Amtsbezeichnung

Die Amtsbezeichnung gibt das statusrechtliche Amt eines Amtsträgers (Beamter oder Richter) in Deutschland an. Bei Soldaten entspricht die Amtsbezeichnung dem Dienstgrad (siehe: Dienstgrade der Bundeswehr). Im Vorbereitungsdienst, und bis zur Dienstrechtsreform 2009 auch in der laufbahnrechtlichen Probezeit, führen Beamte auf Widerruf anstelle der Amts- eine Dienstbezeichnung.

Grundlagen

Eine Amtsbezeichnung hat der Beamte in der Regel mit der erstmaligen Verleihung eines statusrechtlichen Amts (z. B. im Eingangsamt einer Laufbahn als Beamter auf Probe). Der Missbrauch von Amtsbezeichnungen ist in Deutschland ein Vergehen gemäß § 132a StGB. In den Besoldungsordnungen sind Amtsbezeichnungen festgelegt, die nur in dieser Form benutzt werden dürfen (Sonderamtsbezeichnungen), der übergroße Teil sind jedoch die Grundamtsbezeichnungen, die in der Regel nur mit einem die jeweilige Laufbahn kennzeichnenden Zusatz verwendet werden dürfen.

Weibliche Beamte und Richter führen die Amtsbezeichnung sofern möglich in der weiblichen Form. Die Ausnahme bilden die Bezeichnungen Amtmann/Amtfrau. Eine Zeit lang wurde statt Regierungsamtfrau auch die Bezeichnung Regierungsamtmännin in einigen Bundesländern verwendet. Diese Bezeichnung ist aber weitgehend verschwunden, z. B. konnte in der Bundeszollverwaltung bis 2011 noch die Bezeichnung Zollamtmännin alternativ zur Zollamtfrau gewählt werden. Ursprünglich ging die Einführung der Amtsbezeichnung z. B. Justizamtfrau in den 1980er Jahren von einer niedersächsischen Beamtin und Rechtspflegerin aus, die sich ein Jahr lang weigerte, die Beförderungsurkunde entgegenzunehmen, solange sie nicht in der weiblichen Form ausgestellt war.[1]

Beamte (ohne Staatsanwälte)

Die Amtsbezeichnungen werden durch den Bund und die Länder für ihre jeweiligen Beamten festgelegt. Die Amtsbezeichnung bestehen meist aus einer Grundamtsbezeichnung und einem Zusatz zur Grundamtsbezeichnung.

Bundesbeamte

Der Bundespräsident legt grundsätzlich die Amtsbezeichnungen für Bundesbeamte fest. (§ 86 Abs. 1 BBG) Beamte führen im Dienst die Amtsbezeichnung des ihnen übertragenen Amtes. Sie dürfen sie auch außerhalb des Dienstes führen sowie im Ruhestand mit dem Zusatz „außer Dienst“ oder „a. D.“ (§ 86 Abs. 2 BBG). Entlassenen Beamten kann die oberste Dienstbehörde die Erlaubnis erteilen, die Amtsbezeichnung mit diesem Zusatz sowie die im Zusammenhang mit dem Amt verliehenen Titel zu führen. Die Erlaubnis kann zurückgenommen werden, wenn die frühere Beamtin oder der frühere Beamte sich ihrer als nicht würdig erweist. (§ 39 Sätze 2 und 3 BBG)

Grundamtsbezeichnungen

Die Grundamtsbezeichnungen sind in der Bundesbesoldungsordnung festgelegt. Grundamtsbezeichnungen nach Anlage I (zu § 20 Absatz 2 Satz 1) Bundesbesoldungsordnungen A und B sind in der Besoldungsgruppe:

Siehe auch: Anlage 1 (zu § 9 Absatz 1) Bundeslaufbahnverordnung (BLV)

Zusätze

Die Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen legt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) fest.[2] Den Grundamtsbezeichnungen können Zusätze, die

  1. auf den Dienstherrn oder den Verwaltungsbereich
  2. auf die Laufbahn
  3. auf die Fachrichtung

hinweisen, beigefügt werden. Die Grundamtsbezeichnungen Rat, Oberrat, Direktor und Leitender Direktor dürfen nur in Verbindung mit einem entsprechenden Zusatz verliehen werden.

Im unmittelbaren Bundesbereich wird in der Regel der Zusatz Regierungs- für nichttechnische oder Technischer Regierungs- für technische Laufbahnen verwendet (z. B. Regierungssekretär, Technischer Regierungssekretär). In speziellen Laufbahnen des unmittelbaren Bundesdienstes werden die Zusätze Wissenschaftlicher (im höheren Dienst bei forschenden Einrichtungen), Bibliotheks-, Zoll- und Zollschiffs- (beim Zoll), Schiff- (im nautischen Dienst) Post- (Deutsche Post AG und Postbank), Fernmelde- (Deutsche Bundespost, Deutsche Telekom), Bundesbahn- (Bundeseisenbahnvermögen) und Betriebs- (für Laufbahn der Aufseher beim Bundeseisenbahnvermögen) verwendet.

Im mittelbaren Bundesbereich (Sozialversicherungsträger) wurde der Zusatz Verwaltungs-, bei der Deutschen Bundesbank wird der Zusatz Bundesbank- verwendet.

Mit Rundschreiben vom 14. September 2020 – D3 – 30200/101#6 – hat das BMI folgende aktuellen Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen der Bundesbesoldungsordnung A bekannt gemacht:

BesGrGrundamtsbezeichnungzulässiger Zusatz
A 3Hauptamtsgehilfebei der Bundesagentur für Arbeit
Bundesbank-
Technischer
OberaufseherBetriebs-
OberschaffnerPost-
OberwachtmeisterJustiz-
Zoll-
A 4Amtsmeisterbei der Bundesagentur für Arbeit
Bundesbank-
Technischer
HauptaufseherBetriebs-
HauptschaffnerPost-
HauptwachtmeisterJustiz-
Zoll-
A 5BetriebsassistentBundesbahn-
Post-
Erster HauptwachtmeisterJustiz-
Zoll-
HauptwartPost-
Oberamtsmeisterbei der Bundesagentur für Arbeit
Bundesbank-
Technischer
A 6BetriebsassistentBundesbahn-
Bundesfernstraßen-
Post-
Erster HauptwachtmeisterJustiz-
Zoll-
HauptwartPost-
Oberamtsmeisterbei der Bundesagentur für Arbeit
Bundesbank-
Technischer
SekretärArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 7ObersekretärArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Post-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 8HauptsekretärArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Post-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 9AmtsinspektorArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Bundesbank-
Forst-
Justiz-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer
Technischer Regierungs-
Zoll-
BetriebsinspektorBundesbahn-
Bundesfernstraßen-
Lokomotiv-
Post-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Post-
InspektorArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Steuer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Post-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 10OberinspektorArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 11AmtmannArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 12AmtsratArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Regierungs-
Zoll-
A 13OberamtsratArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Justiz-
Post-
Regierungs-
Schiffs-
Steuer-
Technischer-
Technischer Bundesbahn-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Regierungs-
Zoll-
PfarrerMilitär-
RatArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Kriminal-
Medizinal-
Medizinal- … bei der Bundesagentur für Arbeit
Medizinal- … bei der Bundespolizei
Polizei-
Post-
Regierungs-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer … bei der Bundesagentur für Arbeit
Technischer Regierungs-
Wissenschaftlicher
A 14OberratArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Kriminal-
Medizinal-
Medizinal- … bei der Bundesagentur für Arbeit
Medizinal- … bei der Bundespolizei
Polizei-
Post-
Regierungs-1)
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer … bei der Bundesagentur für Arbeit
Technischer Regierungs-2)
Wissenschaftlicher
PfarrerMilitär-
A 15DekanMilitär-
DirektorArchiv-
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-
Brand-
Bundesbahn-
Bundesbank-
Bundesfernstraßen-
Forst-
Kriminal-
Medizinal-
Medizinal- … bei der Bundespolizei
Polizei-
Post-
Regierungs-
Technischer Bundesfernstraßen-
Technischer Regierungs-
Wissenschaftlicher
A 16Direktorder Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung
der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung
der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung
des Gemeinen Staatsarchivs der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
des Ibero-Amerikanischen Instituts der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
des Staatlichen Instituts für Musikforschung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
einer Wehrtechnischen Dienststelle
Leitender DekanMilitär-
Leitender DirektorArchiv-3)
bei der Bundesagentur für Arbeit
Bibliotheks-3)
Brand-3)
Bundesbahn-3)
Bundesfernstraßen-3)
Forst-3)
Kriminal-3)
Medizinal-3)
Medizinal- … bei der Bundespolizei3)
Polizei-3)
Post-3)
Regierungs-3)
Technischer Bundesfernstraßen-3)
Technischer Regierungs-3)
Wissenschaftlicher3)
1) Der Zusatz ist innerhalb der Amtsbezeichnung zu verwenden (Oberregierungsrat)
2) Der Zusatz ist innerhalb der Amtsbezeichnung zu verwenden (Technischer Oberregierungsrat
3) Der Zusatz ist innerhalb der Amtsbezeichnung zu verwenden (z. B. Leitender Archivdirektor)

Mit Fettdruck gekennzeichnete Grundamtsbezeichnungen dürfen nur in Verbindung mit einem Zusatz verliehen werden. Bei den obersten Bundesbehörden werden die Grundamtsbezeichnungen Amtsinspektor, Amtsrat und Oberamtsrat ohne Zusatz geführt. Nur der Zusatz Technischer ist zulässig. Für Funktionen mit ausgelaufenen Sonderbezeichnungen bei den Sozialversicherungsträgern werden künftig Grundamtsbezeichnungen verwendet. Amtsinhaber mit ausgelaufenen Amtsbezeichnungen tragen die Amtsbezeichnung bis zu einer erneuten Ernennung oder bis zum Eintritt in den Ruhestand weiter.

Übersicht

AmtsbezeichnungAbkürzungBesoldungsgruppeLaufbahngruppeAusbildung
StaatssekretärStSB 11höherer DienstMaster
MinisterialdirektorMDB 9
MinisterialdirigentMinDirig, MDgB 6
MinisterialratMRB 3
Ministerialrat,
Leitender Regierungsdirektor
MR,
LRD
A 16
RegierungsdirektorRDA 15
OberregierungsratORRA 14
RegierungsratRRA 13 (Eingangsamt)
RegierungsoberamtsratROARA 13gehobener DienstBachelor
RegierungsamtsratRARA 12
RegierungsamtmannRAA 11
RegierungsoberinspektorROIA 10
RegierungsinspektorRIA 9 (Eingangsamt)
RegierungsamtsinspektorRAIA 9mittlerer DienstBerufsausbildung
RegierungshauptsekretärRHSA 8
RegierungsobersekretärROSA 7
RegierungssekretärRSA 6 (Eingangsamt)
RegierungsoberamtsmeisterROAMA 5einfacher DienstAngelernte
RegierungsamtsmeisterRAMA 4
RegierungshauptamtsgehilfeRHAGA 3 (Eingangsamt)

Landesbeamte

Die Grundamtsbezeichnungen sind in den Landesbesoldungsordnungen festgelegt. Die Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen werden meist vom Innenressort oder der Landesregierung als Kollegialorgan festgelegt.

Bei folgenden Amtsbezeichnungen wird die Zulassung des Zusatzes Regierungs- in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt:

  • Amtsinspektor
  • Amtsrat
  • Oberamtsrat

Baden-Württemberg

Zu den (Grundamts-)Bezeichnungen nach Landesbesoldungsgesetz Baden-Württemberg siehe Besoldungsordnung A#Landesbesoldungsordnung A Baden-Württemberg.

Folgende Kombinationen aus Grundamtsbezeichnung und Zusatz sind festgelegt:[3]

Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen für die Beamten des Landes

GrundamtsbezeichnungZusätze

Erster Hauptwachtmeister

Justiz-

Sekretär
Obersekretär
Hauptsekretär

Archiv-
Bibliotheks-
Eich-
Gerichts-
im Justizdienst
im Justizwachtmeisterdienst
Justiz-
Regierungs-
Steuer-
Technischer
Verfassungsschutz-
Vermessungs-

Inspektor
Oberinspektor
Amtmann

Archiv-
Bau-
Bibliotheks-
Brand-
Eich-
Forst-
Gerichts-
im Gerichtsvollzieherdienst
im Justizvollzugsdienst
Justiz-
Landwirtschafts-
Regierungs-
Sozial-
Steuer-
Technischer
Verfassungsschutz-
Vermessungs-

Rat
Oberrat
Direktor
Leitender Direktor

Archiv-
Bau-
Bibliotheks-
Brand-
Chemie-
Eich-
Forst-
Kriminal-
Landwirtschafts-
Medizinal-
Pharmazie-
Polizei-
Psychologie-
Regierungs-
Technischer
Verfassungsschutz-
Vermessungs-
Veterinär-

Pfarrer
Dekan

im Justizvollzugsdienst

Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen für die Beamten der Gemeinden, der Landkreise und der sonstigen der Aufsicht des Landes unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts

GrundamtsbezeichnungZusätze

Hauptwart

Betriebs-

Sekretär
Obersekretär<
Hauptsekretär
Amtsinspektor

Archiv-
Bibliotheks-
Gemeinde-
Justiz-
Kreis-
Stadt-
Steuer-
Technischer
Verbands-
Vermessungs-
Verwaltungs-
Veterinärhygiene-

Inspektor
Oberinspektor
Amtmann
Amtsrat
Oberamtsrat

Archiv-
Bank-
Bau-
Bibliotheks-
Brand-
Forst-
Gemeinde-
Justiz-
Kreis-
Landwirtschafts-
Sozial-
Stadt-
Steuer-
Technischer
Vermessungs-
Verbands-
Verwaltungs-

Rat
Oberrat
Direktor
Leitender Direktor

Archiv-
Bank-
Bau-
bei der Landeskreditbank
Bibliotheks-
Brand-
Chemie-
Forst-
Landwirtschafts-
Medizinal-
Pharmazie-
Psychologie-
Rechts-
Technischer
Vermessungs-
Verwaltungs-
Veterinär-

Die Gemeinden, Landkreise und Städte können festlegen, dass Zusätzen, die auf die Laufbahn oder Fachrichtung hinweisen, der weitere Zusatz Gemeinde-, Kreis- oder Stadt- vorangestellt wird.

Saarland

GrundamtsbezeichnungZusätze
Aufseher
Oberaufseher
Forst-
Oberwart
Hauptwart
Eich-
Wachtmeister
Oberwachtmeister
Hauptwachtmeister

Erster Hauptwachtmeister

Justiz-
Assistent
Sekretär
Obersekretär

Hauptsekretär
Amtsinspektor

Bibliotheks-
Eich-
Forst-

Gemeinde-
Gesundheits-
Gewerbe-
im Justizvollzugsdienst
Justiz-
Kartographen-
Kreis-
Regierungs-
Stadt-
Stadtverbands-
Steuer-
Universitäts-
Verwaltungs-
Vermessungs-

Assistent
Sekretär
Vollstreckungs-
Inspektor
Oberinspektor
Amtmann

Amtsrat
Oberamtsrat

Archiv-
Bau-
Bergrevier-

Bergvermessungs-
Bibliotheks-
Brand-
Datenverarbeitungs-
Eich-
Fernmelde-
Forst-
Gartenbau-
Gemeinde-
Gesundheits-
Gewerbe-
Justiz-
Kartographen-
Kreis-
Obstbau-
Regierungs-
Sozial-
Stadt-
Stadtverbands-
Steuer-
Universitäts-
Vermessungs-
Verwaltungs-

Rat
Oberrat
Direktor

Leitender Direktor

Archiv-
Bau-
Berg-

Bergvermessungs-
Bibliotheks-
Biologie-
Brand-
Chemie-
Eich-
Forst-
Gartenbau-
Geologie-
Gewerbe-
Gewerbemedizinal-
Kriminal-
Landwirtschafts-
Medizinal-
Pharmazie-
Polizei-
Psychologie-
Regierungs-
Universitäts-
Vermessungs-
Verwaltungs-
Veterinär-
Wirtschafts-

Ohne Zusatz werden folgende Amtsbezeichnungen verwendet:

  • Oberamtsgehilfe
  • Hauptamtsgehilfe
  • Amtsmeister
  • Oberamtsmeister
  • Oberbetriebsgehilfe
  • Hauptbetriebsgehilfe
  • Betriebsmeister
  • Oberbetriebsmeister
  • Betriebsassistent
  • Werkmeister
  • Oberwerkmeister
  • Hauptwerkmeister
  • Betriebsinspektor

Rechtsgrundlage: Verordnung über die Festsetzung von Amtsbezeichnungen vom 18. Januar 1977 (Amtsblatt 77,109), zuletzt geändert durch Gesetz Nr. 1327 (4. RBG) vom 26. Januar 1994 (Amtsbl. 94,509).

Sachsen-Anhalt

Im Land Sachsen-Anhalt sind die Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen der Besoldungsordnung A in der Anlage zum Gemeinsamen Runderlass des Ministeriums des Innern, der übrigen Ministerien und des Landtags ohne das Ministerium der Justiz geregelt vom 4. Oktober 2010 geregelt.[4]

Richter und Staatsanwälte

Amtsbezeichnungen der Richter auf Lebenszeit und der Richter auf Zeit (§ 11 DRiG) sind

  • „Richter“
  • „Vorsitzender Richter“,
  • „Direktor“,
  • „Vizepräsident“ oder
  • „Präsident“

mit einem das Gericht bezeichnenden Zusatz „Richter am …“, „Vorsitzender Richter am …“, „Direktor des …“, „Vizepräsident des …“, „Präsident des …“; (§ 19a Abs. 1 DRiG). Richter kraft Auftrags (§ 16 DRiG) führen im Dienst die Bezeichnung „Richter“ mit einem das Gericht bezeichnenden Zusatz („Richter am …“; § 19a Abs. 2 DRiG). Richter auf Probe führen die Bezeichnung „Richter“, im staatsanwaltschaftlichen Dienst die Bezeichnung „Staatsanwalt“ (§ 19a Abs. 3 DRiG).

Die konkreten Amtsbezeichnungen (Grundamtsbezeichnung in Verbindung mit der Gerichtsform) sowie deren Zuordnung zu einer Besoldungsgruppe finden sich grundsätzlich in der Bundesbesoldungsordnung R (Anlage III BBesG) und den Landesbesoldungsordnungen R der Länder.[5] Die Staatsanwälte im Bundesdienst führen die Amtsbezeichnungen Staatsanwalt beim Bundesgerichtshof (Besoldungsgruppe R 2), Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof (Besoldungsgruppe R 3), Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof (Besoldungsgruppe R 6; als Abteilungsleiter bei der Bundesanwaltschaft oder als ständiger Vertreter des Generalbundesanwalts Besoldungsgruppe R 7) und Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (Besoldungsgruppe R 9).[6]

Die heutigen Amtsbezeichnungen wurden am 1. Oktober 1974 durch das „Gesetz zur Änderung der Bezeichnungen der Richter und ehrenamtlichen Richter und der Präsidialverfassung der Gerichte“ vom 26. Mai 1972 (BGBl. I S. 841) eingeführt. Sie war Teil der Justizreform in den 1970er Jahren. Die Bezeichnungen Vizepräsident und Direktor traten später hinzu. Die Neuregelung hatte nach der amtlichen Begründung der Bundesregierung zum Ziel, die bisherigen über 30 Amtsbezeichnungen der Richter, z. B. Landgerichtsrat für Richter am Landgericht, zu vereinfachen und zu vereinheitlichen, insbesondere die weitgehend an den hierarchischen Aufbau der Verwaltungsbehörden angelehnten Amtsbezeichnungen durch Bezeichnungen zu ersetzen, die die Tätigkeit und Stellung des Richters besser als bisher kennzeichneten.[7] Der federführende Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages sprach sich mehrheitlich für eine einheitliche Bezeichnung Richter ohne Zusätze, mit Ausnahme der Präsidenten, aus.[8] Der Bundesrat verlangte die Einberufung des Vermittlungsausschusses und sprach in den Gründen von einer „Einebnung“ der Amtsbezeichnungen und einer „Gleichschaltung“.[9]

Die bisher zu Gerichtspräsidenten ernannten Richter führten ab dem 1. Oktober 1972 die Amtsbezeichnung Präsident, die zu Landgerichtsdirektoren, Verwaltungsgerichtsdirektoren, Landesarbeitsgerichtsdirektoren, Senatspräsidenten oder Vizepräsidenten ernannten Richter die Amtsbezeichnung Vorsitzender Richter und die übrigen Richter die Amtsbezeichnung Richter. Dazu trat ein das Gericht bezeichnender Zusatz. (BGBl. I S. 841, 852)

Das Bundesverfassungsgericht bejahte in einem Beschluss des Zweiten Senates vom 27. Juni 1974 die Gesetzgebungskompetenz des Bundes in Bezug auf die Amtsbezeichnungen der Richter. Diese war durch Art. 98 Grundgesetz (alte Fassung) gegeben.[10]

Die bis zum 30. September 1972 gültigen Amtsbezeichnungen für Richter waren (BGBl. 1971 I S. 208, 229):

  • Landgerichtsrat
  • Amtsgerichtsrat
  • Oberamtsrichter
  • Verwaltungsrichter
  • Landgerichtsdirektor
  • Kammergerichtsrat
  • Amtsgerichtsdirektor
  • Oberverwaltungsrichter
  • Amtsgerichtspräsident
  • Vizepräsident
  • Senatspräsident
  • Landgerichtspräsident

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Eine Beamtin ist eine Frau und keine Männin, Hamburger Abendblatt, 22. Mai 1986
  2. Festsetzung von Zusätzen zu den Grundamtsbezeichnungen, Zusammenstellung der im Bundesbereich geltenden Amtsbezeichnungen und Dienstgrade. 5. Dezember 2012, abgerufen am 6. Mai 2020.
  3. Verordnung des Finanzministeriums über die Beifügung von Zusätzen zu den Grundamtsbezeichnungen (Grundamtsbezeichnungs-Verordnung – GrbezVO) vom 28. Januar 1988, geändert durch Verordnung vom 2. Mai 2019 (GBl. S. 130). Finanzministerium Baden-Württemberg, abgerufen am 10. Mai 2021.
  4. Anlage zum Gemeinsamen Runderlass des Ministeriums des Innern, der übrigen Ministerien und des Landtags ohne das Ministerium der Justiz. In: Landesrecht Sachsen-Anhalt. 4. Oktober 2010, abgerufen am 10. April 2020.
  5. beispielhaft: Landesbesoldungsordnung R. Land Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 7. Mai 2020.
  6. Bundesbesoldungsgesetz
  7. Deutscher Bundestag, 6. Wahlperiode (Hrsg.): Gesetzentwurf der Bundesregierung. Bonn 19. März 1970. BT-Drs. 6/557
  8. Deutscher Bundestag, 6. Wahlperiode (Hrsg.): Schriftlicher Bericht des Rechtsausschusses. Bonn 3. Dezember 1971 (Berichterstatter waren die Abgeordneten Richard Jaeger (CSU) und Claus Arndt (SPD) BT-Drs. 6/2903).
  9. Deutscher Bundestag, 6. Wahlperiode (Hrsg.): Gründe für die Einberufung. Bonn 21. Januar 1972. BT-Drs. 6/3145
  10. Bundesverfassungsgericht (Hrsg.): Gründe für die Einberufung. Karlsruhe 27. Juni 1974 (BVerfG 38,1).


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