Alfred Kern & fils

Daniel Kern Manufacture d’Orgues
RechtsformPartnerschaftsgesellschaft
Gründung1953
SitzStraßburg, Frankreich
LeitungDaniel Kern †
BrancheMusikinstrumentenbau
Websitewww.kernpipeorgan.com

Alfred Kern & fils, zuletzt Daniel Kern Manufacture d’Orgues, war eine elsässische Orgelbaufirma mit Sitz in Straßburg.

Geschichte

Gegründet wurde die Firma 1953 von Alfred Kern (* 12. Februar 1910 in Vendenheim; † 13. Oktober 1989 in Straßburg). Die Manufaktur setzte von Anfang an auf klassische mechanische Orgeln. 1961 baute Kern die Orgel der Dorfkirche von Günsbach nach Plänen von Albert Schweitzer, die dieser als sein „letztes Werk“ bezeichnete. 1977 übernahm Kerns Sohn Daniel (* 27. März 1950 in Straßburg; † 14. August 2019) die Firma. Diese wurde dann umbenannt zu Daniel Kern Manufacture d’Orgues.

Orgelneubauten von Kern finden sich in Frankreich unter anderem zahlreiche in Straßburg, in der Kirche Saint-Jean-de-Malte in Aix-en-Provence, in der Anglikanischen Kirche und in Sainte-Jeanne-de-Chantal in Paris und in der Kirche Saint-Pothin in Lyon sowie in Japan und Österreich. In Deutschland entstanden unter anderem die Orgeln in Stadthagen, Burg (Dithmarschen), Bremen-Lesum und die Orgel der neu erbauten Frauenkirche in Dresden.

Daneben hatte sich die Firma auf die Restaurierung historischer Orgeln zum Beispiel von Silbermann, Robert Clicquot, Cavaillé-Coll und Merklin spezialisiert und baute auch Kleinorgeln für Musikschulen und -vereine.

Der Orgelbauer Gaston Kern ist ein Vetter von Daniel Kern.

Im Frühjahr 2015 meldete die Firma Insolvenz an und wurde im Oktober 2018 aus dem Firmenregister gelöscht.[1]

Der Neubau der großen Konzertorgel für das Auditorium Campra im neu errichteten Gebäude des Conservatoire Darius Milhaud in Aix-en-Provence, die in den Jahren 2014 und 2015 erbaut und im September 2015 eingeweiht wurde, gilt als das letzte Werk aus der Manufaktur Kern.[2]

Werkliste (Auswahl)

JahrOrtGebäudeBildManualeRegisterBemerkungen
1963ParisSt-Séverin
IV/P59
1992Bremen-LesumSt.-Martini-Kirche
III/P34
1993MondseeBasilika Mondsee
III/P40Neubau unter historischer Vorgaben und historisches Gehäuse wurde wiederverwendet.[3]
1995RouenSt-Maclou
III/P37Neubau unter Verwendung eines wertvollen Prospekts von 1540
1997SapporoSapporo Concert Hall
IV/P68Orgel (japanisch)
2003StadthagenSt. Martini
III/P51Vollständige Erneuerung im historischen Prospekt
2005DresdenFrauenkirche
IV/P64Orgel
2008Bayon (Meurthe-et-Moselle)St-MartinIII/P35
2009Longpont-sur-OrgeNotre-Dame-de-Bonne-Garde
III/P31
2011DonzdorfSt. MartinusII/P31Orgel
2014SchwerteSt.-Viktor-KircheII/P27
2014/2015Aix-en-ProvenceConservatoire Darius MilhaudIII/P46große Konzertorgel für das Auditorium des Konservatoriums → Orgel
Commons: Alfred Kern & fils – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. entreprises.lefigaro.fr: Entreprise Alfred Kern Et Fils, abgerufen am 25. September 2022.
  2. Conservatoire Darius Mihaud – Aix-en-Provence (Bouches-du-Rhône). In: Orgues en France et dans la monde. 10. September 2022, abgerufen am 24. Dezember 2024 (französisch).
  3. Dagmar Pfannhofer: Die große Kernorgel der Basilika Mondsee. Abgerufen am 24. Juni 2023.

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The organ of Saint-Séverin in Paris, France.
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Die Orgel mit 40 Register (2618 Pfeifen) und 3 Manuale aus dem Jahr 1993 wurde unter historischer Vorgaben (große Rekonstruktion der Egedacher-Orgel im Klangstil von Andreas Silbermann) von der elsässischen Orgelbaufirma Alfred Kern & fils gefertigt, wobei unter anderem das barocke Gehäuse (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, von Meinrad Guggenbichler) wiederverwendet wurde.