Wirtschaftskammer Oberösterreich

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) ist eine der neun Landeskammern der Wirtschaftskammer Österreich und damit die alleinige gesetzliche Interessenvertretung der Wirtschaft im Bundesland Oberösterreich.

Mitgliedschaft

Mit Stand 31. Dezember 2018 zählt die öffentlich-rechtliche Körperschaft 97.577 Mitglieder (inklusive Mehrfachmitgliedschaften in verschiedenen Bundesländern), davon sind 79.638 aktive (nicht ruhend gestellte) Mitglieder.[1] Die WKO Oberösterreich zählt 1411 Funktionäre, 117.251 Spartenmitglieder, 128.742 Fachgruppenmitglieder und beschäftigt 391 Mitarbeiter (ohne WIFI, Sparten und Fachorganisationen).[2]

JahrMitglieder WKO Oberösterreich (Stand per 31. Dezember 2018)davon aktive (ohne ruhende Mitgliedschaften)
198034.19930.155
198535.59130.661
199040.96733.682
199547.40737.173
200057.08844.946
200159.39746.641
200261.51748.211
200363.67149.999
200465.60451.712
200567.34553.412
200668.62654.900
200770.09456.150
200874.99360.717
200977.86363.015
201080.24165.024
201182.13366.607
201284.20668.099
201386.99670.357
201489.57372.613
201592.10874.718
201694.32476.572
201796.40478.447
201897.57779.638

Mitglieder nach Sparten

Aktuelle Zahlen für Oberösterreich (Stand per 31. Dezember 2018)[3]

Mitglieder nach Sparten201820172016201520142013
Gewerbe und Handwerk56.62255.36553.46446.88244.31242.073
Handel35.32835.50435.19930.89130.34829.973
Industrie1.3641.3651.3721.1841.7991.818
Bank und Versicherung162164169181188195
Transport und Verkehr5.8775.7905.7925.1165.0535.028
Tourismus und Freizeitwirtschaft11.08911.16711.14410.51710.52710.426
Information und Consulting18.30018.00117.71116.19115.86915.543

Gliederung

Territorial gliedert sich die WKOÖ in eine Zentrale in Linz sowie in 16 Bezirksstellen (Braunau, Eferding, Freistadt, Gmunden, Grieskirchen, Kirchdorf, Linz-Stadt, Linz-Land, Perg, Ried, Rohrbach, Schärding, Steyr, Urfahr-Umgebung, Vöcklabruck, Wels), die neben den Branchenvertretungen die Erstansprechpartner für alle Mitglieder sind. Fachlich unterteilt sich die WKOÖ in sieben Sparten (Gewerbe und Handwerk, Industrie, Handel, Bank und Versicherung, Transport und Verkehr, Tourismus und Freizeitwirtschaft, Information und Consulting), die wiederum in 93 Fachorganisationen (Fachgruppen, Innungen, Gremien und Fachvertretungen) unterteilt sind. Diese vertreten und beraten in Branchenangelegenheiten.

Struktur und Leitlinien

Frei gewählte Funktionäre und angestellte Mitarbeiter arbeiten gemeinsam in der Organisation. Als Dienstleistungspartner der oberösterreichischen Unternehmer vertritt die Wirtschaftskammer Oberösterreich die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder nach außen und wirkt gemeinsam mit den Fachgruppen als Teil der Sozialpartnerschaft beim Abschluss von Kollektivverträgen mit.

Angebotskern

Die Leistungsbereiche Interessensvertretung, Service und Bildung sind Kernangebote. Als Interessensvertretung greift die Wirtschaftskammer Oberösterreich die Anliegen der Wirtschaft auf, schafft unternehmergerechte Rahmenbedingungen, greift federführend in der Mitgestaltung der Wirtschaftsförderung ein und gilt als Sprachrohr der lokalen Wirtschaft. Im Service-Bereich gibt es ein breitgefächertes Service- und Beratungsangebot für Mitgliedsbetriebe (Online-Services, Recht, Karriereberatung und Berufsinformation, Branchen- und Regionalservice, Betriebswirtschaft, Förderungen, Newsletter, Informationen zu Außenwirtschaft/Umwelt/Technologie/Innovation etc.). Das Bildungsangebot der Wirtschaftskammer Oberösterreich reicht von Informationsveranstaltungen über Workshops und Seminaren bis hin zu WIFI-Weiterbildungsmöglichkeiten (Kurse, Seminare, WIFI-Unternehmerakademie). Als Herausgeber der Zeitung „OÖ Wirtschaft“ tritt die Wirtschaftskammer Oberösterreich auch publizistisch auf.

Erfolgsbeispiele aus der Interessensvertretung 2018:[2]

  • Weniger Bürokratie: Meldungen für Ausnahmen bei der Wochenend- und Feiertagsruhe beim Arbeitsinspektorat sind nicht mehr notwendig.
  • Umsatzsteuersenkung: Umsatzsteuer bei Nächtigungen von 13 % auf 10 % gesenkt. Das entlastet österreichweit mehr als 30.000 Betriebe finanziell und vereinfacht die USt-Berechnung.
  • Gesetz entschärft: Bei erstmaligen Verstößen gegen die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung wird die Behörde vorerst beraten und nur verwarnen. Eine deutliche Erleichterung für unsere Betriebe.
  • Ersparnis: Halbierung der Verzugszinsen für Sozialversicherungsbeiträge erkämpft – damit ersparten wir den oberösterreichischen Betrieben im letzten Jahr 720.000 Euro.
  • Erfolgreich verhindert: Verschärfungen beim Subunternehmerwechsel bei öffentlichen Aufträgen erfolgreich abgewandt. Das ermöglicht weiterhin eine rasche Abwicklung von Bauvorhaben.
  • Flexible Arbeitszeiten: Neue Arbeitszeitregeln bringen Vorteile für Betriebe, Mitarbeiter und Kunden.
  • Durchgesetzt: Wiedereingliederungsteilzeit kann ab 1. Juli 2018 auch ein Monat nach dem Krankenstand angetreten werden.
  • Einfacherer Betriebsstar: Emissionsarme Betriebe brauchen keine Betriebsanlagengenehmigung mehr. Diese Erweiterung der „Genehmigungsfreistellungsverordnung“ entlastet viele Betriebe.
  • Senkung Unfallversicherungsbeiträge: von 1,3 % auf 1,2 % ab 1. Januar 2019.
  • Beraten statt Strafen: „Beraten statt Strafen“-Grundsatz im Verwaltungsstrafgesetz verankert! Damit ersparen sich Betriebe teure Geldstrafen bei kleinen Verstößen.
  • Stärkung der Betriebe in den Regionen: Erhöhte Schwellenwerte bei öffentlichen Aufträgen bleiben bis Ende 2020. Das stärkt die Betriebe in den Regionen.
  • Weniger Gesetzeshürden: Wichtiger Entbürokratisierungsschritt durch Bundesrechtsbereinigung gelungen. Rund 2.500 Gesetze und Verordnungen werden ersatzlos gestrichen.
  • Beträge reduziert: Die Arbeitslosenversicherung für Selbständige wird nun endlich durch eine Beitragssenkung deutlich leistbarer. Der Beitragssatz wird sogar rückwirkend reduziert.
  • Zeit- und Geldersparnis: Das Standortentwicklungsgesetz strafft und vereinfacht Genehmigungsverfahren für wichtige Infrastrukturprojekte. Das spart Zeit und Geld für die Wirtschaft.
  • Entlastung: Weitreichende Senkung und Deckelung der Säumnis- und Betretungszuschläge für Meldepflichtverstöße in der Sozialversicherung für Unternehmen.
  • Rot-Weiß-Rot-Karte: Neue praxisgerechtere Lösungen bei der Rot-Weiß-Rot-Karte für Arbeitskräfte aus nicht EU Ländern.
  • Senkung der Kammerumlagen: Entlastung für oberösterreichische Mitgliedsbetriebe um 6 Mio. Euro ab dem Jahr 2019.

Erfolgsbeispiele aus der Interessensvertretung 2017:[2]

  • Arbeitnehmerschutz: Weniger Aufzeichnungspflichten, Meldepflichten und Regelungen reduzieren Zeit- und Kostenaufwand.
  • Entgeltfortzahlung für KMU: Betriebe bis zu 10 Mitarbeitern erhalten künftig 75 % des fortgezahlten Entgelts.
  • Erleichterung beim Krankengeld: Das Krankengeld für Selbständige wird künftig rückwirkend ab dem 4. Tag ausbezahlt.
  • Aushängepflicht von Gesetzen: Die lästige Verpflichtung, Gesetze im Betrieb auszulegen, entfällt.
  • Auflösungskosten von Dienstverhältnissen: Die sogenannte Auflösungsabgabe wird mit 1. Januar 2020 entfallen.
  • Projektgenehmigungen: Durch die Deregulierungsoffensive des Landes Oberösterreich entfallen künftig tausende Bau- und Projektberufungsverfahren.
  • Ökoenergie: Solaranlagen werden bis 4.000 Euro, Wärmepumpen und Fernwärme bis zu 2.800 Euro gefördert.
  • Nahversorgungsförderung in Oberösterreich: Bis 2020 sind Förderungen für Betriebe gesichert.
  • Lohnnebenkosten: Wer zusätzliche Mitarbeiter anstellt, bekommt in den ersten drei Jahren bis zur Hälfte der Lohnnebenkosten gefördert.
  • Wiedereingliederungsteilzeit: Wenn Mitarbeiter mindestens sechs Wochen krank waren, hilft diese bei der Rückkehr ins Unternehmen. Arbeitgeber ersparen sich 25 % bis 50 % der Lohn- und Lohnnebenkosten.
  • Anstellung erfahrener Mitarbeiter: Die Lockerung des Kündigungsschutzes älterer Arbeitskräfte macht deren Anstellung für Unternehmen attraktiver.
  • Rechtssicherheit für Selbständige: „Umqualifizierungen“ von Selbständigen zu Dienstnehmern durch die Gebietskrankenkassen nur mehr mit Einbindung der SVA und klaren Spielregeln möglich.
  • Innovationskraft durch höhere Forschungsprämie gestärkt: Wer in Forschung und Entwicklung investiert, wird ab dem kommenden Jahr mit einer erhöhten Forschungsprämie von 12 % auf 14 % unterstützt.
  • Investitionszuwachsprämie: Von einem Zuschuss von 10 % für Neuinvestitionen profitieren rund 2.500 Unternehmen in Österreich.
  • Entlastung und Qualität: Die Reform der Gewerbeordnung erleichtert wie geplant den unternehmerischen Alltag und stellt sicher, dass duale Ausbildung und handwerkliche Qualität weiter gesichert sind.
  • Flexibilisierung und Entlastung: Wichtige Anliegen der Wirtschaft wurden ins neue Regierungsprogramm aufgenommen (AZ-Flexibilisierung, Bürokratie- und Strafenabbau, Sicherung von Fachkräften, Steuern- und Abgabensenkungen usw.).

Dienstleistungen

Fachorganisationen – Service

  • Branchenrecht (z. B. Lebensmittelrecht, Elektrotechnikgesetz etc.)
  • Branchenmanagement, Branchenkennzahlen, Bildungspolitik – Service
  • Lehrverträge
  • Lehrlings-, Meister- und Unternehmerprüfungen
  • Karriereberatung – Berufsinformation
  • Firmenausbildungsverbund Oberösterreich
  • Integration

Bezirksstellen – Service „vor Ort“

  • Gründung
  • Gewerberechtsauskünfte
  • Regionalspezifische Auskünfte
  • Netzwerke
  • Behördenstammtische
  • Schule – Wirtschaft

WIFI – Service

  • Aus- und Weiterbildung
  • Firmen Intern Training
  • Unternehmerakademie

Präsidenten

  • 1980 bis 1990: Rudolf Trauner senior
  • 2000 bis 2003: Viktor Sigl
  • 2003 bis 2017: Rudolf Trauner junior
  • seit 2017: Doris Hummer

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wirtschaftskammermitglieder nach Bundesländern (PDF). Abgerufen am 8. Februar 2019.
  2. a b c Wirtschaftskammer Oberösterreich: Wir über uns (PDF) Abgerufen am 8. Februar 2019.
  3. Mitglieder- und Neugründungsstatistik. Abgerufen am 8. Februar 2019.

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