Terroranschläge am 11. September 2001

Terroranschläge am
11. September 2001
Datum11. September 2001 (Dienstag)
Uhrzeit8:46 Uhr bis 17:20 Uhr Ortszeit
14:46 Uhr bis 23:20 Uhr MESZ
LandVereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
OrtWTC 1 / Nordturm (AA 11)
WTC 2 / Südturm (UA 175)
Pentagon (AA 77)
Shanksville (UA 93)
Verletztemehr als 6.000[1][2]
Todesopfer2977 Anschlagsopfer
19 Entführer von Al-Qaida
KategorieIslamistischer Terrorismus
Flugzeugentführung
Selbstmordattentat

Die Terroranschläge am 11. September 2001 (kurz 11. September oder engl. 9/11 [nʌɪn ɪˈlɛvn̩]) waren vier koordinierte Flugzeugentführungen mit nachfolgenden Selbstmordattentaten auf symbolkräftige zivile und militärische Gebäude in den Vereinigten Staaten von Amerika. Gemäß Erkenntnissen amerikanischer Sicherheitsbehörden wurden die Anschläge vom islamistischen Terrornetzwerk Al-Qaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant und von 19 seiner Mitglieder verübt, darunter 15 Staatsangehörige Saudi-Arabiens.

Am Morgen des 11. September entführten die Terroristen in drei Fünfergruppen und einer Vierergruppe vier Passagierflugzeuge. Um 8:46 Uhr Ortszeit wurde zunächst American-Airlines-Flug 11 in den Nordturm der Zwillingstürme des World Trade Centers (WTC) in New York City manövriert. Der um 9:03 Uhr nachfolgende Einschlag von United-Airlines-Flug 175 in den Südturm der Twin Towers wurde bereits weltweit live im TV gesendet. Aufgrund erheblicher Gebäudestrukturschäden kollabierten beide Wolkenkratzer im Laufe der folgenden anderthalb Stunden komplett. Bei den Einstürzen kamen laut behördlichen Angaben 2606 Menschen ums Leben. Zahlreiche umstehende Gebäude wurden durch Trümmer zerstört oder stark beschädigt. Am späten Nachmittag des 11. September kollabierte schließlich das beim Einsturz des Nordturms lädierte WTC 7.

Um 9:37 Uhr steuerten die Entführer American-Airlines-Flug 77 ins Pentagon, den Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums bei Washington, D.C. Der final gekaperte United-Airlines-Flug 93 wurde nach Kämpfen mit Passagieren vom Piloten der Entführer bei Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania um 10:03 Uhr zum Absturz gebracht und verpasste als einziges der vier entführten Flugzeuge das anvisierte Ziel. Die als terroristischer Massenmord eingestuften Anschläge forderten 2996 Menschenleben aus 92 Ländern.[3][4][5] Unter den Opfern waren elf deutsche Bundesbürger und zwei Schweizer Staatsangehörige. Österreich hatte keine Toten zu betrauern. Zum Gedenken wurden zahlreiche Erinnerungsstätten geschaffen, darunter das National September 11 Memorial and Museum, das Pentagon-Memorial und das Flight 93 National Memorial.

Unmittelbar nach den Anschlägen proklamierte US-Präsident George W. Bush einen „War on Terror“. Im Zuge der Militäroperation Enduring Freedom begann am 7. Oktober 2001 der Krieg in Afghanistan, mit dem Ziel, die seit 1996 herrschende Taliban-Regierung zu stürzen und Al-Qaida zu bekämpfen. Al-Qaida-Gründer Osama bin Laden bekannte sich erstmals 2004 als Initiator der Anschläge vom 11. September 2001. Eine US-Spezialeinheit liquidierte Bin Laden im Rahmen der Operation Neptune Spear am 2. Mai 2011. Zur umstrittenen Begründung des Irakkriegs 2003 bezog sich die US-Regierung ebenfalls auf die Anschläge, trotz Zweifeln zahlreicher NATO-Verbündeter. Laut einer Studie des IPPNW sind im „Krieg gegen den Terror“ weit über eine Million Menschen getötet worden.[6]

Der am 14. September 2001 in den USA ausgerufene Ausnahmezustand ist weiterhin in Kraft. Infolge der Anschläge am 11. September erließen Regierungen auf der ganzen Welt neue Gesetze zur Terrorismusbekämpfung, die häufig im Spannungsverhältnis zwischen individueller Freiheit und kollektiver Sicherheit lagen.[7]

Anschläge

Ablauf

Zeit
(Eastern Daylight Time)
Ereignis
08:46 UhrFlug AA 11 schlägt im WTC 1 (Nordturm) ein
09:03 UhrFlug UA 175 schlägt im WTC 2 (Südturm) ein
09:37 UhrFlug AA 77 fliegt in das Pentagon
09:59 UhrWTC 2 stürzt ein
10:03 UhrFlug UA 93 stürzt bei Shanksville ab
10:28 UhrWTC 1 stürzt ein
17:20 UhrWTC 7 stürzt ein
World Trade Center
Liveaufnahmen von 9:00 Uhr bis 10:40 Uhr
UA 175 schlägt im WTC 2 (bei Minute 3:14)
WTC 2 stürzt ein (bei Minute 15:09)
WTC 1 stürzt ein (Minute 18:10)
Die im kollektiven Gedächtnis manifestierten Bilder der brennenden Zwillingstürme
Illustration der Twin Towers mit Lage der Flugzeugeinschläge
Links: WTC 2 (Südturm)
Rechts: WTC 1 (Nordturm)
Illustration des WTC mit Lage der Einschläge und Fundstellen von Trümmern der beiden Flugzeuge
Illustration des WTC-Geländes mit den Einschlagsstellen
Ground Zero mit den ehemaligen Standorten der WTC-Gebäude
Hochaufgelöstes Luftbild des Ground Zero
Einschlagsschäden im Pentagon, 14. September 2001

Gemäß dem Untersuchungsbericht der 9/11-Kommission kaperten am 11. September 2001 um 8:14 Uhr Ortszeit fünf Mitglieder des radikal-islamischen Terrornetzwerks Al-Qaida den Linienflug American-Airlines-Flug 11 von Boston nach Los Angeles. Um 8:19 Uhr stellten sie den Transponder der Boeing 767-223ER mit insgesamt 92 Menschen an Bord ab. Die Passagiermaschine wurde aufgrunddessen nur noch vom Primärradar erfasst. Flughöhe, Geschwindigkeit und Kennung konnten von den Fluglotsen nicht mehr automatisch zugeordnet werden. Ebenfalls ab 8:19 Uhr informierten zwei Flugbegleiterinnen die Federal Aviation Administration (FAA) und ihr Luftfahrtunternehmen über die laufende Entführung. Um 8:37 Uhr bat die FAA das North American Aerospace Defense Command (NORAD) darum, Kampfjets zur Kontrolle des Flugkurses aufsteigen zu lassen. Um 8:45 Uhr starteten daraufhin zwei F-15, erhielten jedoch keine Zielangaben. Sie flogen zunächst über den offenen Atlantik.

Um 8:46 Uhr flog AA-11 mit einer Fluggeschwindigkeit von etwa 750 km/h zwischen die 94. und 98. Etage in den Nordturm (WTC 1) des World Trade Centers. Über den Einschlag berichteten ab 8:48 Uhr Fernsehsender in aller Welt live vor Ort aus New York City. Man glaubte zunächst an einen Unfall und forderte die Menschen im benachbarten Südturm (WTC 2) auf, Ruhe zu bewahren und am Arbeitsplatz zu bleiben.

Zwischen 8:42 und 8:46 wurde der ebenfalls in Boston Richtung Los Angeles gestartete United-Airlines-Flug 175 von einer weiteren Fünfergruppe der Terroristen entführt. Um 9:03 Uhr flog die Boeing 767-200 mit 65 Menschen an Bord bei einer Fluggeschwindigkeit von 943 km/h zwischen die 77. und 85. Etage des Südturms. Mit dem zweiten Einschlag innerhalb kürzester Zeit erkannten US-Behörden und Zeitzeugen, dass offensichtlich gezielte Terroranschläge verübt wurden. Fortan wurden Evakuierungen des gesamten WTC-Komplexes incl. der Nebengebäude WTC 3, WTC 4, WTC 5, WTC 6 und WTC 7 eingeläutet. Nichtsdestotrotz bemühten sich Feuerwehrleute des FDNY und hunderte weitere Ersthelfer zu den oberhalb der Einschlagstellen eingeschlossenen Menschen zu gelangen.

Beim Aufprall der beiden Flugzeuge gelangten insgesamt rund 58,1 Tonnen Kerosin in die Zwillingstürme, verteilten sich über die Fahrstuhlschächte bis in die Eingangslobbies und verursachten in den oberen Stockwerken anhaltende Brände mit starker Rauchentwicklung.[8] Der Südturm brach bereits 56 Minuten nach dem Einschlag um 9:59 Uhr vollständig zusammen. Trümmer des einstürzenden Südturms zerstörten das als Hotel dienende WTC 3. Das WTC 4 mit der weltgrößten Warenterminbörse für Rohstoffe (NYMEX), drei weiteren Warenterminbörsen des ICE Futures U.S. (Commodity Exchange (COMEX), New York Cotton Exchange (NYCE), Coffee, Sugar and Cocoa Exchange, Inc.) und dem damals weltweit größten Handelsparkett für Warentermingeschäfte mit Gold, Silber, Platin, Kupfer, Aluminium, Rohöl, Heizöl, Erdgas, Propangas, Baumwolle, Zucker, Kakao und konzentrierten gefrorenen Orangensaftwurde wurde fast vollständig vom Südturm begraben. [9][10] Völlig vernichtet wurde die wenige Meter südlich vom Südturm stehende St. Nicholas Greek Orthodox Church. Das benachbarte Deutsche Bank Building wurde so massiv beschädigt, dass man es bis zum Jahr 2010 Stockwerk für Stockwerk abtragen musste.

Um 10:28 Uhr kollabierte 102 Minuten nach dem Einschlag von Flug AA11 auch der Nordturm komplett. Der Zusammenbruch des Nordturms verursachte durch herausgeschleuderte Trümmer schwere Schäden an den westlich gelegenen Gebäuden des World Financial Centers und zerstörte das WTC 5 und WTC 6 fast völlig. Das 186 Meter hohe WTC 7 geriet auf einigen Stockwerken in Brand und wurde wegen Einsturzgefahr evakuiert. Schließlich kollabierte auch das WTC am späten Nachmittag um 17:20 Uhr komplett. Der Einsturz des WTC 7 verursachte ebenfalls erhebliche Schäden an umstehenden Gebäuden. Das benachbarte 32-stöckige New York Telephone Building musste anschließend für 1,4 Milliarden US-Dollar restauriert werden.[11][12] Die nördlich stehende Fiterman Hall (30 West Broadway) der City University of New York wurde so schwer beschädigt, dass sie abgerissen werden musste.[13]

American-Airlines-Flug 77 sollte planmäßig vom Washington Dulles International Airport nach Los Angeles fliegen. Die Passagiermaschine des Typs Boeing 757-223ER wurde zwischen 8:51 und 8:54 von fünf saudi-arabischen Al-Qaida-Mitgliedern entführt. Das Flugzeug traf das Pentagon bei Washington, D.C. um 9:37 Uhr und schlug eine Bresche durch drei Gebäudeteile der Westseite. Das explodierte Kerosin löste einen Großbrand aus. Dadurch stürzte die betroffene Fassade gegen 10:10 Uhr ein. Um 9:42 Uhr befahl das FAA-Hauptquartier allen Passagierflugzeugen im Luftraum der USA beim nächstgelegenen Flughafen zu landen.

Final wurde United-Airlines-Flug 93 um 9:28 Uhr von einer Vierergruppe geentert, der planmäßig mit 44 Menschen an Bord von Newark nahe New York nach San Francisco führen sollte. Die Boeing 757-222 änderte ihren Kurs um 9:32 Uhr Richtung Osten. Um 9:55 Uhr gab einer der Entführer die Frequenz einer Navigationsanlage des Ronald-Reagan-Flughafens in den Bordcomputer ein, um die Navigation in Richtung Washington D.C. zu ermöglichen.[14] Die Flugüberwachung bestätigte den Kurswechsel.[15] Als Anschlagsziel wurden später das Weiße Haus, das Kapitol oder der Landsitz des US-Präsidenten in Camp David vermutet. In einem Interview mit dem Al-Jazeera-Redakteur Yosri Fouda vom Juni 2002 sagte das Al-Qaida-Mitglied Ramzi Binalshib, das vierte Flugzeug habe das Kapitol treffen sollen.[16]

Einige Passagiere dieses Fluges erfuhren bei Bordanrufen von den Anschlägen auf das WTC und versuchten ab 9:57 Uhr in das Cockpit vorzudringen und die Entführer zu überwältigen. Daraufhin lenkte deren Pilot das Flugzeug um 10:03 Uhr zu Boden.[17] Es zerschellte bei Shanksville, rund 100 Kilometer östlich von Pittsburgh. Erst um 10:15 Uhr erfuhr NORAD von der Entführung dieses Fluges. Der Northeast Air Defense Sector (NEADS) in Rome (New York) erhielt erst gegen 10:30 Uhr den Befehl, entführte Flugzeuge abzufangen und eventuell abzuschießen.

Rettungseinsätze

Die Rettungsversuche begannen unmittelbar nach dem Einschlag des ersten entführten Passagierflugzeugs in den Nordturm des World Trade Centers, da ein Einheitsführer der Feuerwehr den Anflug und Einschlag der Maschine unmittelbar aus der Nähe beobachtete und der Einsatzzentrale meldete. Die New Yorker Feuerwehr (FDNY) wollte zunächst die im Nordturm tätigen Angestellten evakuieren, Verletzte bergen und eventuell Brände löschen. Dieses umfassende Ziel gab sie nach dem zweiten Einschlag auf, da sie nun mit Teileinstürzen der Gebäude rechnete. Die Hafenbehörde von New York unterstützte die städtische Feuerwehr und Polizei bei Evakuierungs- und Löschversuchen im WTC mit eigenen Polizei- und Rettungseinheiten. Deren Arbeit wurde erschwert, weil die Flugzeugeinschläge einige ihrer Leitstellen in den WTC-Türmen zerstört hatten. Trotz eines Räumungsbefehls setzten einige Feuerwehreinheiten im Nordturm ihre Evakuierungen fort; viele davon wurden beim Einsturz des Turms verschüttet. Begonnene Bergungsversuche mussten nach dem Einsturz des Süd- und des Nordturms erweitert werden. Zudem waren nun weitere Gebäude im Umkreis von 500 Metern durch Trümmerschäden einsturzgefährdet. Die Befehlsinfrastruktur des FDNY vor Ort war großenteils zerstört und musste neu aufgebaut werden.

Die New Yorker Polizei sperrte zunächst die nähere, dann auch die weitere Umgebung des WTC ab, unterstützte die Evakuierung der Türme und begann, den Ablauf der Anschläge zu ermitteln. Mit Helikopterflügen erhielt die Polizeiführung Informationen über die Lage in den Türmen, die die Einsatzleitung der Feuerwehr jedoch nicht erreichten. Rund 87 Prozent der ungefähr 17.400 Menschen, die sich zum Zeitpunkt des ersten Einschlags in den WTC-Gebäuden befanden, konnten sich selbst retten oder wurden von den Hilfsdiensten gerettet.[18] Ab dem 12. September retteten sie nur noch wenige Überlebende in der direkten Nachbarschaft.

Beteiligt waren ferner die Stadtverwaltung, New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani mit seinem Stab, der Staat New York, die Bundesregierung, das FBI, die FEMA, das National Military Command Center (NMCC) und weitere staatliche Behörden.

Bis Mai 2002 waren etwa 40.000 Personen an Rettungs- und Aufräumarbeiten am Ground Zero beteiligt. Sie und andere wurden dabei in unterschiedlichem Maß mit Schadstoffen vom WTC in der Atemluft belastet. Ausmaß und Bewältigung der gesundheitlichen Spätfolgen werden in den USA seit etwa 2005 verstärkt diskutiert. Die Stadt New York bewilligte im November 2010 ein Hilfspaket von 625 Millionen US-Dollar für zehntausend betroffene Helfer. Zudem unterschrieb US-Präsident Barack Obama am 2. Januar 2011 ein Gesetz, wonach Polizisten, Feuerwehrleute und andere Helfer insgesamt 4,2 Milliarden US-Dollar Entschädigungszahlungen für gesundheitliche Spätfolgen erhalten sollen.[19]

Tote und Verletzte

Bei den Anschlägen am 11. September kamen offiziellen Angaben zufolge mindestens 2.996 Menschen ums Leben, darunter die 19 Entführer.[20][21] In New York starben 2.759 Menschen, darunter 127 Passagiere, 18 Besatzungsmitglieder und 10 Entführer der beiden Flugzeuge.[22] Bevor die Türme kollabierten, stürzten etwa 200 Personen, die in den oberen Etagen von Fluchtwegen abgeschnitten waren, in den Tod. Teilweise bewusstlos und teilweise absichtlich, um dem dichten Rauch oder einer Verbrennung zu entkommen.[23] sowie 411 Helfer (343 Feuerwehrleute, 60 Polizisten und 8 Sanitäter). 189 Menschen starben beim Pentagon, darunter 125 Behördenmitarbeiter, 53 Flugzeugpassagiere, 6 Besatzungsmitglieder und 5 Entführer. 44 Personen, davon 33 Passagiere, 7 Besatzungsmitglieder und 4 Entführer, verloren bei Shanksville ihr Leben.[22]

372 Todesopfer waren Nichtamerikaner aus 92 Ländern, die meisten darunter aus dem Vereinigten Königreich, der Dominikanischen Republik sowie aus Indien. Elf Opfer waren Deutsche,[24] zwei Schweizer.[25]

Da nicht alle Opferfamilien vermisste Angehörige meldeten oder Todesbescheinigungen beantragten und nicht alle Verfahren dazu abgeschlossen waren, weichen die Zahlen verschiedener privater oder behördlicher Opferlisten voneinander ab. Bei den Aufräumarbeiten erfolgte Sterbefälle blieben unberücksichtigt.[26] Weitere Todesfälle gab es später bei den Helfern der Aufräumarbeiten. Ob diese an deren Spätfolgen starben, ist zum Teil umstritten.[27]

Die Zahl der am 11. September akut Verletzten wird auf über 6.000 geschätzt. Über 3.200 Kinder verloren durch die Anschläge einen oder beide Elternteile.[28] Viele davon erlitten traumatische Trennungsängste.[29] Für die Schäden und Opferangehörigen legte die US-Bundesregierung ein Acht-Milliarden-US-Dollar-Programm auf, die sogenannten Liberty Bonds.[30]

Bis zum 23. Februar 2005 arbeitete das gerichtsmedizinische Institut von New York an der gentechnischen Identifizierung von Körperbestandteilen der Opfer. 1.600 Opfer konnten auf diese Weise identifiziert werden. Etwas über 10.000 Fragmente blieben bislang unidentifizierbar. Von 1.100 in New York getöteten Personen fehlen jegliche Körperbestandteile, so dass sie nicht identifiziert werden konnten.[31] Am 2. April 2009 wurde das 1624. Opfer beim WTC identifiziert.[32]

Beim Einsturz der Türme wurden viele Karzinogene im Bauschutt freigesetzt. Die Befürchtung, diese würden viele Krebserkrankungen auslösen, bestätigte sich bis 2008 nicht: Unter den vor Ort arbeitenden Rettungskräften und Helfern, die den Karzinogenen ausgesetzt waren, zeigten sich gleichbleibende Inzidenzraten.[33]

Aus Angst veränderten viele Amerikaner ihr Reiseverhalten und nutzten den PKW anstatt von Flugzeugen. Der Flugverkehr brach dadurch um bis zu 20 % ein, der Straßenverkehr stieg um bis zu 5,2 % an. Dadurch kam es in den ersten 12 Monaten nach den Anschlägen zu 1.500 mehr tödlichen Unfällen mit 1.600 mehr Verkehrstoten, als statistisch zu erwarten waren. Nach einem Jahr hatten sich diese Zahlen wieder normalisiert.[34]

Täter

Flugzeugentführer

Das FBI gab die aus Passagierlisten und mit Klarnamen gebuchten Sitzplatznummern ermittelten Namen aller 19 Flugzeugentführer am 13. September 2001 bekannt.[35] Am 27. September 2001 veröffentlichte das FBI Fotos und persönliche Daten der 19 Entführer, darunter alternative Namensschreibweisen, da einige Namen mit denen lebender Personen verwechselt worden waren.[36]

Überreste aller 19 Entführer wurden gefunden. Bis 2008 konnten 13 davon mit DNA-Analysen (neun durch Ausschlussverfahren, vier durch Vergleichsproben) identifiziert werden. Die Überreste von sechs der zehn Entführer in New York City konnten nicht individuell zugeordnet werden.[37] 15 der 19 Entführer waren Staatsbürger Saudi-Arabiens, zwei stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie jeweils ein Pilot aus Ägypten und dem Libanon.[38][39]

Am 28. September 2001 veröffentlichte das FBI einen vierseitigen handschriftlichen Brief, dessen Kopien man an drei Stellen gefunden hatte, und ordnete ihn den Piloten von drei der vier entführten Flüge zu.[40] Attas Exemplar wurde in einer zu spät aufgegebenen Reisetasche am Flughafen Boston gefunden. In diesem mit einer „Fibel für Selbstmordattentäter“ kombinierten Testament stand etwa: „Öffne dein Herz, heiße den Tod im Namen Gottes willkommen … denn du bist nur einen kurzen Moment entfernt von dem guten, ewigen Leben in der Gesellschaft von Märtyrern.“[41] Abdelghani Mzoudi bestätigte die Echtheit des Dokuments im Oktober 2001.[42]

Der FBI-Antiterrorexperte Dale Watson bezeugte 2002 die Verbindungen der 19 Attentäter zu al-Qaida und zu Bin Laden.[43] Das FBI setzte seine Ermittlungen mit etwa 7.000 von 11.000 Angestellten unter der Bezeichnung PENTTBOM jahrelang fort.[44]

Auftraggeber

Die US-Regierung beschuldigte Osama bin Laden (1957–2011) wegen der von ihren Geheimdiensten gesammelten Indizien, die Anschläge initiiert, in Auftrag gegeben und mitfinanziert zu haben. Dieser begrüßte die Anschläge als Willen Allahs, bestritt aber anfangs jede Beteiligung daran.[45] Im November 2001 fand die US-Armee in Dschalalabad ein Videoband, in dem Bin Laden mit Mitgliedern seiner Gruppe über die Anschlagsplanung sprach, einige Entführer namentlich nannte, sie lobte und erklärte, er habe ihnen die Anschlagsziele erst in den USA genannt und nicht mit dem vollständigen Einsturz der WTC-Gebäude gerechnet. Mögliche Übersetzungsfehler[46] wurden von US-Medien überprüft: Sie fanden neun Namen beteiligter Entführer und weitere Hinweise auf Vorkenntnisse von den Anschlägen in Bin Ladens Aussagen.[47]

Im März 2002 schilderten Ramzi bin asch-Schaiba und Chalid Scheich Mohammed dem Al-Jazeera-Redakteur Yosri Fouda in Karatschi detailliert die etwa zehnjährige Vorbereitung der Anschläge im Auftrag Bin Ladens.[48] Anhand abgehörter Telefongespräche, Geldüberweisungen und Zeugenaussagen sehen die USA Chalid und Mohammed Atef als Hauptplaner der Anschläge an. Muhammad Haidar Zammar gilt als Rekrutierer der Attentäter. Bin Laden wählte 1999 die späteren Attentäter aus, finanzierte den Anschlagsplan mit[49] und befahl den späteren Flugzeugentführern im November 1999, in die USA zu fliegen.[50]

Am 1. November 2004, drei Tage vor der Wiederwahl von George W. Bush, wandte sich Bin Laden an die US-Bevölkerung und erklärte, wann und warum er auf die Idee der Anschläge gekommen sei und dass weitere dieser Art folgen würden, falls die USA ihre Politik nicht änderten.[51] In weiteren Video- und Tonband-Botschaften machte er seine Planung der Anschläge deutlich. Als Hauptmotiv dafür nannten er und seine wichtigsten Mitplaner stets die Unterstützung der USA für Israel und dessen Politik gegenüber den Palästinensern.[52]

Vorgeschichte

Die Terrorgruppe al-Qaida orientiert sich seit dem Zweiten Golfkrieg der USA gegen den Irak 1991 und der anschließenden Stationierung von US-Militär in Saudi-Arabien auf den Kampf gegen „den Westen“ und seine Werte. Ihre Mitglieder sehen die USA als den „großen Satan“, der den „kleinen Satan“ (den Staat Israel) decke, um die islamische Nation zu unterdrücken, zu spalten, ihre Reichtümer auszubeuten und sie an ihrer Einigung und an der Ausbreitung des Islam zu hindern. Sie behaupten, der Westen sei von „Ungläubigen“ und „Kreuzzüglern“ (Juden und Christen) beherrscht. Daraus leiten sie das Recht zum wahllosen Töten von Zivilisten und Bürgern verschiedenster Nationen ab, darunter auch Muslimen in den USA.

Die von der al-Qaida geplante und gescheiterte Operation Bojinka war 1995 ein erster Versuch, Flugzeuge als Bomben zu benutzen, indem sie in wichtige Gebäude gelenkt werden. Al-Qaida-Mitglieder verübten Anschläge gegen US-amerikanische Ziele, darunter den Sprengstoffanschlag auf das WTC (1993), Bombenattentate auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania (1998) und einen Selbstmordanschlag auf das Kriegsschiff USS Cole (DDG-67) im Jemen (2000). Die USA antworteten unter Präsident Bill Clinton 1998 mit Raketenangriffen auf vermutete afghanische Ausbildungslager der al-Qaida und bombardierten die von der CIA als Chemiewaffenfabrik eingestufte Asch-Schifa-Arzneimittelfabrik im Sudan.

Am 9. September 2001 verübten Selbstmordattentäter der al-Qaida einen Anschlag auf Ahmad Schah Massoud und die Taliban begannen eine Offensive gegen dessen Truppen im afghanischen Pandschschirtal.[53]

2002 veröffentlichte das FBI einen Zeitablauf zum Werdegang der Entführer.[54] Sie stammten alle aus wohlhabenden, angesehenen, eher säkular eingestellten Familien und genossen eine Ausbildung, die sie zu Auslandsstudien qualifizierte. Erst dort suchten und fanden sie Kontakte zu radikal-islamischen Predigern, die den Dschihad gegen den Westen propagierten. Zu ihrer Ideologie gehörten der Glaube an eine jüdische Weltverschwörung, das Bild eines imperialistischen Westens, der die islamische Welt kolonisiere und fortgesetzt demütige, und ein Hass auf die von der Globalisierung erzeugte weltweite soziale Ungerechtigkeit. Seit 1996 wollte Atta einen Märtyrertod sterben, seit 1999 auch seine Freunde. Dabei planten sie zunächst keinen Selbstmordanschlag im Westen. Die Entscheidung dazu fiel eventuell nach dem ersten Kontakt mit einem al-Qaida-Mitglied im Herbst 1998.[55]

Die Marienstraße mit Hausnummer 54 in Hamburg-Harburg, dem Wohnsitz einiger Attentäter von 1998 bis 2001

Atta, Jarrah, Al-Shehhi und Ramzi Binalshibh lebten seit 1998 in Hamburg und studierten als Gruppe islamistischer Studenten an der TU Hamburg-Harburg. Nach Zeugenaussagen planten sie seit Frühjahr 1999 als „Hamburger Terrorzelle“ die Anschläge.[56] Im November 1999 reisten sie nach Afghanistan und trafen im Dezember Bin Laden in Kandahar, der sie und andere wegen technischer und sprachlicher Fähigkeiten für die Anschläge auswählte und in seinen Trainingslagern ideologisch und technisch darauf vorbereitete. Dort verkündeten sie am 18. Januar 2000 ihren letzten Willen, kurz bevor sie zurück nach Hamburg flogen.[57]

Im Mai 2000 erhielten Atta, Al-Shehhi und Jarrah Einreisevisa für die USA, nicht aber Binalshibh. Daraufhin bestimmte Bin Laden Hani Hanjour, der in den USA studierte, als Ersatz. In Florida und Arizona erwarben diese vier bis Dezember 2000 eine Berufspilotenlizenz, im Falle von Ziad Jarrah eine Privatpilotenlizenz. Danach begannen sie ihr Training am Simulator für Passagierflugzeuge. Jarrah und Hanjour buchten Übungsflüge mit Kleinflugzeugen im Raum New York und Washington, D.C., um Flugrouten, Luftverkehr und Topografie kennenzulernen. Atta erhielt beim Treffen mit Binalshibh im Frühjahr 2001 in Europa nähere Instruktionen von Bin Laden und erfuhr als einziger auch die Anschlagsziele. Er koordinierte alle beteiligten Attentäter, die Bin Laden ausgesucht hatte und die im April 2001 in die USA eingereist waren. Er soll auch den 11. September als Anschlagstermin[58] und das Kapitol anstelle des schwieriger erreichbaren Weißen Hauses als Anschlagsziel festgelegt haben.[59]

Folgen

Erstreaktionen in den USA

George W. Bushs erste Reaktion wenige Minuten nach den Anschlägen auf das World Trade Center (Sarasota am 11.September 2001 um 9:30 Uhr)

Andrew Card, der damalige Stabschef des Weißen Hauses, informierte US-Präsident George W. Bush bei einer Schülervorlesung in Sarasota (Florida) gegen 9:00 Uhr Ortszeit vom ersten, kurz darauf vom zweiten Anschlag auf das WTC:[60] „Ein zweites Flugzeug hat den zweiten Turm getroffen. Amerika wird angegriffen.“[61] Bush setzte die Schulveranstaltung vor laufender Kamera noch sieben Minuten lang fort.[62] Er gab nach kurzer Besprechung mit seinem Stab eine erste Stellungnahme ab und flog dann mit dem Präsidentenflugzeug Air Force One[61] zu verschiedenen US-Air-Force-Stützpunkten. Gegen 19:00 Uhr erreichte er nach einem Zwischenstopp Washington, D.C. und das Weiße Haus.

Detail einer Gedenktafel am Zaun der St. Paul’s Chapel in der Nähe des Ground Zero
Wandgemälde: The human spirit

Verzweifelte Angehörige brachten in den ersten Tagen an Absperrzäunen und Wandflächen Vermisstenanzeigen an. Sehr schnell entwickelten sich diese Orte zu spontanen Gedenkstätten, nachdem weitere Menschen mittels Fotos, Kerzen, Briefen und Gegenständen (z. B. Spielzeug von vermissten Kindern) Anteil nahmen.

In einer großen, landesweit im Fernsehen übertragenen Trauerfeier im Footballstadion von New York gedachten Vertreter aller in New York beheimateten Gruppen und Religionen gemeinsam der Toten und bekräftigten gegenseitig ihre multikulturelle Toleranz als wesentliches Merkmal der Weltmetropole New York.

Bereits an den ersten Tagen nach den Anschlägen gab es Angebote, den Opfern zu helfen: Blutspenden, kostenfreie Hotelbenutzung, medizinische Versorgung und Medikamente für Menschen ohne Aufenthaltsnachweis oder mietfreien Büroraum für Gruppenzusammenkünfte und so weiter. Später gab es eine Vielzahl von Konzerten oder CDs, deren Einnahmen zum großen Teil an die Angebote ging. Zum Teil entstanden neue Hilfsfonds oder es wurde innerhalb bestehender Hilfsfonds ein neuer Schwerpunkt für betroffene Familien und Kinder gegründet. Bekannt wurden z. B. die Coalition of 9/11 Families, Children of September 11th, der New York Police and Fire Widows’ and Children’s Benefit Fund oder der New York Times 9/11 Neediest Cases Fund. 2001 wurden viele Selbsthilfegruppen gegründet, deren spezielle Schwerpunkte sich aus der Gruppenzusammensetzung der Opfer und der Situation der Angehörigen ergaben.

In den ersten Tagen nach den Anschlägen wurden hunderte Muslime, Araber oder arabisch aussehende und Turban tragende Menschen, oft Sikhs, in den USA beleidigt, angegriffen, bedroht und einige ermordet. Auch wurden Brandanschläge auf islamische Einrichtungen verübt.[63] US-Präsident Bush besuchte daraufhin am 17. September 2001 eine Moschee, verurteilte die Angriffe, unterschied den Islam vom Terror und rief zu Toleranz gegenüber muslimischen US-Bürgern auf.[64]

Anteilnahme der Weltöffentlichkeit

Mit einer Schweigeminute und Trauerfeiern gedachten viele Menschen weltweit in den Folgetagen der Opfer der Anschläge. Führende Politiker vieler Staaten verurteilten diese und sandten Beileidsschreiben an die USA.[65]

Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau erklärte am Abend des 11. Septembers 2001:[66] „Hass zerstört die Welt und Hass vernichtet Menschen. Darum geht es überall…: Dem Hass zu widerstehen und der Nächstenliebe Raum zu schaffen. Wer nicht hasst, sagt auch Nein zur Gewalt. Wer Nein zu Gewalt sagt, macht das Leben unserer Kinder erst möglich.“ Am 14. September 2001 bei einer von rund 200.000 Personen besuchten Solidaritätsdemonstration in Berlin sagte Rau:[67] „Hass darf uns nicht zum Hass verführen. Hass blendet. […] Der beste Schutz gegen Terror, Gewalt und Krieg ist eine gerechte internationale Ordnung.“ Dies wurde als Kontrast zu der von Bundeskanzler Gerhard Schröder zuvor erklärten „uneingeschränkten Solidarität“ und Absage an einen Krieg aufgefasst.[68]

In der St. Paul’s Cathedral in London fand ein Trauergottesdienst statt. Die Guards vor dem Buckingham Palace spielten die Nationalhymne der USA.[69]

Krieg gegen das Talibanregime in Afghanistan

Am 12. September 2001 verurteilte der UN-Sicherheitsrat mit Resolution 1368 die Anschläge einstimmig und erlaubte den USA militärische Selbstverteidigung.[70] Die NATO rief erstmals seit ihrem Bestehen den „Bündnisfall“ aus: Ein kriegerischer Angriff auf das Staatsgebiet eines NATO-Mitgliedsstaates sei geschehen, der nach Artikel 5 des NATO-Vertrages als Angriff auf alle Vertragspartner zu werten sei und deren militärischen Beistand erfordere.[71]

Präsident Bush bei seiner Rede am 20. September 2001

Am 20. September 2001 erklärte US-Präsident Bush in einer außerordentlichen Regierungserklärung vor dem US-Kongress zunächst den Dank der USA für die internationale Solidarität und hob den „treuen Freund“ Großbritannien besonders hervor. Dann benannte er das internationale Terrornetzwerk al-Qaida unter Osama bin Laden als für die Anschläge verantwortliche Organisation, auf die alle Beweise hindeuteten, und verlangte Bin Ladens sofortige Auslieferung durch das Regime der Taliban in Afghanistan. Andernfalls kündigte er einen „Krieg gegen den Terror“ an. Dabei betonte er den Unterschied zwischen dem afghanischen Volk und seiner Regierung, deren Menschenrechtsverletzungen er kritisierte. Ferner forderte er alle Nationen ultimativ auf, sich für die Unterstützung der USA zu entscheiden: „Entweder seid ihr auf unserer Seite oder auf der der Terroristen.“ Dann differenzierte er den Islam vom Terror im Namen Allahs: Er respektiere den Glauben der Muslime; al-Qaida befinde sich in einem gotteslästerlichen Gegensatz dazu. Er nannte Anschläge auf Muslime in den USA „unamerikanisch.“[72] Die Rede wurde parteiübergreifend begrüßt; die Zustimmungsraten für Bush stiegen in den USA zeitweise auf über 90 Prozent.

Während Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Afghanistan baldmöglichst angreifen wollte, erreichte Außenminister Colin Powell, dass den Taliban zuvor ein Ultimatum zur Auslieferung Bin Ladens gestellt wurde. Deren Angebot, ihn nach islamischem Gastrecht an ein befreundetes islamisches Land auszuliefern, wurde abgelehnt. Am 7. Oktober 2001 begann die US-Armee mit Bombenangriffen auf Taliban-Stellungen und Infrastruktur in Afghanistan. Eigene Bodentruppen schlossen die USA zunächst aus. Am 13. November nahm die mit ihnen verbündete Nordallianz Kabul kampflos ein; Kunduz wurde am 25. November, Kandahar am 7. Dezember besetzt. Bis zum Jahresende wurde das Regime unter Mullah Omar gestürzt. Bin Laden konnte bei der Schlacht um Tora Bora im Dezember entkommen. Annahmen, er sei im Grenzgebiet zu Pakistan untergetaucht, stellten sich 2011 als falsch heraus.

Ab Dezember 2001 unterstützten einige europäische Staaten, darunter die Bundesrepublik Deutschland mit Bundeswehrsoldaten, die weiteren Sicherheits- und Aufbau-Missionen OEF und ISAF.[73]

Innenpolitische Maßnahmen

Die Anschläge führten zu einer vorher nicht dagewesenen Ausweitung der präsidentiellen Macht und einer faktischen Aufhebung der Gewaltenteilung in den Vereinigten Staaten. Dies beruhte, neben der Rolle des Präsidenten als verfassungsgemäßes Haupt der Exekutive und Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, vor allem auf der Theorie der unitary executive, der „einheitlichen Exekutive“. Danach stehe die Exekutive rechtlich über Legislative und Judikative, seine Fähigkeit, seine verfassungsmäßige Pflicht zu erfüllen und das amerikanische Volk zu schützen, dürfe nicht durch Beschlüsse des Kongresses behindert werden: Demnach könne er autonom darüber entscheiden, ob und wie er die Gesetze anwende. Der Kongress folgte Bush in dieser Auslegung der Verfassung, lediglich der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten beharrte in mehreren Entscheidungen seit 2004 darauf, dass rechtsstaatliche Prinzipien wie Habeas Corpus und die Gewaltenteilung auch weiterhin Gültigkeit besäßen.[74]

Unter dem Begriff Disaster Preparedness verstärkte die US-Regierung Mittel, Personal, Kompetenzen und Aufgaben für den Katastrophenschutz, die Flughafensicherheit und Luftsicherheit. Am 14. September 2001 wurde der Ausnahmezustand verhängt.[75]

Im Oktober 2001 wies Vizepräsident Dick Cheney acht Inlandsgeheimdienste an, ein bestehendes Gesetz aus den 1970er Jahren, das Schleppnetz- und Rasterfahndung ohne richterliche Anordnung verbot, zu umgehen. Am 26. Oktober 2001 trat der USA PATRIOT Act in Kraft, der „inländischen Terrorismus“ als Beeinflussen der Regierung durch Einschüchterung oder Zwang definiert und US-Bundesbehörden weitreichende Eingriffe in Bürgerrechte für Anti-Terror-Ermittlungen erlaubt: etwa das Überwachen verdächtigter Personen ohne richterliche Anordnung, das geheime Abhören von Telefonaten, Speichern von Verbindungsdaten und Ausspionieren von E-Mail-Kontakten, das Einholen von personengebundenen Informationen bei Versicherungen, Geldinstituten und Arbeitgebern, das Inhaftieren und Ausweisen terrorverdächtiger Ausländer ohne Angaben und richterliche Prüfung von Verdachtsmomenten und mit erschwerten Haftprüfungsrechten. Danach wurden bis 2003 über 5000 Ausländer, meist junge männliche Muslime mit Kontakten in arabischen Staaten, verhaftet, davon 531 ausgewiesen, manche bis zu acht Monaten festgehalten, aber keiner von ihnen wurde angeklagt. Zwar erklärte der Supreme Court einige dieser Bestimmungen seit 2004 für verfassungswidrig, doch im März 2006 verlängerte der US-Kongress 14 von 16 Bestimmungen des USA PATRIOT Act unbefristet. Bush brach die Gesetzesauflage, dem Kongress vollständig Auskunft über die Umsetzung der Maßnahmen zu geben – insgesamt wurden in den USA neben dem zentralen Ministerium für Heimatsicherheit mit 170.000 Beschäftigten 263 Sicherheitsbehörden neu gegründet oder reorganisiert; 1200 staatliche Organisationen und 1931 private Firmen befassen sich seither mit Gefahrenabwehr.[76]

Ähnliche Gesetze verabschiedeten auch andere westliche Staaten, verschärften Einreisebedingungen und weiteten Personenüberwachung aus. Die Bundesrepublik Deutschland führte die Rasterfahndung und Kronzeugenregelung aus der RAF-Bekämpfung der 1970er Jahre wieder ein und verabschiedete zwei „Antiterrorpakete“. Gesetzesentwürfe zur Einführung einer Präventionshaft (2004), zur Telekommunikationsüberwachung (2005), zur Erlaubnis von Abschüssen entführter Flugzeuge und zur präventiven Rasterfahndung (2006), zur geheimen Online-Durchsuchung privater Computer (2008) sowie zur Vorratsdatenspeicherung (2010) erklärte das Bundesverfassungsgericht jeweils für verfassungswidrig.[77]

Der Europäische Rat beschloss am 21. September 2001, den Terrorismus im Gebiet der Europäischen Union (EU) vorrangig zu bekämpfen. Mit dem Gemeinsamen Standpunkt 931 vom 27. Dezember 2001 trafen die EU-Mitgliedstaaten einstimmig zusätzliche Maßnahmen zur Terrorbekämpfung. Besonders mit Verordnung (EG) Nr. 2580/2001 wurde eine einheitliche Liste mit Personen, Vereinigungen oder Körperschaften beschlossen, die zur Terrorbekämpfung und -prävention mit Finanzsanktionen belegt werden (Einfrieren von Geldern und wirtschaftlichen Ressourcen, Bereitstellungsverbot von Geldern und wirtschaftlichen Ressourcen) dürfen. Damit und mit der sogenannten EU-Terrorliste erfüllte die EU die UN-Resolution 1373.

Umgang mit Terrorverdächtigen

Im Afghanistankrieg und im Zuge weiterer Ermittlungen nahm die US-Armee über 1.000 Verdächtige gefangen, größtenteils Personen arabischer oder asiatischer Herkunft. Sie wurden in das Internierungslager Guantánamo Bay, das Militärgefängnis Bagram und andere Lager außerhalb der USA gebracht, dort von der Außenwelt isoliert und jahrelang ohne Anklage und Bekanntgabe ihrer Identität festgehalten. Rechtlich definierte die US-Regierung sie als „irreguläre Kämpfer“ und versuchte so, sie geltendem Völkerrecht, etwa Artikel 4 des III. Genfer Abkommens über die Behandlung von Kriegsgefangenen, und US-Strafrecht zu entziehen. Ferner benutzten Verhörspezialisten der CIA bei einigen als Hauptverdächtige geltenden Gefangenen Methoden wie Schlafentzug und Waterboarding, die nach internationalem Recht als Folter definiert sind. Dies führte zu anhaltenden internationalen Protesten von Menschenrechtsorganisationen[78] und verbündeten westlichen Staaten.

Die Folterpraktiken und Militärausnahmeverfahren, denen die Gefangenen unterzogen und unterstellt wurden, stießen auch in den USA auf Widerspruch. Eine Klage auf öffentliche Strafverfahren vor US-Gerichten wurde in der Berufungsinstanz abgewiesen.[79] Ein Urteil im Juni 2008 verpflichtete die US-Regierung, diese Gefangenen nach US-amerikanischen Rechtsstandards zu behandeln. Im November 2009 kündigte US-Justizminister Eric Holder an, dass die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vor ein Zivilgericht in New York gestellt werden. Chalid Scheich Mohammed und vier Mitangeklagte aus dem Lager Guantánamo sollen sich in der Nähe des früheren World Trade Center für ihre Taten verantworten. Die Zivilverfahren sollen die bisherigen Militärverfahren vor umstrittenen Sondertribunalen in Guantánamo ersetzen, die vom früheren US-Präsidenten George W. Bush eingesetzt worden waren. Manche Opferangehörige kritisierten diese Entscheidung.[80]

Irakkrieg

Im September 2002 leitete Bush aus dem Kampf gegen den Terror das Recht der USA auf Präventivschläge ab (sogenannte Bush-Doktrin) und begründete den seit Ende September 2001 angestrebten Irakkrieg zum einen mit einer angeblichen Zusammenarbeit des Diktators Saddam Hussein mit Al-Qaida, zum anderen mit seiner angeblichen Verfügung über Massenvernichtungsmittel, die er gegen die USA und in Saudi-Arabien stationierte US-Truppen einsetzen könne und wolle. Deutschland, Frankreich, Russland und China lehnten diese Doktrin, die US-Kriegsbegründungen und ihre Teilnahme am Irakkrieg ab. Der UN-Sicherheitsrat verweigerte den USA im Februar 2003 die Legitimation des Irakkrieges. Die US-Regierung bildete daraufhin eine „Koalition der Willigen“, an der auch einige NATO-Staaten teilnahmen, und begann den Irakkrieg im März 2003 ohne UN-Mandat. Er führte zum Sturz Saddam Husseins, gefolgt von jahrelangen Terroranschlägen eines neuen, irakischen Zweigs der al-Qaida und anderer Gruppen im Irak.

Internationale Beziehungen

Der Politikwissenschaftler Jochen Hippler ordnete 2003 den Afghanistan- und den Irakkrieg der USA nicht nur als Reaktion auf die Anschläge ein, sondern auch als Fortsetzung einer unilateralen US-Außenpolitik. Diese habe ihre Stellung als einzige verbliebene Supermacht nach dem Kalten Krieg genutzt, um ein seit etwa 1995 vorliegendes neokonservatives Programm zu verwirklichen, „Schurkenstaaten“ und feindliche Regimes zu entmachten, US-Macht im Mittleren Osten und Zentralasien auszudehnen und ihre weltweite Führungsrolle zu stärken. Diese Sicht vertreten auch Wissenschaftler in den USA, etwa George Leaman.[81]

Die Terroranschläge hätten diese Politik zunächst erheblich erleichtert, doch der mit Vorwänden herbeigeführte Sturz des Baath-Regimes habe Gewalt und Terror im Irak enorm verschärft, die Kluft zwischen vom Westen unterstützten arabischen Diktaturen und ihrer Bevölkerung vertieft und so die Instabilität der Nahostregion verstärkt. Zugleich habe er die internationale Solidarität mit den USA beendet, die Autorität der UNO und des Völkerrechts und das Verhältnis des Westens zur islamischen Welt beschädigt, eine Kluft zwischen USA und Europa und zwischen Unterstützer- und Ablehnerstaaten in der EU erzeugt und so eine einheitliche Außen- und Militärpolitik der EU erschwert.[82]

Die Kriege, die die USA im Anschluss an die Anschläge führten, und das neokonservative Projekt des „Benevolent Imperialism“ zur Verbreitung von Demokratie und Marktwirtschaft im Mittleren Osten werden heute als imperiale Überdehnung angesehen und von den USA nicht mehr verfolgt.[83]

Gedenken

Gedenken: Tribute in Light, 2014
South Pool des 9/11 Memorial

Jährlich am 11. September wird mit Gedenkfeiern an die Opfer der Anschläge erinnert, insbesondere in New York, am Pentagon und in Shanksville. In New York werden üblicherweise die Namen der 2791 Menschen, die hier bei dem Anschlag ums Leben kamen, durch deren Angehörige in alphabetischer Reihenfolge verlesen.[84] Es nehmen hochrangige Politiker teil, wobei jedoch auf Wunsch der Angehörigen auf Ansprachen verzichtet wird und stattdessen literarische oder historische Texte verlesen werden.

Nachts leuchtete unter anderem in NYC eine Lichtinstallation, der Tribute in Light. Sie wurde bis 2011 jährlich wiederholt, aber deren Zukunft ist ungewiss.[85]

An der Stelle des World Trade Centers befindet sich eine Gedenkstätte im Ausbau – sie wurde am 11. September 2011 eingeweiht. Der Entwurf des National September 11 Memorial and Museum stammt von Daniel Libeskind, Michael Arad und dem Landschaftsarchitekten Peter Walker. Es handelt sich dabei um zwei Wasserbecken, die den Grundriss der beiden Hochhaustürme anzeigen (wie „Fußabdrücke“) – ihr Name Reflecting Absence ist übersetzbar mit ‚Nachdenken darüber, was fehlt‘.[86] Außerdem gehört ein Pavillon mit Museum zum Mahnmal. Dem Bau der Gedenkstätte ging eine Diskussion der Frage voraus, ob sie direkt an der Stelle, an der die Opfer starben, errichtet werden sollte.

Am 10. Juni 2006 wurde an der Außenwand der Feuerwache Liberty Street, genau gegenüber vom ehemaligen WTC-Komplex, ein Denkmal der Feuerwehr (FDNY, vor allem ein Wandrelief) und 2008 das Pentagon Memorial in Arlington als flächenhafte Installation bei Washington eingeweiht.[87]

Wiederaufbau

Fünf weitere WTC-Gebäude, darunter das benachbarte WTC 7, wurden ebenfalls zerstört, ebenso vier U-Bahn-Stationen. 23 weitere Gebäude, die das WTC umgaben, wurden zum Teil so schwer beschädigt, dass sie später abgerissen wurden. Komplett zerstört wurde die kleine St. Nicholas Greek Orthodox Church, stark beschädigt wurden das ehemalige Bankers Trust Building, 90 West Street, 130 Cedar Street, das New York Telephone Building, 30 West Broadway (Fiterman Hall), drei Gebäude des World Financial Centers sowie der Wintergarten dazwischen. Fast alle beschädigten Gebäude konnten wiederhergestellt werden. Das schwer beschädigte Deutsche Bank Building (130 Liberty Street) wurde nach langem Versicherungsstreit bis 2009 abgerissen.[88] Zuvor war es jahrelang komplett schwarz umhüllt und trug eine große US-Flagge auf der zum Ground Zero gerichteten Seite. An der Stelle entsteht das neue Five World Trade Center. Auch das Gebäude 30 West Broadway (Fitterman Hall) wurde von November 2008 bis Sommer 2009 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt – die Eröffnung fand am 12. August 2012 statt.[89]

Am 2. April 2006 wurde mit dem Bau des One World Trade Center (erster Name des Entwurfs Freedom Tower, deutsch: Freiheitsturm) als Nachfolgebebauung an der Stelle des zerstörten und abgetragenen World Trade Centers begonnen. Das Hauptgebäude wurde von dem Architekten David Childs entworfen. Dem ging eine lange Diskussion um die Art der Neubebauung voraus. Im Mai 2013 erreichte das Bauwerk seine Endhöhe und wurde am 3. November 2014 eröffnet.

Das Gebäude ist 541,3 Meter hoch, was 1776 Fuß entspricht. Dies soll an die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von 1776 erinnern und geht auf den Entwurf von Daniel Libeskind zurück. Im Jahr 2002 hatte die Stadt New York zunächst das angesehene Büro Beyer Blinder Belle mit der Erstellung von sechs unterschiedlichen Entwürfen beauftragt. Diese fielen jedoch in der Meinung vieler New Yorker durch, da die darin geplanten Hochhäuser auf dem Gelände niedriger waren als das frühere World Trade Center und vor allem nicht spektakulär genug seien.[90] Der Turm wurde im Herbst 2014 fertiggestellt. Daneben sollen drei weitere Gebäude entstehen (Two World Trade Center, Three World Trade Center und Four World Trade Center).

Ein neu errichtetes Gebäude mit der Bezeichnung 7 World Trade Center des Vorgängerbauwerkes wurde bereits ab 2002 erbaut und im Mai 2006 eröffnet.

Gerichtsverfahren

Strafverfahren

Mounir al-Motassadeq war in der al-Qaida an den Vorbereitungen der Terroranschläge beteiligt. Er wurde daher nach einem mehrjährigen Verfahren in Deutschland schuldig gesprochen, bei der Entführung der Flugzeuge und der Ermordung der Passagiere und Besatzungsmitglieder mitgewirkt zu haben. Die Vernichtung des World Trade Centers war ihm strafrechtlich nicht anzulasten. Er wurde daher wegen Beihilfe zum Mord in 246 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung am 8. Januar 2007, rechtskräftig seit 2. Mai 2007, zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt.

Seit 11. Februar 2008 sind Chalid Scheich Mohammed, Ramzi Binalshibh, Ali Abdel Asis Ali, Mustafa Ahmed al-Hausaui und Walid bin Attasch von den Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung der Anschläge angeklagt. Das Strafverfahren gegen einen weiteren Angeklagten wurde 2008 eingestellt.

Zivilverfahren

Am 5. September 2012 wurde eine Klage der World Trade Center Properties LLC gegen American Airlines und United Airlines in den Vereinigten Staaten zugelassen. Den Fluggesellschaften wurde vorgeworfen, durch mangelhafte Sicherheitskontrollen fahrlässig den Zustieg von 19 Terroristen auf ihre Flugzeuge zugelassen zu haben, womit sie eine rechtliche Verantwortung an der Vernichtung der Gebäude des World Trade Centers tragen sollen. Der Kläger hatte kurz vor den Anschlägen das World Trade Center für 99 Jahre gepachtet. Die Streitsumme belief sich auf 2,8 Milliarden US-Dollar.[91] In einem Vergleich akzeptierten die Kläger 2015 einen Betrag in der Höhe von 95,2 Millionen USD[92]

Im Juli 2016 gab die US-Regierung die bis dahin geschwärzten Seiten eines Kongressberichts frei, die Kontakte einiger Attentäter zur Regierung Saudi-Arabiens belegten oder nahelegten.[93] (zum Hintergrund dazu siehe 9/11-Kommission#Ungeklärte Rolle Saudi-Arabiens). Im September 2016 beschloss das Repräsentantenhaus das Gesetz Justice Against Sponsors of Terrorism Act (JASTA), das die Immunität terrorverdächtiger Staaten aufzuheben erlaubt. Daraufhin reichte eine New Yorker Anwaltskanzlei am 17. März 2017 im Namen von mehreren Tausend Opfern und Angehörigen eine Klage auf Schadensersatz gegen den Staat Saudi-Arabien ein. Diesem wird finanzielle und insbesondere logistische Unterstützung al-Qaidas vorgeworfen, ohne die die Anschläge nicht hätten durchgeführt werden können.[94]

Der US-amerikanische Richter George B. Daniels hat ein Versäumnisurteil erlassen, wonach der Iran den Opfern der Anschläge mehr als 6 Milliarden US-Dollar zahlen müsse. Im Prozess wurde behauptet, der Iran habe die Entführer mit Schulungen und anderer Unterstützung unterstützt. Der Iran wäre angewiesen, „12,5 Millionen USD pro Ehepartner, 8,5 Millionen USD pro Elternteil oder Kind und 4,25 Millionen USD pro Geschwister, jährlich verzinst mit 4,96% (ab dem 11. September 2001 bis zum Datum des Urteils)“ an die Familien des Verstorbenen zu zahlen, hieße es in den Gerichtsakten.[95]

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Obwohl die Terroristen mit dem World Trade Center die amerikanische Finanz- und Wirtschaftsmacht treffen wollten, blieben die ökonomischen Folgen der Anschläge vergleichsweise gering. Zwar verlor der Dow-Jones-Index nach Wiedereröffnung der New Yorker Börse am 17. September 2001 rund sieben Prozent.[96] Der Anteil an Arbeitsplätzen der Finanzbranche am Standort New York sank von 25 auf 20 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Allerdings nahm die relative Bedeutung von New York in der Finanzbranche schon seit den 1990er Jahren ab, sodass die Terroranschläge nicht als einziger Faktor für diese Entwicklung betrachtet werden können.[97] Die Störung des amerikanischen Wirtschaftslebens, die durch die Anschläge verursacht wurde, wird auf insgesamt nur ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt. Eine Rezession lösten die Anschläge nicht aus, obwohl mit Blick auf das Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 ebendies befürchtet wurde. Das Wirtschaftswachstum in den USA und auch weltweit zog nach 2001 bald wieder an, was auch auf das massive Deficit spending zurückgeführt werden kann, mit dem die USA die sich anschließenden Kriege finanzierten. Ob die massive Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten (2001 hatten sie noch einen Haushaltsüberschuss, 2018 betrug die Staatsverschuldung über 22 Billionen Dollar) indirekt auf die Anschläge zurückgeführt werden kann oder ihre Ursache in der Großen Rezession ab 2007 hat, ist umstritten.[98]

Eine Zäsur?

Ob die Anschläge vom 11. September 2001 eine historische Zäsur bedeuten, ist in Publizistik und Fachwissenschaft umstritten. Zeitgenossen nahmen sie zunächst eindeutig als solche wahr. Die New York Times etwa schrieb am 12. September 2001, es sei „einer jener Momente, in denen die Geschichte sich teilt und wir die Welt als ‚vorher‘ und ‚nachher‘ definieren“.[99] In Deutschland titelten an diesem Tag sowohl die Bild-Zeitung als auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung unabhängig von einander: „Es wird nichts mehr so sein, wie es war“.[100]

Doch bereits wenige Jahre später widersprachen Historiker und Politikwissenschaftler in zwei Bänden der Wahrnehmung der Zeitgenossen. Sie betonten die Kontinuität des amerikanischen Hegemonialstrebens gegenüber der islamischen Welt und der Neigung, internationale Konflikte manichäisch als Kampf zwischen Gut und Böse wahrzunehmen.[101] Auch auf der Linken betonte man eher die Kontinuität des Imperialismus und „amerikanischen Suche nach Weltherrschaft“ (so der Untertitel eines Buchs von Noam Chomsky).[102]

2011 veröffentlichte der Amerikanist Michael Butter den Band 9/11, kein Tag, der die Welt veränderte. Darin argumentiert er, dass die konkreten Veränderungen, die seit 2001 in der amerikanischen Politik eingetreten seien, nicht monokausal auf die Anschläge zurückgeführt werden könnten. Diese seien weniger Auslöser als Katalysator von Entwicklungen gewesen, die durch sie schneller und offensichtlicher abgelaufen seien.[103] Der Historiker Martin Sabrow dagegen führt die Anschläge vom 11. September als Beispiel für eine historische Zäsur an, wenn auch nur als eine „orthodoxe Zäsur“: Diese lasse, im Unterschied zur „heterodoxen Zäsur“ wie dem Mauerfall am 9. November 1989, geltende Basisnormen und -vorstellungen intakt und schaffe „keine neuen Sichtachsen und Denkhorizonte, sondern bestätigte bereits vorher bekannte“.[104] Für den Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn waren die Anschläge der „Auftakt einer antisemitischen Revolution, die sich gegenwärtig weltweit im Gange befindet“. Sie richte sich nicht nur gegen Juden, sondern stelle generell eine Bedrohung für die Werte der Aufklärung dar, namentlich das Versprechen, jedes Individuum könne zu einem sich selbst bestimmenden Subjekt werden.[105]

Der Historiker Manfred Berg wägt kontrafaktisch ab, welche Ereignisse ohne die Anschläge als unwahrscheinlich gelten müssten, denn nur wenn es mehrere von ihnen gebe, könne man von einer Zäsur sprechen. So ließen sich der Krieg gegen den Terror, der Afghanistankrieg und der Irakkrieg eindeutig auf die Anschläge zurückführen, ebenso die enorme Ausdehnung der Macht der Exekutive in den USA. Mit zunehmendem zeitlichen Abstand könne von einer „unipolaren Welt“, die manche Kommentatoren zu Beginn des Jahrtausends kommen sahen, angesichts der amerikanisch-chinesischen Rivalitäten keine Rede sein. Auch präge die Gefahr einer Wiederholung der Anschläge das Alltagsleben der Menschen in den USA und Europa nicht. Daher überwiege der Eindruck, „dass ‚9/11‘ kein historischer Einschnitt war, der die längerfristigen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Trends entscheidend veränderte“.[106]

Untersuchungen zu den Ursachen

Verhalten von US-Behörden

Je ein Ausschuss des Senats und des US-Repräsentantenhauses führten von Februar bis Dezember 2002 die „Gemeinsame Untersuchung der Aktivitäten der Geheimdienste vor und nach den Terroranschlägen am 11. September 2001“ durch.[107] 2002 erschien auch der „Gemeinsame Bericht der Feuerwehrführung und der Beratungsfirma McKinsey & Co“ über Führungsstrukturen und Einsatzrichtlinien am 11. September 2001 und daraus zu ziehende Konsequenzen.[108]

Auf Drängen von Opfervereinen setzte das Repräsentantenhaus gegen erhebliche Widerstände der US-Regierung im Herbst 2002 die parteiübergreifende 9/11-Kommission ein. Sie bestand aus je fünf Abgeordneten der Demokratischen und Republikanischen Partei unter dem Vorsitz von Ex-Gouverneur Thomas Kean sowie 78 Stabmitgliedern. Sie sollte Vorgeschichte, Verlauf der Anschläge und Reaktionen der US-Behörden darauf aufklären und sicherheitspolitische Maßnahmen vorschlagen, die solche Anschläge zukünftig verhindern sollen. Die physikalischen Einsturzursachen der WTC-Gebäude sollte sie nicht untersuchen. Sie arbeitete von Januar 2003 bis August 2004 und befragte etwa 1200 Zeugen, darunter 120 Regierungsangehörige inklusive George W. Bush, Vizepräsident Dick Cheney und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Ihr Abschlussbericht (22. Juli 2004) zeigte gravierende systemische Fehler der US-Behörden auf, die die Anschläge ermöglicht hatten: etwa fehlende Durchleuchtung von Inlandspassagieren vor dem Einchecken am Flughafen, zu langwierige und umständliche Verfahrenswege und Befehlshierarchien, die ein rasches Eingreifen der NORAD verhinderten, unterlassene Überprüfung von Flugschulen in den USA auf terrorverdächtige Flugschüler, fehlende Verfolgung von in die USA eingereisten Al-Qaida-Mitgliedern, fehlender Informationsaustausch zwischen CIA und FBI über Verdächtige und Passivität der Bush-Regierung gegenüber akuten Anschlagswarnungen. Diese hatte von Mai bis 6. August 2001 40 Tageskurzberichte zu Al-Qaida erhalten, darunter mehrere, die vor einem multiplen Anschlag in den USA gewarnt hatten, möglicherweise mit Flugzeugentführungen und Zielen in New York. Abstimmungsprobleme, Missverständnisse, Informationsmängel, Nichtweitergabe von Befehlen, unklare Vorgaben und falsche Reaktionen auf allen Ebenen wurden im Detail nachgewiesen. Dafür verantwortliche Personen wurden nicht benannt und persönliche Konsequenzen nicht gefordert.[109] Infolge dieser Analyse wurden etwa die Einsatzrichtlinien des FDNY, der New Yorker Polizei, des FBI und der CIA geändert. Das Ministerium für Innere Sicherheit wurde neu gegründet und die Städte-Kampagne „Preparedness“ eingerichtet.

Physikalische Einsturzursachen

Die Katastrophenschutzbehörde FEMA untersuchte bis Mai 2002 erstmals die Gebäudesicherheit und bautechnischen Probleme, die den Einsturz der WTC-Gebäude verursachten.[110] Nachdem ihr Bericht als unzureichend kritisiert wurde, erhielt das National Institute of Standards and Technology (NIST) einen genau definierten Forschungsauftrag, den es in eigener Regie in Einzelaufgaben unterteilte und an Experten verschiedener Fachrichtungen delegierte.[111] Es gab in der Folge mehrere Berichte heraus:[112]

Im September 2005 erschien eine ausführliche Studie über alle relevanten Aspekte der Einstürze von WTC 1–6.[113] An den dreijährigen Untersuchungen waren über 300 Experten und Wissenschaftler beteiligt. Zwei Fact Sheets vom August 2006 und Dezember 2007 fassten die Antworten des NIST auf die wichtigsten Fragen zum technischen Ablauf der Einstürze und deren Erklärung zusammen.[114] Der mehrfach verschobene Abschlussbericht für WTC 7 erschien am 21. August 2008.[115]

Wissenschaftler ohne Regierungsauftrag berechneten die WTC-Einsturzursachen schon Tage nach dem 11. September und veröffentlichten Aufsätze dazu.[116] Wissenschaftler der Purdue University (Indiana) entwickelten Simulationsmodelle und führten bis 2007 die bisher detailliertesten Hochpräzisionssimulationen zu den Einstürzen durch. Sie belegen, dass im Nordturm 17 von 47 tragenden Stützen zerstört wurden, so dass der Einsturz nach knapp zweistündigem Feuer unausweichlich wurde. Zuvor war das NIST von sechs zerstörten Stützen ausgegangen, die zusammen mit den anhaltenden Innenbränden für den Kollaps der Stockwerke über der Einschlagszone ausgereicht hätten.[117]

Soziale, ökonomische und politische Hintergründe

Zu den längerfristigen und tiefergehenden Ursachen des islamistischen Terrors gibt es verschiedene Theorien: „Antiimperialistische“ Erklärungsmuster machen den Westen, besonders die Nahostpolitik der USA und Israels, für den Hass und die Radikalisierung vieler Muslime verantwortlich. Weil die Mudschaheddin in Afghanistan seit 1980 erhebliche militärische, finanzielle und logistische Unterstützung der USA erhielten, um die sowjetischen Besatzer im Sowjetisch-Afghanischen Krieg erfolgreich bekämpfen zu können, wurde Osama bin Laden oft als Produkt der CIA und seine Anschlagsplanung als Folge einer verfehlten US-Außenpolitik im Kalten Krieg betrachtet. Diese sei schließlich auf die USA selbst zurückgefallen (Blowback).

Auch das Versagen der reichen westlichen Industriestaaten gegenüber dem Problem der Armut durch eine einseitige Globalisierung habe dem Terror (nicht jedoch ihren Drahtziehern) einen Nährboden geschaffen. Diese Sicht vertreten vielfach linke Intellektuelle wie Noam Chomsky oder Menschenrechtler wie die Inderin Arundhati Roy.

Aus kultursoziologischer Perspektive wird das Phänomen des sogenannten Islamischen Terrorismus auch als Frontbildung gegen kulturelle Modernisierung im jeweiligen Heimatland gedeutet. Die Verunsicherung, die mit dem Brüchigwerden alter tradierter Strukturen und Ideologien einhergehe, werde durch verstärkte Besinnung auf die eigenen Wurzeln (z. B. den Salafismus) kompensiert und im terroristischen Kampf gegen die westliche Welt ausgelebt. Durch den spektakulären Anschlag im Zentrum der westlichen Welt wollten die Täter die Verletzlichkeit der „Juden und Kreuzfahrer“ symbolisch demonstrieren. In dieser Perspektive wird die Ideologie der Täter als „Islamfaschismus“ gedeutet und die Komponente des Antisemitismus darin betont.

Künstlerische Rezeption

Musik

Viele Musiker reagierten auf die Anschläge mit besonderen Werken. In vielen dieser Titel standen Betroffenheit, Trauer, Gedenken und der Wunsch nach Toleranz im Vordergrund.

In den USA wurde der Song Only Time von Enya in der Version mit eingeblendeten Stimmen Betroffener zur inoffiziellen Hymne zum 11. September. Das Hardcore-Techno-Lied We Will Never Forget von American Hardcore Alliance gedenkt der Opfer. Der Country-Musiker Alan Jackson komponierte den Song Where were you when the world stopped turning?, Darryl Worley den Song Have You Forgotten?. Weitere solche Themenwerke sind das Studioalbum The Rising von Bruce Springsteen, Let’s Roll mit Bezug auf den Widerstand der Passagiere auf dem Flug UA-93 von Neil Young, „Believe“ von Yellowcard, der Instrumentaltitel Darkness of Sept. 11th des Gitarristen Chris Mike und Towers On Fire von der brasilianischen Thrash-/Death-Metal-Band Torture Squad. When the Eagle Cries von Iced Earth bezieht sich auf den Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, dessen Tränen die Trauer der USA symbolisieren. Der deutsche Rapper Curse veröffentlichte am 16. September 2001 den Freetrack Nichts wird mehr so sein wie es war, in dem er zu mehr Toleranz und Verantwortung aufforderte.

Andere widmeten ihre Auftritte und Aufnahmen den Opfern. Michael Jackson schrieb das Lied What More Can I Give mit dem Ziel, 50 Millionen Dollar für die Opferangehörigen einzunehmen. Paul McCartney war am 11. September 2001 in New York und schrieb danach den Song Freedom für ein Tribute-Konzert. Sting widmete sein für den 11. September in der Toskana angesetztes Konzert den Opfern, nachdem seine ausgewählten Konzertgäste sich gegen eine Absage ausgesprochen hatten. Die Konzertaufnahme erschien als Live-Album mit dem Titel All This Time, der Klassiker Fragile daraus erschien auf dem Album America: A Tribute to Heroes. Der Saxophonist Sonny Rollins gab am 15. September 2001 ein Konzert in Boston, dessen Live-Aufnahme unter dem Titel Without a song: the 9/11 Concert erschien. Melissa Etheridge widmete ihren Song Tuesday Morning Mark Bingham und den anderen Passagieren, deren Zivilcourage verhindert hatte, dass das vierte entführte Flugzeug sein Anschlagsziel erreichte.[118]

Einige Musiker befassten sich mit den Folgen der Anschläge: so die Band Tomte mit ihrem Song New York oder die Eagles mit Hole In The World (2003). Die Gruppe Mono für Alle! setzt sich mit ihrem Lied 11. September kritisch mit dem Gedenken daran auseinander. Heads Will Roll von Pro-Pain beschreibt Rachegefühle und kritisiert die Entwicklung zum Irakkrieg. Der Techno-Musiker Chris Korda fügte in einem umstrittenen Musikvideo I Like To Watch Medienbilder von den Anschlägen mit pornografischen Filmausschnitten zusammen. Die Duisburger Hip-Hop-Band Die Bandbreite kritisiert mit ihrem Titel 9/11 Selbst gemacht die vorherige US-Politik. Schließlich thematisierte die Thrash-Metal-Band Slayer im Lied Jihad die Anschläge aus Sicht der Terroristen.

Der ungarische Komponist Robert Gulya, der in den Jahren 2000 bis 2002 in den USA lebte, schrieb im Herbst 2001, kurz nach den Anschlägen des 11. September, ein neues Gitarrenkonzert. Im ersten Satz dieses Konzerts wählte Gulya ein Thema, das an jenen Terroranschlag erinnert.[119] Die Uraufführung dieses Werkes wurde gefilmt und auf der DVD Live in Budapest der österreichischen Gitarristin Johanna Beisteiner veröffentlicht. Der deutsche Komponist Martin Christoph Redel schrieb 2002 "Reflections on 'Ground Zero'" für Violine und Klavier op. 52c, eine Meditation im Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von New York.

Malerei und Bildhauerei

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gestaltete Eric Fischl die Werkreihe ten breaths mit Gouachen und Plastiken, die stürzende und abgestürzte Personen zeigen. Die Skulptur Tumbling Woman, die eine Frau im freien Fall darstellt, wurde in den USA kontrovers diskutiert. Die Werkreihe verarbeitet die Pressebilder von den Verzweifelten, die sich nach den Anschlägen aus den Fenstern der brennenden Türme vom World Trade Center in die Tiefe stürzten, um dem Feuertod zu entgehen.

Von Gerhard Richter wurde das Bild „September“ in Auseinandersetzung mit dem Ereignis angefertigt.[120] Den Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2011 und dem von 1993 ist das Kunstwerk To the Struggle Against World Terrorism gewidmet.

Romane

In seinem 2003 erschienenen Roman Windows on the World erzählt Frédéric Beigbeder minutiös von einem Vater und seinen zwei Söhnen, die sich während der Anschläge im Restaurant Windows on the World im Nordturm des World Trade Centers befinden.

Jonathan Safran Foers 2005 erschienener Roman Extrem laut und unglaublich nah erzählt die Geschichte eines traumatisierten neunjährigen Jungen, dessen Vater bei den Anschlägen ums Leben gekommen ist.

Der Protagonist von Don DeLillos 2007 erschienenem Roman Falling Man ist ein Überlebender der Anschläge. Leitmotivisch ziehen sich durch den Roman die Auftritte eines Performancekünstlers namens Falling Man, der an einem Seil hängend die berühmt gewordene Fotografie The Falling Man von Richard Drew nachstellt.

Der 2006 erschienene Roman Die Habenichtse von Katharina Hacker spielt vor dem Hintergrund der Terroranschläge und des beginnenden Irakkriegs. Im Roman Das Hohe Lied von Schriftstellerin Nell Zink, der im August 2020 im Rowohlt Verlag erschien, ist der Anschlag des 11. September ein die Handlung vorantreibender Bestandteil.[121]

Satire und Comedy

Auftritt Shazia Mirza

Mehr oder minder schwarzer Humor unter dem Motto Wo war King Kong, als wir ihn brauchten?[122] sowie insbesondere online verbreitete Witze kamen bereits am Tag nach dem Anschlag auf. Sie haben auch Niederschlag in der volkskundlichen Forschung gefunden.[123]

Die britisch-pakistanische Comedienne Shazia Mirza wurde überregional bekannt, als sie bei ihrem ersten Bühnenauftritt nach den Terroranschlägen in einem Hidschāb auftrat und mit den Worten begann:

“My name is Shazia Mirza. At least, that’s what it says on my pilot’s licence.”

„Mein Name ist Shazia Mirza. Zumindest steht das in meinem Pilotenschein.“[124]

Wiglaf Droste interpretierte 2011 in einem Beitrag für die marxistische Zeitung Junge Welt die Angriffe auf die Twin Towers satirisch als Architekturkritik:

„Der Einsturz zweier hässlicher und sehr verzichtbarer Türme hat nur nationalfolkloristische Bedeutung. Für mich wird der 11. September 2001 bleiben als die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik. Das Ingenieurbüro bin Laden & Erben könnte weiterhin viel zur Verschönerung der Welt beitragen. Gegen blindundtaube Hirne/ hilft recht gut die Abrissbirne. Um es präsidial zu sagen: auch und gerade in Deutschland.“[125]

Der Spielfilm Postal des deutschen Regisseurs Uwe Boll setzt sich mit dem Thema auseinander.

Filme

  • 11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center (französ./amerikanischer Dokumentarfilm von Jules und Gédéon Naudet, 2002) Ursprünglich hatten die Filmemacher einen Film über einen „Feuerwehrmann in Ausbildung“ beim FDNY geplant. Dabei geriet das Filmteam in die Rettungsaktion der Feuerwehr, und es gelangen ihnen dramatische Bilder über die Katastrophe und den Umgang der Menschen mit ihr.
  • 11'09"01 – September 11, 2002, ARTE F. Eher ein Film über die Bedeutung und Wahrnehmung des 11. Sept. weltweit. 11 Kurzfilme von elf Regisseuren aus verschiedenen Ländern.
  • 9/11 – Die letzten Minuten im World Trade Center – Doku-Drama, USA u. GB 2006 (Rekonstruktion des Infernos, basiert auch auf Aussagen Überlebender, Polizeiberichten, Aufzeichnungen von Telefonaten. Regie: Richard Dale; Originaltitel: 9/11: The Twin Towers)
  • Twin Towers (US-amerikanischer Dokumentarfilm, USA, 2003, Regie: Bill Guttentag) über zwei Brüder, die am 11. September starben.
  • DC 9/11: Time of Crisis (Spielfilm, Kanada/USA, 2003, Regie: Brian Trenchard-Smith) über die politische Bearbeitung des 11. September durch den Präsidenten.
  • Fahrenheit 9/11 (2004, kritisch-sarkastischer Doku-Film des Regisseurs Michael Moore, der die Politik der US-Regierung vor und nach der Zerstörung des WTC schildert)
  • Land of Plenty (2004, fiktiver Spielfilm von Wim Wenders über das allgemeine paranoide Gefühl der Bedrohung, das die Vereinigten Staaten spaltet, zwei Jahre nach den Anschlägen)
  • Flug 93 (Spielfilm, USA, 2006, Regie: Paul Greengrass)
  • The Path to 9/11 – Wege des Terrors (Spielfilm, USA, 2006, Regie: David L. Cunningham)
  • World Trade Center (Spielfilm, USA, 2006, Regie: Oliver Stone)
  • Remember Me – Lebe den Augenblick (Spielfilm, 2010, Regie: Allen Coulter)
  • Extrem laut & unglaublich nah (Spielfilm 2011, Regie: Stephen Daldry): Hier wird der Verlust eines Angehörigen durch die Anschläge thematisiert
  • Die Liebe in mir (Spielfilm 2007, Regie: Mike Binder): Hier wird der Verlust von Angehörigen durch die Anschläge thematisiert

Im Mai 2019 sind in der IMDb 441 Titel zu diesem Thema gelistet.[126]

Theater

The Mercy Seat (dt. Tag der Gnade) von Neil LaBute handelt von der fiktiven Geschichte eines verheirateten Mannes, der im World Trade Center gearbeitet hat, die Anschläge jedoch überlebte, weil er heimlich seine Geliebte getroffen hat. Das Stück, das am 12. September 2001 spielt, behandelt die Überlegungen der beiden, wie mit dieser Lüge umzugehen ist. Es wurde 2002 mit Liev Schreiber und Sigourney Weaver in der Regie des Autors am Broadway uraufgeführt, die Deutsche Erstaufführung erfolgte 2003 am Deutschen Theater Berlin. In dem vierstündigen Theaterstück Reise des Todes von Schriftsteller Rainald Goetz, das unter Regisseurin Karin Beier am 11. September 2020 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg seine Premiere feierte, wird der Anschlag auf das World Trade Center mit Einsatz von weißem Nebel nachgespielt.[127][128]

Verschwörungstheorien

Seit den Anschlägen am 11. September 2001 gibt es zahlreiche Websites, Bücher und Filme, die Verschwörungstheorien über die Taten verbreiten. Deren Vertreter gehen meist davon aus, dass die US-Regierung oder ihre Geheimdienste die Anschläge wissentlich zugelassen oder selbst durchgeführt haben. Grund für die Zweifel an der Unschuld der US-Regierung sind unter anderem Warnungen, die es über die Flugausbildung der Terroristen und gezielte Anschlagspläne gegeben haben soll. Diese sollen nicht beachtet worden sein.

Die eingestürzten World Trade Center in New York und der Anschlag auf das Pentagon bleiben Anlass für Spekulationen. Die ermittelten Ursachen für die Anschlagsschäden werden bezweifelt. Eine kontrollierte Sprengung der Twin-Towers und WTC 7 wird für möglich gehalten. Kritiker behaupten zudem, die Schäden am Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums seien zu klein, um von einem Flugzeug verursacht worden zu sein.[129][130] Anhänger des sogenannten 9/11 Truth Movement fordern seit 2005 eine neue Untersuchung der Ereignisse. Ihren Thesen widersprechen neben den Experten der FEMA und des NIST auch zahlreiche Wissenschaftler.

Der US-Regierung wird von Verschwörungstheoretikern weiterhin vorgeworfen, eine Rechtfertigung für den Krieg im Irak benötigt und die Anschläge deshalb geplant oder zugelassen zu haben. Die Erkenntnis, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen besaß, förderte bei Kritikern die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der US-Regierung.

2010 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung die Resultate einer internationalen Umfrage. Nur in neun von 17 untersuchten Staaten waren die Befragten mehrheitlich davon überzeugt, dass Al-Qaida hinter den Anschlägen steckte. Bei der Umfrage, die von Forschern in den verschiedenen Ländern umgesetzt und von der US-amerikanischen Universität von Maryland koordiniert wurden, kam weiterhin heraus, dass im internationalen Durchschnitt 46 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass Al-Qaida für die Taten verantwortlich sei. 15 Prozent seien der Ansicht, die US-Regierung habe die Anschläge selbst veranlasst, sieben Prozent vermuteten Israel als Urheber und sieben Prozent glaubten an andere Drahtzieher. Jeder vierte Befragte gab an, nicht zu wissen, wer die Verantwortung für die Terroranschläge trage. In Deutschland glaubten der Umfrage zufolge 64 Prozent der Menschen, dass Al-Qaida die Taten verübt habe, 23 Prozent sahen die Schuld bei der US-Regierung. Vor allem im Nahen Osten, aber auch in Ländern wie Mexiko oder der Türkei vermuteten viele Bürger, dass die US-Regierung oder Israel für die Anschläge verantwortlich waren.[131]

Siehe auch

Literatur

Verlauf

Folgen

  • Manfred Berg, Der 11. September 2001 – eine historische Zäsur? In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 8 (2011), S. 463–474.
  • Michael Butter, Birte Christ, Patrick Keller (Hrsg.): 9/11. Kein Tag, der die Welt veränderte. Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77097-4.
  • Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen. C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61244-2. (Rezension)
  • Till Karmann, Simon Wendt et al. (Hrsg.): Zeitenwende 9/11? Eine transatlantische Bilanz. Verlag Barbara Budrich, Opladen, Berlin & Toronto 2016, ISBN 978-3-8474-0562-7.
  • Hans Vorländer: Politische Kultur: „Rallye round the flag“. Die USA nach dem 11. September, in Peter Lösche (Hrsg.): Länderbericht USA. Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur. Bundeszentrale für politische Bildung BpB, 5. neub. Aufl. Bonn 2008 ISBN 978-3-89331-851-3, S. 196–236.

Hintergründe, Ursachen

  • Tore Bjørgo (Hrsg.): Root Causes of Terrorism: Myths, Reality and Ways Forward. Taylor & Francis, 2005, ISBN 0-415-35149-9.
  • Michael Bothe: Der 11. September – Ursachen und Folgen. Winter, Heidelberg 2003, ISBN 3-8253-1546-0.
  • Christoph Kucklick: 11. September 2001. Der Tag, der die Welt verändert hat. Die Planung, der Ablauf, die Folgen. Alle Hintergründe der Katastrophe. Gruner + Jahr, Hamburg 2001, ISBN 3-570-19350-0.
  • Lawrence Wright: Der Tod wird euch finden. Al-Qaida und der Weg zum 11. September. (2006) 5. Auflage, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007, ISBN 3-421-04303-5.

Einzelaspekte

  • Helga Embacher/Margit Reiter: Europa und der 11. September 2001. Böhlau Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-205-78677-1.
  • Clément Chéroux: Diplopie. Bildpolitik des 11. September. Konstanz University Press, Konstanz 2011, ISBN 978-3-86253-007-6.
  • Brian A. Monahan: The shock of the news. Media coverage and the making of 9/11. New York University Press, New York u. a. 2010, ISBN 0-8147-9554-4.

Weblinks

Ablauf

Kollapsursachen

Reaktionen

Folgen

Gedenken:

Bild- und Tondokumente

Commons: Terroranschläge am 11. September 2001 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Teil 1, :Teil 2,
Teil 3, :Teil 4

Einzelnachweise

  1. Brad Plummer Nine facts about terrorism in the United States since 9/11 Washington Post, 11. September 2013
  2. Remembering 9/11: ‘The Death Toll Was Too Staggering to Whisper’ New York Presbyterian Hospital, 2017
  3. About 9/11University of Notre Dame American Studies
  4. Integrated United States Security Database (IUSSD): Data on the Terrorist Attacks in the United States Homeland, 1970 to 2011 - Final Report to Resilient Systems Division, DHS Science and Technology Directorate National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism, Seite 26, Dezember 2012
  5. Hans Joachim Schneider: Internationales Handbuch der Kriminologie: Grundlagen der Kriminologie, Band 1. 1. Auflage, De Gruyter, Berlin 2007, ISBN 3-89949-130-0, S. 802.
  6. Body Count. Opferzahlen nach 10 Jahren "Krieg gegen den Terror". (PDF) In: IPPNW. Abgerufen am 18. November 2020.
  7. 10 Jahre 9/11Bundeszentrale für politische Bildung, 11. September 2011
  8. R. G. Gann et al., Reconstruction of the Fires in the World Trade Center Towers. Federal Building and Fire Safety Investigation of the World Trade Center Disaster (NIST NCSTAR 1-5), S. 58, National Institute of Science and Technology, December 2005
  9. Gold Rises Above $400; 5-Month High New York Times, 18. August 1990
  10. The Commodities Exchange Center Commodities Exchange Center Inc.; Broschüre (PDF)
  11. Herculean Effort to Restore a Landmark Battered on 9/11. New York Times, 6. Januar 2003
  12. Verizon Building Restoration for 1.4 billion US-Dollar (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive)
  13. Ground Zero building to be razed. Badly damaged CUNY building will be replaced. Crains New York, 13. November 2008
  14. The 9/11 Commission Report, 1. Kapitel: We have some Planes, S. 29; S. 457, Fußnote 85; S. 461, Fußnote 164 (PDF; 7,2 MB)
  15. David Ballingrud: Day of terror shatters confidence of a nation. In: St. Petersburg Times, 12. September 2001 (englisch).
  16. Das Pentagon war die „Kunstakademie“. In: Spiegel Online. 13. September 2002, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  17. The 9/11 Commission Report, Abschnitt 9.2, S. 13 f. (PDF; 7,2 MB)
  18. 8.4.2: Evacuation. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Final Report on the Collapse of the World Trade Center Towers. Handelsministerium der Vereinigten Staaten, Technology Administration, National Institute of Standards and Technology, September 2005, S. 188ff, archiviert vom Original am 24. April 2011; abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  19. Obama segnet Milliardenhilfe für Retter von 9/11 ab. In: Spiegel Online. 3. Januar 2011, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  20. About 9/11University of Notre Dame American Studies
  21. Integrated United States Security Database (IUSSD): Data on the Terrorist Attacks in the United States Homeland, 1970 to 2011 - Final Report to Resilient Systems Division, DHS Science and Technology Directorate National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism, Seite 26, Dezember 2012
  22. a b Reuters, 11. September 2007: FACTBOX: Attacks of Sept. 11, 2001
  23. Tom Junod: The Falling Man – 9/11 Suicide Photograph. In: Esquire, 8. September 2009.
  24. Erste Gedenkstätte für deutsche Opfer des 11. September. In: tz, 20. Februar 2010.
  25. Rita Emch : Schweizer in New York erinnern sich an 9/11. Swissinfo, 10. September 2011.
  26. Anemona Hartocollis: For 9/11 Museum, a Question of How to Handle Remains. In: The New York Times, 3. April 2011.
  27. Anemona Hartocollis, Juliet Linderman: Death Shows Struggle to Link 9/11 Dust and Disease. The New York Times, 31. März 2011.
  28. Bradley Jontzen (24. April 2011): Tributes, September 11 Tributes and Memorials to the Victims, Families and Heroes of September 11 2001.
  29. Daniel S. Schechter, SW Coates, F. First: Beobachtungen von akuten Reaktionen kleiner Kinder und ihrer Familien auf die Anschläge auf das World Trade Center. In: T. Auchter und andere (Hrsg.): Der 11. September. Psychoanalytische, psychosoziale und psychohistorische Analysen von Terror und Trauma. Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, S. 268–280.
  30. Martin Z. Braun: New York’s Post-9/11 Liberty Bond Program Gets Mixed Grades. In: bloomberg.com. 11. September 2006, abgerufen am 28. Februar 2015.
  31. Ground Zero Forensic Work Ends. CBS News, 23. Februar 2005; Anemona Hartocollis: First New Identification of 9/11 Victim Since 2009. In: NY Times vom 12. Mai 2011.
  32. Siebeneinhalb Jahre nach 9/11 – WTC-Fensterputzer identifiziert. n-tv.de, 2. April 2009; Weiteres WTC-Opfer identifiziert. Bild, Agenturmeldung vom 2. April 2009 nach dem Stadtsender NY1.
  33. J. Li, J. E. Cone u. a.: Association between World Trade Center exposure and excess cancer risk. In: JAMA. Band 308, Nummer 23, Dezember 2012, ISSN 1538-3598, S. 2479–2488, doi:10.1001/jama.2012.110980, PMID 23288447.
  34. Gerd Gigerenzer, Wolfgang Gaissmaier: Die Angst nach dem Terror. (PDF) MaxPlanckForschung, abgerufen am 19. August 2015.
  35. 13. September 2001: FBI-Veröffentlichung zu den 19 Verdächtigten (Memento vom 5. März 2008 im Internet Archive); siehe auch 9/11 Commission Report S. 2–4 (PDF; 7,2 MB)
  36. The FBI Releases 19 Photographs of Individuals Believed to be the Hijackers of the Four Airliners that Crashed on September 11, 2001 (Washington, D.C. September 27, 2001)
  37. Sean D. Hamill: 7 Years Later, 9/11 Hijackers’ Remains Are in Limbo. The New York Times, 20. September 2008; Riva Kastoryano, Cynthia Schoch: Burying Jihadis: Bodies Between State, Territory, and Identity. Oxford University Press, 2018, ISBN 0-19-093486-7, S. 104
  38. Official: 15 of 19 Sept. 11 hijackers were Saudi, USA today, 6. Februar 2002
  39. CNN Editorial Research September 11 Hijackers Fast Facts CNN, 20. August 2020
  40. FBI-Veröffentlichung eines Briefs
  41. Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen. München 2011, S. 33
  42. Cordula Meyer, Dominik Cziesche: "Atta war so weich." Spiegel Online, 6. Oktober 2001
  43. Dale L. Watson, Executive Assistant Director, Counterterrorism/Counterintelligence Division, FBI (Memento vom 17. Februar 2007 im Internet Archive). Aussage vor dem Ausschuss Senate Select Committee on Intelligence am 6. Februar 2002; vgl. Dale L. Watson; FBI – Fakten und Zahlen zum „Counterterrorism“, 2003 (Memento vom 9. Juli 2008 im Internet Archive)
  44. Federal Bureau of Investigation – FBI, Webseite (Memento vom 11. März 2008 im Internet Archive); FBI’s 9/11 Team Still Hard at Work, Washington Post vom 14. Juni 2004
  45. Robbyn Swan, Anthony Summers: The Eleventh Day. The Full Story of 9/11 and Osama bin Laden. Random House Publishing, 2011, ISBN 0-345-53125-6, S. 165 f. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  46. Bin Ladens "Geständnis-Video" soll fehlerhaft übersetzt sein. In: Spiegel Online. 20. Dezember 2001, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  47. Neue Zitate aus Bin-Laden-Video entschlüsselt (Memento vom 22. November 2011 im Internet Archive), Netzeitung, 21. Dezember 2001
  48. Nick Fielding, Yosri Fouda: Masterminds of Terror. Die Drahtzieher des 11. September berichten. 3. Auflage, Hamburg 2003, ISBN 3-203-77200-0
  49. Bernd Greiner: 9/11: Der Tag, die Angst, die Folgen. München 2011, S. 40
  50. Robbyn Swan, Anthony Summers: The Eleventh Day. The Full Story of 9/11 and Osama bin Laden. 2011, S. 286. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  51. Full transcript of bin Ladin’s speech. In: Al Jazeera, 1. November 2004 (englisch).
  52. Robbyn Swan, Anthony Summers: The Eleventh Day. The Full Story of 9/11 and Osama bin Laden. 2011, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  53. Attentat gegen Achmed Shah Massud, den legendären Kriegs-Kommandanten in Afghanistan (Memento vom 15. Dezember 2013 im Internet Archive), Tagesschau des SRF vom 10. September 2001, abgerufen am 26. Mai 2019; Afghanistan: Taliban greifen Rebellen an, Spiegel, 11. September 2001
  54. Chronology of the Hijackers on 9/11, part 1
  55. Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen. München 2011, S. 32–37
  56. Terrorpilot sprach schon 1999 von Tausenden Toten. In: Spiegel Online. 28. August 2003, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  57. Yosri Fouda: The laughing 9/11 bombers. In: The Sunday Times, 1. Oktober 2006.
  58. Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen. München 2011, S. 40–45
  59. National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States: 7. The Attack looms
  60. 'The President Will Never Forget 9/11'. In: Spiegel Online. 15. September 2008, abgerufen am 23. Dezember 2014 (Interview mit Andrew Card).
  61. a b Garrett M. Graff: ‘We’re the Only Plane in the Sky’ In: Politico, 9. September 2016 (englisch).
  62. Justus Bender: Mr. President, es wird ein leichter Tag. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. September 2011, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  63. amnesty.org: The backlash – human rights at risk throughout the world (Memento vom 14. Oktober 2007 im Internet Archive)
  64. Dana Milbank, Emily Wax: Bush Visits Mosque to Forestall Hate Crimes, Washington Post, 18. September 2001
  65. September 11, 2001: International Responses: Listing by Country, Patriot Resource
  66. Helsinki, 11. September 2001: Erklärung von Bundespräsident Johannes Rau beim Empfang zu Ehren der Präsidentin der Republik Finnland im Schwedischen Theater
  67. Rau: „Wir müssen den Terrorismus bekämpfen“. In: welt.de. 15. September 2001, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  68. Ralf Beste, Ulrike Demmer, Christoph Hickmann, Marc Hujer, Christoph Schwennicke, Holger Stark, Rainer Staudhammer, Klaus Wiegrefe: Ein deutscher Krieg. In: Der Spiegel. Nr. 36, 2011 (online5. September 2011).
  69. Paul Kelso: US anthem played at changing of the guard. In: theguardian.com. 14. September 2001, abgerufen am 9. November 2014.
  70. UN Security Council Condemns ‚In Strongest Terms‘ Terrorist Attacks On United States, Pressemitteilung der Vereinten Nationen, 12. September 2001. Abgerufen am 7. Juni 2008.
  71. Pressemitteilung 124/2001 vom 12. September 2001 der NATO
  72. Address to a Joint Session of Congress and the American People, Rede George Bushs vor dem Kongress am 20. September 2001. Abgerufen am 7. Juni 2008.
  73. Bundestagsdrucksache 14/7296 vom 7. November 2001; Bundestagsdrucksache 14/7913 vom 21. Dezember 2001
  74. Franz-Josef Meiers: The Return of the Imperial Presidency? The President, Congress, and U.S. Foreign Policy after 11 September 2001. In: Amerikastudien / American Studies 55, No. 2 (2010), S. 249–286.
  75. "Letter -- Continuation of the National Emergency with Respect to Certain Terrorist Attacks". In: Whitehouse.gov. 30. August 2016, abgerufen am 4. September 2016.
  76. Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen. München 2011, S. 163 f. und 228–235.
  77. Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen. München 2011, S. 233.
  78. Jahresbericht 2003: Vereinigte Staaten von Amerika, Amnesty.de
  79. ACLU, 28. Mai 2002: Federal Court to Hear Arguments May 29 in Battle Over Government Secrecy About Sept. 11 Detainees (Memento vom 16. November 2005 im Internet Archive)
  80. „9/11“-Terroristen kommen in New York vor Gericht. In: welt.de. 14. November 2009, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  81. George Leaman: Iraq, American Empire, and the War on Terrorism. In: Marlene und Thomas Rockmore: The Philosophical Challenge of September 11. John Wiley & Sons, 2004, S. 5. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  82. Jochen Hippler: Die Folgen des 11. September 2001 für die internationalen Beziehungen (Aus Politik und Zeitgeschichte 3–4, 2004)
  83. Jens von Scherpenberg: Imperiale Überdehnung? Die USA und die steigenden Kosten des „Kriegs gegen den Terror“. In: swp-berlin.org, September 2003; Manfred Berg: Der 11. September 2001 – eine historische Zäsur?. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 8 (2011), Heft 3, S. 472; Zugriff beide Male am 23. September 2019.
  84. Berichterstattung der Tagesschau 2008, ard (Memento vom 22. Oktober 2008 im Internet Archive)
    * Das Gedenken in den USA 2009, NZZ vom 12. Sept. 2009
  85. New York Times, ‘Tribute in Light’ Will Keep Shining, This Year and the Next, 10. September 2010, abgerufen am 17. Mai 2012.
  86. Michael Arad, Peter Walker: Reflecting Absence (englisch; ohne Datum). In: World Trade Center Site Memorial Competition. Abgerufen am 20. Mai 2010.
  87. Jim Garamone (American Forces Press Service, 11. September 2008): Pentagon Memorial Dedication Recalls 9/11 Sacrifices
  88. Lowermanhattan.info (Dezember 2013): 130 Liberty Street (Memento vom 11. Dezember 2013 im Internet Archive)
  89. BMCC: Fiterman Hall Timeline. (Nicht mehr online verfügbar.) In: BMCC. cuny.edu, 27. August 2012, archiviert vom Original am 23. April 2012; abgerufen am 8. Februar 2015 (englisch).
  90. "Baut die Twin Towers wieder auf". In: Die Welt. 19. Juli 2002, abgerufen am 8. Februar 2015.
  91. Immobilienfirma verklagt Airlines wegen 9/11. In: welt.de. 5. September 2012, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  92. Jonathan Stempel: World Trade Center developer settles with United, American over 9/11, bei businessinsider.com
  93. Jim Sciutto, Ryan Browne, Deirdre Walsh: Congress releases secret '28 pages' on alleged Saudi 9/11 ties. CNN, 16. Juli 2016; Mark Mazzetti: In 9/11 Document, View of a Saudi Effort to Thwart U.S. Action on Al Qaeda. New York Times, 15. Juli 2016; Erica Werner: Congress releases once-classified pages of 9/11 report. Boston Globe, 15. Juli 2016
  94. Caleb Hannan: One Man’s Quest to Prove Saudi Arabia Bankrolled 9/11. Politico, 7. April 2017; UNITED STATES DISTRICT COURT SOUTHERN DISTRICT OF NEW YORK: Case 1:17-cv-02003 Document 1 Filed 03/20/17 (Anklageschrift, PDF)
  95. US judge: Iran must pay $6bn to victims of 9/11 attacks, bei aljazeera.com
  96. Chronik: Schwarze Börsentage seit 1929. spiegel.de, 21. Januar 2008, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  97. Norbert Kuls: Die Wall Street kommt nicht zur Ruhe. In: FAZ.net. 11. September 2011, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  98. Manfred Berg: Der 11. September 2001 – eine historische Zäsur?. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 8 (2011), Heft 3, S. 470; Jana Puglierin und Christoph Schwarz: Das Ende der amerikanischen Supermacht nach „9/11“? In: Aus Politik und Zeitgeschichte 27 (2011); die Angaben zur Staatsverschuldung nach Bruno Urmersbach: Staatsverschuldung der USA bis 2018, statista.com, 9. August 2019, Zugriff jeweils am 23. Dezember 2019.
  99. “One of those moments in which history splits, and we define the world as ‘before’ and ‘after’”. The War Against America; An Unfathomable Attack. New York Times vom 12. September 2001, zitiert bei Manfred Berg: Der 11. September 2001 – eine historische Zäsur?. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 8 (2011), Heft 3, S. 464.
  100. Sandra Poppe: Einleitung. In: dieselbe, Thorsten Schüller und Sascha Seiler (Hrsg.): 9/11 als kulturelle Zäsur. Repräsentationen des 11. September 2001 in kulturellen Diskursen, Literatur und visuellen Medien. transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8394-1016-5, S. 9–17, hier S. 9 (abgerufen über De Gruyter Online).
  101. History and September 11: A Special Issue (= The Journal of American History 89, No. 2, [2002]); Mary L. Dudziak (Hrsg.): September 11 in History. A Watershed Moment? Duke University Press, Durham 2003.
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  103. Michael Butter, Birte Christ und Patrick Keller: 9/11. Kein Tag, der die Welt veränderte. Schöningh, Paderborn/München/Wien/Zürich 2011.
  104. Martin Sabrow: Zäsuren in der Zeitgeschichte, Version: 1.0. In: Docupedia Zeitgeschichte, 3. Juni 2013, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  105. Samuel Salzborn: Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne. Beltz Juventa, Weinheim 2018, S. 28 (hier das Zitat).
  106. Manfred Berg: Der 11. September 2001 – eine historische Zäsur?. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 8 (2011), Heft 3, S. 468–474, das Zitat auf S. 472 f.
  107. Joint Inquiry into Intelligence Community Activities before and after the Terrorist Attacks of September 11, 2001 (Abschlussbericht 2002)
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  118. Melissa Etheridge: Lucky. 23. Februar 2004, abgerufen am 27. Februar 2021 (amerikanisches Englisch).
  119. Robert Gulya spricht über seine Zusammenarbeit mit Johanna Beisteiner und das Gitarrenkonzert, das er für sie schrieb. Video, Gramy Records, 2010. (Ungarisch mit englischen Untertiteln) Interview mit Robert Gulya auf YouTube
  120. Zu Gerhard Richters Bild „September“, Kölner Stadtanzeiger, 4. Juni 2008
  121. Kulturzeit. TV-Kultursendung, 15. September 2020, 36 Min. Moderation: Peter Schneeberger. Enthält einen Interview-Beitrag mit Autorin Nell Zink. Eine Produktion von 3sat
  122. Giselinde Kuipers: "Where Was King Kong When We Needed Him?" Public Discourse, Digital Disaster Jokes, and the Functions of Laughter after 9/11. In: Wiley (Hrsg.): The Journal of American Culture. 28, Nr. 1, März 2005, S. 70–84. doi:10.1111/j.1542-734X.2005.00155.x.
  123. Bill Ellis: A Model for Collecting and Interpreting World Trade Center Disaster Jokes Archiviert vom Original am 6. September 2013. In: NewFolk (Hrsg.): New Directions in Folklore. Nr. 5, Oktober 2001. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  124. Veiled humour Shazia Mirza was supposed to be a teacher and marry a nice Muslim man – but she prefers the loneliness of the mostly-male comedy circuit. Why? Von Geraldine Bedell, The Observer, 20. April 2003
  125. Wiglaf Droste: Von Beckenbauer zu Atta – Ein anderer Elfter September ist möglich. Junge Welt vom 10. September 2011, abgerufen am 11. September 2018. online, Rubrik Schwerpunkt, S. 3. Vollständiger Artikel benötigt Onlineabo.
  126. IMDb: Filme zum 11. September 2001, abgerufen am 16. September 2013
  127. Uraufführung von Rainald Goetz' «Reich des Todes» in Hamburg von dpa auf der Homepage der Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung auf www.faz.net (Frankfurter Allgemeine Zeitung), 12. September 2020, abgerufen am 15. September 2020
  128. Kulturzeit. TV-Kultursendung, 14. September 2020, 36 Min. Moderation: Peter Schneeberger. Eine Produktion von 3sat
  129. Internationale Umfrage: Wer ist schuld an 9/11? Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010
  130. Christian Speicher Einladung zur Spekulation über 9/11 Neue Zürcher Zeitung, 16. September 2016
  131. Internationale Umfrage: Wer ist schuld an 9/11? Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010

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New York City, Baustelle des zerstörten World Trade Centers. Gemälde an einer Hauswand.

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New York, N.Y., September 12, 2002 -- Memorials are placed along the fence of St Paul's Church near Ground Zero from people all over the world. Photo by Lauren Hobart/FEMA News Photo
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