Andau

Marktgemeinde
Andau
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Andau
Andau (Österreich)
Basisdaten
Staat:Osterreich Österreich
Land:Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk:Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen:ND
Fläche:47,30 km²
Koordinaten:47° 47′ N, 17° 2′ O
Höhe:119 m ü. A.
Einwohner:2.266 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte:48 Einw. pro km²
Postleitzahl:7163
Vorwahl:02176
Gemeindekennziffer:1 07 01
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptgasse 8
7163 Andau
Website:https://www.andau-gemeinde.at/
Politik
Bürgermeister:Philipp Pelzer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(23 Mitglieder)
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Andau im Bezirk Neusiedl am See
Lage der Gemeinde Andau im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)AndauApetlonBruckneudorfDeutsch JahrndorfEdelstalFrauenkirchenGattendorfGolsHalbturnIllmitzJoisKittseeMönchhofNeudorf bei ParndorfNeusiedl am SeeNeusiedl am SeeNickelsdorfPamaPamhagenParndorfPodersdorf am SeePotzneusiedlSankt Andrä am ZickseeTadtenWallern im BurgenlandWeiden am SeeWinden am SeeZurndorfBezirk Neusiedl am See
Lage der Gemeinde Andau im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Andau (ungarisch Mosontarcs, Tarcsa)[1] ist eine Marktgemeinde mit 2266 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich.

Geografie

Andau ist der einzige Ort in der Gemeinde. Er liegt am nordwestlichen Rand der Pannonischen Tiefebene. Die Ortschaft selbst befindet sich auf 119 Meter Seehöhe. Im Gemeindegebiet gibt es aber auf 113 m ü. A. auch einen Teich, welcher im Zuge von flächendeckendem Airborne Laserscanning als niedrigster Punkt Österreichs ermittelt wurde.[2] Durch das günstige Klima und die zahlreichen Sonnentage wird das Gebiet um Andau landwirtschaftlich vielseitig genutzt. Das Areal der Marktgemeinde gehört auch zum Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel.

Nachbargemeinden:

Halbturn
Sankt Andrä am ZickseeKompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
TadtenUngarn Ungarn

Geschichte

Andau wird 1487 als Zantho erstmals urkundlich erwähnt. Diese Form geht auf das ungarische Wort szántó („Acker“) zurück; die Siedlung wurde also nach ihrer Lage an einem Acker benannt und die Gegend war ursprünglich von Ungarn besiedelt. Wie dies auch bei ursprünglich slawischen Ortsnamen in Ostösterreich zwischen 800 und 1200 üblich war, hatte man den ungarischen Anlaut /s/ zunächst als [ts] ins Deutsche übernommen. Später wurde dieser Anlaut mit der bei Ortsnamen häufigen mittelhochdeutschen Präposition ze identifiziert, wodurch als vermeintlich eigentlicher Name nur noch Andau übrig blieb. Auf denselben Ursprung geht auch der Name der burgenländischen Gemeinde Antau zurück.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Im Zuge des Ungarischen Volksaufstandes im Jahr 1956 flohen über 180.000 Menschen aus Ungarn in westliche Staaten. Eine der letzten Möglichkeit dazu war die Brücke von Andau über den Einser-Kanal, über die mehr als 70.000 Flüchtlinge nach Österreich gelangten. 1956 wurde die Brücke von sowjetischen Truppen gesprengt, 1996 aber wieder aufgebaut und erinnert daher heute an diese Zeit.

Mit der Brücke von Andau beschäftigt sich auch ein Film (Der Bockerer III) mit Karl Merkatz in der Hauptrolle.

Marktgemeinde ist Andau seit 1991 (durch VO 85).

Im Jahr 2018 wurde in Andau der österreichische Rekordwert von 127 Sommertagen registriert (bisheriger Rekordwert waren 120 Sommertage in Leibnitz 2003).[3]

Bevölkerungsentwicklung

Andau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
1.751
1880
  
1.980
1890
  
1.987
1900
  
2.192
1910
  
2.397
1923
  
2.356
1934
  
2.655
1939
  
3.033
1951
  
3.003
1961
  
3.011
1971
  
3.058
1981
  
2.766
1991
  
2.624
2001
  
2.514
2011
  
2.368
2021
  
2.251
2025
  
2.266
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche Andau in ihrer eigenwilligen Architektur
  • Pfarrkirche Andau; 1747 als Kapellenbau errichtet und mehrfach erweitert
  • Dreifaltigkeitssäule an der Straße nach Tadten; errichtet um 1920 mit der (schwer entzifferbaren) Inschrift: Errichtet 1920 von der Witwe […] Unger, geborene Clara Lang zum Andenken an ihre von dem Kriege 1914 vergebens [zurück] erwarteten Kinder.
  • Friedhofskapelle; laut Inschrift 1896 erbaut

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Juli 2010 wurde bekannt, dass das Tochterunternehmen des burgenländischen Stromversorgers Burgenländische Elektrizitätswirtschafts Aktiengesellschaft („BEWAG“), die Austrian Wind Power („AWP“) bis 2013 im Gebiet von Andau und Halbturn den Windpark Andau/Halbturn mit insgesamt 93 Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu 186 Metern zu errichten plant.[4] Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorhabens gab es erste Proteste wegen der Anzahl und Höhe der Anlagen. Nachdem die Baugenehmigung Ende 2010 erteilt wurde, befindet sich der Windpark mit nun insgesamt 79 Windkraftanlagen seit August 2014 in Betrieb.[5] Betrieben wird der Windpark von der Energie Burgenland Windkraft, einem Tochterunternehmen der Energie Burgenland. Mit einer installierten Leistung von 237 MW ist der Windpark Andau/Halbturn nach Daten des Windverbandes EWEA der drittgrößte Onshore-Windpark Europas.[6]

Politik

Gemeindeamt der Marktgemeinde Andau

Gemeinderat

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl 23 Sitze.

Bürgermeister

  • 1963–1992 Josef Peck (SPÖ)
  • 1992–2012 Matthias Gelbmann (SPÖ)
  • 2012–2022 Andreas Peck (ÖVP)
  • seit 2022 Philipp Pelzer (SPÖ)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Jenny Groß (1863–1904), Schauspielerin
  • Thomas Reeh (1875–1949), Landwirt und Politiker
  • Josef Peck (1925–1997), Landwirt, Fassbinder und Politiker, von 1963 bis 1992 Bürgermeister von Andau
  • Josef Schmall (1925–2003), Jurist und Politiker
  • Johann Schwarz (* 1933), Landwirt und Politiker
  • Franz Gyolcs (* 1960), Künstler

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Bilderbogen von Andau

Literatur

  • Gemeinde Andau (Hrsg.): Chronik der Marktgemeinde Andau. Andau 1992
  • Michael Hess: Mythos „Brücke von Andau“. In: Pia Bayer (Red.): Vom Traum zum Trauma: der Ungarnaufstand 1956. Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abt. 7 – Landesmuseum, Eisenstadt 2006, ISBN 3-85405-159-X, S. 46–54
  • Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 418/419
Commons: Andau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 77.
  2. Geografische Mittelpunkte von Österreich und den Bundesländern. In: www.ppete.de
  3. 2018 mit großer Wahrscheinlichkeit wärmstes Jahr der Messgeschichte. ZMAG, 20. Dezember 2018, abgerufen am 28. Januar 2019.
  4. Kurier vom 26. Juli 2010:Andau: Hoch hinaus aus der tiefen Ebene (Memento vom 28. Juli 2010 im Internet Archive) (abgerufen am 26. Juli 2010)
  5. Halbturn & Andau: 79 neue Windräder. In: ORF, 4. Mai 2012. Abgerufen am 5. Mai 2012.
  6. Ökonems.at: Europas drittgrößter Windpark entsteht im Burgenland (abgerufen am 27. November 2017)
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Andau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Andau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Andau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Andau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Andau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  12. dieburgenlaenderin.at: Udo Huber. Artikel vom 5. Juni 2018, abgerufen am 23. Juni 2018.
  13. derStandard.at: Die andere Titeljagd von Mr. Hitparade. Artikel vom 21. Juli 2013, abgerufen am 23. Juni 2018.

Auf dieser Seite verwendete Medien

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Andau – Kulisse für den Film Der Bockerer III – Die Brücke von Andau
Brücke von Andau Gedenkstein.jpg
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Andau – Gedenkstein des Österreichischen Roten Kreuz anlässlich des 50. Jahrestages des Ungarischen Volksaufstands bei der Brücke von Andau
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Wasserturm mit Glockentürmchen der Domaine Albrechtsfeld in der burgenländischen Gemeinde Andau.
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Andreasberg mit Schauweingarten in Andau im Burgenland
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Andau Innenansicht der römisch-katholischen Pfarrkirche
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Bezirk Neudsiedl am See
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Andau Aussichtsturm
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historische Landkarte: Gradkartenblatt Zone 14 Colonne XVI Section c (später 4858/3). Halbthurn, Podersdorf, Frauenkirchen, St. Andrä, Andau, Tadten im Seewinkel, Burgenland, Österreich. Franzisco-josephinische (3.) Landesaufnahme der österreichisch-ungarischen Monarchie. Aufnahmeblatt 1:12.500.
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Andau – Gedenktafel bei der Brücke von Andau
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Sanierungsarbeiten an der Brücke von Andau (2022)
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Andau römisch-katholische Pfarrkirche
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Andau Gemeindeamt
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Skulpturen entlang der 9,2 km langen Fluchtstraße von der ungarischen Staatsgrenze bis in den Ort Andau in Burgenland, zur Erinnerung an die Flüchtlinge im Jahr 1956
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Andau – die Brücke von Andau über den Einser-Kanal, Originalschauplatz für den Film Der Bockerer III
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Karte des österreichischen Bundeslandes Burgenland, Neusiedl am See hervorgehoben
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Infohütte am Dammweg in Andau