Amt Freudenberg (Grafschaft Hoya)

Grafschaft Bruchhausen (bis 1301)
Grafschaft Hoya (1301 bis 1582)
Landgrafschaft Hessen-Kassel (1582 bis 1807)
Königreich Westphalen (1807 bis 1811)
Französisches Kaiserreich (1811 bis 1814)
Königreich Hannover (1814 bis 1866)
Königreich Preußen (1867 bis 1885)
Amt Freudenberg
Haus Freudenberg, bis 1885 Amtssitz der Amtmänner
Haus Freudenberg, bis 1885 Amtssitz der Amtmänner
Haus Freudenberg, bis 1885 Amtssitz der Amtmänner
KreisGrafschaft Schaumburg (1582 bis 1806)
Departement der Wesermündungen (1811 bis 1814)
Provinz Grafschaft Hoya (1814 bis 1885)
HauptortFlecken Freudenberg
Auflösung1885
Aufgegangen inKreis Syke
Fläche123,09 km² (1830 [1])
477,95 km² (1870 [2])
Einwohner4.176 (1830 [3])
4.166 (1838 [4])
16.634 (1870 [5])
16.619 (1872 [6])
Dörfer und Weiler3 Flecken und 17 Dörfer (1786)

Das Amt Freudenberg war eine Verwaltungseinheit, die bis 1885 im nördlichen Bereich des heutigen Landkreises Diepholz existierte. Verwaltungssitz des Amtes war der damalige Flecken Freudenberg.

Geschichte

Bevor das Amt Freudenberg zur Grafschaft Hoya gehörte, war es ein Teil der Grafschaft Bruchhausen, 1301 wurden die Grafschaften Hoya und Bruchhausen verbunden.[1][2]

Schon seit 1526 war das Amt Freudenberg ein Lehen der Landgrafschaft Hessen-Kassel, sodass es nach dem Aussterben der Grafen von Hoya 1582 auch an diese fiel und der Grafschaft Schaumburg zugeordnet wurde. Das Amt bestand zu dieser Zeit aus einem Flecken mit drei Bürgereien und siebzehn Dörfern.[3]

Durch den Frieden von Tilsit kam das Amt Freudenberg als Kanton Freudenberg 1807 zum neu gegründeten Königreich Westphalen. Es gehörte laut Dekret vom 24. Dezember 1807 zum Departement der Weser und zum Distrikt Rinteln, der aus der hessischen Grafschaft Schaumburg und dem braunschweigischen Amt Thedinghausen gebildet wurde.[4] Als 1810 auch das Umland, das zuvor noch zu Kurhannover gehörte, dem Königreich Westphalen angeschlossen wurde, kamen durch ein Dekret vom 19. Juli 1810 große Teile der Grafschaften Hoya und Diepholz sowie der Kanton Freudenberg zum Distrikt Nienburg im neuen Departement der Aller.[5] Durch ein Dekret von 15. Oktober 1810 wurde der Kanton Freudenberg aufgehoben und dem Kanton Bassum angeschlossen, Groß Hollwedel wurde allerdings dem Kanton Harpstedt zugeteilt.[6] Zum 1. Januar 1811 wurde der Kanton Bassum Teil des französischen Departements der Wesermündungen, der Kanton hatte zu dieser Zeit 10.189 Einwohner.[7]

Nach dem Wiener Kongress trat Hessen 1815 das Amt Freudenberg ab und es gehörte zum Königreich Hannover.[8] Im Königreich Hannover war das Amt Freudenberg der Provinz Grafschaft Hoya und ab 1824 der Landdrostei Hannover unterstellt.

Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert. 1867 wurden die preußischen Provinz Hannover in Kreise eingeteilt, das Amt Freudenberg wurde, gemeinsam mit den Ämtern Diepholz und Sulingen, dem Kreis Diepholz zugeordnet. Zu dieser Zeit umfasste das Amt Freudenberg neben den Flecken Bassum, Loge und Freudenberg auch die Flecken Neu-Bruchhausen und Harpstedt.[9] Durch Zusammenlegung der Ämter Freudenberg und Syke wurde 1885 der Kreis Syke gebildet.

Zusammensetzung

1778

Das Amt Freudenberg setzte sich 1778 folgendermaßen zusammen[3]:

1807 (als Kanton Freudenberg)

Der Kanton Freudenberg wurde 1807 aus folgenden Orten gebildet:[4][10]

1810 (als Kanton Freudenberg)

Zum Zeitpunkt der Zusammenlegung der Kantone Bassum und Freudenberg bestand der Kanton Freudenberg aus folgenden Orten[6]:

1824

1824 umfasste das hannöversche Amt Freudenberg folgende Orte:[11]

Amtmänner

  • (1798)-1813: Merkel, Amtmann
  • (1818) 1823–1836: Johann Paul Wehner, Amtmann und Regierungsrat
  • 1836–1859: Johann Christian von Schulzen, Landesökonomierat
  • 1859–1870: Johann Heinrich Conrad Friedrich Wynecken, Amtmann, Geheimer Regierungsrat, ab 1865 Oberamtmann

Literatur

  • Fr[ithjof] Bestmann: Haus und Amt Freudenberg. Studie zur Geschichte des Niedersächs. Amtsgerichts Bassum. Syke 1952

Einzelnachweise

  1. Mizler: Neue Sammlung geographisch-historisch-statistischer Schriften. 5. Band. Johann Georg Friedrich Jakobi, Weißenburg im Nordgau 1786, S. 174 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Heinrich Daniel Andreas Sonne: Beschreibung des Königreichs Hannover. Cotta, München 1830, S. 327 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b Regnerus Engelhard: Erdbeschreibung der Hessischen Lande Casselischen Antheiles. Waysenhaus, Kassel 1778, S. 741 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b Bülletin der Gesetze und Decrete des Königreichs Westphalen. Kassel 1807, S. 241 (lwl.org [PDF; abgerufen am 24. Dezember 2014]).
  5. Gesetz-bülletin des königreichs Westphalen. J. H. Martin Aubel, Kassel 1810, S. 359 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. a b Bulletin des lois du Royaume de Westphalie. J. H. Martin Aubel, Kassel 1810, S. 189 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Deütschland seit hundert Jahren. Voigt & Günther, Leipzig 1862, S. 89 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Heinrich Daniel Andreas Sonne: Beschreibung des Königreichs Hannover. Cotta, München 1830, S. 336 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Handbuch für die Provinz Hannover. Berenbergsche Buchdruckerei, Hannover 1870, S. 121 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. Die Zeiten. Oder Archiv für neueste Staatengeschichte und Politik. Landes-Industrie-Comptoirs, Halle 1808, S. 48 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. C. H. C. F. Jansen: Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover. Helwings̓che Hofbuchhandlung, Hannover 1824, S. 23 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

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Das Seminar- und Tagungshaus „Die Freudenburg“ entstand 1990 - 93 in den Gebäuden des Amtshauses von ca. 1730 und der Amtsschreiberei aus dem 16. Jahrhundert des ehemaligen Amtes Freudenberg. Die verbliebenen Gebäude stehen innerhalb der historischen Befestigungen (Wall und Graben) des früheren Schlosses Freudenberg, das um 1290 als Vogteifeste der Grafen von Oldenburg-Bruchhausen neben dem hochadligen Damenstift Bassum (gegr. um 860) errichtet worden war.