Akamantis (Phyle)
Akamantis (altgriechisch Ἀκαμάντις) war die fünfte von zehn Verwaltungsregionen (Phylen), in welche Kleisthenes bei seinen Reformen am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. die attische Halbinsel einteilte.[1] Von den drei früheren Zonen Attikas beinhaltete Akamantis die Trittyen Cholargos (vom Stadtbereich), Sphettos (vom Binnenland) und Thorikos (vom Küstenbereich).
Aus dem Binnen-Demos Sphettos der Region stammte der Philosoph Aischines, ein Schüler des Sokrates. Der städtische Bezirk Cholargos wiederum war nicht nur Geburtsort des Architekten Xenokles (welcher das Demeter-Heiligtum von Eleusis fertigstellte), sondern auch jener des berühmten Staatsmannes Perikles, der – als Nachfolger von Kleisthenes – Athen im 5. Jahrhundert in die attische Demokratie und sein goldenes Zeitalter führte.
Ihren Namen verdankte die Phyle dem mythischen Trojakämpfer Akamas, einem Sohn des Theseus und der Phaidra.[2]
Literatur
- Hans Lohmann: Akamantis. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 1, Metzler, Stuttgart 1996, ISBN 3-476-01471-1, Sp. 388–389 (Digitalisat).
- Johannes Toepffer: Akamantis 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 1142.
- John S. Traill: The Political Organization of Attica: A Study of the Demes, Trittyes, and Phylai, and Their Representation in the Athenian Council (= Hesperia Supplements. Band 14). American School of Classical Studies at Athens, Princeton [NJ] 1975, S. 8 f., 19, 23, 47 f., 57, 71, 102, 105, 133, Tabelle 5.