Alsterhalbring

Alsterhalbring
ungefährer Verlauf, nicht alle Stationen
Strecke der Alsterhalbring
Verlaufs des geplanten Alsterhalbrings bis ca. 1965
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
(Streckenanfang)
U-Bahn-Bahnhof (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Altona S
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Holstenstraße
U-Bahn-Turmhaltepunkt mit Tunnelstrecke (Strecke geradeaus außer Betrieb) (im Tunnel)
Schlump U2 U3
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Grindelberg
U-Bahn-Turmhaltepunkt mit Tunnelstrecke (Strecke geradeaus außer Betrieb) (im Tunnel)
Hallerstraße U1
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Hofweg
ehemaliger U-Bahn-Turmhaltepunkt (Strecke geradeaus außer Betrieb) (im Tunnel)
Winterhuder Weg U4alt
U-Bahn-Turmhaltepunkt (Strecke geradeaus außer Betrieb) (im Tunnel)
Mundsburg U3
U-Bahn-Turmhaltepunkt mit Tunnelstrecke (Strecke geradeaus außer Betrieb) (im Tunnel)
Wartenau U1
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Landwehr S
U-Bahn-Turmhaltepunkt mit Tunnelstrecke (Strecke geradeaus außer Betrieb) (im Tunnel)
Burgstraße U2 U4
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Süderstraße
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Hammerbrook-Süd
U-Bahn-Bahnhof (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Elbbrücken
(Streckenende)

Als Alsterhalbring bezeichnete man eine seit den 1920er Jahren geplante, aber nie realisierte Linie der Hamburger U-Bahn. Sie wurde in den frühen Planungen auch Halbringlinie genannt und ab 1950 auch als G-Strecke / Äußerer Ring ausgewiesen, selten erhielt die Linie auch die Bezeichnung U5.

Planungen 1909 und in den 1920er Jahren

Sowohl 1909 als auch 1919 war geplant, die durch die Alster getrennten Stadtteile Harvestehude und Uhlenhorst durch einen Straßenbahntunnel zwischen Alsterchaussee und Karlstr. zu verbinden. Bedenken gegen dieses Projekte waren hauptsächlich, dass die Kosten dieses Tunnels eher für eine U-Bahn als für eine Straßenbahn angemessen wären.[1]

Weitere Vorplanungen zu einem Alsterhalbring gehen auf die 1920er Jahre zurück.[2] Damals wollte man eine Linie zwischen Eimsbüttel über Schlump, Hallerstraße und weiter unter der Außenalster über Mundsburg nach Horn führen. Zu einer Ausführung dieser Planungen ist es nicht gekommen. Vorrang hatte die Linie zwischen Kellinghusenstraße und dem Jungfernstieg, die so genannte Kelljunglinie. Hierbei wurde in der Haltestelle Hallerstraße bereits eine Bauvorleistung auf dem Bahnsteig (in Form einer veränderten Stützenkonstruktion) erbracht, da man dort später einen Übergang zu einem darunter quer verlaufenden Bahnsteig erstellen wollte.

Daneben gab es Planungen der damals noch selbständigen Stadt Altona von 1923 für eine direkte U-Bahnlinie über St. Pauli nach Hamburg und außerdem eine Querverbindung vom Bahnhof Altona - Allee (jetzt Max-Brauer-Allee) - Schlump - Hallerstr. - Alsterchausssee - Alstertunnel - Karlstr. - Winterhuder Weg bis Mundsburg[3] als Westteil eines Alsterhalbrings. Der Stadt Altona genügte offenbar ein Ende der Linie bei der Station Mundsburg - spätere Hamburger Planungen verlängerten diese Linie dann bis Hamm.

Planungen der 1930er und 1940er Jahre

Diese Altonaer Planung über Schlump und Hallerstraße taucht 1937 auch in den Hamburger Planungen auf. Die Linie ist jedoch ab Mundsburg nach Süden verlängert über Bhf. Landwehr zur Burgstraße und macht dann einen Bogen durch Hamm, um dort an die damals noch existente Linie nach Rothenburgsort anzuschließen. Außerdem war eine Ergänzungsspange geplant von der Station Borgweg über Barmbeker Str. zum Winterhuder Weg (auf der zweiten Graphik die gepunktete Linie in orange)

Bereits 1938 allerdings wurden diese Planungen im Büro Gutschow umgeworfen. Um den geplanten „Westbahnhof“ in der Nähe der Holstenstraße anzuschließen, wurde der Alsterhalbring nach Westen ausgeweitet.[4] Er sollte jetzt über Christuskirche und Alsenplatz einen größeren Bogen machen. Diese Ideen erübrigten sich nach Ende des verlorenen Weltkrieges. Die U-Bahn-Planung des Jahres 1947 nahm schlicht die des Jahres 1937 wieder auf.[5] Sie sah die Führung des Alsterhalbrings wieder vor über Allee (jetzt Max-Brauer-Allee) und Schlump.[6] 1949 allerdings modifizierte man erneut etwas: Über Holstenstraße wurde doch wieder ein kleiner Bogen gemacht als möglicher Übergang zur S-Bahn. Die Verbindungsspange Borgweg - Winterhuder Weg war entfallen.

Planungen ab 1950 (Alstertunnel)

Mit einer Denkschrift zur Neuordnung des Hamburger Stadtverkehrs des Senates wurde 1955 ein ausgedehntes U-Bahnnetz als Zielplan vorgestellt. Insgesamt sieben Linien waren geplant, darin die bereits bestehenden Linien eingebunden. Der Alsterhalbring war hier modifiziert - er lief wie zuvor als „Linie 6“ vom Bhf. Altona über Schlump zum Winterhuder Weg, dann aber weiter östlich über Dehnhaide und Friedrich-Ebert-Damm nach Wandsbek-Gartenstadt und Bramfeld. Eine weitere Linie („3“) von Farmsen über Habichtstraße, Alte Wöhr und Stadtpark zum Winterhuder Weg sollte dann die Teilstrecke über Mundsburg, Burgstraße und Hamm des Alsterrings übernehmen.[7]

Diese sehr optimistischen Planungen der Senatsdenkschrift von 1955 wurden dann auch bald bescheidener. Dennoch bleibt der Alsterhalbring als Teil eines zukünftigen Netzes in der Planung. In dieser Form noch 1962 ohne Bogen über S-Bahn Holstenstraße, aber weiterhin mit Abzweig über Dehnhaide in Richtung Osten führend und im Süden mit einer viergleisigen Umsteigestation Burgstraße etwa an den Elbbrücken endend bzw. mit der damals geplanten Hafenrandlinie über Messberg verbunden.[8] 1964 war dann der Abzweig Winterhuder Weg - Dehnhaide - Friedrich Ebert-Damm weggefallen und im Süden endete der Alsterring diesmal bereits an der Burgstraße. Dies rührt auch daher, dass durch die City-S-Bahn die Hafenrandlinie entfiel, mit der der Alsterring über den Bogen in Hamm hätte verbunden werden können.[9]

Planungen ab 1968 (Bogen über Eppendorf)

Nach Modifikationen der U-Bahnplanung[10] sollte jetzt der Alsterhalbring die Stadtteile Altona, Eimsbüttel und Eppendorf im Westen der Stadt mit Uhlenhorst und Hamm/Rothenburgsort im Osten verbinden und besser erschließen.

Alsterhalbring - Planungsphasen

Daher wurde der Asterhalbring nicht mehr als Tunnel unter der Alster geplant, sondern im Bogen um die Alster herum - global der früheren Straßenbahnlinie 15 folgend (grüne Linie auf der zweiten Graphik). Von Bhf. Altona und Holstenstraße über Alsenplatz, Doormannsweg und Gärtnerstr. folgte die Linie dem „Ring 2“ und verband dann weiter über Eppendorfer Markt, Hudtwalkerstr, Dorotheenstr, Mühlenkamp, Winterhuder Weg, Landwehr und Burgstr. die genannten Stadtteile.

Es war geplant, im Linienverlauf mehrere bestehende U-Bahn-Strecken zu kreuzen. Dafür wurden nur wenige bauliche Vorleistungen erbracht. Unter der Station Hallerstraße (Kelljunglinie, heute U1) sollte ein quer dazu verlaufender Bahnsteig angelegt werden. In der Bahnsteigmitte wurden bereits Tunnelstützen baulich versetzt, um später einen Abgang zum neuen, tiefer gelegenen Bahnsteig errichten zu können. Mit der Führung des Alsterhalbrings über Eppendorf war diese Bauvorleistung obsolet geworden.

Westlich der Station Burgstraße (Billstedter Linie, heute U2) existieren am Gleis in Richtung Innenstadt zwei hintereinander liegende Nischen, die eine spätere Ein- bzw. Ausfädelung in den Alsterhalbring ermöglicht hätten.[11] Hier war bahnsteiggleiches Umsteigen zwischen der Linie nach Horn und dem Alsterhalbring vorgesehen.

Die Station Winterhuder Weg sollte sich nach den Planungen von 1970 über zwei Bahnsteigebenen mit jeweils zwei Gleisen mit Richtungsbetrieb erstrecken. Der Alsterhalbring sollte auf jeder Bahnsteigebene ein Gleis befahren. Die zwei weiteren Gleise sollte die U4 (nach der alten Planung) nutzen. Beim Bau der U4 (damals Sengelmannstraße - Borgweg - Hauptbahnhof Nord, jetzt als U5 geplant) sollte dann auch (wie das Hamburger Abendblatt am 24. November 1969 berichtete) schon ein kurzes Stück des Alsterhalbrings als Zweiglinie mit errichtet werden von der Station Winterhuder Weg über Mühlenkamp zum Goldbekplatz.[12] Die Station Winterhuder Weg wird jetzt für die geplante Linie U5 zweigleisig angelegt, ohne einen Alsterhalbring zu berücksichtigen.

Noch um 1970 ging der Hamburger Senat davon aus, dass der Alsterhalbring nach der Eröffnung der Luruper Linie (geplante U4) gebaut werden würde. Wenig später wurde jedoch aufgrund von Finanzproblemen der Stadt Hamburg der U-Bahn-Bau in weiten Teilen gestoppt. In den Planungen von 1983 ist der Alsterhalbring schon nicht mehr berücksichtigt.[13] Auch auf dem Flächennutzungsplan 1997 ist der Alsterhalbring als geplante U-Bahnlinie nicht mehr vorgesehen.[14]

Literatur

  • Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt. Hamburg 2008, ISBN 978-3-86153-473-0.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Horst Buchholz: Die Hamburger Straßenbahn. Entwicklung des Liniennetzes. Hamburg 2008, ISBN 978-3-923999-17-0, S. 110 und 144.
  2. Archiv Christiansen
  3. 1923 - Planungen in Altona auf horstbu.de
  4. Unterwegs - 90 Jahre Hamburger U-Bahn. Museum der Arbeit, Hamburg 2002, ISBN 3-7672-1404-0, S. 42.
  5. Stadtplanung in Hamburg. Schriftenreihe des Bundes Deutscher Architekten Hamburg, Phönix Verlag 1948, ohne ISBN
  6. Erich Möller: Großstädtische Verkehrsprobleme. Hamburg 1949, DNB 481698299, S. 166.
  7. Neuordnung des Hamburger Stadtverkehrs. Denkschrift des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, ohne Datum - aber bekanntlich 1955, S. 30.
  8. Otto Sill: Planung und Bau von Verkehrsanlagen in Großstädten, dargestellt am Beispiel Hamburgs. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Heft 1/1962, S. 37.
  9. Günther Bentfeld: Neue U-Bahnen in Hamburg. In: Verkehr und Technik. Sonderheft "Die zweite Ebene", 1964, S. 20.
  10. Willy Ziemer: Schnellbahnbau in Hamburg. Hamburger Schriften zum Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen Heft Nr. 49/1969, FHH Baubehörde Amt für Ingenieurwesen I, Hamburg 1969, S. 23.
  11. Willy Ziemer: Schnellbahnbau in Hamburg. Hamburger Schriften zum Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen Heft Nr. 49/1969, FHH Baubehörde Amt für Ingenieurwesen I, Hamburg 1969, S. 44.
  12. horstbu.de
  13. 1983 - Planung nach 25 Jahren Schnellbahnbau auf horstbu.de
  14. Flächennutzungsplan der Freien und Hansestadt Hamburg, Neubekanntmachung vom Oktober 1997.

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Liniensymbol der Linie 4 der Hamburger U-Bahn, alte Planung
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Autor/Urheber: Horstbu, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Planung Alsterhalbring der U-Bahn
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