1264

1264
Denkmal der Schlacht von Lewes
Denkmal der Schlacht von Lewes
Heinrich III. und sein Sohn Eduard werden von der Opposition der Barone unter Führung von Simon V. de Montfort
in der Schlacht von Lewes gefangen genommen.
1264 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender712/713 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender1256/57
Buddhistische Zeitrechnung1807/08 (südlicher Buddhismus); 1806/07 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender65./66. (66./67.) Zyklus

Jahr der Holz-Ratte 甲子 (am Beginn des Jahres Wasser-Schwein 癸亥)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam)626/627 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender642/643
Islamischer Kalender662/663 (Jahreswechsel 23./24. Oktober)
Jüdischer Kalender5024/25 (22./23. September)
Koptischer Kalender980/981
Malayalam-Kalender439/440
Seleukidische ÄraBabylon: 1574/75 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1575/76 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära1302
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender)1320/21 (Jahreswechsel April)

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Zweiter Krieg der Barone in England

Heinrich III. unterwirft sich dem Schiedsspruch von Ludwig IX.
Schlacht von Lewes
  • 14. Mai: Heinrich III. und sein Sohn Edward werden von der Opposition der Barone unter Führung von Simon V. de Montfort in der Schlacht von Lewes gefangen genommen. Der König verzichtet auf weiteren Widerstand und akzeptiert am folgenden Tag Montforts Mise of Lewes. Danach erkennt Heinrich die Provisions of Oxford wieder an, wobei Montfort ihm Nachverhandlungen über strittige Punkte zugesteht.
  • 23. Juni: Ein von Simon de Montfort einberufenes Parlament beschließt eine umfassende Änderung der Regierung: Anstatt des 15-köpfigen Staatsrats wird ein dreiköpfiger Ausschuss gebildet, dem Montfort, Gilbert de Clare sowie Bischof Stephen Bersted von Chichester angehören. Dieser Ausschuss soll einen neunköpfigen Staatsrat wählen, der den König beraten soll. Die eigentliche Macht liegt jedoch beim dreiköpfigen Ausschuss. Dem König bleibt nur noch symbolische Macht.
  • 25. August: De Montfort schließt einen Waffenstillstand mit den Marcher Lords. Doch zahlreiche Anhänger des Königs führen den Kampf fort.
  • 14. Dezember: Simon de Montfort beruft für den 20. Januar De Montfort’s Parliament ein, an dem nicht nur Barone und Bischöfe, sondern erstmals auch Vertreter der Ritter und der Städte teilnehmen.

Irland

Heiliges Römisches Reich

Obizzo II. d’Este

Osteuropa

Vaišelga
  • Anfang des Jahres: Vaišelga, der bislang als orthodoxer Mönch gelebt hat, wird Großfürst von Litauen als Nachfolger seines im Vorjahr ermordeten Vaters Mindaugas I. Er nimmt den Kampf mit den Mördern seines Vaters, Treniota und Daumantas auf. Treniota wird bereits im Frühjahr von Gegnern ermordet.
  • 8. September: Herzog Bolesław VI. der Fromme von Großpolen erlässt das Statut von Kalisch, das die Stellung der Juden in Polen definiert und die Grundlage für deren relativ autonome Existenz bildet. Mit dem Statut werden unter anderem Strafen für die Schändung von jüdischen Friedhöfen und Synagogen angedroht. Das Statut enthält Vorschriften zur Bestrafung jener, die Juden des Ritualmordes beschuldigen. Es regelt die Grundsätze der Handelstätigkeit durch die Juden und sichert ihnen die Unantastbarkeit des Lebens und des Besitzes zu. Die über Jahrhunderte wirkende Schutzfunktion führt – trotz immer wieder aufflammenden Ritualmordpogromen – zu einer beträchtlichen Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Polen.
  • Jaroslaw III. Jaroslawitsch, Sohn Jaroslaws II. aus dem Geschlecht der Rurikiden, wird Großfürst von Twer und Wladimir. Er folgt seinem im Vorjahr verstorbenen älteren Bruder Alexander Newski auf den Großfürstenstuhl. Alexanders Sohn Dimitri ist zuvor aus der wichtigen Handelsstadt Nowgorod vertrieben worden. Die Anerkennung Jaroslaws durch die dortige Stadtbevölkerung bedeutet zugleich seine Durchsetzung als Großfürst.

Kreuzfahrerstaaten

Stammbaum der Isabella von Beirut

Zentral- und Ostasien

  • Nach vierjährigem Bruderkrieg muss der von den traditionell eingestellten Stammesfürsten unterstützte Arigkbugha Khan gegen Kublai Khan im Kampf um das Khaganat im Mongolenreich kapitulieren. Er wird in einer Reichsversammlung angeklagt, dort aber freigesprochen.
  • Juli: Der eng mit dem neuen Großkhan verbündete, jedoch eigenständig in seinem Namen in Maragha regierende Ilchan Hülegü beruft eine Versammlung (Kuriltai) in seinem Feldlager bei Täbris ein, bei der auch seine Vasallen König David VII. von Georgien, König Hethum I. von Armenien und Fürst Bohemund VI. von Antiochia anwesend sind. Dabei setzt er eigene Verwaltungsbeamte wie Finanzminister Sams ed Din Gowaini und Hofastrologen Nasir al-Din Tusi ein. Bei dieser Gelegenheit erhalten die beiden venezianischen Kaufleute Niccolò und Maffeo Polo, die seit 1261 in Buchara im Tschagatai-Khanat festsitzen, durch einen Boten Hülegüs eine Einladung an den Hof Kublai Khans.
  • Ahmad Fanakati wird Finanzminister im Reich Kublai Khans.
Song Duzong
  • Der chinesische Kaiser Song Lizong stirbt kinderlos und wird von seinem Neffen Song Duzong beerbt, der damit die Song-Dynastie in China fortführt. Seine Regierungszeit ist vom Abwehrkampf gegen die Mongolen geprägt, wobei er die Regierungsgeschäfte weitgehend seinem Kanzler Jia Sidao überlässt. Dieser verfügt umfangreiche Landenteignungen, um das Heer zu finanzieren, lässt aber auch regelmäßig Rechnungsprüfungen bei Heerführern durchführen, womit er sich sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Generälen unbeliebt macht.

Stadtrechte und urkundliche Ersterwähnungen

Kultur

  • 28. Februar: Das japanische Zeitalter Bun’ei beginnt.
Merton College in Oxford

Religion

St.-Paulus-Dom vom Domplatz aus

Natur und Umwelt

  • zwischen 14. Juli und 2. Oktober: Der Große Komet C/1264 N1 ist in Europa und China mit bloßem Auge sichtbar.

Geboren

  • 26. Mai: Koreyasu, Shōgun des Kamakura-Shōgunates in Japan († 1326)
  • 21. November: Keizan Jōkin, japanischer Mönch, einer der Gründer der zen-buddhistischen Sōtō-shū († 1325)
  • Alexander, schottischer Thronfolger († 1284)
  • Ludwig von Frankreich, Abkömmling der Kapetinger, französischer Thronfolger († 1276)

Genaues Geburtsdatum unbekannt

Gestorben

Todesdatum gesichert

  • 16. Februar: Azzo VII. d’Este, Markgraf von Ferrara (* 1205)
  • 3. April: William Button, Bischof von Bath und Wells
  • 8. April: Simon I., Graf der vorderen Grafschaft Sponheim (* 1210/1215)
  • 25. April: Roger de Quincy, englisch-schottischer Magnat (* um 1195)
  • 17. Mai: Wartislaw III., Herzog von Pommern (* um 1210)
  • 1. August: Johann I., Fürst von Mecklenburg (* um 1211)
  • 2. Oktober: Jacques Pantaléon, unter dem Namen Urban IV. Papst (* vor 1200)

Genaues Todesdatum unbekannt

  • Frühjahr: Hugo l’Aleman, Herr von Caesarea
  • April/Mai: Robert de Vieuxpont, englischer Adliger und Rebell
  • Andrei II., Großfürst von Wladimir
  • Daniel, Fürst von Halytsch-Wolodymyr und Wolhynien, Großfürst von Kiew sowie König der Rus (* 1201)
  • Isabella von Zypern, Regentin von Jerusalem (* um 1210)
  • Johann II., Herr von Beirut (* um 1230)
  • Konrad I., Herr von Frankenstein und vermutlicher Erbauer der Burg Frankenstein
  • Otto von Mörnstein, Bischof von Chiemsee und erwählter Bischof von Lavant
  • Song Lizong, chinesischer Kaiser der Song-Dynastie (* 1205)
  • Meinhard Tröstel, österreichischer Ministeriale (* nach 1200)

Gestorben um 1264

  • Vinzenz von Beauvais, französischer Gelehrter, Pädagoge, Dominikaner und Enzyklopädist (* um 1190)

Weblinks

Commons: 1264 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Stammbaum von Isabella Jagiellonica
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Repainting of Lavrishevsk Gospel (13th C.) cover, probably made in Valhyn to Vaišvilkas' order. Shows Dmirty Salunsky, which is Vaišvilkas, according to Vaclau Lastouski.
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The portrait of Emperor Duzong.
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St.-Paulus-Dom. Location: Münster, NRW, Germany
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Merton College Chapel, Oxford, seen from the east from the Front Quad
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Denkmal für die Schlacht von Lewes in Lewes, England