San Andrés und Providencia

San Andrés y Providencia
Flagge
Wappen
Daten
HauptstadtSan Andrés
GouverneurRonald Housni Jaller (2016–2019)
Fläche44 km²
Einwohner (Gesamt)
 – Volkszählung 2005
 – Bevölkerungsdichte
 
70.554 
1.604 Einwohner/km²
Urbanisierung70,4 %
Alphabetisierungsrate94,2 %
Gemeindeanzahl2
Volksbezeichnungsanandresano
Wichtige StädteProvidencia
Karte
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Lage von San Andrés y Providencia in Kolumbien

San Andrés y Providencia (deutsch San Andrés und Providencia) ist ein kolumbianisches Departamento (Departamento Archipiélago de San Andrés, Providencia y Santa Catalina) und eine Inselgruppe in der Karibik (Archipiélago de San Andrés y Providencia), bestehend aus den Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina.

Geografie

Lage von San Andrés und Providencia
Karte von San Andrés und Providencia
Luftbild der Insel San Andrés

Die Inseln liegen nur 200 Kilometer vor der Küste Nicaraguas, aber 800 Kilometer vor der Küste Kolumbiens in der Karibik. San Andrés und Providencia liegen etwa 70 Kilometer voneinander entfernt.

Die Insel San Andrés besteht aus einer Bergkette, die sich von Norden bis Süden zieht und an der höchsten Stelle 55 Meter über dem Meeresspiegel misst. Die Insel ist hauptsächlich von Kokosnusspalmwäldern geprägt. Der Archipel dehnt sich über 349.800 km² aus, die Provinz besteht aber nur aus 44 km² davon. Der Insel San Andrés sind im Norden und Nordosten innerhalb von drei Kilometern von der Küste einige Nebeninseln vorgelagert, wie Cayo Rosa, Cayo Santander und Cayo Rocoso.

Zur Inselgruppe gehören weiter die Inseln Providencia und Santa Catalina mit Nebeninseln wie beispielsweise Cayo Cangrejo.

Zur Provinz rechnet Kolumbien außerdem acht atollähnliche Formationen, die teilweise auch von anderen Staaten beansprucht werden, von Süd nach Nord:

  • Cayos del Este Sudeste (Courtown Cays, Cayos de E.S.E.)
  • Cayos de Albuquerque (Cayos de S.W., Southwest Cays)
  • Roncador
  • Quita Sueño (keine Inseln)
  • Serrana
  • Serranilla
  • Bajo Nuevo Bank
  • Alice Shoal (überflutete Bank)

Der Tourismus und der Handel, geprägt durch die Lage, sind Hauptwirtschaftszweige der Inseln. Landwirtschaft, Viehzucht und Fischfang werden nur zur Eigenversorgung betrieben.

Sprachen

Landessprache ist Spanisch. Aber Englisch dient zudem als Verkehrs-, Handels-, Geschäfts- und Bildungssprache.

Geschichte

Christoph Kolumbus entdeckte die Inseln bei seiner vierten Fahrt 1502, sodass die Namen San Andrés, Santa Catalina und Serrana schon 1527 auf einer „Universellen Karte“ (Carta Universal) aufgeführt wurden. Spanier besiedelten San Andrés ab 1595. Um 1629 siedelten sich Engländer aus den Bermudas, danach aus Barbados und Saint Kitts an. Bis dahin hatten sich schon Holländer auf der Insel niedergelassen. Diese nutzten die Insel im Krieg gegen das spanische Imperium.

Im Jahr 1631 landete die Seaflower und brachte weitere englische und schottische Siedler mit, die 1641 wieder vertrieben wurden, als die Spanier Providencia zurückeroberten. 1666 und 1670 eroberten die Freibeuterkapitäne Edward Mansveldt und Henry Morgan die Insel und nutzten sie als Stützpunkt. Im folgenden Jahrhundert erfuhr die Insel durch den Export von Baumwolle eine deutliche wirtschaftliche Bedeutung. Im Jahr 1870 betrug die Einwohnerzahl 3520, wovon die meisten aus Jamaika eingewandert waren und Baumwolle und Zuckerrohr anbauten, Viehzucht trieben und Kokosnüsse und wertvolle Hölzer ausführten.

Die Inseln wurden ab 1739 in der Provinz von Veragus (Panama bis Ostküste Nicaragua), später von der Provinz Cartagena verwaltet. Nach der Unabhängigkeit der Republik Großkolumbien besetzte diese die Inseln 1822, und die Verwaltung wurde der Provinz Magdalena übertragen. Die Zentralamerikanische Konföderation erkannte diese Besatzung aber nicht an, Großkolumbien protestierte im Gegenzug über die Besatzung von der Ostküste des modernen Nicaraguas durch die Zentralamerikanische Konföderation. Diese löste sich aber im Bürgerkrieg 1838–1840 auf und der daraus entstandene Staat Nicaragua führte diese Auseinandersetzung weiter.

Kolumbien führte 1912 eine Eigenverwaltung ein. Der Esguerra-Bácenas-Vertrag von 1928 löste zwischenzeitlich die Auseinandersetzung beider Länder. Nicaragua argumentierte später, dass dieser Vertrag unter dem Druck und Besatzung der Vereinigten Staaten entstanden sei und somit nicht als souveräne Entscheidung gelte. Kolumbien besteht auf dem 1930 nach dem Ende der US-amerikanischen Besatzung ratifizierten Vertrag.

Die unbewohnten Inseln Roncador, Quita Sueño und Serrana zählten bis in die 1980er Jahre zu den Außenbesitzungen der Vereinigten Staaten, da eine 1972 unterzeichnete Rückgabevereinbarung durch den US-Senat nicht ratifiziert wurde.

Nicaragua reichte 2001 eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof ein, die die Grenze von 50.000 km² inklusive der zwei Inseln beinhaltet. Kolumbien erkannte in diesem Fall die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofs nicht an und erhöhte die Militärpräsenz auf den Inseln. Seitdem bereitet Kolumbien den Prozess vor und unterschrieb 1999 einen Vertrag mit Honduras, der implizit die Souveränität Kolumbiens über San Andrés anerkennt. Nicaragua und Honduras sind in ähnliche Grenzdispute verwickelt. Am 13. Dezember 2007 entschied der Internationale Gerichtshof, dass die beiden Inseln zu Kolumbien gehören, dies wurde durch eine endgültige Entscheidung am 19. November 2012 bekräftigt.[1] Im Zuge der Entscheidung legte der IGH jedoch auch neue Seegrenzen fest, die für Nicaragua eine signifikante Vergrößerung des Territoriums darstellen.[2] Kolumbien verlor hierdurch 75.000 Quadratkilometer Seegebiet.[3] Russland hat später Nicaragua im Falle eines Konflikts militärische Hilfe angeboten. Zudem hat Kolumbien erklärt, dass zwei russische Flugzeuge Anfang November 2013 vom Typ Tu-160 den kolumbianischen Luftraum ohne Genehmigung überquert hatten. Dies hatte einen Protest an Russland zur Folge. Jedoch sorgte sich der Kolumbianische Kongress, ob das Land im Falle eines Krieges gegen Russland bestehen könnte, und lud den Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón und die Außenministerin María Angela Holguín vor, um die Angelegenheit zu erörtern.[4]

Am 29. Oktober 2005 wurde die Insel Providencia vom Hurrikan Beta heimgesucht. Am 15./16. November 2020 wurde vor allem die Insel Providencia, aber auch San Andrés vom Hurrikan Iota schwer getroffen.[5]

Administrative Unterteilung

Das Departamento San Andrés und Providencia besteht aus zwei Gemeinden. Die Einwohnerzahlen sind auf Grundlage der Volkszählung des DANE 2005 angegeben, hochgerechnet für das Jahr 2018.

GemeindeEinwohnerzahl 2018[6]
Providencia5.192
San Andrés73.221

Literatur

  • Christian Diemer, Amalija Šeparović: Territorial Questions and Maritime Delimitation with Regard to Nicaragua’s Claims to the San Andrés Archipelago. In: ZaöRV 66 (2006), S. 167–186.

Weblinks

Commons: San Andrés und Providencia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Pressemeldung, abgerufen am 18. Januar 2013.
  2. Pressemeldung, abgerufen am 18. Januar 2013.
  3. www.latina-press.com Russland will Nicaragua im Grenzstreit mit Kolumbien militärisch unterstützen. 13. November 2013. Aufgerufen am 13. Februar 2014.
  4. Russland will Nicaragua im Grenzstreit mit Kolumbien militärisch unterstützen. 13. November 2013, abgerufen am 7. Februar 2014.
  5. Huracán: Un muerto y 98% de infraestructura de Providencia, afectada. El Tiempo, 16. November 2020, abgerufen am. 17. November 2020.
  6. Hochrechnung der Einwohnerzahlen von Kolumbien auf der offiziellen Seite vom DANE

Koordinaten: 12° 33′ N, 81° 43′ W

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Insel San Andrés (Kolumbien). Blick aus der International Space Station, Ausschnitt nur Insel
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Escudo del departamento de San Andrés y Providencia, Colombia:
Terciado en banda. Primero, de gules, una Cruz de San Andrés de plata. Segundo, tres bandas con los esmaltes y proporciones de la bandera de Colombia. Tercero, de azur, tres estrellas de plata. Por divisa, cinta de oro con el lema en sable “SAN ANDRÉS Y PROVIDENCIA ISLAS”.
San Andrés y Providencia.png
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San Andrés y Providencia
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Lage des Departements XY (siehe Dateiname) in Kolumbien.
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map of San Andres y Providencia.