(41 Wo.)IT
CH88
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Mai 2023
Verkäufe: + 400.000[9]; mit Fedez & Annalisa
Classico
IT90
(1 Wo.)IT
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 2023

Weitere Singles

  • 1992: Nato per rappare / 6 quello che 6
  • 1993: Tocca qui
  • 1993: Ti sto parlando
  • 1993: È Natale (ma io non ci sto dentro)
  • 1994: Voglio una lurida
  • 1994: Un’altra cosa che ho perso / Mr. gilet di pelle
  • 1994: Ohi Maria
  • 1994: Il mio fuoco
  • 1994: Mollami (feat. Extrema)
  • 1996: 2030
  • 1997: DomaniPlatinPlatin (50.000+)[9]
  • 1998: Aria
  • 1998: Venerdì
  • 1998: Vai bello (feat. Extrema)
  • 1999: Senza regole
  • 1999: Guapa loca
  • 2000: Volume
  • 2002: Domani smettoPlatinPlatin (50.000+)[9]
  • 2002: Spirale ovalePlatinPlatin (50.000+)[9]
  • 2002: Non è un film
  • 2002: Pere
  • 2002: Gente che speraPlatinPlatin (50.000+)[9]
  • 2004: L’italiano medio
  • 2004: Senza dubbio
  • 2004: I consigli di un pirla
  • 2004: Bestie mutanti
  • 2005: Nato sbagliato

Videoalben

  • 1997: Così come siamo (VHS)
  • 1998: Articolo 31 Live – Così com’è tour 96/97 (VHS)
  • 2005: La riconquista del forum (CD+DVD)

Literatur

  • 1998: J Ax., I pensieri di nessuno. Ricordi-Pop Publications.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frank Baasner: Poesia cantata 2: Die italienischen Cantautori zwischen Engagement und Kommerz. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-091909-7, S. 202 f. (google.de [abgerufen am 22. November 2019]).
  2. Verfassung Irlands (1937). In: Verfassungen.eu. Abgerufen am 22. November 2019.
  3. electronic Irish Statute Book (eISB): electronic Irish Statute Book (eISB). Abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  4. a b c d Articolo 31 bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 22. November 2019.
  5. Rockol com s.r.l: √ Il 31 agosto esce 'Senza filtro', il film degli Articolo 31. Abgerufen am 22. November 2019 (italienisch).
  6. a b J-Ax bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 22. November 2019.
  7. Biografia di Articolo 31. In: Rockol.it. Abgerufen am 18. Januar 2023 (italienisch).
  8. a b c Chartquellen:
  9. a b c d e f g h i j k l m Certificazioni. FIMI, abgerufen am 14. Februar 2024.
  10. Guido Racca: M&D Borsa Singoli 1960-2019. Selbstverlag, 2019, ISBN 978-1-09-326490-6, S. 115.; Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 66.

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J-Ax durante un concerto.