Andreas Rudas

Andreas Rudas (* 30. November 1953 in Budapest) ist ein österreichischer Medienmanager und ehemaliger Politiker (SPÖ).

Leben

Rudas wurde in Budapest geboren und floh gemeinsam mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Stephan im Zug des Ungarischen Volksaufstands nach Wien. Da beide Elternteile Ärzte waren, studierten auch die beiden Brüder Medizin, und zwar an der Universität Wien. Im Gegensatz zu seinem Bruder schloss Andreas das Studiums allerdings nicht ab. Schon während des Studiums engagierte er sich in der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Medizinstudenten in der Studentenpolitik. Außerdem war er Mitarbeiter bei Gesundheitheitsstadtrat Alois Stacher.[1]

Von 1975 bis 1981 war Rudas leitender Mitarbeiter des Vereins der Wiener Jugendzentren, danach bis 1983 Mitarbeiter des SPÖ-Zentralsekretariats. Von 1983 bis 1986 war Rudas Pressesprecher des damaligen Innenministers Karl Blecha. Wegen dieser Funktion war Rudas später in den beiden parlamentarischen Untersuchungsausschüssen zur Affäre Lucona und zum Noricum-Skandal als Zeuge geladen.

1986 wechselte Rudas zum ORF: Der damalige Generalintendant Teddy Podgorski engagierte ihn als Pressesprecher. Podgorskis Nachfolger Gerhard Zeiler beförderte ihn zum Generalsekretär des Senders. In dieser Funktion war er zuständig für Geschäftsplanung, Medienpolitik, Marketing und die damals neue Technologie Satelliten-TV.

1997 wechselte Rudas in die Politik. Unter Bundeskanzler Viktor Klima war er SPÖ-Bundesgeschäftsführer und gemeinsam mit Josef Kalina und Heinz Lederer galt er als einer von drei Spin-Doctoren des Kanzlers, damals ein Novum in Österreich.[2] Seine Nichte Laura Rudas war ebenfalls als SPÖ-Bundesgeschäftsführerin tätig.

Von 2000 an war er als Vorstand bei Magna tätig, im selben Jahr wurde er Vizepräsident des Fußballvereins FK Austria Wien.

Er verließ Magna 2005 und bekleidete fortan führende Positionen bei der WAZ-Mediengruppe Wien und war außerdem Aufsichtsratsvorsitzender der JoWood Productions Software AG. Als WAZ-Chef für Südosteuropa startete er zusammen mit Srgjan Kerim (WAZ-Mediengruppe) und Oliver Vujovic (SEEMO) das South East Europe Media Forum (SEEMF), eine jährliche Konferenz von Medienleuten aus Südosteuropa. Im Dezember 2008 wechselte er von der WAZ in den Vorstand der RTL Group. Wie auch bei der WAZ ist Rudas dort für das Geschäft in Ost- und Südosteuropa verantwortlich. Zu RTL geholt wurde Rudas vom RTL-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Zeiler.

Quellen

  1. Interview mit Andreas Rudas im "Kurier", 13. September 2025: Hörfassung, Textversion (Bezahlschranke); die Hörfassung und die Textversion haben unterschiedliche Titel. Die Textversion ist in der Ausgabe vom 14. September 2025 im Druck erschienen (S. 21).
  2. Kurzportrait auf diepresse.com