1933

Staatsoberhäupter · Wahlen · Nekrolog · Literaturjahr · Musikjahr · Filmjahr · Rundfunkjahr · Sportjahr

(c) Bundesarchiv, Bild 102-15347 / CC-BY-SA 3.0
Nach seiner Ernennung zum Reichskanzler verlässt Adolf Hitler im Auto die Reichskanzlei.
1933
Adolf Hitler übernimmt die Macht im Deutschen Reich.
Franklin D. Roosevelt unterzeichnet den Banking Act
Franklin D. Roosevelt beschreitet den Weg des New Deal.
KZ Dachau
Das KZ Dachau wird als erstes
Konzentrationslager in Deutschland eröffnet.
1933 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender1381/82 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender1925/26 (10./11. September)
Baha'i-Kalender89/90 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender1338/39 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung2476/77 (südlicher Buddhismus); 2475/76 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender77. (78.) Zyklus

Jahr des Wasser-Hahns 癸酉 (seit 26. Januar, davor Wasser-Affe 壬申)

Chuch’e-Ideologie (Nordkorea)Chuch'e 22
Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam)1295/96 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea)4266/67 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender1311/12 (um den 21. März)
Islamischer Kalender1351/52 (25./26. April)
Japanischer Kalender昭和 Shōwa 8;
Kōki 2593
Jüdischer Kalender5693/94 (20./21. September)
Koptischer Kalender1649/50 (10./11. September)
Malayalam-Kalender1108/09
Minguo-Kalender (China)Jahr 22 der Republik
Seleukidische ÄraBabylon: 2243/44 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2244/45 (Jahreswechsel Oktober)

Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender)2475/76 (1. April)
Tibetischer Kalender1679
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender)1989/90 (Jahreswechsel April)

Die Politik des Jahres 1933 ist geprägt durch die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler im Deutschen Reich und das damit verbundene Ende der Weimarer Republik und den Beginn des „Dritten Reichs“. Praktisch zeitgleich beginnt in Österreich durch die von der christlich-sozialen Bundesregierung unter Engelbert Dollfuß so bezeichnete „Selbstausschaltung des Parlaments“ die Zeit des austrofaschistischen Ständestaates, womit nach Italien (1922), Albanien (1925), Polen (1926), Litauen (1926) und Jugoslawien (1929) zwei weitere kurz nach dem Ersten Weltkrieg entstandene Demokratien in Europa scheitern.

Im Deutschen Reich führen die Nationalsozialisten das Einparteiensystem ein und beginnen innerhalb kurzer Zeit mit dem Terror gegen Juden, Minderheiten und Andersdenkende und der Errichtung von Konzentrationslagern, das erste dieser Lager ist das KZ Dachau.

Nach einer inszenierten Volksabstimmung tritt Deutschland aus dem Völkerbund aus, ebenso wie Japan, womit die eklatante Ohnmacht der nach dem Ersten Weltkrieg zur Wahrung des Friedens gegründeten völkerrechtlichen Organisation offengelegt wird.

Wirtschaftlich ist das Jahr überschattet von der seit 1929 andauernden Weltwirtschaftskrise. In den Vereinigten Staaten beginnt der neu gewählte Präsident Franklin D. Roosevelt mit der Bekämpfung der Großen Depression mit dem New Deal.

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Chronologie
1. Januar

Schweiz: Edmund Schulthess wird zum vierten Mal Bundespräsident.

Nicaragua: Juan Bautista Sacasa wird als Präsident in sein Amt eingeführt.

2. JanuarNicaragua: Nach 20-jähriger Okkupation verlassen die letzten Einheiten des United States Marine Corps das Land.
4. JanuarWeimarer Republik: Adolf Hitler und Franz von Papen vereinbaren Vorbereitungen für eine Regierungsübernahme.
30. JanuarDeutsches Reich: (Machtergreifung) Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt.
31. JanuarDeutsches Reich: In Mössingen findet der einzige größere Streik gegen die „MachtergreifungAdolf Hitlers statt.
1. FebruarDeutsches Reich: Reichstag auf Wunsch Hitlers von Reichspräsident Paul von Hindenburg aufgelöst
3. FebruarHitlers erste Ansprache vor Befehlshabern der Reichswehr (Ziel der Außenpolitik: Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung) – Liebmann-Aufzeichnung
4. FebruarVerordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes; die Grundrechte der Weimarer Verfassung, insbesondere Versammlungs- und Pressefreiheit werden eingeschränkt
20. FebruarGeheimtreffen vom 20. Februar 1933 von Hitler mit Industriellen wegen finanzieller Wahlkampfunterstützung
27. FebruarReichstagsbrand in der Nacht zum 28. Februar
28. FebruarReichstagsbrandverordnung
3. MärzDeutsches Reich: der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann wird verhaftet.
4. MärzVereinigte Staaten: Amtseinführung von Franklin D. Roosevelt als 32. US-Präsident

Österreich: „Selbstausschaltung des Parlaments“, Beginn des Austrofaschismus

Deutsches Reich: Die SPD-Zeitung Vorwärts erscheint zum letzten Mal.

5. MärzDeutsches Reich: Reichstagswahlen, die NSDAP erreicht über 43 % der Stimmen.
13. MärzErrichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
15. MärzÖsterreich: Der Nationalrat wird von der Bundesregierung mit Waffengewalt am Zusammentreten gehindert.
20. MärzDas Konzentrationslager Dachau wird errichtet.
21. MärzDeutsches Reich: Tag von Potsdam, Staatsakt in der Garnisonkirche
23. MärzDer Deutsche Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz.
27. MärzJapan erklärt seinen Austritt aus dem Völkerbund.
31. MärzÖsterreich: Die Dollfuß-Regierung verbietet den Republikanischen Schutzbund.

Deutsches Reich: Im Reichsgesetzblatt wird die Lex van der Lubbe veröffentlicht, ein rückwirkend geltendes Strafgesetz zum Reichstagsbrand.

1. April:Durch die Nationalsozialisten organisierter Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen.
7. AprilGesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
7. AprilIm Zweiten Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich erhält die nationalsozialistische Regierung in Deutschland die Befugnis, Reichsstatthalter einzusetzen.
10. AprilAdolf Hitler erklärte den 1. Mai als „Feiertag der nationalen Arbeit“ zum Staatsfeiertag.
26. AprilErlass des kommissarischen preußischen Innenministers Hermann Göring zur Bildung des Geheimen Staatspolizeiamtes
29. AprilHermann Göring gründet den Reichsluftschutzbund, der seine Mitglieder über luftschutzmäßige Vorbeugung, Brandbekämpfung, den Schutz vor Gasangriffen, Erste Hilfe und das Meldewesen ausbildet.
2. MaiGewerkschaften werden verboten.
3. MaiNach dem Verbot der Arbeiterwohlfahrt wird im Dritten Reich die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt gegründet.
10. MaiBücherverbrennung missliebiger Autoren

Gründung der Deutschen Arbeitsfront und Abschaffung des Streikrechts

17. MaiAdolf Hitler hält vor dem Reichstag die „Friedensrede“
26. MaiÖsterreich: Verbot der Kommunistischen Partei
27. MaiDeutsches Reich: Tausend-Mark-Sperre: Für jede Reise nach Österreich werden 1.000 Reichsmark Gebühr abverlangt.
20. JuniSiam: Jüngere Offiziere der Volkspartei putschen gegen Ministerpräsident Phraya Manopakorn Nititada.
21. JuniDeutsches Reich: SA-Leute beginnen den Terror der Köpenicker Blutwoche. Am Folgetag wird der SPD deutschlandweit jede Betätigung verboten.
14. OktoberJoseph Goebbels erklärt den Austritt des Deutschen Reichs aus dem Völkerbund. Zugleich verlässt Deutschland die Genfer Abrüstungskonferenz.
29. OktoberSpanien: Gründung der faschistischen Falange
11. NovemberÖsterreich: Todesstrafe für Mord, Brandstiftung und „öffentliche Gewalttätigkeit durch boshafte Beschädigung fremden Eigentums“ wird wieder eingeführt.
12. NovemberDeutsches Reich: Reichstagswahl nach Einheitsliste und Volksabstimmung über den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund
17. NovemberDie USA erkennen die seit Ende 1922 existierende Sowjetunion völkerrechtlich an.
19. NovemberSpanien: Bei den Parlamentswahlen gewinnen die Rechtsparteien, die bisher regierenden Liberalen und Sozialisten erleiden eine vernichtende Niederlage.
15. DezemberDeutsches Reich: Zwangsvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zum Deutschen Gemeindetag
Andauernde Ereignisse

Deutsches Reich

Obwohl die Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl am 6. November 1932 erstmals Verluste haben hinnehmen müssen, gelingt es nicht, eine stabile Regierung zu etablieren. Das Kabinett Papen wurde am 3. Dezember 1932 mit Unterstützung durch Reichspräsident Paul von Hindenburg vom Kabinett Schleicher abgelöst. Der vom „Verrat“ seines früheren Weggefährten Kurt von Schleicher zutiefst enttäuschte Franz von Papen trifft sich am 4. Januar im Kölner Haus des Bankiers Kurt Freiherr von Schröder mit Adolf Hitler zu Geheimverhandlungen, bei denen sie eine gemeinsame Regierungsübernahme vereinbaren. Diesem Gespräch folgten weitere, zuletzt auch unter Anwesenheit des Staatssekretärs des Reichspräsidenten Otto Meissner und dem Sohn des Reichspräsidenten Oskar von Hindenburg.

Am 30. Januar 1933 erfolgt die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg. Hindenburg, der sich lange gesträubt hat, wird mit dem Hinweis beruhigt, dass ein von einer konservativen Kabinettsmehrheit „eingerahmter“ NSDAP-Führer nur eine geringe Gefahr bedeute. Hitler bildet daraufhin eine so genannte Nationale Regierung aus Konservativen, Deutschnationalen und Nationalsozialisten. Von Papen wird Vizekanzler, der Regierung gehören außer Hitler nur zwei weitere Nationalsozialisten an, nämlich Wilhelm Frick als Innenminister und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich und kommissarischer preußischer Innenminister.

(c) Bundesarchiv, Bild 102-16093 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0
Tag von Potsdam, Rede Hitlers in der Garnisonkirche

Bereits am 1. Februar wird der Reichstag auf Wunsch Hitlers vom Reichspräsidenten aufgelöst. Die letzte freie Wahl am 5. März wird zu einem überwältigenden Erfolg für die NSDAP, die 43,9 % der Stimmen erhält. Die Einberufung des neuen Reichstags wird am 21. März mit dem Tag von Potsdam öffentlichkeitswirksam zelebriert.

Von Beginn der Machtergreifung an beginnen die Nationalsozialisten mit der Ausschaltung der Demokratie und der Gleichschaltung des Reiches. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes vom 4. Februar werden die Grundrechte der Weimarer Verfassung, insbesondere die Versammlungs- und Pressefreiheit, eingeschränkt. Am 13. März wird das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Propagandaminister Joseph Goebbels gegründet. Am 23. März beschließt der Reichstag das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, das der Regierung Hitler quasi diktatorische Vollmachten überträgt. Nur die Abgeordneten der SPD unter Otto Wels stimmen gegen dieses Gesetz. Mit den Gesetzen vom 31. März und 7. April werden den Ländern ihre relativen Souveränitätsrechte entzogen und Reichsstatthalter eingesetzt.

  • 3. Februar: Hitlers erste Ansprache vor Befehlshabern der Reichswehr (Ziel der Außenpolitik: Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung).
  • 19. Februar: An der Kundgebung Das Freie Wort in der Berliner Krolloper protestieren über 900 vernunftdemokratisch bzw. antinationalsozialistisch eingestellte Geistesgrößen gegen die Nationalsozialisten. Noch vor Beendigung der Kongresses räumen „Ordnungskräfte“ der neuen Machthaber den Saal.
  • 20. Februar: Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 von Hitler mit Industriellen wegen finanzieller Wahlkampfunterstützung
Der brennende Reichstag
Reichsgesetzblatt vom 7. April
Bücherverbrennung 1933 im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist“
Auftritt Hermann Görings beim Reichstagsbrandprozess
Stimmzettel zur Reichstagswahl

Österreich

Engelbert Dollfuß (1933)

In Österreich kommt es am 4. März aufgrund einer verfahrenstechnischen Unachtsamkeit zur Beschlussunfähigkeit des Nationalrats, die der christlichsoziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß für einen Staatsstreich nutzt, indem er diese als „Selbstausschaltung des Parlaments“ bezeichnet. Als der Nationalrat unter dem dritten Nationalratspräsidenten Sepp Straffner am 15. März zusammentreten will, um diesen Verfahrensfehler zu korrigieren, werden die Abgeordneten von der austrofaschistischen Bundesregierung mit Polizeigewalt am Zusammentreten gehindert. Obwohl eine von über einer Million Menschen unterschriebene Petition ihn auffordert, die Regierung Dollfuß abzuberufen und auf Vorschlag einer von ihm bestellten Interimsregierung Neuwahlen zu veranlassen, bleibt der ebenfalls christlichsoziale Bundespräsident Wilhelm Miklas untätig, was es Dollfuß ermöglicht, weiter diktatorisch zu regieren. Am 23. Mai wird auch der Verfassungsgerichtshof am vollständigen Zusammentreten gehindert und damit die Gewaltentrennung in Österreich abgeschafft.

Zunächst geben die Christlichsozialen an, nur für einige Zeit autoritär regieren und in Verhandlungen mit der Opposition eine Änderung der Geschäftsordnung des Nationalrates und eine Reform der Verfassung erreichen zu wollen. Ernsthafte Gespräche darüber finden jedoch nie statt. Die Dollfuß-Regierung löst stattdessen am 31. März den sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund und am 26. Mai die Kommunistische Partei Österreichs durch Verordnung auf. Am 19. Juni wird auch die NSDAP verboten.

Kardinal Innitzer um 1933

Ab April wendet Dollfuß sich zunehmend um Unterstützung gegen Deutschland an Benito Mussolini, der im Gegenzug nachdrücklich die endgültige Abschaffung des Parteienstaats fordert. Dollfuß verkündet daraufhin in einer Rede am Wiener Trabrennplatz am 11. September die Errichtung des Ständestaates. Da er sich dabei auf Papst Pius XI. und dessen Sozialenzyklika Quadragesimo anno beruft, wird er von der katholischen Kirche unter Kardinal Theodor Innitzer unterstützt. Bei einer Regierungsumbildung am 20. September wird Parteiobmann Carl Vaugoin entmachtet und Heimwehrführer Emil Fey Vizekanzler. Ernst Rüdiger Starhemberg löst den Heimatblock auf und tritt mit der Heimwehr in die am 20. Mai gegründete Vaterländische Front ein, die den Alleinvertretungsanspruch für die gesamte österreichische Bevölkerung stellt.

Am 26. Mai erfolgt das Verbot der KPÖ. Am 31. März wird der Republikanische Schutzbund verboten, und auch die Freidenker fallen der Verbotswelle zum Opfer. Die NSDAP erreicht bei Gemeinderatswahlen zwar meist unter 25 % der Stimmen, sorgt aber durch jeweils mehr als 40 % bei den Wahlen in Zwettl und Innsbruck für Unruhe bei der regierenden VF. Zudem findet auch eine Terrorwelle von NS-Anhängern ihren Höhepunkt, als in den ersten Wochen des Juni bei Anschlägen vier Menschen getötet und 48 verletzt werden. Die österreichische NSDAP wird am 19. Juni 1933 verboten. Auslösendes Moment ist ein Anschlag mit Handgranaten in Krems. Der NS-Terror nimmt in den folgenden Monaten ab, jedoch sind bis Jahresende immer noch fünf Tote und 52 Verletzte zu beklagen.

Am 3. Oktober wird Dollfuß vom Nationalsozialisten Rudolf Drtil durch zwei Schüsse leicht verletzt. Der Attentäter wird unter Berücksichtigung ‚geistiger Minderwertigkeit‘ zu fünf Jahren Kerker verurteilt. Durch Verordnung vom 10. November wird mit Wirkung des folgenden Tages das standrechtliche Verfahren und mit ihm die 1920 abgeschaffte Todesstrafe für Mord, Brandstiftung und „öffentliche Gewalttätigkeit durch boshafte Beschädigung fremden Eigentums“ wieder eingeführt.

Spanien

Flagge der Zweiten Spanischen Republik

In Spanien ist es der Zweiten Republik im Laufe des Vorjahres trotz verschiedener Aufstände und Putschversuche gelungen, eine gewisse Stabilität zu erlangen. Doch ein Aufstand im Januar in dem andalusischen Dorf Casas Viejas, der von der Regierung brutal niedergeschlagen wird, führt zu einer rapiden Verschlechterung des Klimas im Land und zu einer Steigerung der Skepsis der demokratischen Staatsform gegenüber. Premierminister Manuel Azaña gründet eine neue paramilitärische Polizeitruppe, die Guardia de Asalto (Sturmgarde), um sie gegen ihre Feinde verteidigen zu können. Ihr Oberbefehlshaber wird General Emilio Mola.

Wahlen 1933 in Spanien

Im September schließlich zerbricht die Regierungskoalition aus Liberalen und Sozialisten. Bei den darauf folgenden Wahlen am 19. November, bei der erstmals auch Frauen wahlberechtigt sind, siegen die Konservativen unter Alejandro Lerroux und bilden eine Regierung mit der rechtsautonomen Confederación Española de Derechas Autónomas unter José María Gil-Robles y Quiñones und der monarchistischen Renovación Española. Die Wahlbeteiligung liegt dabei bei knapp 60 %, weil die von der Linken enttäuschte Arbeiterschaft sich in weiten Teilen der Stimme enthält.

Flagge der Falange Española

Im Teatro de la Comedia in Madrid wird am 29. Oktober die faschistische Falange Española gegründet. Den Vorsitz übernimmt eine Dreiergruppe, die aus dem Anwalt José Antonio Primo de Rivera, dem Piloten Julio Ruiz de Alda und dem Schriftsteller Alfonso García Valdecasas besteht. Die Bewegung kann bis zum Ende des Jahres rund 2.000 Mitglieder gewinnen, vor allem enttäuschte Anhänger der traditionellen Rechtsparteien und Studenten, die über die im November gegründete Studentengruppe Sindicato Universitario Español (SEU) zur Partei kommen.

Weitere Ereignisse in Europa

Lage von Nasino
  • 18. Mai: Zirka 6.100 Zwangsdeportierte werden auf einer unwirtlichen Flussinsel im Ob in der Nähe der Stadt Nasino ohne Verpflegung, Unterbringungsmöglichkeiten, Hausrat oder Werkzeuge ausgesetzt. Hunger, Entbehrungen und Fluchtversuche reduzieren die Zahl der Ausgesetzten bis Mitte August auf etwa 2000 Menschen. Dutzende Fälle von Kannibalismus treten auf. Berichte über die Tragödie von Nasino erreichen im September die Führungsspitze der KPdSU. Sie stoppt ihre umfangreichen Pläne, als „gefährlich“ oder „asozial“ klassifizierte Personen in so genannte Sondersiedlungen zu deportieren, um diese zu Vorposten der Erschließung unwirtlicher Gegenden der Sowjetunion zu machen. Stattdessen werden diese Personen erschossen oder in die Arbeitslager des Gulag verbracht.

Vereinigte Staaten von Amerika

Wahlmännerverteilung 1932

In den Vereinigten Staaten wird am 4. März der Demokrat Franklin D. Roosevelt als 32. US-Präsident angelobt. Er löst den Republikaner Herbert Hoover ab, den er bei den Präsidentschaftswahlen im November des Vorjahres erdrutschartig geschlagen hat. Es ist die letzte reguläre Amtseinführung eines US-Präsidenten an einem 4. März. Diese seit den Anfängen der USA bestehende Tradition wird ab 1937 mit der zweiten Einführung Roosevelts durch den 20. Januar ersetzt.

Roosevelt wird am ehesten zugetraut, die vorwiegend wirtschaftlichen Probleme lösen zu können. Mit dem New Deal, einem Wahlversprechen, das er sofort nach seiner Angelobung in die Tat umzusetzen beginnt, wird über die folgenden Jahre die Große Depression bekämpft.

Außenpolitisch bemüht sich Roosevelt den Eindruck eines US-amerikanischen Imperialismus zu zerstreuen. Gleich bei seiner Antrittsrede verkündet er eine Good Neighbor Policy mit den lateinamerikanischen Staaten und unterzeichnet am 26. Dezember gemeinsam mit seinem Außenminister Cordell Hull die Konvention von Montevideo, mit der die Vereinigten Staaten Abstand von einer Interventionspolitik im Sinne der Monroe-Doktrin und der Roosevelt-Corollary nehmen.

Am 23. März unterzeichnet Präsident Roosevelt ein als Cullen-Harrison Act bekannt gewordenes Gesetz, um den Volstead Act aufzuheben und Herstellung und Verkauf bestimmter alkoholischer Getränke zu erlauben. Am 5. Dezember hebt die Unterzeichnung des 21. Verfassungszusatzes den 18. Zusatzartikel auf. Die Prohibition in den Vereinigten Staaten ist damit nach fast 15 Jahren beendet.

Am 17. November erkennt die US-Regierung die seit Ende 1922 existierende Sowjetunion völkerrechtlich an.

Nicaragua

Juan Bautista Sacasa

In Nicaragua wird der neu gewählte Präsident Juan Bautista Sacasa am 1. Januar in sein Amt eingeführt. Bereits am nächsten Tag verlassen die letzten Einheiten der United States Army das Land. Sie hinterlassen eine von ihnen aufgebaute und trainierte Nationalgarde, die Guardia Nacional de Nicaragua unter dem Befehl ihres Vertrauten Anastasio Somoza García.

Die Amtsübernahme durch den Liberalen Sacasa führt zu einem Ende des seit 1927 andauernden Bürgerkriegs, weil der Aufständische General Augusto César Sandino seine Loyalität zu der neuen Regierung bezeugt und mit seinen Truppen die Waffen niederlegt, die im Gegenzug Amnestie erhalten sowie Landbesitz im Norden des Landes in Jinotega.

Weitere Ereignisse in Amerika

Asien

Australien

Abstimmungsempfehlung der Sezessionisten Westaustraliens zum Referendum 1933
  • 8. April: In einem Referendum in Westaustralien votieren fast zwei Drittel der Abstimmenden für den Austritt aus der australischen Föderation. Die Abstimmung bleibt jedoch weitgehend folgenlos, da sie weder durch die australische Bundesregierung, noch durch das Britische Parlament anerkannt wird.

Wirtschaft

Weltwirtschaftskrise

New Deal in den USA

  • 6. März: Präsident Franklin D. Roosevelt verbietet den Banken während der angeordneten Bankfeiertage die Auszahlung von Gold und den Handel mit Devisen. Drei Tage später wird dem Präsidenten mit dem Emergency Banking Act erlaubt, Einfluss auf den Gold- und Devisenhandel auszuüben.
  • 31. März: Mit der Unterzeichnung des Emergency Conservation Work durch Präsident Roosevelt wird der Civilian Conservation Corps ins Leben gerufen, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für junge Arbeitslose. Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung der Vereinigten Staaten, bis zu 250.000 junge Arbeitslose aus den Großstädten in die von Bodenerosion am stärksten betroffenen Regionen zu entsenden, wo die Aufforstung und Anlage von Windschutzstreifen die erste Aufgabe des Civilian Conservation Corps wird. Die ersten Teilnehmer schreiben sich am 7. April ein. Die CCC-Arbeiter werden für ein Jahr in work camps untergebracht, erhalten Verpflegung, Unterkunft, sowie ein Gehalt von mindestens $30 im Monat, von denen $25 an die Familienangehörigen in der Heimat geschickt werden müssen. Die Logistik wird von der Armee übernommen.
Executive Order 6102
Nellie Tayloe Ross

Gleichschaltung in Deutschland

Unbeliebte Münze
  • 1. Oktober: Die vom deutschen Reichskanzler Heinrich Brüning initiierte umlaufende 4-Pfennig-Münze wird mangels Akzeptanz in der Bevölkerung für ungültig erklärt.
  • 27. November: Die Nationalsozialisten richten in Deutschland ein Amt für Schönheit der Arbeit ein. Es kümmert sich um die Schaffung von Kantinen, Aufenthaltsräumen, Werksbibliotheken sowie Sport- und Sanitäranlagen durch Unternehmen. Sie werden außerdem angehalten, sportliche und kameradschaftliche Betriebsveranstaltungen durchzuführen.

Unternehmensgründungen

Sonstiges

Wissenschaft und Technik

Salto Ángel

Kultur

Architektur und Bildende Kunst

Film

Literatur

  • Januar bis September: Isaac Bashevis Singer veröffentlicht seinen Roman Satan in Goraj in Fortsetzungen in der polnischen literarischen Zeitschrift Globus, die Singer zusammen mit seinem Freund Aaron Zeitlin herausgibt.
„Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ in der Frankfurter Zeitung vom 26./28. Oktober 1933

Musik und Theater

Sonstiges

Gesellschaft

Religion

Katastrophen

Holodomor

Fußgänger und Leichen verhungerter Bauern auf einer Straße in Charkiw 1933; Foto: Alexander Wienerberger
  • 29. März: Die Journalisten Gareth Jones, Malcolm Muggeridge und William Henry Chamberlin informieren die Weltöffentlichkeit auf einer von Paul Scheffer organisierten Pressekonferenz über das Ausmaß des Holodomor. Dieser aus der Zwangskollektivierung in der Sowjetunion resultierenden Hungersnot in der Ukraine fallen in den Jahren 1932 und 1933 rund 3 bis 4 Millionen Menschen zum Opfer. Im gleichen Zeitraum kommen in Kasachstan bei einer Hungersnot rund 1,5 Millionen Menschen ums Leben.

Erdbeben

  • 2. März: Das Shōwa-Sanriku-Erdbeben vor der japanischen Sanriku-Küste hat eine Stärke 8,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Im Anschluss trifft ein Tsunami die Küste. In Japan werden etwa 3.000 Häuser komplett zerstört und weitere 2.000 beschädigt, rund 3.000 Menschen kommen ums Leben. Der Tsunami verursacht auch kleinere Schäden in Hawaii.
  • 11. März: Das Long-Beach-Erdbeben an der Newport-Inglewood-Verwerfung in der Nähe der kalifornischen Stadt Long Beach fordert 115 Todesopfer. Das Erdbeben führt zum Field Act von 1933, ein Gesetz, durch den die erdbebensichere Bauweise bei öffentlichen Schulen in Kalifornien festgelegt wird.
  • 25. August: Beim so genannten Diexi-Erdbeben, auch Erdbeben im Kreis Mao genannt, wird der Ort Diexi in der südwestchinesischen Provinz Sichuan und weitere umliegende Ortschaften im Südosten zerstört. Über 9.000 Menschen werden getötet. Der alte Ort versinkt in dem durch den Erdrutsch in den Fluss Min Jiang entstandenen Diexi-See.

Weitere Katastrophen und Unglücksfälle

  • 10. Februar: Eine Gasometerexplosion in Neunkirchen (Saar) fordert ca. 68 Opfer und zerstört große Teile der Stadt.
Die Lokomotive des aufgefahrenen Zuges
  • 23. Dezember: Der Eisenbahnunfall von Lagny auf der Strecke LagnyPomponne führt in Frankreich zu 204 Toten und 120 Verletzten. Der Schnellzug Paris–Straßburg fährt an einem Signal auf den Zug nach Nancy auf.

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Sport

Nobelpreise

PreisPersonLandBegründung für die PreisvergabeBild
Nobelpreis für PhysikErwin Schrödinger
(1887–1961)
OsterreichÖsterreich Österreich„für die Entdeckung neuer produktiver Formen der Atomtheorie“ (Weiterentwicklung der Quantenmechanik)Erwin Schrödinger
Paul Dirac
(1902–1984)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes KönigreichPaul Dirac
Nobelpreis für Chemienicht verliehen
Nobelpreis für Physiologie oder MedizinThomas Hunt Morgan
(1866–1945)
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten„für seine Entdeckungen über die Bedeutung der Chromosomen als Träger der Vererbung“Thomas Hunt Morgan
Nobelpreis für LiteraturIwan Bunin
(1870–1953)
Staatenlos, wohnhaft in Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich (geboren in Woronesch, Russisches Kaiserreich 1858Russisches Kaiserreich Russland)„für die strenge Künstlerschaft, womit er die klassische russische Linie in der Prosadichtung vertritt“Iwan Bunin
Friedensnobelpreis
(verliehen 1934)
Norman Angell
(1874–1967)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes KönigreichMitglied der Exekutivkommission des Völkerbunds und des Nationalen FriedensratsNorman Angell

Geboren

Januar

Patriarch Ilia II.
Javier Kardinal Lozano Barragán (2006)

Februar

Than Shwe im Oktober 2010

März

April

(c) Georges Biard, CC BY-SA 3.0
Jean-Paul Belmondo, 2001

Mai

  • 01. Mai: Wayne Williams, US-amerikanischer Rockabilly-Musiker
  • 02. Mai: Harry Woolf, Lord Chief Justice of England and Wales (2000–2005)
James Brown, 1973
Joan Collins, 2012

Juni

Juli

August

Sheldon Adelson 2010
Doyle Brunson
Roman Polański, 2011

September

Oktober

November

Dezember

Genaues Geburtsdatum unbekannt

  • Isaac Kobina Abban, ghanaischer Jurist († 2001)
  • Klaus Abramowsky, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher († 1998)
  • Abdallah ibn Husain al-Ahmar, jemenitischer Politiker und Stammesführer († 2007)
  • Maria Anspach, deutsche Heimatschriftstellerin, Kabarettistin und Journalistin
  • Abdullah Ibn Jibreen, islamischer Religionsgelehrter († 2009)
  • Gerold Adam, deutscher Biophysiker († 1996)
  • Heinrich Aebli, Schweizer Politiker
  • Hüseyin Akbaş, türkischer Ringer († 1989)
  • Eugene Avon Anderson, US-amerikanischer Wrestler († 1991)
  • Gabriele Andreae, deutsche Germanistin und Schriftstellerin
  • Barbara Antkowiak, deutsche Slawistin, Literaturübersetzerin und Lektorin († 2004)
  • Gerhard Ausborn, deutscher Maler
  • Nelly Ben-Or, polnisch-jüdische Pianistin und Musikpädagogin
  • Pedro Ignacio Calderón, argentinischer Dirigent
  • Helmut Hallmeier, deutscher Motorradrennfahrer († 1976)
  • Ibrahim Hazimeh, palästinensischer Künstler
  • Dorothy Iannone, US-amerikanische Künstlerin
  • Edith Kellnhauser, deutsche Pflegewissenschaftlerin († 2019)
  • Manfred Petersen, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
  • Pepi Scherfler, österreichischer Musiker, Arrangeur und Komponist († 2010)
  • Isawa Taka, japanischer Schriftsteller († 1997)
  • Miriam Tlali, südafrikanische Schriftstellerin († 2017)
  • Raymond Wentworth, US-amerikanischer Sänger und Komponist
  • Lutz Wilde, deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger

Gestorben

Januar/Februar

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Wilhelm Cuno

März/April

Sigfrid Karg-Elert
Anna Blos

Mai/Juni

Clara Zetkin, in den 1920er Jahren

Juli/August

Hipólito Yrigoyen

September/Oktober

Hans Freiherr von Berlepsch

November/Dezember

König Mohammed Nadir Schah

Genaues Todesdatum unbekannt

  • Ludwig Außerwinkler, deutscher Chemiker und Fotograf (* 1859)
  • William Boosey, englischer Musikveranstalter und -verleger (* 1864)
  • August Einwald, deutscher Afrikareisender (* 1846)
  • Verkine Karakaschian, armenische Schauspielerin (* 1856)

Weblinks

Commons: 1933 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Italian conductor Claudio Abbado
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Anna Blos, geb. Tomaczewska, (* 4. August 1866 in Liegnitz; † 27. April 1933 in Stuttgart) war eine deutsche Politikerin der SPD.

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Ilia II, the current Catholicos-Patriarch of All Georgia.
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La locomotive du train tamponneur
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US Flag with 48 stars. In use for 47 years from July 4, 1912, to July 3, 1959.
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Autor/Urheber: Elke Wetzig (Elya), Lizenz: CC BY-SA 3.0
Der Wirtschaftswissenschaftler und -philosoph Amartya Sen, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 1998, während einer Vorlesung an der Universität zu Köln am 28. November 2007 anlässlich der Verleihung des Meister-Eckhart-Preises.
Bundesarchiv Bild 183-R99859, Berlin, brennender Reichstag (Reichstagsbrand).jpg
(c) Bundesarchiv, Bild 183-R99859 / CC-BY-SA
Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Info non-talk.svg
Berlin, brennender Reichstag (Reichstagsbrand)

ADN-Zentralbild/Archiv/27.2.1933 Berlin: Das brennende Reichstagsgebäude Am 27. Februar 1933 wurde das Reichstagsgebäude durch einen von den Nationalsozialisten inszenierten Brand zerstört. Der Hitlerregierung diente er als Vorwand für einen Terrorfeldzug vor allem gegen Kommunisten und andere Antifaschisten. In diesem Zusammenhang wurde der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff festgenommen und im Reichstagsbrandprozess als Unschuldiger angeklagt. Aufnahme 1933

[Berlin.- Brennender Reichstag (Reichstagsbrand)]
Flag of the United Kingdom.svg
Union Jack, Flagge des Vereinigten Königreichs
Gelöbnis treuester Gefolgschaft 1933-10-26.jpg
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Reichsverband Deutscher Schriftsteller (Gelöbnistext), die handschriftlichen Notizen sind von Harry Graf Kessler († 1937)

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Das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ war ein Treuegelöbnis von 88 deutschen Schriftstellern und Dichtern für Adolf Hitler, das am 26. Oktober 1933 in der Vossischen Zeitung abgedruckt und gleichzeitig auch in anderen Zeitungen wie der Frankfurter Zeitung veröffentlicht wurde. Den obigen Zeitungsausschnitt aus der Frankfurter Zeitung legte Harry Graf Kessler seinem Tagebucheintrag vom 28. Oktober 1933 bei. Die handschriftliche Randnotiz Kesslers lautet: Wo bleiben Stefan George, Gerhart Hauptmann, Hans Carossa, Ricarda Huch, Jünger, Ernst v. Salomon, Dwinger, Ewers, Kayser? (Faksimile)
 
Die nicht genau alphabetische Reihenfolge der Namen sowie die zum Teil verkürzte oder abweichende, teils auch fehlerhafte Schreibweise (z. B. ist der Vorname von Franz Schauwecker – falsch – mit „Heinz“ angegeben) ist auch in den übrigen dokumentierten Originalveröffentlichungen identisch belegt: vgl. den Ausschnitt aus der Vossischen Zeitung, Morgenausgabe vom 26. Okt. 1933, Seite 2 (Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus), in der Hochladegeschichte oder den hier dokumentierten Ausschnitt aus dem Münsterschen Anzeiger vom 26. Oktober 1933.

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James Wolfensohn (2003)
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James Brown — performing in the Musikhalle of Hamburg, in February 1973.
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Heinz Dürr, German Entrepreneur, major shareholder of Stuttgart-based engineering firm Dürr AG
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Mohammed Nadir Khan, King of Afganistan (b.1880-d.1933)
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Brazilian football player, Manoel Francisco dos Santos (Garrincha), during the 1962 FIFA World Cup.
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Executive Order 6102 issued by Franklin D. Roosevelt in 1933 during the Great Depression requiring citizens to surrender their gold for which they were reimbursed.
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Photographer David Hamilton
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Roman Polanski and Emmanuelle Seigner at the César awards ceremony
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Hermann Goering, de espaldas, durante el juicio por el incendio del Reichstag, 1933.
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Flag of the Spanish Falange of the Assemblies of the National Syndicalist Offensive
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Javier Lozano Barragán
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Photo of Sheldon Adelson, chairman of Las Vegas Sands and Hong Kong-listed subsidiary Sands China. Photo taken 19 June 2010 in Hong Kong at a press conference held at the Four Seasons Hotel, following China Sands AGM.
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Actress, Diane Cilento, photographed 5 January, 1954
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Clara Zetkin (1857-1933)
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Horst Buchholz (* 4. Dezember 1933 in Berlin-Neukölln; † 3. März 2003 in Berlin), deutscher Schauspieler. Fest angebrachtes Email-Bild auf seinem Grabstein.
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Karl Lagerfeld au festival de Cannes.
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Neurologist and writer Oliver Sacks at the 2009 Brooklyn Book Festival, wearing a light-blue shirt and a dark-blue necktie that features a double helix pattern.
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Emperor Akihito and Empress Michiko (background) visiting the Richmond Olympic Oval in Richmond, B.C., Canada on July 10, 2009.
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Stimmzettel zur Reichstagswahl im November 1933
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1933ko azaroaren 5ean Autonomia Estatutua aldarrikatzeko hauteskundeak.
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Hans Freiherr von Berlepsch auf einem Gemälde. Man beachte das umgehängte Fernglas, das seine Leidenschaft zur Ornithologie symbolisiert.
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Picture taken during the XXIX Internacional Congress of Psychology, in Berlin. It was taken from a distance, thus the not-so-good quality of the image.
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Theodor Kardinal Innitzer – * 1875-12-25 (Nové Zvolání u Vejprt, CZ), † 1955-10-09 (Wien, AT)
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Diese Beschreibung ist tendenziös oder falsch: Einleitungssatz zeitgenössischer POV
Ein interessanter Rückblick auf das ereignisreiche Jahr der nationalen Erhebung in Deutschland, vom 30. Januar 1933 bis jetzt!

Der historische 30. Januar 1933 in Berlin.

Adolf Hitler wurde vom Reichspräsidenten von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Das Auto mit Reichskanzler Adolf Hitler verläßt um 12 Uhr 40, von der jubelnden Menschenmenge begrüßt, die Reichskanzlei, dem damaligen Sitz des Reichspräsidenten in der Wilhelmstrasse.
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Congressman Charlie Wilson (photo ca. 1995, age approx. 62)
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(c) Bundesarchiv, Bild 102-16093 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0
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Reichspräsident von Hindenburg tot!

Der historische Tag von Potsdam am 21. März 1933.

Reichspräsident von Hindenburg in der Garnisonkirche während der großen Rede Adolf Hitlers.
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English writer and politician Norman Angell (1872-1967), Nobel Peace Prize laureate in 1933.
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A photograph of the famous composer Sigfrid Karg-Elert.
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Mathieu Kérékou. Photograph taken in Cotonou (Benin) during a state visit of Brazils Luiz Inácio Lula da Silva.
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Krzysztof Penderecki, aufgenommen am 6. Juli 2008 während des XIII. Festivals der Stars in Danzig.
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Engelbert Dollfuss.
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Die Opfer des Hungers. Fußgänger und Leichen verhungerter Bauern auf einer Straße in Charkiw, 1933 (Bild: Gareth Jones). Foto aus der Sammlung von Kardinal Theodore Innitsyra (Archiv der Diözese Wien). Basil Marochko (Institut für Geschichte der Ukraine).
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Bücherverbrennung 1933 in Deutschland
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(c) Bundesarchiv, Bild 146-1990-048-29A / CC-BY-SA 3.0
Obersalzberg, Berghof, Adolf Hitler. Kniestück sitzend (auf dem Schreibtisch sitzend, heller Anzug, gepunktete Krawatte, Hoheitsabzeichen auf d.linken Revers; m.verschränkten Armen; in Hitlers Arbeitszimmer). Vgl. Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann, Bild-Nr. hoff-1956. Fotografie 1936, in: IB 1937, Sonderheft: Das Deutschland Adolf Hitlers.
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Doyle Brunson in 2006 World Series of Poker - Rio Las Vegas.
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นายกรัฐมนตรีเยี่ยมคารวะพลเอกอาวุโส ตาน ฉ่วย ประธานสภาสันติภาพและการพัฒนาแห่งรัฐ (State Peace and Development Council of the Union of Myanmar - SPDC) ณ เรือนรับรอง Zeyarthiri Beikman นครเนปิดอว์ สหภาพพม่า วันจันทร์ ที่ 11 ตุลาคม พ.ศ.2553 (Photographer attached to the Prime Minister of the Kingdom of Thailand : Peerapat Wimolrungkarat / พีรพัฒน์ วิมลรังครัตน์)
Thomas Hunt Morgan.jpg
This image is one of several created for the 1891 Johns Hopkins yearbook of 1891, see Shine and Hobel. 1976. Thomas Hunt Morgan. The University Press of Kentucky ISBN 081319995X Ungültige ISBN for other examples of photos from the same sitting.
Yokoono2.jpg
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Yoko Ono at the Museum of Contemporary Art of the University of São Paulo, Brazil.
Joan Collins - Monte-Carlo Television Festival.jpg
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Joan Collins at the 2012 Monte-Carlo Television Festival.
4 Reichspfennige 1932 A J315.jpg
4 Reichspfennig-Münze, Deutsches Reich, Weimarer Republik 1932. Prägeanstalt A (Berlin), Auflage: 27,1 Mio, J. 315. Größe Ø ca. 24 mm
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Hannelore Kohl.jpg
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Hannelore Kohl
Peter Mansfield Leipzig.jpg
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Sir Peter Mansfield an der Universität Leipzig
Ivan Bunin 1933.jpg
Iwan Bunin, Nobelpreisträger für Literatur 1933
Flag of the Russian Empire (black-yellow-white).svg
Flagge des russischen Imperiums 1858—1883. Selbst erstellt in Inkscape.